Marktstraße 19 (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen
Textergänzung zu Geschichte und Gebäude, Foto ergänzt |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (5 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 6: | Zeile 6: | ||
|Adressbuch1901=Ja | |Adressbuch1901=Ja | ||
|Ortsteil1901=Heiden | |Ortsteil1901=Heiden | ||
|Hausnummer1901=059 | |Hausnummer1901=059}} | ||
}}Frühere alte Vogtei in Heiden, dann Gasthaus Oberkrome, | Frühere alte Vogtei in Heiden, dann Gasthaus Oberkrome, ehemals Heiden Nr. 59 | ||
[[Datei: Heiden, | [[Datei: Heiden, Marktstraße 19, Zeichnung.jpg | thumb | Heiden, Marktstraße 19, Zeichnung von Carl Dewitz, 1882 (LLB 2 H 6)]] | ||
[[Datei:Anzeige-Heiden-Nr59.jpg|thumb|Anzeige im Adressbuch 1901]] | [[Datei:Anzeige-Heiden-Nr59.jpg|thumb|Anzeige im Adressbuch 1901]] | ||
| Zeile 22: | Zeile 22: | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
[[Datei: Marktstraße 19 in Heiden.jpg | thumb | Marktstraße 19 in Heiden Foto Privat, ca. 1910]] | |||
[[Datei:Marktstraße19_BA_TB-18-30_001.png|thumb|Gasthof Oberkrome in Heiden, Foto: Pahmeier, 1970, LLB BA_TB-18-30_001]] | [[Datei:Marktstraße19_BA_TB-18-30_001.png|thumb|Gasthof Oberkrome in Heiden, Foto: Pahmeier, 1970, LLB BA_TB-18-30_001]] | ||
[[Datei:Marktstraße19_160809_1.jpg|thumb|Alte Vogtei in Heiden, Foto: Hans-Christian Schall, 2009]] | [[Datei:Marktstraße19_160809_1.jpg|thumb|Alte Vogtei in Heiden, Foto: Hans-Christian Schall, 2009]] | ||
| Zeile 29: | Zeile 31: | ||
Eine Aufnahme aus den 1920-er Jahren zeigt die neue Eigentümerfamilie und den Schriftzug „Gaststätte Adolf Oberkrome“. | Eine Aufnahme aus den 1920-er Jahren zeigt die neue Eigentümerfamilie und den Schriftzug „Gaststätte Adolf Oberkrome“. | ||
In den Jahren 1936-37 wurde das Gebäude von Familie Oberkrome umfassend umgebaut. Die Giebelfront zum Marktplatz ist um ca. 2,50 m, bis zum Ausbau, erweitert worden. Im Erdgeschoss sind die Fachwerkaußenwände durch massives Mauerwerk mit hellem Außenputz ersetzt worden. Der Giebel zum Markt erhielt im Dach einen Krüppelwalm und die Fassade ist aufwendig gestaltet. Als neuer Hauseingang wurde mittig im Giebel eine zweiflügelige Tür mit Rundbogen und einem Gewände aus rotem Sandstein erstellt. Daneben wieder ein kleines Schaufenster. Das Obergeschoss erhielt eine Fachwerkfassade mit sechs Fenstern und die hölzernen Fensterbrüstungen zeigen eine Reihe von Schmuckelementen, die Fächerrosetten im Stil der Weserrenaissance übernehmen mit einer Inschrift in der Mitte: Erbaut 1683 Erneuert 1937 | In den Jahren 1936-37 wurde das Gebäude von Familie Oberkrome umfassend umgebaut. Die Giebelfront zum Marktplatz ist um ca. 2,50 m, bis zum Ausbau, erweitert worden. Im Erdgeschoss sind die Fachwerkaußenwände durch massives Mauerwerk mit hellem Außenputz ersetzt worden. Der Giebel zum Markt erhielt im Dach einen Krüppelwalm und die Fassade ist aufwendig gestaltet. Als neuer Hauseingang wurde mittig im Giebel eine zweiflügelige Tür mit Rundbogen und einem Gewände aus rotem Sandstein erstellt. Daneben wieder ein kleines Schaufenster. Das Obergeschoss erhielt eine Fachwerkfassade mit sechs Fenstern und die hölzernen Fensterbrüstungen zeigen eine Reihe von Schmuckelementen, die Fächerrosetten im Stil der Weserrenaissance übernehmen mit einer Inschrift in der Mitte: | ||
Erbaut 1683 Erneuert 1937 | |||
Der Betrieb der Gaststätte Oberkrome wurde 1969 eingestellt, doch der Bäckereibetrieb mit einem durch Anbau erweiterten Lebensmittelhandel an der Nordostseite wurden bis ca. 2005 weitergeführt. Dann entstand hier die Filiale der Sparkasse. | |||
Gaul notierte um 1960: "Nr. 52. (Gasthaus Oberkrome) Erbaut 1683 durch den Vogt Balthasar Schlepper. Großes Haus mit 2 Vollgeschossen. An der Giebelfront zum Dorfplatz eine große, 2-geschossige Auslucht (die Front 1937 verändert). An der Rückgiebelseite in der Mitte der Torbogen mit Inschr. '... (SCH)LEPPER , CLARA ANNA BRANDES'."<ref>StadtA Lemgo, 14 L 9983: Otto Gaul, Landkreis Detmold, Typoskript, um 1960, S. 169 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10093449 Digitalisat]</ref> | |||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
Aktuelle Version vom 31. August 2026, 23:57 Uhr
| Marktstraße 19 (Heiden) | |
|---|---|
| Ortsteil | Heiden |
| Straße | Marktstraße (Heiden) |
| Hausnummer | 19 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Heiden |
| Hausnummer | 059 |
Frühere alte Vogtei in Heiden, dann Gasthaus Oberkrome, ehemals Heiden Nr. 59


Geschichte
Die Hausstätte Marktstraße 21 / vor 1970 Marktstraße 13 / Heiden Nr. 59 ist das Gebäude der ehemaligen Vogtei in Heiden und steht an der Nordseite des heidener Marktplatzes.
