Hauptstraße Kirche (Oerlinghausen): Unterschied zwischen den Versionen

Joachim Kleinmanns (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Joachim Kleinmanns (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(Eine dazwischenliegende Version von einem anderen Benutzer wird nicht angezeigt)
Zeile 20: Zeile 20:
[[Datei:OE-Kirche-Gewölbe_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Oberseite der Gewölbe über dem Langhaus, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche-Gewölbe_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Oberseite der Gewölbe über dem Langhaus, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche-Dachstuhl_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Dachstuhl über dem Langhaus, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche-Dachstuhl_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Dachstuhl über dem Langhaus, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche_Chor_HV_17=2_015r.png|thumb|Außenansicht des Chors, Carl Dewitz, 1880 (LLB, HV 17,2)]]
[[Datei:OE-Kirche_Details_HV_17=2_016r-CDewitz.png|thumb|Detail-Skizzen von der Alexanderkirche, Carl Dewitz, 1880 (LLB, HV 17,2)]]
Dreischiffige Hallenkirche, verputzter Bruchsteinbau mit Gliederung in Werkstein, die Gewölbe im Langhaus und Chor aus Backstein. Schiff drei Joche lang, leicht gestelzter 5/8-Chor, Westturm. Langhaus und Chor durch schmale, kräftig vorspringende Strebepfeiler gegliedert. Alle Strebepfeiler mit Sockel- und Brustgesims, einem Wasserschlag und oberer Abdeckung durch Schräge. Der Strebepfeiler an der Südostecke des Schiffs mit Jahreszahl mcccccxi (1511) und einer Sonnenuhr mit Minuskel-Zahlen. Im Süden Sakristeianbau (ursprünglich Erbbegräbnis der Familie Barkhausen vom [[Barkhauser Weg 22 (Asemissen)|Gut Barkhausen]]), in dessen südöstlichem Winkel Windfang vor dem "Senneportal". Die Familie Barkhausen hatte auf dem Chor einen mit sechs gemalten Wappen versehenen Kirchenstuhl und ein Erbbegräbnis im südlichen Anbau der Kirche (jetzt Sakristei) neben der sog. Sennetür; beides 1867 beseitigt.<br>
Dreischiffige Hallenkirche, verputzter Bruchsteinbau mit Gliederung in Werkstein, die Gewölbe im Langhaus und Chor aus Backstein. Schiff drei Joche lang, leicht gestelzter 5/8-Chor, Westturm. Langhaus und Chor durch schmale, kräftig vorspringende Strebepfeiler gegliedert. Alle Strebepfeiler mit Sockel- und Brustgesims, einem Wasserschlag und oberer Abdeckung durch Schräge. Der Strebepfeiler an der Südostecke des Schiffs mit Jahreszahl mcccccxi (1511) und einer Sonnenuhr mit Minuskel-Zahlen. Im Süden Sakristeianbau (ursprünglich Erbbegräbnis der Familie Barkhausen vom [[Barkhauser Weg 22 (Asemissen)|Gut Barkhausen]]), in dessen südöstlichem Winkel Windfang vor dem "Senneportal". Die Familie Barkhausen hatte auf dem Chor einen mit sechs gemalten Wappen versehenen Kirchenstuhl und ein Erbbegräbnis im südlichen Anbau der Kirche (jetzt Sakristei) neben der sog. Sennetür; beides 1867 beseitigt.<br>
Kräftig gebuste Kreuzrippengewölbe auf Pfeilern. Dachwerk von 1514, dreigeschossiges Kehlbalkendach mit unten dreifachem, oben doppelt stehendem Stuhl. Aussteifung durch lange gekehlte Kopfbänder. Turm mit spitzem achtseitigem Helm; hohe Glockenstube mit je zwei Schallöffnungen nach Westen und Osten, je einer nach Norden und Süden. Keine Geschossgliederung, die Ecken mit Quadern. Westseite mit spitzbogigem Portal hinter kräftigem Gewänderücksprung und eingestellten niedrigen Säulen. Beide Säulen mit Knollenkapitell und attischer Basis mit Eckblättern; ohne Kämpfer. Das Portal in einem flachen, mit Werkstein verblendeten Mauervorsprung. Über dem Portal ein rundbogiges Fenster. Die obere Hälfte des Turm und der Helm von 1878 (vor der Neugestaltung reichte der Turm etwa bis zur mittleren Höhe des Langhausdaches, darüber hohes Satteldach mit massiven Giebeln an der West- und Ostseite. Das Turmerdgeschoss öffnete sich in einem (später zugesetzten) unterspitzen Bogen zum Mittelschiff. Der Fußboden im Turm liegt um 1,20 m tiefer als im Langhaus. Kuppeliges Kreuzgratgewölbe aus Bruchstein.<ref>{{GaulKreisLemgo1960}}.</ref><br>
Kräftig gebuste Kreuzrippengewölbe auf Pfeilern. Dachwerk von 1514, dreigeschossiges Kehlbalkendach mit unten dreifachem, oben doppelt stehendem Stuhl. Aussteifung durch lange gekehlte Kopfbänder. Turm mit spitzem achtseitigem Helm; hohe Glockenstube mit je zwei Schallöffnungen nach Westen und Osten, je einer nach Norden und Süden. Keine Geschossgliederung, die Ecken mit Quadern. Westseite mit spitzbogigem Portal hinter kräftigem Gewänderücksprung und eingestellten niedrigen Säulen. Beide Säulen mit Knollenkapitell und attischer Basis mit Eckblättern; ohne Kämpfer. Das Portal in einem flachen, mit Werkstein verblendeten Mauervorsprung. Über dem Portal ein rundbogiges Fenster. Die obere Hälfte des Turm und der Helm von 1878 (vor der Neugestaltung reichte der Turm etwa bis zur mittleren Höhe des Langhausdaches, darüber hohes Satteldach mit massiven Giebeln an der West- und Ostseite. Das Turmerdgeschoss öffnete sich in einem (später zugesetzten) unterspitzen Bogen zum Mittelschiff. Der Fußboden im Turm liegt um 1,20 m tiefer als im Langhaus. Kuppeliges Kreuzgratgewölbe aus Bruchstein.<ref>{{GaulKreisLemgo1960}}.</ref><br>
Zeile 50: Zeile 53:
| '''Glocke'''|| '''Schlagton''' || '''Gussjahr''' || '''&#8960; in mm''' || '''m in kg''' || '''Inschrift'''
| '''Glocke'''|| '''Schlagton''' || '''Gussjahr''' || '''&#8960; in mm''' || '''m in kg''' || '''Inschrift'''
|-
|-
| 1 || '''H''' || 1923 || 1780 || 2450 || DIE BRONZEGLOCKEN NAHM DER KRIEG<br />FÜR HEIMAT, EHRE UND DEN SIEG.
| 1 || ''' e<sup>1</sup> ''' || 1547 || k.A. || 1360 || ''siehe oben''
|-
|-
| 2 || ''' d<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1500 || 1405 || UMSONST WAR LEID UND OPFERTOD<br />DAS VOLK ZERBRACH IN HUNGERSNOT.
| 2 || '''H''' || 1923 || 1780 || 2450 || DIE BRONZEGLOCKEN NAHM DER KRIEG<br />FÜR HEIMAT, EHRE UND DEN SIEG.
|-
|-
| 3 || ''' e<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1380 || 1092 || BRING HERR DAS VOLK DURCH SCHWERE ZEIT<br />LASS ES ERSTEHN IN EINIGKEIT.  
| 3 || ''' d<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1500 || 1405 || UMSONST WAR LEID UND OPFERTOD<br />DAS VOLK ZERBRACH IN HUNGERSNOT.
|-
| 4 || ''' e<sup>1</sup> ''' || 1923 || 1380 || 1092 || BRING HERR DAS VOLK DURCH SCHWERE ZEIT<br />LASS ES ERSTEHN IN EINIGKEIT.  
|}
|}


