Hauptstraße Kirche (Oerlinghausen): Unterschied zwischen den Versionen

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==Gebäude==
==Gebäude==
[[File:Alexanderkirche (Oerlinghausen) (01).jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, 2019, Foto: Chris06]]
[[File:Alexanderkirche (Oerlinghausen) (01).jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, 2019, Foto: Chris06]]
[[Datei:OE-Kirche-Turmhalle_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Turmhalle, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche-Gewölbe_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Oberseite der Gewölbe über dem Langhaus, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche-Dachstuhl_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Dachstuhl über dem Langhaus, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche_Chor_HV_17=2_015r.png|thumb|Außenansicht des Chors, Carl Dewitz, 1880 (LLB, HV 17,2)]]
[[Datei:OE-Kirche_Details_HV_17=2_016r-CDewitz.png|thumb|Detail-Skizzen von der Alexanderkirche, Carl Dewitz, 1880 (LLB, HV 17,2)]]
Dreischiffige Hallenkirche, verputzter Bruchsteinbau mit Gliederung in Werkstein, die Gewölbe im Langhaus und Chor aus Backstein. Schiff drei Joche lang, leicht gestelzter 5/8-Chor, Westturm. Langhaus und Chor durch schmale, kräftig vorspringende Strebepfeiler gegliedert. Alle Strebepfeiler mit Sockel- und Brustgesims, einem Wasserschlag und oberer Abdeckung durch Schräge. Der Strebepfeiler an der Südostecke des Schiffs mit Jahreszahl mcccccxi (1511) und einer Sonnenuhr mit Minuskel-Zahlen. Im Süden Sakristeianbau (ursprünglich Erbbegräbnis der Familie Barkhausen vom [[Barkhauser Weg 22 (Asemissen)|Gut Barkhausen]]), in dessen südöstlichem Winkel Windfang vor dem "Senneportal". Die Familie Barkhausen hatte auf dem Chor einen mit sechs gemalten Wappen versehenen Kirchenstuhl und ein Erbbegräbnis im südlichen Anbau der Kirche (jetzt Sakristei) neben der sog. Sennetür; beides 1867 beseitigt.<br>
Dreischiffige Hallenkirche, verputzter Bruchsteinbau mit Gliederung in Werkstein, die Gewölbe im Langhaus und Chor aus Backstein. Schiff drei Joche lang, leicht gestelzter 5/8-Chor, Westturm. Langhaus und Chor durch schmale, kräftig vorspringende Strebepfeiler gegliedert. Alle Strebepfeiler mit Sockel- und Brustgesims, einem Wasserschlag und oberer Abdeckung durch Schräge. Der Strebepfeiler an der Südostecke des Schiffs mit Jahreszahl mcccccxi (1511) und einer Sonnenuhr mit Minuskel-Zahlen. Im Süden Sakristeianbau (ursprünglich Erbbegräbnis der Familie Barkhausen vom [[Barkhauser Weg 22 (Asemissen)|Gut Barkhausen]]), in dessen südöstlichem Winkel Windfang vor dem "Senneportal". Die Familie Barkhausen hatte auf dem Chor einen mit sechs gemalten Wappen versehenen Kirchenstuhl und ein Erbbegräbnis im südlichen Anbau der Kirche (jetzt Sakristei) neben der sog. Sennetür; beides 1867 beseitigt.<br>
Kräftig gebuste Kreuzrippengewölbe auf Pfeilern. Dachwerk von 1514, dreigeschossiges Kehlbalkendach mit unten dreifachem, oben doppelt stehendem Stuhl. Aussteifung durch lange gekehlte Kopfbänder. Turm mit spitzem achtseitigem Helm; hohe Glockenstube mit je zwei Schallöffnungen nach Westen und Osten, je einer nach Norden und Süden. Keine Geschossgliederung, die Ecken mit Quadern. Westseite mit spitzbogigem Portal hinter kräftigem Gewänderücksprung und eingestellten niedrigen Säulen. Beide Säulen mit Knollenkapitell und attischer Basis mit Eckblättern; ohne Kämpfer. Das Portal in einem flachen, mit Werkstein verblendeten Mauervorsprung. Über dem Portal ein rundbogiges Fenster. Die obere Hälfte des Turm und der Helm von 1878 (vor der Neugestaltung reichte der Turm etwa bis zur mittleren Höhe des Langhausdaches, darüber hohes Satteldach mit massiven Giebeln an der West- und Ostseite. Das Turmerdgeschoss öffnete sich in einem (später zugesetzten) unterspitzen Bogen zum Mittelschiff. Der Fußboden im Turm liegt um 1,20 m tiefer als im Langhaus. Kuppeliges Kreuzgratgewölbe aus Bruchstein.<ref>{{GaulKreisLemgo1960}}.</ref><br>
