Kalkreute 100 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:1855 Salbuch Hörste Nr. 24 LAV NRW OWL L101CI 00131 0068.jpg|mini|Salbuch der Vogtei Lage, Eintrag zur Stätte Hörste Nr. 24, 1855, LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 131]] | [[Datei:1855 Salbuch Hörste Nr. 24 LAV NRW OWL L101CI 00131 0068.jpg|mini|Salbuch der Vogtei Lage, Eintrag zur Stätte Hörste Nr. 24, 1855, LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 131]] | ||
Mit dem Sohn Johann (1653 - 1730) setzt ein Namenswandel von Stätte und Bewohnern ein. Als ''Johan Schäffer'' 1653 geboren heiratet er 1685 als ''Johan, Herman Kalcks zu Hörste auß dem Stapelager Kirchspiel ehelicher Sohn''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315 </ref> ; 1708 wird er in einer amtlichen Eigenbehörigen-Zählung ''Kalck Johan'' genannt und 1730 auch unter diesem Namen in Stapelage begraben. Der zugehörige Gogerichtsvermerk (Sterbfälle) lautet gleichwohl: (Der) ''Alte Johan Schäffer, ein Stratenkötter, Illsmi Eigen, nachgelaßen 1 Kuh.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 185, S. 238 </ref> Das Messbuch von 1730 bezeichnet die Stätte mit ''Johan Scheiper in der Kalkreh''. Aus ''Kalkreh'' wird später ''Kalkrehde'', noch später ''Kalkreute'', aus dem Personennamen ''Kalk'' entsteht folgerichtig ''Kalkrehder'', dann ''Kalkreuter''. Auch ''Kalkmann'' kommt zwischenzeitlich als Personenname auf der Stätte vor. Der Name ''Schäfer'' (auch ''Scheiper'' u. ä.) verschwindet nur langsam; noch im letzten Salbuch von 1855 heißt die Stätte ''Schäfer m.''(odo) ''Kalkreuter''. | Mit dem Sohn Johann (1653 - 1730) setzt ein Namenswandel von Stätte und Bewohnern ein. Als ''Johan Schäffer'' 1653 geboren heiratet er 1685 als ''Johan, Herman Kalcks zu Hörste auß dem Stapelager Kirchspiel ehelicher Sohn'' <ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315 </ref> ; 1708 wird er in einer amtlichen Eigenbehörigen-Zählung ''Kalck Johan'' genannt und 1730 auch unter diesem Namen in Stapelage begraben. Der zugehörige Gogerichtsvermerk (Sterbfälle) lautet gleichwohl: (Der) ''Alte Johan Schäffer, ein Stratenkötter, Illsmi Eigen, nachgelaßen 1 Kuh.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 185, S. 238 </ref> Das Messbuch von 1730 bezeichnet die Stätte mit ''Johan Scheiper in der Kalkreh''. Aus ''Kalkreh'' wird später ''Kalkrehde'', noch später ''Kalkreute'', aus dem Personennamen ''Kalk'' entsteht folgerichtig ''Kalkrehder'', dann ''Kalkreuter''. Auch ''Kalkmann'' kommt zwischenzeitlich als Personenname auf der Stätte vor. Der Name ''Schäfer'' (auch ''Scheiper'' u. ä.) verschwindet nur langsam; noch im letzten Salbuch von 1855 heißt die Stätte ''Schäfer m.''(odo) ''Kalkreuter''.<ref>Bereits 1654 wird der 1656 im amtlichen Verzeichnis lipp. Eigenbehöriger Schäffer Herman genannte Kötter in Kirchenakten (Stuhlkauf, Umlage Uhrgeld) als KalckHerman bezeichnet. (ALLK, 04.17 Nr. 246, S.12) | ||
ChatGPT bietet für den niederdeutschen Familiennamen Rehder / Reder die Deutung über das Verb | |||
Offenbar haben Johann Schäfer/Kalkreuter und seine Frau Anna Maria Hunke in ihrem späten Leben keine (lebenden unverheirateten oder besitzlosen) Kinder, deshalb kommt es 1729 für die Nachfolge auf der Stätte zu einer typischen arrangierten Ehe von Verwandten beider Seiten: ''Arend Henrich, Friedrich Hunken aus Hörste ehliger Sohn, tritt in die Ehe mit Annen Catharinen, Simon Scheipers daselbsten natürlichen Tochter.''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 136, S. 107 </ref> ''Kalck Simon'' | rheden / reeden = bereiten, fertig machen, ausrüsten | ||
