Kirchhofstraße 1 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Kirchhofstraße 1, Fassade Stiewe 1996, 271.jpg|mini|Kirchhofstraße 1, 1744. Fassade, Zustand 1988. Nach Stiewe 1996, 271.]] | [[Datei:Kirchhofstraße 1, Fassade Stiewe 1996, 271.jpg|mini|Kirchhofstraße 1, 1744. Fassade, Zustand 1988. Nach Stiewe 1996, 271.]] | ||
[[Datei:Kirchhofstraße 1, Traufseite Stiewe 1996, 271.jpg|mini|Kirchhofstraße 1, linke Traufwand, Zustand 1988. Nach Stiewe 1996, 271.]] | [[Datei:Kirchhofstraße 1, Traufseite Stiewe 1996, 271.jpg|mini|Kirchhofstraße 1, linke Traufwand, Zustand 1988. Nach Stiewe 1996, 271.]] | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Der Schuhmacher Johann Christoph Sauerländer erwarb 1734 das Blomberger Bürgerrecht und heiratete am 21. August 1743. Im folgenden Jahr erbaute er mit seiner Frau das erhaltene Haus. Bis ins 20. Jahrhundert | Der Schuhmacher Johann Christoph Sauerländer erwarb 1734 das Blomberger Bürgerrecht und heiratete am 21. August 1743. Im folgenden Jahr erbaute er mit seiner Frau das erhaltene Haus. Bis ins 20. Jahrhundert wurde das Haus in der Schuhmacherfamilie Sauerländer weitervererbt. | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
Fachwerkgiebelhaus von 1744. Zweifach auf Stichbalken vorkragender Giebel, im 19. Jahrhundert verputzt mit gequaderten Eckleisten und hölzernen Gesimsbrettern. Torbogen mit zwei verglasten Oberlichtern, auf dem Stiel dazwischen hochhackiger Schuh (als Zunftzeichen der Schuhmacher) mit Blütenranke. Lippische Rose und Stern auf den Torständern (rechter Torständer bei Umbau der Fassade im 19. Jahrhundert erneuert, aber als Eckständer erhalten). | Fachwerkgiebelhaus von 1744. Zweifach auf Stichbalken vorkragender Giebel, im 19. Jahrhundert verputzt mit gequaderten Eckleisten und hölzernen Gesimsbrettern. Torbogen mit zwei verglasten Oberlichtern, auf dem Stiel dazwischen hochhackiger Schuh (als Zunftzeichen der Schuhmacher) mit Blütenranke. Lippische Rose und Stern auf den Torständern (rechter Torständer bei Umbau der Fassade im 19. Jahrhundert erneuert, aber als Eckständer erhalten). Dielentor des 19. Jahrhunderts aus breiten Eichenbrettern mit mittiger, zweigeteilter Fußgängertür ("Klöntür") erhalten, bei Sanierung 1988 äußere Profilbretter und Beschläge (an der Innenseite) erneuert. | ||
Der Torbogen stand ursprünglich weiter rechts, der rechte Torständer war zugleich Eckständer (vgl. Kirchhofstraße 5) und blieb an seiner alten Stelle stehen, während der Torbogen um etwa 50 cm zur Mitte verschoben wurden und einen neuen rechten Torständer erhielt. Dieser Umbau erfolgte im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, die Fassade regelmäßiger zu gestalten. Dabei wurden auch die Stubenfenster mit gleichmäßigen Abständen in Achsen angeordnet. Die Fassade erhielt an den Ecken hölzerne Bekleidungen mit Quaderimitation, die Giebelvorkragung wurde hinter profilierten Brettern verborgen und der ganze Giebel sollte verputzt werden. Es ist allerdings unklar, ob der Verputz wirklich ausgeführt worden ist und schon im frühen 20. Jahrhundert wieder entfernt worden ist - oder ob er unausgeführt blieb. | Der Torbogen stand ursprünglich weiter rechts, der rechte Torständer war zugleich Eckständer (vgl. Kirchhofstraße 5) und blieb an seiner alten Stelle stehen, während der Torbogen um etwa 50 cm zur Mitte verschoben wurden und einen neuen rechten Torständer erhielt. Dieser Umbau erfolgte im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, die Fassade regelmäßiger zu gestalten. Dabei wurden auch die Stubenfenster mit gleichmäßigen Abständen in Achsen angeordnet. Die Fassade erhielt an den Ecken hölzerne Bekleidungen mit Quaderimitation, die Giebelvorkragung wurde hinter profilierten Brettern verborgen und der ganze Giebel sollte verputzt werden. Es ist allerdings unklar, ob der Verputz wirklich ausgeführt worden ist und schon im frühen 20. Jahrhundert wieder entfernt worden ist - oder ob er unausgeführt blieb. | ||
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==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
Inschrift auf dem Torsturz: | Inschrift auf dem Torsturz und den Kopfbändern, stark verwittert: | ||
WER DEN HERRN FÜRCHTET DER HAT EINE SICHERE FESTUNG / UND SEINE KINDER WERDEN AUCH BESCHIRMET MEISTER / JOHANN / CHRISTOPH / SAURLEN / DER . ANNA MARGRETHA / ILSABEIN / BRACHTS / | WER DEN HERRN FÜRCHTET DER HAT EINE SICHERE FESTUNG / UND SEINE KINDER WERDEN AUCH BESCHIRMET MEISTER / JOHANN / CHRISTOPH / SAURLEN / DER . ANNA MARGRETHA / ILSABEIN / BRACHTS / | ||
Aktuelle Version vom 7. August 2026, 03:50 Uhr
| Kirchhofstraße 1 (Blomberg) | |
|---|---|
| Ortsteil | Blomberg (Kernstadt) |
| Straße | Kirchhofstraße (Blomberg) |
| Hausnummer | 1 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Blomberg |
| Straße | Hinter dem Kirchhof |
| Hausnummer | 1 |
Alte Hausnummer 35. Bestehendes Haus erbaut 1744 von Schuhmacher Johann Chrsitoph Sauerländer und Anna Margreta Ilsabein Brachts.








