Blomberg (Kernstadt): Unterschied zwischen den Versionen

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}}Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet und ist seit dem 1.1.1970 Verwaltungssitz der Großgemeinde [[Blomberg]], seit 1973 im Kreis Lippe.
}}Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet und ist seit dem 1.1.1970 Verwaltungssitz der Großgemeinde [[Blomberg]], seit 1973 im Kreis Lippe.
[[Datei:Blomberg, Luftblid Haase 2008.jpg|mini|Blomberg, Luftbild von Süden. Foto: Rüdiger Haase 2008]]
[[Datei:Blomberg, Stadtwappen von 1583 im Stadtbuch I, Melchior Kalden, Ausschnitt StadtA Blomberg.jpg|mini|Blomberg, Stadtwappen aus dem Stadtbuch I von Melchior Kalden, 1583. Stadtarchiv Blomberg]]
[[Datei:Blomberg, Niederes Tor Mesch um 1910 LAV NRW OWL.jpg|mini|Blomberg, Niederes Tor. Fotografie von Mesch, um 1910. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Blomberg um 1800.jpg|mini|Blomberg um 1800, "Carte vom Fürstenthum Lippe", Ausschnitt. Um die Stadt sind mehrere Warttürme zu erkennen. <br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
[[Datei:Blomberg um 1800.jpg|mini|Blomberg um 1800, "Carte vom Fürstenthum Lippe", Ausschnitt. Um die Stadt sind mehrere Warttürme zu erkennen. <br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
[[Datei:Blomberg, Topographische Karte von Westfalen Generalmajor Le Coq, 1805 Meier-Stiewe 2022, 4.jpg|mini|Blomberg, "Topographische Karte von Westfalen" des Generalmajors Le Coq von 1805, Ausschnitt. Aus Meier/Stiewe 2022, 4.]]
[[Datei:Stadt Blomberg Elias und Heinrich van Lennep um 1663-66 LAV NRW OWL.jpg|mini|"Stadt Blumberg." Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-66. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Haus Blumberg Elias und Heinrich van Lennep um 1663-66 LAV NRW OWL.jpg|mini|"Haus Blumberg." Burg Blomberg, Ansicht von Süden. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-66. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Blomberg, kolorierte Federzeichnung LAV NRW OWL D 73 Tit. 4 Nr. 5825.jpg|mini|Blomberg, Stadtansicht von Südwesten. Kolorierte Federzeichnung um 1730. LAV NRW OWL, D 73 Tit. 4 Nr. 5825]]
[[Datei:Blomberg von SW, um 1910 Mesch LAV NRW OWL.jpg|mini|Blomberg, Ansicht von Südwesten. Fotografie von Mesch, um 1910. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Blomberg von NW, um 1910 Sammlung Stiewe.jpg|mini|Blomberg von Nordwesten, um 1910. Die ausgeprägte Spornlage von Stadt und Burg ist gut erkennbar. Sammlung Stiewe]]
[[Datei:Blomberg von SO, um 1910 Sammlung Stiewe.jpg|mini|Blomberg von Südosten, um 1910. Im Vordergrund links die Branntweinbrennerei Theopold, dahinter die Burg und das Niedere Tor. Sammlung Stiewe]]


==Lage==
==Lage==
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==Ortsname==
==Ortsname==
''Blomberg de Bleome'', Blomberg, die Blume, heißt es in einem alten lippischen Städtereim. Die namensgebende "Blume" wird allgemein heraldisch gedeutet und gleichgesetzt mit der Rose, dam Wappen der Edelherren zur Lippe, die die Stadt im 13. Jahrhundert gründeten. In seinem ''Chronicon Comitatus Lippiae'', gedruckt zu Rinteln 1627, überliefert der Blomberger lutherische Pfarrer Johannes Piderit eine sehr schöne Gründungslegende, die die Namensgebung der Stadt erklärt:<ref>Johannes Piderit, Chronicon Comitatus Lippiae, Rintlen 1627, S. 369, zit. nach Birgit Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe (Westfälisches Ortsnamenbuch, 2), Bielefeld 2010, S. 88.</ref>  
''Blomberg de Bleome'', Blomberg, die Blume, heißt es in einem alten lippischen Städtereim. Die namensgebende "Blume" wird allgemein heraldisch gedeutet und gleichgesetzt mit der Rose, dam Wappen der Edelherren zur Lippe, die die Stadt im 13. Jahrhundert gründeten. In seinem ''Chronicon Comitatus Lippiae'', gedruckt zu Rinteln 1627, überliefert der Blomberger lutherische Pfarrer Johannes Piderit eine schöne Legende zur Gründung und Namensgebung der Stadt:<ref>Johannes Piderit, Chronicon Comitatus Lippiae, Rintlen 1627, S. 369, zit. nach Birgit Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe (Westfälisches Ortsnamenbuch, 2), Bielefeld 2010, S. 88.</ref>  


