Oberschönhagen: Unterschied zwischen den Versionen

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==Lage==
==Lage==
[[Datei:Oberschönhagen um 1800.jpg|mini|Oberschönhagen um 1800, Kartenausschnitt. Carte vom Fürstenthum Lippe um 1800 [https://archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
[[Datei:Oberschönhagen um 1800.jpg|mini|Oberschönhagen um 1800, Kartenausschnitt. Carte vom Fürstenthum Lippe um 1800 <br />[https://archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
[[Datei:Oberschönhagen Uraufnahme von 1836-1850.jpeg|mini|Oberschönhagen, Übersichtskarte von 1880]]
[[Datei:Oberschönhagen 1912 - Karte.jpeg|mini|Oberschönhagen, topographische Karte von 1912]]
[[Datei:Oberschönhagen Liegenschaftskarte vom 24.11.2025.jpeg|mini|Oberschönhagen, Liegenschaftskarte von 2025]]
[[Datei:Oberschönhagen topographische Karte von 2016.jpeg|mini|Oberschönhagen, topographische Karte von 2016]]
[[Datei:Oberschönhagen Flächennutzungsplan von 2015.jpeg|mini|Oberschönhagen, Flächennutzungsplan von 2015]]
[[Datei: Windenergiefläche Oberschönhagen.png|thumb|Oberschönhagen, geplante Windräder. Lageplan: Stadt Detmold]]


Oberschönhagen liegt am östlichen Stadtrand von Detmold und grenzt an die Nachbargemeinden [[Blomberg]] (Brüntrup) und [[Horn-Bad Meinberg]] (Fissenknick). Nach der LWL.GeodatenKultur befindet sich Oberschönhagen im regional bedeutsamen Kulturlandschaftsbereich K 08.22 Leistruper Wald mit Oberschönhagen.
Oberschönhagen liegt am östlichen Stadtrand von Detmold und grenzt an die Nachbargemeinden [[Blomberg]] (Brüntrup) und [[Horn-Bad Meinberg]] (Fissenknick). Nach der LWL.GeodatenKultur befindet sich Oberschönhagen im regional bedeutsamen Kulturlandschaftsbereich K 08.22 Leistruper Wald mit Oberschönhagen.
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Im Landschatzregister von 1390 wird Oberschönhagen zusammen mit [[Niederschönhagen]] als ''Schonhagen im Kespell Dehtmoldt'' genannt.<ref>[https://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Reihe_030_Band_001_reduziert_(2017).pdf Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618, Seite 1]</ref>
Im Landschatzregister von 1390 wird Oberschönhagen zusammen mit [[Niederschönhagen]] als ''Schonhagen im Kespell Dehtmoldt'' genannt.<ref>[https://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Reihe_030_Band_001_reduziert_(2017).pdf Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618, Seite 1]</ref>


Im ältesten Schatzregister von ca. 1390 werden „in dem Sconenhaghen“ 11 Kolonate, „in dem Rosendale“ 13 aufgeführt. Rosendahl war ein Ortsteil von Schönhagen. In der Eversteiner Fehde wurde nach dem Schadensverzeichnis von ca. 1409 in beiden Ortsteilen u.a. ''up dem kerkhove tom Schonenhaghen'' und ''up dem kerkhove to Hunynchusen'' Schaden angerichtet. Mit den hier genannten "Kirchhöfen" sind vermutlich früheer Kapellenstandorte gemeint. Auf ''Hunynchusen'' verweist der Hof Hünkemeier, Oberschönhagen Nr. 4. Er dürfte eine ältere Vorgeschichte haben, die über die Anfänge der Waldhufensiedlung zurückreicht. Es muss offen bleiben, ob es sich um den Resthof einer ausgegangenen Siedlung handelt oder ob hier ein älterer Hof in die Hagensiedlung integriert worden ist. Mit ''Huinchusen'', das im Güterverzeichnis des Corveyer Abts Erkenbert (1106-1129) erwähnt wird, könnte vielleicht auch diese Vorgängersiedlung des Hofes Hünkemeier gemeint sein. Doch spricht einiges für eine gleichnamige Wüstung beim Hünkergrund (Wörderfeld, jetzt Stadt Lügde).
Im ältesten Schatzregister von ca. 1390 werden „in dem Sconenhaghen“ 11 Kolonate, „in dem Rosendale“ 13 aufgeführt. Rosendahl war ein Ortsteil von Schönhagen. In der Eversteiner Fehde wurde nach dem Schadensverzeichnis von ca. 1409 in beiden Ortsteilen u.a. ''up dem kerkhove tom Schonenhaghen'' und ''up dem kerkhove to Hunynchusen'' Schaden angerichtet. Mit den hier genannten "Kirchhöfen" sind vermutlich früheer Kapellenstandorte gemeint. Auf einen älteren -hausen-Ort ''Hunynchusen'' als älteren, frühmittelalterlichen Siedlungskern von Oberschönhagen könnte der Hof Hünkemeier, Oberschönhagen Nr. 4, verweisen.<ref>http://lippelex.de/index.php?title=Detmold-Oberschönhagen</ref> Auch mit ''Huinchusen'', das bereits im Güterverzeichnis des Corveyer Abts Erkenbert (1106-1129) erwähnt wird, könnte vielleicht ebenfalls diese ältere Vorgängersiedlung gemeint sein. Doch spricht einiges für eine gleichnamige Wüstung beim Hünkergrund (Wörderfeld, jetzt Stadt Lügde).
 