Zeile 61: Zeile 66:
==Orgel==
==Orgel==
[[Datei:OE-Kirche-Orgel_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Orgel, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
[[Datei:OE-Kirche-Orgel_JK2024.jpg|thumb|Alexanderkirche Oerlinghausen, Orgel, Foto: Joachim Kleinmanns, 2024]]
 
[[Datei:OE-Kirche_Orgelwappen_1_O_5.png|thumb|Wappen an der Orgel, Carl Dewitz, 1882 (LLB, 1 O 5)]]
Stiftung Graf Simon Henrichs zur Lippe und seiner Frau Amalie geb. Gräfin zu Dohna aus dem Jahr 1688. Fünfachsiges reich verziertes Gehäuse, nach Stilvergleich wohl aus der Werkstatt des Bielefelder Meisters Bernd Christoph Hattenkerl. Inschrift "M. B. C. H. FECIT". Orgelwerk ursprünglich mit 8 Registern auf 1 Manual mit angehängtem Pedal. Neubau 1886 und durch Steinmann/Vlotho 1973. Mittig großes Allianzwappen, darunter Inschriftkartusche.
Stiftung Graf Simon Henrichs zur Lippe und seiner Frau Amalie geb. Gräfin zu Dohna aus dem Jahr 1688. Fünfachsiges reich verziertes Gehäuse, nach Stilvergleich wohl aus der Werkstatt des Bielefelder Meisters Bernd Christoph Hattenkerl. Inschrift "M. B. C. H. FECIT". Orgelwerk ursprünglich mit 8 Registern auf 1 Manual mit angehängtem Pedal. Neubau 1886 und durch Steinmann/Vlotho 1973. Mittig großes Allianzwappen, darunter Inschriftkartusche.
==Inventar==
==Inventar==