Geschichte
Der Schuhmacher Johann Christoph Sauerländer erwarb 1734 das Blomberger Bürgerrecht und heiratete am 21. August 1743. Im folgenden Jahr erbaute er mit seiner Frau das erhaltene Haus. Bis ins 20. Jahrhundert wurde das Haus in der Schuhmacherfamilie Sauerländer weitervererbt.
Gebäude
Fachwerkgiebelhaus von 1744. Zweifach auf Stichbalken vorkragender Giebel, im 19. Jahrhundert verputzt mit gequaderten Eckleisten und hölzernen Gesimsbrettern. Torbogen mit zwei verglasten Oberlichtern, auf dem Stiel dazwischen hochhackiger Schuh (als Zunftzeichen der Schuhmacher) mit Blütenranke. Lippische Rose und Stern auf den Torständern (rechter Torständer bei Umbau der Fassade im 19. Jahrhundert erneuert, aber als Eckständer erhalten). Dielentor des 19. Jahrhunderts aus breiten Eichenbrettern mit mittiger, zweigeteilter Fußgängertür ("Klöntür") erhalten, bei Sanierung 1988 äußere Profilbretter und Beschläge (an der Innenseite) erneuert.
Der Torbogen stand ursprünglich weiter rechts, der rechte Torständer war zugleich Eckständer (vgl. Kirchhofstraße 5) und blieb an seiner alten Stelle stehen, während der Torbogen um etwa 50 cm zur Mitte verschoben wurden und einen neuen rechten Torständer erhielt. Dieser Umbau erfolgte im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, die Fassade regelmäßiger zu gestalten. Dabei wurden auch die Stubenfenster mit gleichmäßigen Abständen in Achsen angeordnet. Die Fassade erhielt an den Ecken hölzerne Bekleidungen mit Quaderimitation, die Giebelvorkragung wurde hinter profilierten Brettern verborgen und der ganze Giebel sollte verputzt werden. Es ist allerdings unklar, ob der Verputz wirklich ausgeführt worden ist und schon im frühen 20. Jahrhundert wieder entfernt worden ist - oder ob er unausgeführt blieb.
Zweischiffiges Dielenhaus von acht Fachen (9 Gebinden), Diele rechts. Zweigeschossiges Seitenschiff links mit unterkellerter Stube zur Straße, anschließender Kammer und zwei Fach langer, halbhoher Lucht (Küche) am Ende der Diele. Zwei Fach langes, zweigeschossiges Hinterhaus mit Saal (Hinterkammer) im OG. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert Zwischendecke in der hinteren Hälfte der Diele eingezogen und Hinterhaus durch kleinteilige Anbauten verunklärt, u.a. ein Abort am Rückgiebel und ein zweigeschossiger, utluchtartig vorspringender Anbau hinten rechts. Sanierung 1988-90.
Inschriften
Inschrift auf dem Torsturz und den Kopfbändern, stark verwittert:
WER DEN HERRN FÜRCHTET DER HAT EINE SICHERE FESTUNG / UND SEINE KINDER WERDEN AUCH BESCHIRMET MEISTER / JOHANN / CHRISTOPH / SAURLEN / DER . ANNA MARGRETHA / ILSABEIN / BRACHTS /
Datierung in der letzten Zeile auf den Torkopfbändern: ANNO 1744
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1744 erbaut von Schuhmachermeister Johann Christoph Sauerländer (Bürgerrecht 1734) und Anna Margretha Ilsabein Brachts (Heirat 21.8.1743). Bis ins 20. Jahrhundert blieb das Haus in Familienbesitz.
1776 (VZ): Witwe Sauerländer, 3 Kinder, 1 Knecht, 2 Kühe.
1801 (VZ): Sohn Conrad Sauerländer, Schuhmacher (Bürgerrecht 1777), mit Familie und einem Gesellen, 3 Kühe.
1835 (VZ): Sohn Heinrich Sauerländer, Schuhmacher (Bürgerrecht 1823), mit Familie und einem Hausgenossen.
1878 (GV): Sohn Heinrich Sauerländer, Schuhmacher. Seine Witwe ließ 1915 den Stubenschornstein einbauen.
1901 (AB, S. 164): Hinter dem Kirchhof 1 Sauerländer, Heinrich, Schuhmacher.
1926 (AB, S. 564): Sauerländer, Friederike, Wwe. Sauerländer, Helene, Schneider.
Literatur
Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996
Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 05.08.2026 von Heinrich Stiewe
Letzte Änderung am: 07.08.2026 von Heinrich Stiewe