(Der Reeder stellt Schiffe bereit.) Kalkrehder ist also der Kalkbereiter, -brenner, -lieferant. Die damals durch Überweidung teils kahlen, teils aber auch bewaldeten Stapelager Berge boten sowohl für die Schäferei wie auch - bei Bedarf - für das Kalkbrennen gute Voraussetzungen. Am Wege durch die Stapelager „Schlucht“ in die Senne sind unweit der Stätte Schäfer/Kalkreuter verschiedentlich kleinere ehemalige Steinbrüche zu erkennen, wo zu früheren Zeiten Kalkstein entnommen wurde. Kalkrehde, später Kalkreute ist die Flurbezeichnung, noch heute Straßenname um die / an der Hörster Stätte Nr. 24. | |||
Nach Leopold Möller ist der mittelalterliche Herrenhof Stapelage 1637 im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden. In den Jahren und Jahrzehnten danach ist der zerstörte Gebäudekomplex teils zu einfachen Wohnungen hergerichtet (so genanntes Steinwerk, bis Ende des 18. Jahrhunderts Nutzung durch Einlieger), teils zu einer Zehntscheune umgebaut worden. Parallel ist der Gutshof Stapelage 100 Meter südwestlich versetzt an heutiger Stelle neu erbaut worden. | |||
Das erste Auftreten des Namens Kalk bzw. Kalk . . . (KalckHermann) für die vormals Schäfer genannte Stätte und Familie im Jahre 1654 ist möglicherweise in Zusammenhang mit diesen umfangreichen Bauaktivitäten in Stapelage zu sehen.</ref> | |||
In den Jahrzehnten vor 1700 ist die Situation auf der Stätte offenbar schwierig. Der junge Kötter ''Kalck Cord'' verstirbt 1691/92 mit 35 Jahren. Dass er die Stätte überhaupt geerbt hat und nicht sein aus erster Ehe der Mutter stammender älterer Halbbruder ''Kalck Hans'', hängt möglicherweise damit zusammen, dass dieser 1674 wegen Diebstählen belangt wurde. <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 178, S. 12 </ref> Die Witwe von Cord lebt offenbar noch 50 Jahre auf der Stätte, geht aber keine weitere Ehe ein. Statt ihrer übernimmt der dritte Bruder, ''Kalck Johann'', seit 1685 verheirateter Einlieger in ''des Meÿers zu Stapelage Kothen vff dem Hilgen Stuhl'' (Nr. 22 oder Nr. 24 ?), 1696/97 die Stätte Schäfer/Kalkreuter. <ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315 </ref><ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 257 </ref> | |||
Der Stiefvater/Leibzüchter ''Kalk Hermann'' ist bereits 1694/95 verstorben.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 172 </ref> Offen bleibt dagegen, warum die hochbetagt verstorbene Mutter und Leibzüchterin sich vor ihrem Tode 1698 nicht auf eine Leibzucht/Versorgung hat stützen können: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 350 </ref> ''Alte Scheper Hermansche der Meÿerschen zu Stapelage Köttersche eÿgen verstorben, nichts nachgelaßen, da sie die Nachbahrn ernehren mußten.'' | |||