Nachdem Balthasar Schlepper 1678 als heidenscher Vogt vereidigt wurde, ließ er in den Jahren 1683/1683 dieses große Gebäude am Marktplatz in Heiden errichten, dass sich wohl sehr von den ländlich geprägten Gebäuden der anderen Dorfbewohner unterschieden hat. [1] Ab dieser Zeit nutzten die Vögte in Heiden, auch Schleppers Nachfolger, dieses Haus als ihren Wohn- und Verwaltungssitz.
Im Jahre 1807 wurden die Aufgaben der Vögte von Lage und Heiden an das neue Amt Lage übertragen, nur ein Untervogt verbliebt noch in Heiden im Nachbarhaus.
Zu Ende des 19. Jahrhundert war der jüdische Kaufmann Hamlet über viele Jahre Eigentümer des Hauses und betrieb hier bereits eine Gastwirtschaft, worauf die Zeichnung von Carl Dewitz aus dem Jahre 1882 hinweist.
Gebäude




Das Gebäude das auf einem alten Foto (von ca. 1910) erkennbar ist, war mit acht Gefachen Breite und 12 Gefachen Länge ein stattliches zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einem ca. 48° steilen Satteldach. Der Giebel zum Markt hatte einen zweigeschossigen Vorbau auf einem hohen massiven Sockel. Das Obergeschoss ist zur Traufseite auskragend, ebenso am Vorbau. An der Traufseite befand sich ein Dachaufbau mit hohen Fenstern im Obergeschoss, wohl ein Hinweis auf den bestehenden „Tanzsaal“ mit einer hoher Geschossdecke. Als ebenerdiger Hauseingang vom Marktplatz ist eine zweiflügelige Haustür zu sehen, die im Oberlichtfenster auf der Glasscheibe eine Werbeinschrift hat, leider unleserlich. Daneben ein Schaufenster mit Auslagen, mutmaßlich mit Werbung für die Gastwirtschaft mit einem Colonialwarenladen von Ernst Schröder, wie die Werbeanzeige ausweist.
Eine Aufnahme aus den 1920-er Jahren zeigt die neue Eigentümerfamilie und den Schriftzug „Gaststätte Adolf Oberkrome“.
In den Jahren 1936-37 wurde das Gebäude von Familie Oberkrome umfassend umgebaut. Die Giebelfront zum Marktplatz ist um ca. 2,50 m, bis zum Ausbau, erweitert worden. Im Erdgeschoss sind die Fachwerkaußenwände durch massives Mauerwerk mit hellem Außenputz ersetzt worden. Der Giebel zum Markt erhielt im Dach einen Krüppelwalm und die Fassade ist aufwendig gestaltet. Als neuer Hauseingang wurde mittig im Giebel eine zweiflügelige Tür mit Rundbogen und einem Gewände aus rotem Sandstein erstellt. Daneben wieder ein kleines Schaufenster. Das Obergeschoss erhielt eine Fachwerkfassade mit sechs Fenstern und die hölzernen Fensterbrüstungen zeigen eine Reihe von Schmuckelementen, die Fächerrosetten im Stil der Weserrenaissance übernehmen mit einer Inschrift in der Mitte: Erbaut 1683 Erneuert 1937
Der Betrieb der Gaststätte Oberkrome wurde 1969 eingestellt, doch der Bäckereibetrieb mit einem durch Anbau erweiterten Lebensmittelhandel an der Nordostseite wurden bis ca. 2005 weitergeführt. Dann entstand hier die Filiale der Sparkasse.
Gaul notierte um 1960: "Nr. 52. (Gasthaus Oberkrome) Erbaut 1683 durch den Vogt Balthasar Schlepper. Großes Haus mit 2 Vollgeschossen. An der Giebelfront zum Dorfplatz eine große, 2-geschossige Auslucht (die Front 1937 verändert). An der Rückgiebelseite in der Mitte der Torbogen mit Inschr. '... (SCH)LEPPER , CLARA ANNA BRANDES'."[2]
Inschriften
| ERBAUT | ERNEUERT |
| 1683 | 1937 |
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
- 1781[3] Nr. 59 Conrad Koch, modo AmtsVogt Meyer
- 1829[4] Nr. 59 Conrad Koch, Amtsvogt Meier mit David Hamlet
- 1855[5] Nr. 59 Hamlet, jetzt Abraham Hamlet (1874), jetzt Schäfer, Ernst (1884)
- 1901[6] Ernst Schröder, Gastwirth
- 1926[7] Adolf Oberkrome, Gastwirt; Wilhelm Oberkrome, Bäckerei
Literatur
Quellen
LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 Digitalisat.
LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829 Digitalisat.
LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855 Digitalisat.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S. 89
- ↑ StadtA Lemgo, 14 L 9983: Otto Gaul, Landkreis Detmold, Typoskript, um 1960, S. 169 Digitalisat
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781, S.103
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829, S.189
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855, S.123
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 257.ff.
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 731.ff.
Autor
Seitenhistorie
Seite erstellt am 12.03.2025 von Hans-Christian Schall
Letzte Änderung am: 31.08.2026 von Lothar Kaup