Brinkstraße 4 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Brinkstraße 4 um 1950, Winter Ulrich Meier.jpg|mini|Brinkstraße 4 im Winter, um 1950. Sammlung Ulrich Meier]] | [[Datei:Brinkstraße 4 um 1950, Winter Ulrich Meier.jpg|mini|Brinkstraße 4 im Winter, um 1950. Sammlung Ulrich Meier]] | ||
[[Datei:Brinkstraße 4, Inschrift LWL-DLBW 1936.jpg|mini|Brinkstraße 4, Ausschnitt der Fassade mit Inschrift und Fächerrosetten am Giebel, 1936. In der Mitte, links neben dem Fenster, ist ein Teil des alten Torsturzes von 1571 senkrecht verbaut, mit Inschriftrest "...RT WA..." und einem breiten Flechtband. Diese Schnitzereien sind heute nicht mehr vorhanden. LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Bildarchiv]] | [[Datei:Brinkstraße 4, Inschrift LWL-DLBW 1936.jpg|mini|Brinkstraße 4, Ausschnitt der Fassade mit Inschrift und Fächerrosetten am Giebel, 1936. In der Mitte, links neben dem Fenster, ist ein Teil des alten Torsturzes von 1571 senkrecht verbaut, mit Inschriftrest "...RT WA..." und einem breiten Flechtband. Diese Schnitzereien sind heute nicht mehr vorhanden. LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Bildarchiv]] | ||
[[Datei:Brinkstraße 4, Inschriften Skizzenbuch Zeiß 1875-77 LLM.jpg|mini|Brinkstraße 4 (alte Nr. 304), Inschriften, links Torbogen von 1571, rechts Giebelbalken. Emil Zeiß, Skizzenbuch 23, um 1875-77, Lippisches Landesmuseum Detmold. ]] | |||
[[Datei:Brinkstraße 4, Fassade Stiewe 1996, 255.jpg|mini|Brinkstraße 4, Fassade, Bestand. Nach Stiewe 1996, 255.]] | |||
[[Datei:Brinkstraße 4, Fassade Rek Stiewe 1996, 77.jpg|mini|Brinkstraße 4, Fassade, Zustand zur Bauzeit 1571, Rekonstruktion. Nach Stiewe 1996, 77.]] | |||
[[Datei:Brinkstraße 4, QS Stiewe 1996, 256.jpg|mini|Brinkstraße 4, Querschnitt, Zustand zur Bauzeit 1571, Rekonstruktion. Nach Stiewe 1996, 256]] | |||
[[Datei:Brinkstraße 4, re. Traufwand Stiewe 1996, 255.jpg|mini|Brinkstraße 4, rechte Traufwand, Bestand und Zustand zur Bauzeit 1571, Rekonstruktion. Nach Stiewe 1996, 255]] | |||
[[Datei:Brinkstraße 4, Detail Anblattung Stiewe 1996, 256.jpg|mini|Brinkstraße 4, wiederverwendeter Sparren mit Anblattungsspur, 15. Jahrhundert? Nach Stiewe 1996, 256]] | |||
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'''Kernbau von 1571:''' Kleiner Dreiständerbau von vier Fachen (Grundfläche ca. 7,8 x 10,2 m), ursprünglich hohe Diele rechts und zweigeschossiges Seitenschiff links, weitere Angaben zur inneren Raumgliederung sind in dem umgebauten Haus nicht möglich. Gefüge aus kräftigen Hölzern mit aufgelegten Dachbalken (Unterrähmzimmerung), Ständer mit großen, gekehlten Kopfbändern in Längs- und Querrichtung (zur Diele bzw. zum Hausinnern) verstrebt. Sparrendach mit zwei verzapften Kehlbalkenlagen, ein älterer, wiederverwendeter Sparren mit Anblattungsspur (Schwalbenschwanz) wohl von einem Vorgängerbau des 15. Jahrhunderts, ein älterer Kehlbalken datiert 1514 +/- 3 (d). Rechte Traufwand mit drei Riegelketten, Ständer mit beidseitigen kleinen Wandkopfbändern, mittlerer Ständer ohne Kopfbänder. Linke Traufwand im 19. Jahrhundert (1834) erneuert. | '''Kernbau von 1571:''' Kleiner Dreiständerbau von vier Fachen (Grundfläche ca. 7,8 x 10,2 m), ursprünglich hohe Diele rechts und zweigeschossiges Seitenschiff links, weitere Angaben zur inneren Raumgliederung sind in dem umgebauten Haus nicht möglich. Gefüge aus kräftigen Hölzern mit aufgelegten Dachbalken (Unterrähmzimmerung), Ständer mit großen, gekehlten Kopfbändern in Längs- und Querrichtung (zur Diele bzw. zum Hausinnern) verstrebt. Sparrendach mit zwei verzapften Kehlbalkenlagen, ein älterer, wiederverwendeter Sparren mit Anblattungsspur (Schwalbenschwanz) wohl von einem Vorgängerbau des 15. Jahrhunderts, ein älterer Kehlbalken datiert 1514 +/- 3 (d). Rechte Traufwand mit drei Riegelketten, Ständer mit beidseitigen kleinen Wandkopfbändern, mittlerer Ständer ohne Kopfbänder. Linke Traufwand im 19. Jahrhundert (1834) erneuert. | ||