Offenbar haben Johann Schäfer/Kalkreuter und seine Frau Anna Maria Hunke in ihrem späten Leben keine (lebenden unverheirateten oder besitzlosen) Kinder, deshalb kommt es 1729 für die Nachfolge auf der Stätte zu einer typischen arrangierten Ehe von Verwandten beider Seiten: ''Arend Henrich, Friedrich Hunken aus Hörste ehliger Sohn, tritt in die Ehe mit Annen Catharinen, Simon Scheipers daselbsten natürlichen Tochter.''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 136, S. 107 </ref> Dieser Brautvater Simon Schäfer, an nächster Stelle wieder ''Kalck Simon'' genannt, hatte 1703 als Soldat in lippischen Diensten ''mit Maria Schultzen in Unpflicht gelebet'' und eine uneheliche Tochter gezeugt.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 181, S. 114 </ref> Möglicherweise ist ''Kalck Simon'' ein Sohn von ''Calck Hanß''. | |||
Aus der 1729 geschlossenen dritten ehelichen Verbindung zwischen den Stätten/Familien Schäfer/Kalk . . . Nr. 24 und Hunke Nr. 13 gehen alle weiteren Kalkreuter-Generationen in Stapelage und später auch in Haustenbeck und anderswo hervor. | Aus der 1729 geschlossenen dritten ehelichen Verbindung zwischen den Stätten/Familien Schäfer/Kalk . . . Nr. 24 und Hunke Nr. 13 gehen alle weiteren Kalkreuter-Generationen in Stapelage und später auch in Haustenbeck und anderswo hervor. | ||
Fast zwei Jahrhunderte verläuft das Leben auf der Stätte nun in üblichen Bahnen, erst im 20. Jahrhundert kommt es zu großen Veränderungen. Während sein Vater sich noch als Weber um kärglichen Zuverdienst gemüht hat, ist der seit 1894 die Stätte bewirtschaftende Kötter August Kalkreuter jun. (1862 - 1940) Ziegler, und er hat 1892 auch eine Ziegelmeisterstochter, Friederike Riesenberg, geheiratet. Der junge Kötter muss sieben Geschwister abfinden, neun eigene Kinder werden den Eheleuten bis 1914 geboren, die alle überleben. 1898 wird ein Anbau an das Wohnhaus | Fast zwei Jahrhunderte verläuft das Leben auf der Stätte nun in üblichen Bahnen, erst im 20. Jahrhundert kommt es zu großen Veränderungen. Während sein Vater sich noch als Weber um kärglichen Zuverdienst gemüht hat, ist der seit 1894 die Stätte bewirtschaftende Kötter August Kalkreuter jun. (1862 - 1940) Ziegler, und er hat 1892 auch eine Ziegelmeisterstochter, Friederike Riesenberg, geheiratet. Der junge Kötter muss sieben Geschwister abfinden, neun eigene Kinder werden den Eheleuten bis 1914 geboren, die alle überleben. 1898 wird ein neuer Anbau an das Wohnhaus der Stätte eingeschätzt, der den jährlichen Nutzwert des Hauses von 60 auf 105 Mark erhöht. Zu von den Eltern übernommenen Schulden kommen neue hinzu. | ||
Schon in reiferen Jahren, entschließen sich die Eheleute 1921 zu großen Veränderungen: Sie verkaufen im April des Jahres ihr Colonat Hörste Nr. 24 inclusive gesamtem toten und lebenden Inventar zum 1. September des Jahres für 97 000 Mark an den Ziegler und Colon Heinrich Schröder aus Lüerdissen.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300284, Bl. 61 </ref> Hypotheken werden übernommen, 60 000 Mark bis zur Übergabe bar bezahlt. Während die Motivation des Verkäufers August Kalkreuter klar erkennbar ist (Er erwirbt zeitgleich das Haus/die Stätte seines Schwiegervaters Wilhelm Riesenberg, Hörste Nr. 95, incl. Inventar und Ernte für 65 000 Mark.