''Erstlich ist ein alt traditio [...] und Spruch / daß nach dem die Fundatorn abgezirckelt und abgemessen / wie weit sich die Mauern der Stadt oder Weichbild erstrecken solte / habe Gott der Allmächtige in folgender Nacht / den Platz zum Gebäw verordnet / mit schönen lieblichen allerhand Blumen uberstreuet unnd wachsen lassen / darauß sie haben sehen können / daß Gott ein gefallen daran habe / die Gemein solte wachsen und grünen / un[de] wolt jrem Vornehmen / zum glücklichen Ende verhelffen. Darauß sie Vrsach genommen / daß sie folgens die Städte unnd das Gebew daruff darauff den Blumenburg [!] genandt haben; Jeder gleube wer will.''
''Erstlich ist ein alt traditio [...] und Spruch / daß nach dem die Fundatorn abgezirckelt und abgemessen / wie weit sich die Mauern der Stadt oder Weichbild erstrecken solte / habe Gott der Allmächtige in folgender Nacht / den Platz zum Gebäw verordnet / mit schönen lieblichen allerhand Blumen uberstreuet unnd wachsen lassen / darauß sie haben sehen können / daß Gott ein gefallen daran habe / die Gemein solte wachsen und grünen / un[de] wolt jrem Vornehmen / zum glücklichen Ende verhelffen. Darauß sie Vrsach genommen / daß sie folgens die Städte unnd das Gebew daruff darauff den Blumenburg [!] genandt haben; Jeder gleube wer will.''


==Siedlungscharakteristik==
==Siedlungscharakteristik==
Ulrich Meier identifiziert aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (Rinteln 1627) eine mögliche, etwa quadratische Vorgängersiedlung im Umfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese als "Stadt auf dem Schild".
Aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (Rinteln 1627) identifiziert Ulrich Meier eine mögliche, etwa quadratische befestigte Vorgängersiedlung im Vorfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese nach Paul Johansen (1955) als "Stadt auf dem Schild" (ca. 1190 bis ca. 1230). Abgesehen von einigen auffälligen Abstufungen in der Topographie der Blomberger Altstadt gibt es aber keine Belege für diese Annahme bei Piderit.<ref>Ulrich Meier/Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022, Textheft, S. 3ff. und Abb. 6.</ref>


Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, ab. Diese werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (''Heydt dor'', Heidetor). Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, in der Art einer Heugabel ab. Diese drei Straßen werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (''Heydt dor'', Heidetor) in Richtung Hameln. Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.<ref>Meier/Stiewe (wie vor), S. 5</ref>


==Pläne, Ortsansichten==
==Pläne, Ortsansichten==
Kupferstiche "Stadt Blomberg" und "Haus Blomberg" von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65, als älteste Ansichten der Stadt.
"Stadt Blumberg", Stadtansicht von Osten. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL


Farbige Federzeichnung, Stadtansicht von Süden, um 1730.
"Haus Blumberg", Ansicht der Burg Blomberg von Süden. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL.
 
Stadtansicht von Südwesten, kolorierte Federzeichnung, um 1730. Landesarchiv NRW OWL, D 73 Tit. 4 Nr. 5825.
 
Skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750. Niedersächsisches Landesarchiv Bückeburg.


Mehrere skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750.
==Bevölkerung==
==Bevölkerung==