In Oberschönhagen gibt es auch einen älteren „-hausen“-Ort mit der Bezeichnung ''Hunychusen'' als frühmittelalterlichen Siedlungskern. Das wurde vom Autor Herbert Stöwer im Jahr 2008 als Quelle und am 1. Okt. 2024 in LippeLex<ref>http://lippelex.de/index.php?title=Detmold-Oberschönhagen</ref> wie folgt u.a. beschrieben:


Im Jahr 1352 verpfändete Otto, Edelherr zur Lippe, seinen Zehnten zu ''Schonenhaghene'' im Kirchspiel Detmold an den Knappen Hermann de Wendt. Im gleichen Jahr verpfändete Bernhard V. den Zehnten zu ''Mederkesborn'', das 1394 in einem Kuhgeldregister als ''to dem Eyderkesborne'' bezeichnet wird, an Konrad von Bega. Es handelt sich um die Höfe Oberschönhagen Nr. 1 und Nr. 9, die ab 1516 nicht mehr zu Brüntrup, sondern zur Bauerschaft Oberschönhagen gerechnet werden, weil der Meier zu Eveskeborn - wie er beim Verkauf der Burg und des Hauses Horn mit Zubehör an Rave Westphal im Jahre 1516 genannt wird – zusammen mit dem Hof Heidenreich von Simon V. für die Burg Detmold vorbehalten wird. Kirchlich gehörten die Höfe damals schon weiterhin zu Cappel.
Im Jahr 1352 verpfändete Otto, Edelherr zur Lippe, seinen Zehnten zu ''Schonenhaghene'' im Kirchspiel Detmold an den Knappen Hermann de Wendt. Im gleichen Jahr verpfändete Bernhard V. den Zehnten zu ''Mederkesborn'', das 1394 in einem Kuhgeldregister als ''to dem Eyderkesborne'' bezeichnet wird, an Konrad von Bega. Es handelt sich um die Höfe Oberschönhagen Nr. 1 und Nr. 9, die ab 1516 nicht mehr zu Brüntrup, sondern zur Bauerschaft Oberschönhagen gerechnet werden, weil der Meier zu Eveskeborn - wie er beim Verkauf der Burg und des Hauses Horn mit Zubehör an Rave Westphal im Jahre 1516 genannt wird – zusammen mit dem Hof Heidenreich von Simon V. für die Burg Detmold vorbehalten wird. Kirchlich gehörten die Höfe damals schon weiterhin zu Cappel.
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==Siedlungscharakteristik==
==Siedlungscharakteristik==
Niederschönhagen bildet zusammen mit Oberschönhagen eine in nord-südlicher Richtung verlaufende Waldhufensiedlung mit Hagenrecht an der Dorla, einem kleinen Fließgewässer, das ab Mosebeck in die Passade übergeht. Waldhufensiedlungen sind planmäßig angelegte Rodungssiedlung aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Die Höfe von Nieder- und Oberschönhagen liegen in einer Reihe links und rechts des Bachlaufs der Dorla, die zugehörigen Hufen (Ackerfluren) erstrecken sich in breiten Streifen in west-östlicher Richtung. Das Hagenrecht bedeutete, die Besitzer der gerodeten und "eingehegten" (mit Hecken eingefriedeten) Hufen waren "hagenfrei" und unterstanden einer eigenen Hagengerichtsbarkeit.  
Oberschönhagen bildet zusammen mit Niederschönhagen eine in nord-südlicher Richtung verlaufende Waldhufensiedlung mit Hagenrecht an der Dorla, einem kleinen Fließgewässer, das ab Mosebeck in die Passade übergeht. Waldhufensiedlungen sind planmäßig angelegte Rodungssiedlung aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Die Höfe von Nieder- und Oberschönhagen liegen in einer Reihe links und rechts des Bachlaufs der Dorla, die zugehörigen Hufen (Ackerfluren) erstrecken sich in breiten Streifen in west-östlicher Richtung. Das Hagenrecht bedeutete, die Besitzer der gerodeten und "eingehegten" (mit Hecken eingefriedeten) Hufen waren "hagenfrei" und unterstanden einer eigenen Hagengerichtsbarkeit.  