Straßengiebeldreieck aus Fachwerk, ehemals auf Knaggen vorkragend, Giebelschwelle mit Profilen und breitem Tauband, in der Mitte kurze Inschrift. Das erhaltene Giebelfachwerk war vermutlich mit Backsteinen ausgemauert, es besteht aus einem mittigen Spitzständer und jeweils drei seitlichen Giebelständern, die leicht zur Mitte geneigt sind und damit eine fächerförmige Anordnung zeigen, wie sie z. B. aus Braunschweig bekannt ist.<ref>Fricke, Bürgerhaus Braunschweig, S. 58f.</ref> Drei Giebelständer mit beidseitign dreieckigen Fußbändern und darauf geschnitzten Fächerrosetten, auch diese Gestaltung verweist auf niedersächsische Vorbilder (vgl. Neue Torstra0e 14, 1560; Burg, Ostflügel, 1567).<ref>Dazu Gaul, Zierschnitereien, S. 58 und 66.</ref> | Straßengiebeldreieck aus Fachwerk von 1571 erhalten, ehemals auf Knaggen vorkragend, Giebelschwelle mit Profilen und breitem Tauband, in der Mitte kurze Inschrift. Das erhaltene Giebelfachwerk war vermutlich mit Backsteinen ausgemauert, es besteht aus einem mittigen Spitzständer und jeweils drei seitlichen Giebelständern, die leicht zur Mitte geneigt sind und damit eine fächerförmige Anordnung zeigen, wie sie z. B. aus Braunschweig bekannt ist.<ref>Fricke, Bürgerhaus Braunschweig, S. 58f.</ref> Drei Giebelständer mit beidseitign dreieckigen Fußbändern und darauf geschnitzten Fächerrosetten, auch diese Gestaltung verweist auf niedersächsische Vorbilder (vgl. Neue Torstra0e 14, 1560; Burg, Ostflügel, 1567).<ref>Dazu Gaul, Zierschnitereien, S. 58 und 66.</ref> | ||
Das Untergeschossfachwerk des Giebels kann nach wenigen erhaltenen Hölzern und Holznagel-Bohrlöchern im Giebelbalken rekonstruiert werden: Leicht aus der Mitte nach rechts verschobener Torbogen mit umlaufendem, | Das Untergeschossfachwerk des Giebels kann nach wenigen erhaltenen Hölzern und Holznagel-Bohrlöchern im Giebelbalken rekonstruiert werden: Leicht aus der Mitte nach rechts verschobener Torbogen mit umlaufendem, doppeltem Tauband und Perlschnur, der linke Torständer und die beiden Eckständer als tragende Hauptständer des Dreiständerbaus waren mit Kopfbändern hervorgehoben. Ein Rest des Torsturzes mit bogenförmigem Zierband mit Taubändern und Inschriftrest ...RNHART WA... als senkrechter Stiel im Giebelfachwerk verbaut, Schnitzereien auf älteren Fotos noch erkennbar, später abgearbeitet. | ||
'''Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert:''' Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude erheblich umgebaut und erweitert; die Baudaten sind durch Wertsteigerungen und Beschreibungen in den Taxationsprotokollen zur Brandversicherung überliefert: 1834 wurde das Außenwandfachwerk der linken Traufwand und im Dielen-Untergeschoss des Vordergiebels erneuert, gleichmäßiges Rasterfachwerk mit drei Riegelreihen und zwei gegenläufigen, gekrümmten Fußstreben (am Vordergiebel nur am rechten Eckständer). | '''Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert:''' Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude erheblich umgebaut und erweitert; die Baudaten sind durch Wertsteigerungen und Beschreibungen in den Taxationsprotokollen zur Brandversicherung überliefert: 1834 wurde das Außenwandfachwerk der linken Traufwand und im Dielen-Untergeschoss des Vordergiebels erneuert, gleichmäßiges Rasterfachwerk mit drei Riegelreihen und zwei gegenläufigen, gekrümmten Fußstreben (am Vordergiebel nur am rechten Eckständer). Später wurde die Diele zweigeschossig durchgebaut und das Dielentor durch eine zweiflügelige Haustür mit zwei seitlichen Fenstern ersetzt. 1857 wurde das Haus um ein Hinterhaus von vier kürzeren Fachen erweitert; Fachwerk aus relativ dünnen Hölzern mit Eckfußstreben in den hinteren Fachen. Um 1970 Umbau des Hauseingangs und Einbau einer Garage rechts daneben; Garagentor um 2025 wieder zurückgebaut. | ||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ||
1571 Haus erbaut von Bernhard Wahle (Inschrift), Goldschmied (erwähnt um 1580, 1583 mit Frau Anna) | |||
Weitere Besitzerfolge nach Rolf, Bürger (1996), S. 128f.: | |||
1641 Ludeke Schlüter, Schuhmacher (Bürgerrecht 1641), 1648 2 Kinder und eine Magd. | |||
1681 Sohn Chr. Schlüter (Bürgerrecht 1681), Leineweber, Heirat 23.7.1782 Ilsabein Tyes (Thies) | |||
[noch in Arbeit] | |||
AB 1901, S. 162: Am Brink 4, Burgdorf, Karoline, Wwe. Steinhagen, Fritz, Tagelöhner. | AB 1901, S. 162: Am Brink 4, Burgdorf, Karoline, Wwe. Steinhagen, Fritz, Tagelöhner. | ||