Hornsche Straße 280 (Remmighausen): Unterschied zwischen den Versionen
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Ehemaliges Meierhaus von 1585, abgebrannt. "Zweiständerbau, linke Kübbung erweitert. Verbrettertes Giebeldreieck über gekehlten Taubandknaggen vorkragend. Datierung und Inschrift am Tor." (Fred Kaspar, 1978/1986)<ref>Fred Kaspar, Fachwerkbauten des 14.-16. Jahrhunderts in Westfalen (Beiträge zur Volkskulltur in Nordwestdeutschland, 52), Münster 1986, S. 64.</ref> Otto Gaul beschreibt das Gebäude wie folgt: "Bauernhaus. 1585. Ehem. anscheinend 2-Ständerhaus. Auf der linken Seite im 19. Jh. erweitert. Vorderer Teil der Diele durchgebaut. - (Zugesetzter) Torbogen mit Inschr. | Ehemaliges Meierhaus von 1585, abgebrannt. "Zweiständerbau, linke Kübbung erweitert. Verbrettertes Giebeldreieck über gekehlten Taubandknaggen vorkragend. Datierung und Inschrift am Tor." (Fred Kaspar, 1978/1986)<ref>Fred Kaspar, Fachwerkbauten des 14.-16. Jahrhunderts in Westfalen (Beiträge zur Volkskulltur in Nordwestdeutschland, 52), Münster 1986, S. 64.</ref> Otto Gaul beschreibt das Gebäude wie folgt: "Bauernhaus. 1585. Ehem. anscheinend 2-Ständerhaus. Auf der linken Seite im 19. Jh. erweitert. Vorderer Teil der Diele durchgebaut. - (Zugesetzter) Torbogen mit Inschr. [Texr der Inschrift s. unten] Darunter links ein Stern, rechts 2 Hausmarken und Buschtaben B.N. Bogen umrahmt von Fischgrätenmuster aus Kehlen und Perlschnüren. Unter dem Frontgiebel spätgotische Knaggen mit 3 Zierwülsten in der oberen Kehle."<ref>Otto Gaul, Detmold-Land, masch.-schr. Manuskript Lemgo 1935, S. 75.</ref> | ||
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Aktuelle Version vom 2. September 2026, 11:14 Uhr
| Hornsche Straße 280 (Remmighausen) | |
|---|---|
| Ortsteil | Remmighausen |
| Straße | Hornsche Straße (Remmighausen) |
| Hausnummer | 280 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Remmighausen |
| Hausnummer | 007 |
Ehemaliger Meierhof Nr. 2, erstmals erwähnt im ältesten Schatzregister um 1390 als "de meyger", seit dem 1717 Meier Schönlau, 1725 Freikauf für 500 Taler. Seit etwa 1950 im Besitz des lippischen Fürstenhauses und verpachtet.