<ref> Wilhelm Riesenberg war als Ziegelmeister nicht wie üblich techn. Betriebsleiter einer Ziegelei, sondern voll haftender Ziegelei-Unternehmer mit allen Chancen und Risiken dieser konjunkturabhängigen Branche. Er hatte nach der Jahrhundertwende mit einem Partner eine Ziegelei in Zehdenick (nördlich von Berlin an der Havel) übernommen und betrieb diese mit Söhnen und Schwiegersöhnen. Auch August Kalkreuter befand sich 1921 teils in Zehdenick. Denkbar (aber nicht belegt) ist, dass der Erlös des Immobiliengeschäftes in Hörste in den Betrieb in Zehdenick geflossen ist. (Vgl. auch Hörste Nr. 95) </ref>), hält es den Käufer Heinrich Schröder nur begrenzte Zeit in Hörste. Von Gläubigern bedrängt schließt er im März 1924 einen Kaufvertrag über seine Stätte mit Albrecht Tasche, Gutsbesitzer in Stapelage, ab. Während der Abwicklung dieses Vertrages kommt von ganz anderer Seite ein wohl deutlich lukrativeres Angebot für den Besitz. So verkaufen im August desselben Jahres Schröder und Tasche gemeinsam die (bereits teils bezahlte) Stätte Nr. 24 schließlich für 20 000 Mark an die Stadt Herne.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300284, Bl. 91 und Bl. 99 </ref> | Schon in reiferen Jahren, entschließen sich die Eheleute 1921 zu großen Veränderungen: Sie verkaufen im April des Jahres ihr Colonat Hörste Nr. 24 inclusive gesamtem toten und lebenden Inventar zum 1. September des Jahres für 97 000 Mark an den Ziegler und Colon Heinrich Schröder aus Lüerdissen.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300284, Bl. 61 </ref> Hypotheken werden übernommen, 60 000 Mark bis zur Übergabe bar bezahlt. Während die Motivation des Verkäufers August Kalkreuter klar erkennbar ist (Er erwirbt zeitgleich das Haus/die Stätte seines Schwiegervaters Wilhelm Riesenberg, Hörste Nr. 95, incl. Inventar und Ernte für 65 000 Mark.<ref> Wilhelm Riesenberg war als Ziegelmeister nicht wie üblich techn. Betriebsleiter einer Ziegelei, sondern voll haftender Ziegelei-Unternehmer mit allen Chancen und Risiken dieser konjunkturabhängigen Branche. Er hatte nach der Jahrhundertwende mit einem Partner eine Ziegelei in Zehdenick (nördlich von Berlin an der Havel) übernommen und betrieb diese mit Söhnen und Schwiegersöhnen. Auch August Kalkreuter befand sich 1921 teils in Zehdenick. Denkbar (aber nicht belegt) ist, dass der Erlös des Immobiliengeschäftes in Hörste in den Betrieb in Zehdenick geflossen ist. (Vgl. auch Hörste Nr. 95) </ref>), hält es den Käufer Heinrich Schröder nur begrenzte Zeit in Hörste. Von Gläubigern bedrängt schließt er im März 1924 einen Kaufvertrag über seine Stätte mit Albrecht Tasche, Gutsbesitzer in Stapelage, ab. Während der Abwicklung dieses Vertrages kommt von ganz anderer Seite ein wohl deutlich lukrativeres Angebot für den Besitz. So verkaufen im August desselben Jahres Schröder und Tasche gemeinsam die (bereits teils bezahlte) Stätte Nr. 24 schließlich für 20 000 (Renten-)Mark an die Stadt Herne.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300284, Bl. 91 und Bl. 99 </ref> | ||
Die Stadt Herne hat bereits Ende 1921 den Gebäudekomplex Hörste Nr. 54 (gegenüber der Kirche in Stapelage, ehemals Brüggemeier/Günter/Stapelager Krug) erworben und dort ein Kinderheim eingerichtet, das sie bis 1955 betreiben und dann an die Anstalt Eben-Ezer in Lemgo übertragen wird. Als dessen „Zweigstelle“/Erweiterung wird die Stätte Nr. 24 zwischen 1924 und 1937 genutzt. | Die Stadt Herne hat bereits Ende 1921 den Gebäudekomplex Hörste Nr. 54 (gegenüber der Kirche in Stapelage, ehemals Brüggemeier/Günter/Stapelager Krug) erworben und dort ein Kinderheim eingerichtet, das sie bis 1955 betreiben und dann an die Anstalt Eben-Ezer in Lemgo übertragen wird. Als dessen „Zweigstelle“/Erweiterung wird die Stätte Nr. 24 zwischen 1924 und 1937 genutzt. | ||