Kräftig gebuste Kreuzrippengewölbe auf Pfeilern. Dachwerk von 1514, dreigeschossiges Kehlbalkendach mit unten dreifachem, oben doppelt stehendem Stuhl. Aussteifung durch lange gekehlte Kopfbänder. Turm mit spitzem achtseitigem Helm; hohe Glockenstube mit je zwei Schallöffnungen nach Westen und Osten, je einer nach Norden und Süden. Keine Geschossgliederung, die Ecken mit Quadern. Westseite mit spitzbogigem Portal hinter kräftigem Gewänderücksprung und eingestellten niedrigen Säulen. Beide Säulen mit Knollenkapitell und attischer Basis mit Eckblättern; ohne Kämpfer. Das Portal in einem flachen, mit Werkstein verblendeten Mauervorsprung. Über dem Portal ein rundbogiges Fenster. Die obere Hälfte des Turm und der Helm von 1878 (vor der Neugestaltung reichte der Turm etwa bis zur mittleren Höhe des Langhausdaches, darüber hohes Satteldach mit massiven Giebeln an der West- und Ostseite. Das Turmerdgeschoss öffnete sich in einem (später zugesetzten) unterspitzen Bogen zum Mittelschiff. Der Fußboden im Turm liegt um 1,20 m tiefer als im Langhaus. Kuppeliges Kreuzgratgewölbe aus Bruchstein.<ref>{{GaulKreisLemgo1960}}.</ref><br>
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==Glocken==
==Glocken==
Von den drei früheren Bronceglocken sind die größte und die kleinste 1917 für Kriegszwecke abgeliefert worden, die mittlere, 1547 gegossen, blieb der Gemeinde im Ersten Weltkrieg erhalten. Sie hat die Inschrift: "Sanderus hete ick de levendigen rope ick de doden beschrie ick deme donder sture ick iohan alves de goet mick anno domini m ccccc xlvii. V[erbum] D[omini] M[anet] I[n] E[ternum]" (Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit, Jes. 40,8). Die Inschrift eingefasst von spätgotischen Zierfriesen, Krone mit geflochtenen Bändern. Die Glocke musste in Zweiten Weltkrieg abgegeben werden, wurde aber nicht eingeschmolzen, sondern 1945 in Lünen wiederentdeckt und zurückgeführt. Gewicht 1,5 t, D ca. 1,30 m, Schlagton es1 mit Unterton d0.<ref>{{PieperKirche2011}}, S. 24–26.</ref>
[[Datei:OE-Kirche-Bronzeglocke_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche, Bronzeglocke von 1547, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche-Stahlglocken_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche, Stahlglocken von 1923, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
 
Von den drei früheren Bronzeglocken sind die größte und die kleinste 1917 für Kriegszwecke abgeliefert worden, die mittlere, 1547 gegossen, blieb der Gemeinde im Ersten Weltkrieg erhalten. Sie hat die Inschrift: "Sanderus hete ick de levendigen rope ick de doden beschrie ick deme donder sture ick iohan alves de goet mick anno domini m ccccc xlvii. V[erbum] D[omini] M[anet] I[n] E[ternum]" (Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit, Jes. 40,8). Die Inschrift eingefasst von spätgotischen Zierfriesen, Krone mit geflochtenen Bändern. Die Glocke musste in Zweiten Weltkrieg abgegeben werden, wurde aber nicht eingeschmolzen, sondern 1945 in Lünen wiederentdeckt und zurückgeführt. Gewicht 1,5 t, D ca. 1,30 m, Schlagton es1 mit Unterton d0.<ref>{{PieperKirche2011}}, S. 24–26.</ref>


Die 1670 gegossene und 1877 umgegossene große Glocke (Schlagton '''d<sup>1</sup>''') sowie die kleine Glocke (Schlagton '''cis<sup>2</sup>''') fielen unter die Kriegsabgabe 1917. Die größere, die Preuß 1873 noch erwähnt,<ref>{PreußAlterthümer1873{}}, S. 89.</ref> trug ursprünglich die Inschrift Im Namen Jesu hat mir gegossen Mester Johann und Christoffel Klemann Gebrüder Glockengeter zu Lemgo", 1877 wegen eines Risses umgegossen durch Glockengießer Lohmeier. Nach Preuß trug sie den Namen des Pastors Konrad Schlinkmann, der Kirchendechen und der beiden Gießer sowie der Jahreszahl 1630.
