Hiddentruper Straße 11-13 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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}}Auf den heutigen Grundstücken Hiddentruper Straße 11 und 13 stand bis 1981 das um 1560 erbaute Haupthaus des ehemaligen, bereits im 19. Jahrhundert zerteilten Hofes Hanning, später Brokmann, früher Hörste Nr. 6.
}}Auf den heutigen Grundstücken Hiddentruper Straße 11 und 13 stand bis 1981 das um 1560 erbaute Haupthaus des ehemaligen, bereits im 19. Jahrhundert zerteilten Hofes Hanning, später Meier, dann Brokmann, früher Hörste Nr. 6.


Dieser 1730 als Großkötter klassifizierte Hof umfasste zu jener Zeit 162 Scheffelsaat (ca. 27 ha) Gesamtfläche,  wovon 102 Scheffelsaat (ca. 17 ha) Saatland (Ackerland) waren. Zu dem Hof gehörten vier Pferde.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I, Nr. 102, S. 224</ref>
Dieser 1730 als Großkötter klassifizierte Hof umfasste zu jener Zeit 162 Scheffelsaat (ca. 27 ha) Gesamtfläche,  wovon 102 Scheffelsaat (ca. 17 ha) Saatland (Ackerland) waren. Zu dem Hof gehörten vier Pferde.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I, Nr. 102, S. 224</ref>
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Wohl der Sohn -  ggfs. auch eines der genannten Kleinkinder  -  ist Hans Hanning, der 1629 Trinecke Voß aus Wellentrup schwängert und heiratet <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 174, S. 34</ref> und alsbald seinem Vater als Kötter folgt. Diese Eheleute haben Glück in mehrfacher Hinsicht: Eine offenbar stabile Gesundheit ermöglicht ihnen eine extrem lange Schaffenszeit von 45 Jahren als Kötterpaar auf dem Hof, so dass sie erst 1676 gemeinsam dem Kloster Marienfeld, ihrem Grundherrn, die Hofübergabe an ihren Sohn Bartold und dessen Ehefrau Anna Margarethe Löwe berichten.<ref>LAV W B 214 / Kloster Marienfeld / Akten, Nr. 1 - 16i, fol. 47r</ref>  Des Weiteren übersteht ihr Haus den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet  -  es bleibt noch Jahrhunderte (bis 1981) erhalten. Unverhofftes Glück kommt schließlich hinzu: In den allgemein sehr schweren Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg verstirbt Cord Voß, ein Bruder von Trinecke Voß, 1669 kinderlos in Amsterdam. Er hat dort lange gelebt und ist zu beachtlichem Wohlstand gekommen. Trinecke Voß und ihre anderen Brüder, u. a. der Kötter auf dem Hof Voß in Wellentrup, erben das Vermögen ihres verstorbenen Bruders  -  jeweils mehrere Hundert Taler. Diese Erbschaft ermöglicht den Bau eines Hauses auf dem Hof Hanning.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 9 N 63, Bl. 4</ref>
Wohl der Sohn -  ggfs. auch eines der genannten Kleinkinder  -  ist Hans Hanning, der 1629 Trinecke Voß aus Wellentrup schwängert und heiratet <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 174, S. 34</ref> und alsbald seinem Vater als Kötter folgt. Diese Eheleute haben Glück in mehrfacher Hinsicht: Eine offenbar stabile Gesundheit ermöglicht ihnen eine extrem lange Schaffenszeit von 45 Jahren als Kötterpaar auf dem Hof, so dass sie erst 1676 gemeinsam dem Kloster Marienfeld, ihrem Grundherrn, die Hofübergabe an ihren Sohn Bartold und dessen Ehefrau Anna Margarethe Löwe berichten.<ref>LAV W B 214 / Kloster Marienfeld / Akten, Nr. 1 - 16i, fol. 47r</ref>  Des Weiteren übersteht ihr Haus den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet  -  es bleibt noch Jahrhunderte (bis 1981) erhalten. Unverhofftes Glück kommt schließlich hinzu: In den allgemein sehr schweren Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg verstirbt Cord Voß, ein Bruder von Trinecke Voß, 1669 kinderlos in Amsterdam. Er hat dort lange gelebt und ist zu beachtlichem Wohlstand gekommen. Trinecke Voß und ihre anderen Brüder, u. a. der Kötter auf dem Hof Voß in Wellentrup, erben das Vermögen ihres verstorbenen Bruders  -  jeweils mehrere Hundert Taler. Diese Erbschaft ermöglicht den Bau eines Hauses auf dem Hof Hanning.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 9 N 63, Bl. 4</ref>
   