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Ein Haus auf der Stätte wird erstmals 1685 im Salbuch explizit genannt. ''Starker Wildtfras'' wird dazu bzw. zur Stätte als Nutzwert-mindernd angemerkt. ''1 Hauß mit Hofraum'' ist auch 1729 noch der ganze Gebäudebestand. 1752/53 wird vermerkt: ''an Gebäuden 1. das Wohnhaus, 2. Ein Schoppe.'' Im Salbuch von 1781 ist dann zu demselben Bestand später ergänzt: ''Leibzucht''. Bei diesen Gebäuden bleibt es weitgehend im 19. Jahrhundert, schließlich wird bei Verkauf der Stätte als Bestand genannt: ''Wohnhaus, Backhaus, Leibzucht.'' | Ein Haus auf der Stätte wird erstmals 1685 im Salbuch explizit genannt. ''Starker Wildtfras'' wird dazu bzw. zur Stätte als Nutzwert-mindernd angemerkt. ''1 Hauß mit Hofraum'' ist auch 1729 noch der ganze Gebäudebestand. 1752/53 wird vermerkt: ''an Gebäuden 1. das Wohnhaus, 2. Ein Schoppe.'' Im Salbuch von 1781 ist dann zu demselben Bestand später ergänzt: ''Leibzucht''. Bei diesen Gebäuden bleibt es weitgehend im 19. Jahrhundert, schließlich wird bei Verkauf der Stätte als Bestand genannt: ''Wohnhaus, Backhaus, Leibzucht.'' | ||
Das 1729 aufgeführte Haus wurde 1715/16 erbaut. Die aus diesem Anlass gefeierte Hausböhrung artete in eine wüste Schlägerei aus. Der einen Seite sei angeblich aufgelauert worden, die andere sei mit den Worten ''Hurensohn, Bestie, Canaille'' gescholten worden . . . <ref>LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 182, S. 288</ref> | |||
Das (alte) Wohnhaus (vgl. Fotos, 1930er. . . . 1950er Jahre ?) ist ein zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Brettergiebeln gewesen, wobei das Erdgeschoss Wohnräume enthält, das Obergeschoss mit lediglich zwei sehr kleinen Fenstern eher Bühnen-artige Räume vermuten lässt. Der Anbau auf dem winterlichen Foto rechts scheint ein Stall zu sein; 1896 ist ein Anbau am Wohnhaus realisiert worden, der den jährlichen steuerlichen Nutzwert des Hauses von 60 auf 105 Mark — also erheblich — erhöht.<ref> LAV NRW OWL, L 101 A III, Nr. 212 </ref> Es wird sich um den Gebäudeteil auf dem winterlichen Foto links handeln, dessen Fenster größer sind und dessen First senkrecht zum Hauptfirst verläuft. | Das (alte) Wohnhaus (vgl. Fotos, 1930er. . . . 1950er Jahre ?) ist ein zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Brettergiebeln gewesen, wobei das Erdgeschoss Wohnräume enthält, das Obergeschoss mit lediglich zwei sehr kleinen Fenstern eher Bühnen-artige Räume vermuten lässt. Der Anbau auf dem winterlichen Foto rechts scheint ein Stall zu sein; 1896 ist ein Anbau am Wohnhaus realisiert worden, der den jährlichen steuerlichen Nutzwert des Hauses von 60 auf 105 Mark — also erheblich — erhöht.<ref> LAV NRW OWL, L 101 A III, Nr. 212 </ref> Es wird sich um den Gebäudeteil auf dem winterlichen Foto links handeln, dessen Fenster größer sind und dessen First senkrecht zum Hauptfirst verläuft. | ||
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bis 1596 Johann Schäfer († 1596) | bis 1596 Johann Schäfer († 1596), aus dem Ravensbergischen eingeheiratet | ||