Die 1670 gegossene und 1877 umgegossene große Glocke (Schlagton '''d<sup>1</sup>''') sowie die kleine Glocke (Schlagton '''cis<sup>2</sup>''') fielen unter die Kriegsabgabe 1917. Die größere, die Preuß 1873 noch erwähnt,<ref>{PreußAlterthümer1873{}}, S. 89.</ref> trug ursprünglich die Inschrift Im Namen Jesu hat mir gegossen Mester Johann und Christoffel Klemann Gebrüder Glockengeter zu Lemgo", 1877 wegen eines Risses umgegossen durch Glockengießer Lohmeier. Nach Preuß trug sie den Namen des Pastors Konrad Schlinkmann, der Kirchendechen und der beiden Gießer sowie der Jahreszahl 1630.
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| '''Glocke'''|| '''Schlagton''' || '''Gussjahr''' || '''&#8960; in mm''' || '''m in kg''' || '''Inschrift'''
| '''Glocke'''|| '''Schlagton''' || '''Gussjahr''' || '''&#8960; in mm''' || '''m in kg''' || '''Inschrift'''
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| 1 || '''H''' || 1923 || 1780 || 2450 || Die Bronzeglocken nahm der Krieg - <br />Für Heimat, Ehre und den Sieg.
| 1 || ''' e<sup>1</sup> ''' || 1547 || k.A. || 1360 || ''siehe oben''
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| 2 || '''H''' || 1923 || 1780 || 2450 || DIE BRONZEGLOCKEN NAHM DER KRIEG<br />FÜR HEIMAT, EHRE UND DEN SIEG.
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| 2 || ''' d<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1500 || 1405 || Umsonst war Leid und Opfertod - <br />Das Volk zerbrach in Hungersnot.
| 3 || ''' d<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1500 || 1405 || UMSONST WAR LEID UND OPFERTOD<br />DAS VOLK ZERBRACH IN HUNGERSNOT.
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| 3 || ''' e<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1380 || 1092 || Bring, Herr, das Volk durch schwere Zeit - <br />Laß es erstehn in Einigkeit.  
| 4 || ''' e<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1380 || 1092 || BRING HERR DAS VOLK DURCH SCHWERE ZEIT<br />LASS ES ERSTEHN IN EINIGKEIT.  
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==Orgel==
==Orgel==
[[Datei:OE-Kirche-Orgel_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Orgel, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche_Orgelwappen_1_O_5.png|thumb|Wappen an der Orgel, Carl Dewitz, 1882 (LLB, 1 O 5)]]
Stiftung Graf Simon Henrichs zur Lippe und seiner Frau Amalie geb. Gräfin zu Dohna aus dem Jahr 1688. Fünfachsiges reich verziertes Gehäuse, nach Stilvergleich wohl aus der Werkstatt des Bielefelder Meisters Bernd Christoph Hattenkerl. Inschrift "M. B. C. H. FECIT". Orgelwerk ursprünglich mit 8 Registern auf 1 Manual mit angehängtem Pedal. Neubau 1886 und durch Steinmann/Vlotho 1973. Mittig großes Allianzwappen, darunter Inschriftkartusche.
Stiftung Graf Simon Henrichs zur Lippe und seiner Frau Amalie geb. Gräfin zu Dohna aus dem Jahr 1688. Fünfachsiges reich verziertes Gehäuse, nach Stilvergleich wohl aus der Werkstatt des Bielefelder Meisters Bernd Christoph Hattenkerl. Inschrift "M. B. C. H. FECIT". Orgelwerk ursprünglich mit 8 Registern auf 1 Manual mit angehängtem Pedal. Neubau 1886 und durch Steinmann/Vlotho 1973. Mittig großes Allianzwappen, darunter Inschriftkartusche.
==Inventar==
==Inventar==
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