Blomberg (Kernstadt): Unterschied zwischen den Versionen
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}}Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet und ist seit dem 1.1.1970 Verwaltungssitz der Großgemeinde [[Blomberg]], seit 1973 im Kreis Lippe. | }}Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet und ist seit dem 1.1.1970 Verwaltungssitz der Großgemeinde [[Blomberg]], seit 1973 im Kreis Lippe. | ||
[[Datei:Blomberg um 1800.jpg|mini|Blomberg um 1800, | [[Datei:Blomberg um 1800.jpg|mini|Blomberg um 1800, "Carte vom Fürstenthum Lippe", Ausschnitt. Um die Stadt sind mehrere Warttürme zu erkennen. <br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]] | ||
==Lage== | ==Lage== | ||
Blomberg hat eine markante Spornlage auf einem Berg über dem Tal des Diestelbaches, am höchsten und am besten zu verteidigenden Punkt befindet sich die Burg. Die | Blomberg liegt am Rande des "Blomberger Beckens", einer flachen Senke mit fruchtbaren Lössböden, die mit zahlreichen älteren Dörfern das agrarische Hinterland der Stadt bildet. Östlich und nördlich der Stadt liegen die bewaldeten Höhen von Eichenberg und Dickem Berg mit ausgedehnten städtischen Forstrevieren. | ||
Die Stadt hat eine markante Spornlage auf einem Berg über dem Tal des Diestelbaches, am höchsten und am besten zu verteidigenden Punkt befindet sich die Burg. Die ansteigende Topographie der Stadt gliedert sich in eine Unterstadt (Brinkviertel und Großes Viertel) und eine Oberstadt (Winkelviertel mit Marktplatz und Kirche und Rossmüllerviertel). | |||
Der Diestelbach trieb etwa ein halbes Dutzend Mühlen an und mündet beim Nessenberg in die Emmer, die das ganze Gebiet zur Weser entwässert. | Der Diestelbach trieb etwa ein halbes Dutzend Mühlen an und mündet beim Nessenberg in die Emmer, die das ganze Gebiet zur Weser entwässert. | ||
Seit dem 14. Jahrhundert bestand um die Stadt und ihre Feldmark eine Landwehr aus Wällen und undurchdringlichen Hecken, die im Osten und Südosten mit der Amtslandwehr des Amtes Blomberg zusammenfiel. Insgesamt sechs Warttürme, der Turm auf dem Dicken Berg, der "Turm zu Meien" am Weg nach Barntrup, der Turm auf dem Eichenberg, die "Hohe Warte" beim Siekhof, der Turm auf dem Hundsloh beim Lakehof (Belle) und der Turm auf dem Wartsberg bei Reelkirchen dienten der Überwachung des Vorfeldes der Blomberger Landwehr. | |||
==Verwaltungszugehörigkeit== | ==Verwaltungszugehörigkeit== | ||
Stadtrecht seit etwa 1240-50, Amt Blomberg seit dem 14. Jahrhundert (Amtsverwaltung auf der Burg, von 1709 bis 1789 bückeburgisch). 1871 bis ca. 1935 Verwaltungsamt Blomberg, danach bis 1972 Kreis Detmold, seit 1973 Kreis Lippe. | Stadtrecht seit etwa 1240-50, Amt Blomberg seit dem 14. Jahrhundert (Amtsverwaltung auf der Burg, von 1709 bis 1789 bückeburgisch). 1871 bis ca. 1935 Verwaltungsamt Blomberg, danach bis 1972 Kreis Detmold, seit 1973 Kreis Lippe. | ||
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Die Burg Blomberg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des gleichnamigen Amtes. Mit dem Testament Graf Simons VI. zur Lippe fiel das Amt Blomberg an die erbherrliche Nebenlinie zu Lippe-Brake. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake im Jahre 1709 fiel das Amt Blomberg an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg. Nach längerem Erbstreit musste Lippe-Detmold die Herrschaft der Bückeburger anerkennen. Die Stadt Blomberg blieb lippisch und empfand die bückeburgische Garnison auf der Burg als Besatzungsmacht. Erst 1789 fiel das Amt Blomberg an Lippe-Detmold zurück; die Burg und größere Forstreviere blieben noch bis 1962 in bückebugischem Besitz. | Die Burg Blomberg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des gleichnamigen Amtes. Mit dem Testament Graf Simons VI. zur Lippe fiel das Amt Blomberg an die erbherrliche Nebenlinie zu Lippe-Brake. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake im Jahre 1709 fiel das Amt Blomberg an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg. Nach längerem Erbstreit musste Lippe-Detmold die Herrschaft der Bückeburger anerkennen. Die Stadt Blomberg blieb lippisch und empfand die bückeburgische Garnison auf der Burg als Besatzungsmacht. Erst 1789 fiel das Amt Blomberg an Lippe-Detmold zurück; die Burg und größere Forstreviere blieben noch bis 1962 in bückebugischem Besitz. | ||