Geschichte
1467 Landschatz: To Remmygkhusen: de Meyger 6½ g.[1]
1488 Landschatz Remichusen: de Meyger 4½ g.[2]
1497 Landschatz Remickhusen: de Megger 2 g.[3]
1507 Landschatz Remmickhusßen: de Meiger 2 g.[4]
1590 Landschatz: Remkhausen: Meiger 4 Fl.[5]
1614 Salbuch: 305. Meyer zue Rembckhaußen. Pferde 8, 3 Stoten, Vahlen 1; das Land zu 3½ F.; zu vollr Mastung 16 Schweine; Wiesewachs zu 10 F.; Kühe 10, Rinder 8, Kalbr 4, Schweine 20. M. G. H. jahrlichs 1 feist Schwein; der Aigentumb M. G. H.; M. G. H. den Zehenden und Schulde. Heer Heinrich 2 Schfl. S. Viett 2 Schfl. Den Dienst und Burgfest M. G. H. <Volspenner.> Gibt auch jahrlichs in die Rentcammer; zum halben Landschatze 4 Gfl. Ist schuldig 20 TIr.[6]
um 1617 Salbuch: 150. Meyer zu Rembkhußen M. G. H. eigen; I. G. Pfachtkorn 1 Mt. Rogken, 1 Mt. Habern; 1 Malschwein, 6 Schfl. Schweinhabern; in die Rentcamern Mitwinterschatz 14 Gr. 5 d., Mitsomerschatz 14 Gr. 5 d.; Burgfestgelt 2 Rtl.; Landschatz 4 Gfl.; 3 Huner; den Zehenden. Dienet wochentlich mit den Pferden einen Tag. Eine feiste Kuhe. Den S. Viets Dechen zu Dettmoldt 1 Schfl. Gersten, 1 Schfl. Habern. Den Pastorn zu Dettmolte 3 Schfl. Habern.[7]
1618 Landschatz: Rembkhaußen: Meyer daselbst 8 Gfl.[8]
1721 Salbuch: Meyer zu Remmighausen, Wohnhaus, Leibzuchthaus, Pferdehaus, Backhaus, 2 Schweinekoben (?).[9]
1717 heiratete Anna Ilsabein Meyer zu Remmighausen den Sohn des Amtsvogtes Schönlau in Schlangen, Hermann Konrad Schönlau, der zwar leibfrei war, das durch die Heirat auf den mit Leibeigenschaft verbundenen Hof jedoch verwirkte. 1725 kaufte er sich und seine Nachkommen für 500 Taler von der Leibeigenschaft frei und löste auch die Lasten mit einer Zahlung von 1000 Talern ab.[10] Zugleich änderte der Hof seinen angestammten Namen in Meyer Schönlau.
1782 Salbuch: Nr. 2 Meyer Schönlau, ein gemeiner Vollmeyer, hat sich 1725 für 500 Taler freigekauft, besitzt an Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, das neue Haus, ein Schweinehäusgen, einen Spieker, ein Backhaus.[11]
1813 kaufte Schönlau den herrschaftlichen Teil des Remmighauser Berges für 1010 Taler.
1827 Salbuch: Nr. 2 Meyer Schönlau, ein gemeiner Vollmeier, hat sich 1725 für 500 Taler freigekauft, besitzt an Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, das neue Haus, ein Schweinehäusgen, einen Spieker, ein Backhaus.[12]
1854 Salbuch: Nr. 2 Schönlau, Wohnhaus und Leibzucht, 1877 durch Abtretung an August Schönlau, besitzt nach Teilung des Fienerschen Kolonats und nach der damit verbundenen Verkoppelung ... an Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht.[13]
1872 und 1874 Verkauf von Land für den Straßenbau an die Wegebauverwaltung.[14]
Gebäude
Ehemaliges Meierhaus von 1585, abgebrannt. "Zweiständerbau, linke Kübbung erweitert. Verbrettertes Giebeldreieck über gekehlten Taubandknaggen vorkragend. Datierung und Inschrift am Tor." (Fred Kaspar, 1978/1986)[15] Otto Gaul beschreibt das Gebäude wie folgt: "Bauernhaus. 1585. Ehem. anscheinend 2-Ständerhaus. Auf der linken Seite im 19. Jh. erweitert. Vorderer Teil der Diele durchgebaut. - (Zugesetzter) Torbogen mit Inschr. [Texr der Inschrift s. unten] Darunter links ein Stern, rechts 2 Hausmarken und Buschtaben B.N. Bogen umrahmt von Fischgrätenmuster aus Kehlen und Perlschnüren. Unter dem Frontgiebel spätgotische Knaggen mit 3 Zierwülsten in der oberen Kehle."[16]
Inschriften
Meierhaus von 1585, Torbogen:
DEN GODT VORLIT DE SINE NIT. M. G. T. Y. (Meiger Tonnys?) ANNO DOMINI 1585
(Denn Gott verlässt die Seine(n) nicht. Meiger Tonnys (?) Im Jahre des Herrn 1585)
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
bis 1717 Meyer zu Remmighausen.