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ca. 1640 - 1648 Alhardt Hunke († 1648) von Hörste Nr. 13, ∞ (I) um 1640 Anna („Anneken“) Schäfer (vor 1610 - 1698), Anerbin in der Kalkreute; sie ∞ (II) 1652 Hermann Erfkamp aus Greste, der Interimskötter Schäfer in Stapelage/Kalkreute wird | ca. 1640 - 1648 Alhardt Hunke († 1648) von Hörste Nr. 13, ∞ (I) um 1640 Anna („Anneken“) Schäfer (vor 1610 - 1698), Anerbin in der Kalkreute; sie ∞ (II) 1652 Hermann Erfkamp (ca. 1615 - 1694/95) aus Greste, der Interimskötter Schäfer in Stapelage/Kalkreute wird | ||
Kinder aus 2 Ehen: | Kinder aus 2 Ehen: | ||
• Hanß, * 1647 | • Hanß, * 1647 ( 1674 des Diebstahls beschuldigt; möglicherweise Vater von ''Kalk Simon'') | ||
• Johann, * 1653, ∞ 1685 Anna Maria Hunke (* 1653) von Hörste Nr. 13; | • Johann, * 1653, ∞ 1685 Anna Maria Hunke (* 1653) von Hörste Nr. 13; nach Eheschließung zunächst Einlieger auf Hörste Nr. 22 oder Nr. 24 | ||
• Cord, * 1656 | • Cord, * 1656 Anerbe | ||
• ggfs. weitere, * nach 1656 | • ggfs. weitere, * nach 1656 (u. a. der 1716 als Zeuge genannte ''Kalck Jacob'' ?) | ||
1652 - ca. | 1652 - ca. 1680 Hermann Schäfer, geb. Erfkamp (vgl. oben), genannt ''Kalckherman'' (auch: ''Calckherman'') | ||
ca. 1680 - ca. 1691/92 Cord Schäfer (1656 - 1691/92), ∞ vor 1681 Gertrud im Hagen (1652 - 1741) aus dem Uekenpohl | |||
ca. | |||
Kinder: | Kinder: | ||
• Anna Elisabeth, * 1681, 2 x verheiratet, † als Witwe 1770 | • Anna Elisabeth, * 1681, 2 x verheiratet, † als Witwe 1770 | ||
1696 - 1729 Johann Schäfer/Kalk (1653 - 1730), Bruder des Vorgängers (s. o.), ∞ 1685 Anna Maria Hunke (* 1653) von Hörste Nr. 13 | |||
Kinder: keine oder früh verstorben | Kinder: keine oder früh verstorben | ||
1729 - 1756 Johann Arend Hunke (1702 - 1756) von Hörste Nr. 13, ∞ 1729 Anna Catharina Schulte (1703 - 1773), „natürliche“ Tochter des Simon Kalk (vermutl. Nichte des vorangehenden Kötters) | 1729 - 1756 Johann Arend Hunke (1702 - 1756) von Hörste Nr. 13, ∞ 1729 Anna Catharina Schulte (1703 - 1773), „natürliche“ Tochter des ''Simon Kalk'' (vermutl. Nichte des vorangehenden Kötters) | ||
Kinder: | Kinder: | ||
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• Anna Ilsabein, * 1736, konf. 1749 | • Anna Ilsabein, * 1736, konf. 1749 | ||
• Johann Herrmann, * 1738, um 1760 hannov. Soldat im 7-jährigen Krieg, ∞ 1768 Justina Friederica Henriette Böger (1745 - 1824) aus Lage, um 1770 Scherenkrüger in Asemissen, 1781 Einl. in Hörste, ab 1788 Herrschaftlicher Wildabhetzer und Holzknecht in Haustenbeck, erwirbt dort 1808 sein (Forst-)Diensthaus, das zur Neuwohnerstätte Nr. 88 wird, † 1820 in Haustenbeck<ref> Hans Sprenger, Haustenbeck, Detmold 1939, S. 112 f </ref> | • Johann Herrmann, * 1738, um 1760 hannov. Soldat im 7-jährigen Krieg, ∞ 1768 Justina Friederica Henriette Böger (1745 - 1824) aus Lage, um 1770 Scherenkrüger in Asemissen, 1781 Einl. in Hörste, ab 1788 Herrschaftlicher Wildabhetzer und Holzknecht in Haustenbeck, erwirbt dort 1808 sein (Forst-)Diensthaus, das zur Neuwohnerstätte Nr. 88 wird, † 1820 in Haustenbeck <ref> Hans Sprenger, Haustenbeck, Detmold 1939, S. 112 f </ref> | ||
• Anna Margaretha Elisabeth, * 1740, ∞ 1767 Joh. Henrich Rebbe, zunächst Einl. im Stapelager Steinwerk, später Gründer der Stätte Hörste Nr. 34, † 1816 | • Anna Margaretha Elisabeth, * 1740, ∞ 1767 Joh. Henrich Rebbe, zunächst Einl. im Stapelager Steinwerk, später Gründer der Stätte Hörste Nr. 34, † 1816 | ||