==Ortsname== | |||
''Blomberg de Bleome'', Blomberg, die Blume, heißt es in einem alten lippischen Städtereim. Die namensgebende "Blume" wird gleichgesetzt mit der Rose, dam Wappen der Edelherren zur Lippe. | |||
Birgit Meineke sieht das ein bisschen anders... (Text folgt) | |||
==Siedlungscharakteristik== | ==Siedlungscharakteristik== | ||
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Mehrere skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750. | Mehrere skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750. | ||
==Bevölkerung== | ==Bevölkerung== | ||
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1969: 6.991 Einwohner | 1969: 6.991 Einwohner | ||
==Hausnummern== | |||
Hausnummern wurden erst nach Einführung des Katasters der 1752 gegründeten Lippischen Landesbrandversicherung eingeführt, eine "Verordnung zur Numerierung der Häuser" wurde 1766 erlassen. Gültigkeit erlangten sie aber erst nach 1805. Kurz vor 1900 wurden viele Straßen neu benannt und die Häuser erhielten die bis heute gültige straßenweise Nummerierung. | |||
Die Blomberger Bürgerhäuser waren bis kurz vor 1900 nach einem seit dem 18. Jahrhundert gültigen Umgang nummeriert, beginnend mit dem Eckhaus Nr. 1, heute Marktplatz 6 an der Ecke zur Burgstraße. Von dort aus durchlief die traditionelle Nummerierung die vier seit dem Mittelalter bekannten Stadtviertel: von 1 bis 66 im Winkelviertel, von 67 bis 174 im Roßmüllerviertel (Oberstadt), von 175 bis 272 im Großen Viertel und von 273 bis 328 im Brinkviertel (Unterstadt). Einige jüngere Hausstätten wurden im späten 18. und im 19. Jahrhundert mit a-, b- und c-Nummern hinzugefügt. Eine Übersichtskarte der alten Hausnummern in Blomberg (Abbildung) hat Heinz-Walter Rolf erstellt und 1981 erstmals veröffentlicht.<ref>Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981}}.</ref> | |||
Erst 1863 wurde das Bauverbot außerhalb der Stadtmauern aufgehoben, als erstes Haus entstand in diesem Jahr das Haus des Wagenbauers Schwarze vor dem Neuen Tor (Nr. 329, Neue Torstraße 34). Danach folgten in kurzer Zeit Fluchtlinienpläne und Bebauung der verlängertem Neuen Torstraße, Gartenstraße, Hagenstraße und Heutorstraße, damit entstand ein großes Erweiterungsgebiet im Nordosten der Stadt. | |||
==Hausstätten== | ==Hausstätten== | ||
'''Konkordanz der | '''Konkordanz der alten Hausnummern und der aktuellen Adressen (im Aufbau):''' | ||
Die alte, fortlaufende Nummerierung der Blomberger Häuser begann an dem Eckhaus Marktplatz/Burgstraße (Marktplatz 6) mit der Nummer 1 und endete beim Haus Brinkstraße 27 (ehem. Schaumburgischer Krug) mit der Nummer 328. Die straßenweise Nummerierung wurde vor 1900 eingeführt und findet sich erstmalig im "Adreßbuch des Fürstentums Lippe" von 1901.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 160ff.</ref> | |||
'''Winkelviertel''' | '''Winkelviertel''' | ||
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Blomberg Nr. 34 = [[Kirchhofstraße 2 (Blomberg)|Kirchhofstraße 2]] | Blomberg Nr. 34 = [[Kirchhofstraße 2 (Blomberg)|Kirchhofstraße 2]] | ||
Blomberg Nr. 35 = [[Kirchhofstraße 1 (Blomberg)|Kirchhofstraße 1] | Blomberg Nr. 35 = [[Kirchhofstraße 1 (Blomberg)|Kirchhofstraße 1]] | ||
Blomberg Nr. 40 = [[Neue Torstraße 10 (Blomberg)|Neue Torstraße 10]] | |||
Blomberg Nr. 42 = [[Neue Torstraße 14 (Blomberg)|Neue Torstraße 14]] | |||
Blomberg Nr. 59 = [[Friedrichstraße vor 2 (Blomberg)|Friedrichstraße vor 2]] | Blomberg Nr. 59 = [[Friedrichstraße vor 2 (Blomberg)|Friedrichstraße vor 2]] | ||
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Blomberg Nr. 65 = [[Friedrichstraße 1 (Blomberg)|Friedrichstraße 1]] | Blomberg Nr. 65 = [[Friedrichstraße 1 (Blomberg)|Friedrichstraße 1]] | ||