1717 heiratete Anna Ilsabein Meyer zu Remmighausen den Sohn des Amtsvogtes Schönlau in Schlangen, Hermann Konrad Schönlau.[17] Nachfolgend änderte der Hof seinen angestammten Namen in Meyer Schönlau.
1877 wechselte das Kolonat an den Anerben August Schönlau.[18]
1901 Mathilde Schönlau, Witwe, Landwirtin; August Schönlau, Landwirt; Nikolaus Engel, Weichensteller; Peter Großen, Oberschweizer; August Maibrok,Tagelöhner; Fritz Romey, Knecht; Heinrich Schäfer, Ziegler; Wilhelm Schnarre, Zimmermeister; Christof Sigges, Schweinemeister.[19]
Literatur
Fred Kaspar, Fachwerkbauten des 14.-16. Jahrhunderts in Westfalen (Beiträge zur Volkskulltur in Nordwestdeutschland, 52), Münster 1986 (1. Auflage 1978).
Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001.
Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39.
Herbert Stöwer (Hg.), Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618 (Lippische Geschichtsquellen; 2), Münster 1964.
Karl Schnare, Remmighausen. Kurze Geschichte einer alten Bauerschaft. 1052–1952, Detmold o. J. (1952).
Quellen
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 20: Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, Bd. 1, 1721, fol. 172v.
LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 802.
LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 41, Salbuch der Vogtei Detmold von 1827, S. 1216.
LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 53, Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, Bd. 2, S. 1115.
LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 3, 1866-1879, Nr. 46: Abtretung von Grundstücken von den Kolonaten Hüppe, Schönlau und Möller an die Wegebauverwaltung, 1872; Nr. 47: Abtretung von Grundstücken zwischen dem Meier Schönlau Nr. 2 und Kolon Betge Nr. 7 und der Wegebauverwaltung, 1874.
LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 3, 1866-1879, Nr. 52a: Abtretung des Kolonats Schönlau Nr. 2 an den Anerben August Schönlau zu Oberschönhagen, 1877.
Weblinks
Otto Gaul, Detmold-Land, unveröff. Typoskript, um 1935.
Einzelnachweise
- ↑ Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 114.
- ↑ Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 114.
- ↑ Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 115.
- ↑ Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 115.
- ↑ Herbert Stöwer (Hg.), Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618 (Lippische Geschichtsquellen; 2), Münster 1964, S. 4.
- ↑ Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 36 f.
- ↑ Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 17/18
- ↑ Herbert Stöwer (Hg.), Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618 (Lippische Geschichtsquellen; 2), Münster 1964, S. 4.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 20: Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, Bd. 1, 1721, fol. 172v.
- ↑ Karl Schnare, Remmighausen. Kurze Geschichte einer alten Bauerschaft. 1052–1952, Detmold o. J. (1952), S. 21 u. 23.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 802.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 41, Salbuch der Vogtei Detmold von 1827, S. 1216.
- ↑ LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 53, Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, Bd. 2, S. 1115.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 3, 1866-1879, Nr. 46: Abtretung von Grundstücken von den Kolonaten Hüppe, Schönlau und Möller an die Wegebauverwaltung, 1872; Nr. 47: Abtretung von Grundstücken zwischen dem Meier Schönlau Nr. 2 und Kolon Betge Nr. 7 und der Wegebauverwaltung, 1874.
- ↑ Fred Kaspar, Fachwerkbauten des 14.-16. Jahrhunderts in Westfalen (Beiträge zur Volkskulltur in Nordwestdeutschland, 52), Münster 1986, S. 64.
- ↑ Otto Gaul, Detmold-Land, masch.-schr. Manuskript Lemgo 1935, S. 75.
- ↑ Karl Schnare, Remmighausen. Kurze Geschichte einer alten Bauerschaft. 1052–1952, Detmold o. J. (1952), S. 21 u. 23.
- ↑ LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 3, 1866-1879, Nr. 52a: Abtretung des Kolonats Schönlau Nr. 2 an den Anerben August Schönlau zu Oberschönhagen, 1877.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 222.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 12.08.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 02.09.2026 von Heinrich Stiewe