Die Dorla entspringt im Moerholz im Süden Oberschönhagens und fließt von dort aus in nördliche Richtung durch das Tal in Ober- und Niederschönhagen. In Mosebeck fliesst sie mit der Mosebecke zusammen und heißt ab dort Passade. Sie mündet schließlich bei Brake in die Bega. Das Quellgebiet der Dorla umfasst eine Fläche von ca. 10,6 ha. Nach wenigen Kilometern münden ein namenloser Bach von links und danach der Homberg-, Hagen- und Sassenbach in die Dorla. Auf der gesamten Fließstrecke ist die Dorla in die Gewässergüteklasse II (Wasserschaftsschutzgebiet) eingeordnet, d.h. sie ist mäßig verschmutzt. Wiesen und Auen im gesamten Tal entlang der Dorla und östliche Wälder usw. sind Natur- und Landschaftsschutzgebiete.
Die Dorla entspringt im Moerholz im Süden Oberschönhagens und fließt von dort aus in nördliche Richtung durch das Tal in Ober- und Niederschönhagen. In Mosebeck fliesst sie mit der Mosebecke zusammen und heißt ab dort Passade. Sie mündet schließlich bei Brake in die Bega. Das Quellgebiet der Dorla umfasst eine Fläche von ca. 10,6 ha. Nach wenigen Kilometern münden ein namenloser Bach von links und danach der Homberg-, Hagen- und Sassenbach in die Dorla. Auf der gesamten Fließstrecke ist die Dorla in die Gewässergüteklasse II (Wasserschaftsschutzgebiet) eingeordnet, d.h. sie ist mäßig verschmutzt. Wiesen und Auen im gesamten Tal entlang der Dorla und östliche Wälder usw. sind Natur- und Landschaftsschutzgebiete.
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==Pläne, Ortsansichten==
==Pläne, Ortsansichten==
[[Datei:Oberschönhagen Uraufnahme von 1836-1850.jpeg|mini|Oberschönhagen, Übersichtskarte von 1880]]
[[Datei:Oberschönhagen 1912 - Karte.jpeg|mini|Oberschönhagen, topographische Karte von 1912]]
[[Datei:Oberschönhagen Liegenschaftskarte vom 24.11.2025.jpeg|mini|Oberschönhagen, Liegenschaftskarte von 2025]]
[[Datei:Oberschönhagen topographische Karte von 2016.jpeg|mini|Oberschönhagen, topographische Karte von 2016]]
[[Datei:Oberschönhagen Flächennutzungsplan von 2015.jpeg|mini|Oberschönhagen, Flächennutzungsplan von 2015]]
[[Datei: Windenergiefläche Oberschönhagen.png|thumb|Oberschönhagen, geplante Windräder. Lageplan: Stadt Detmold]]


==Ortsname==
==Ortsname==
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==Literatur==
==Literatur==
* Koch, Ingeborg: Die Siedlungsstruktur von Ober- und Niederschönhagen im Lipperland, 1963,Mskr- (StAD)
* Koch, Ingeborg: Die Siedlungsstruktur von Ober- und Niederschönhagen im Lipperland, 1963,Mskr- (StAD)
* Wiemann, August: Nieder- und Oberschönhagen - eine Tal- und Reihensiedlung. In: Lippische Blätter für  
* Wiemann, August: Nieder- und Oberschönhagen - eine Tal- und Reihensiedlung. In: Lippische Blätter für Heimatkunde, Nr. 11 (1950)
  Heimatkunde, Nr. 11 (1950)
* Detmolder Landfrauen erzählen, Detmold 1986
* Detmolder Landfrauen erzählen, Detmold 1986
* Herbert Stöwer, Lippische Ortsgeschichte. Hanbuch der Städte und Gemeinden des ehemaligen Kreises  
* Herbert Stöwer, Lippische Ortsgeschichte. Handbuch der Städte und Gemeinden des ehemaligen Kreises Detmold, Lemgo: Landesverband Lippe, 2008.
  Detmold, Lemgo: Landesverband Lippe, 2008.


==Quellen==
==Quellen==