Blomberg Nr. 66 = [[Neue Torstraße 32 (Blomberg)|Neue Torstraße 32]] | Blomberg Nr. 66 = [[Neue Torstraße 32 (Blomberg)|Neue Torstraße 32]] | ||
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Blomberg Nr. 205 = [[Kuhstraße 3 (Blomberg)|Kuhstraße 3]] | Blomberg Nr. 205 = [[Kuhstraße 3 (Blomberg)|Kuhstraße 3]] | ||
Blomberg Nr. 244 = [[Langer Steinweg 42 (Blomberg)|Langer Steinweg 42]] | |||
Blomberg Nr. 253 = [[Langer Steinweg 40 (Blomberg)|Langer Steinweg 40]] | |||
Blomberg Nr. 267 = [[Langer Steinweg 12 (Blomberg)|Langer Steinweg 12]] | |||
Blomberg Nr. 263 = [[Langer Steinweg 20 (Blomberg)|Langer Steinweg 20]] | |||
Blomberg Nr. 269 = [[Langer Steinweg 8 (Blomberg)|Langer Steinweg 8]] | |||
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Blomberg Nr. 274 = [[Burgstraße 4 (Blomberg)|Burgstraße 4]] | Blomberg Nr. 274 = [[Burgstraße 4 (Blomberg)|Burgstraße 4]] | ||
Blomberg Nr. 276 = [[Langer Steinweg 1 (Blomberg)|Langer Steinweg 1]] | |||
Blomberg Nr. 277 = [[Langer Steinweg 3 (Blomberg)|Langer Steinweg 3]] | |||
Blomberg Nr. 286 = [[Langer Steinweg 21 (Blomberg)|Langer Steinweg 21]] | |||
Blomberg Nr. 284 = [[Langer Steinweg 17 (Blomberg)|Langer Steinweg 17]] | |||
Blomberg Nr. 288 = [[Langer Steinweg 23 (Blomberg)|Langer Steinweg 23]] | |||
Blomberg Nr. 304 = [[Brinkstraße 4 (Blomberg)|Brinkstraße 4]] | |||
==Verkehrswege== | ==Verkehrswege== | ||
Blomberg liegt an der "Cöllnischen Landstraße", einem alten Fernhandelsweg im Verlauf des westfälischen Hellweges. Die Straße zweigt in Paderborn vom alten Hellweg ab und führt über die Egge und Horn nach Blomberg und weiter über Hameln in Richtung Braunschweig und Magdeburg (heutige Bundesstraße 1). Diese Handelsstraße wurde nach der Gründung Blombergs um 1240-50 durch das Niedere Tor in die Stadt verlegt. | Blomberg liegt an der "Cöllnischen Landstraße", einem alten Fernhandelsweg im Verlauf des westfälischen Hellweges. Die Straße zweigt in Paderborn vom alten Hellweg ab und führt über die Egge und Horn nach Blomberg und weiter über Hameln in Richtung Braunschweig und Magdeburg (heutige Bundesstraße 1). Diese Handelsstraße wurde nach der Gründung Blombergs um 1240-50 durch das Niedere Tor in die Stadt verlegt. | ||
Bei Blomberg kreuzte sich die "Cöllnische Landstraße" mit einer alten Heerstraße von Bremen über Lemgo und Höxter nach Kassel. Diese Straße entspricht in etwa der heutigen Ostwestfalenstraße, diese nimmt aber ab Blomberg einen anderen Verlauf und führt über Brakel und Warburg zur A 44 Dortmund-Kassel. | Bei Blomberg kreuzte sich die "Cöllnische Landstraße" mit einer alten Heerstraße von Bremen über Lemgo und Höxter nach Kassel. Diese Straße entspricht in etwa der heutigen Ostwestfalenstraße (B 252), diese nimmt aber ab Blomberg einen anderen Verlauf und führt über Brakel und Warburg zur A 44 Dortmund-Kassel. | ||
1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss als Stichbahn, die beim Noltehof von der Linie Hannover-Altenbeken abzweigte. Ein geplanter Weiterbau bis Detmold kam nicht zustande. Um 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt, die endgültige Stilllegung erfolgte um 1975, das Bahnhofsgebäude wurde 1995 abgerissen. | 1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss als Stichbahn, die beim Noltehof von der Linie Hannover-Altenbeken abzweigte. Ein geplanter Weiterbau bis Detmold kam nicht zustande. Um 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt, die endgültige Stilllegung erfolgte um 1975, das Bahnhofsgebäude wurde 1995 abgerissen. | ||
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{{KurteMauerhäuser2024}}. | {{KurteMauerhäuser2024}}. | ||
Ulrich Meier, Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13). Münster 2022. | |||
Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981. | Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981. | ||
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{{StieweHausbau1996}}. | {{StieweHausbau1996}}. | ||
Ernst Thelemann, Chronik der Stadt Blomberg, masch.-schr. Mskr. Blomberg 1944, vervielfältigt Blomberg 1969. | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||