   
Während der 1676 antretende Kötter Bartold Hanning nur eine (bereits verstorbene) Schwester hatte, die bei ihrer Eheschließung 1655 mit 120 Talern und Vieh abgefunden wurde <ref>LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 133, S. 550</ref>, wird die Aussteuerung in der übernächsten und weiteren Generationen mit einer größeren Kinderzahl teuer und für den Hof belastend. Mindestens sieben der acht Kinder des ab 1715 den Hof bewirtschaftenden Ehepaares Hans Bartold Hanning und Anna Elisabeth Hartwig überleben  -  was eigentlich ein großes Glück ist. Die meisten davon erwarten und erhalten jedoch in den 1740er und 1750er Jahren einen Brautschatz von Hundert und mehr Talern, wenn sie den Hof mit ihrer Eheschließung verlassen.
Zugleich erleben die Eheleute Hanning/Voß auch Betrübliches  -  beide Töchter versterben früh. Im Kirchenregister Stapelage ist vermerkt: <ref> ALLK, Bestand 04.17/Kirchengem. Stapelage Nr. 246, S. 10 </ref> ''Anno 1653 den 9. April hatt Hans Hanning zu Hörste, nach dem ihm seine liebe Tochter Ilsaben zu Amsterdam beÿ ihrer Mutter Bruder Curt Jantzen Voß abgestorben, heisiger Kirchen zu Stapellage geschencket vndt christmil''(tä)''tig verehret sechs Rthl. vndt selbige  .  .  . vbergeben beim Mejer zu Stapellage, welcher auch dieselbige gutt willig angenommen, vndt der Kirchen derselbe bis zur Erlegung der 6 thlr Hauptsummen jahrlig mitt 12 Groschen Zinsen .  .  . versprochen.'' Die Hannings folgen also dem seit dem Mittelalter geläufigen Brauch, der Kirche etwas zuzuwenden zum Seelenheil ihrer verstorbenen Tochter Ilsabein.
 
Die jüngere Tochter Elisabeth heiratet 1655 auf den großen, aber hoch verschuldeten Hof Nullmeier in Hiddesen, wo sie fünfzehn Jahre später verstirbt. Ihre beiden Söhne leben danach zeitweilig in Hörste bei den Großeltern, die für Unterhalt und Schulbesuch sorgen müssen.<ref> LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 9 N 63 </ref>
 
Während der 1676 antretende Kötter Bartold Hanning nur die beiden (bereits verstorbenen) Schwestern hatte, deren jüngere bei ihrer Eheschließung 1655 mit 120 Talern und Vieh abgefunden wurde <ref>LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 133, S. 550</ref>, wird die Aussteuerung in der übernächsten und weiteren Generationen mit einer größeren Kinderzahl teuer und für den Hof belastend. Mindestens sieben der acht Kinder des ab 1715 den Hof bewirtschaftenden Ehepaares Hans Bartold Hanning und Anna Elisabeth Hartwig überleben  -  was eigentlich ein großes Glück ist. Die meisten davon erwarten und erhalten jedoch in den 1740er und 1750er Jahren einen Brautschatz von Hundert und mehr Talern, wenn sie den Hof mit ihrer Eheschließung verlassen.
   
   
So verflüchtigt sich der einstige Wohlstand mehr und mehr. Hatte es im Schuldenkataster von 1683 noch geheißen: ''Berthold Hanning ist nichts schüldig und hatt nichts sonderliches zu fordern  .  .  .'' <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 104</ref>, bleibt sein Enkel Johann Berend Hanning 1769 die Contribution schuldig und bittet um Zahlungsaufschub bis nach der Ernte sowie um Herausgabe von zwei gepfändeten Kühen.<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> 1775 hat eine ähnliche Situation noch krassere Folgen: Im Januar schießt Straßenkötter Griemert aus Pivitsheide dem Colon Hanning 30 Taler (rückständige) Contribution bis nach der Ernte vor; er verlangt dafür die Erträge dreier Ackerstücke als Pfand. Hanning kann auch im August nicht zahlen, woraufhin der gemähte und aufgerichtete Roggen zwangsverkauft wird.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 11 J 246, Bl. 8f</ref>
So verflüchtigt sich der einstige Wohlstand mehr und mehr. Hatte es im Schuldenkataster von 1683 noch geheißen: ''Berthold Hanning ist nichts schüldig und hatt nichts sonderliches zu fordern  .  .  .'' <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 104</ref>, bleibt sein Enkel Johann Berend Hanning 1769 die Contribution schuldig und bittet um Zahlungsaufschub bis nach der Ernte sowie um Herausgabe von zwei gepfändeten Kühen.<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> 1775 hat eine ähnliche Situation noch krassere Folgen: Im Januar schießt Straßenkötter Griemert aus Pivitsheide dem Colon Hanning 30 Taler (rückständige) Contribution bis nach der Ernte vor; er verlangt dafür die Erträge dreier Ackerstücke als Pfand. Hanning kann auch im August nicht zahlen, woraufhin der gemähte und aufgerichtete Roggen zwangsverkauft wird.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 11 J 246, Bl. 8f</ref>
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==


vor 1591 – nach 1617  Curt Hanning (oder eingeh.), † vor 1646, ∞ um 1600 NNw NN (oder Hanning), † nach 1648
vor 1591 – nach 1617  Curt Hanning (oder eingeh.), † 1637, ∞ um 1600 NNw NN (oder Hanning), † nach 1648
   
   
5 Kinder, * vor 1610 (Volkszählung 1609), darunter:
5 Kinder, * vor 1610 (Volkszählung 1609), darunter: