Döringsfeld 1 (Remmighausen): Unterschied zwischen den Versionen

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Im Salbuch von 1614 unter Nr. 304: ''Doringßfeldtt. Pferde 6, 3 Stoten, Vahlen 1; das Land zu 3 F. Haber; zu vollr Mastung 8 Schweine; Hawwachs zu 5 F.; Kühe 10, Rinder 8, Kalbr 6, Schweine 15. Gibt auch jahrlichs M. G. H. 1 feist Schwein; der Aigentumb M. G. H. Symon Schwartzen den Zehenden 3 Mt. Korn, auch den Fleischzehenden; Garn jahrlichs 4 Stucke. NB. Symon Boßen 3 Mt. Korn, auch jahrlichs 1 feist Schwein, item jahrlichs 3 TIr. Dienstgelt. Den Burgfest M. G. H.; gibt auch jahrlichs in die Rentcammer. Schafe 20. Zum halben Landschatze 2½ Gfl.; gibt auch jahrlich M. G. H. 1 feist Schwein. Hat ufm Zinse 90 TIr.'' <ref>{{StöwerSalbücher1969}}, S. 36 f.</ref> Im Landschatzregister von 1618 unter "Lenstorff" (Lenstrup) verzeichnet, musste "Dorringsveldt" 5 Gfl. (Goldflorin) zahlen.<ref>{{StöwerLandschatzregister1964}}, S. 4.</ref>  
Im Salbuch von 1614 unter Nr. 304: ''Doringßfeldtt. Pferde 6, 3 Stoten, Vahlen 1; das Land zu 3 F. Haber; zu vollr Mastung 8 Schweine; Hawwachs zu 5 F.; Kühe 10, Rinder 8, Kalbr 6, Schweine 15. Gibt auch jahrlichs M. G. H. 1 feist Schwein; der Aigentumb M. G. H. Symon Schwartzen den Zehenden 3 Mt. Korn, auch den Fleischzehenden; Garn jahrlichs 4 Stucke. NB. Symon Boßen 3 Mt. Korn, auch jahrlichs 1 feist Schwein, item jahrlichs 3 TIr. Dienstgelt. Den Burgfest M. G. H.; gibt auch jahrlichs in die Rentcammer. Schafe 20. Zum halben Landschatze 2½ Gfl.; gibt auch jahrlich M. G. H. 1 feist Schwein. Hat ufm Zinse 90 TIr.'' <ref>{{StöwerSalbücher1969}}, S. 36 f.</ref> Im Landschatzregister von 1618 unter "Lenstorff" (Lenstrup) verzeichnet, musste "Dorringsveldt" 5 Gfl. (Goldflorin) zahlen.<ref>{{StöwerLandschatzregister1964}}, S. 4.</ref>  


Nach dem Salbuch von 1721 war ''Herman Christoff Dörringsfeldt'' ein Vollspänner mit ''1 Wohnhauß, 1 Leibzuchtshauß, 1 Backhaus, 1 Schoppen und Pferdehauß, 1 Gebäu, 1 Schweinestall und 1 alte Scheuer.'' <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 20: Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, Bd. 1, 1721, fol. 196.</ref> Zwei Generationen später, im Salbuch von 1782, wurde er nur noch als großer Halbmeier eingestuft: ''Nr. 1 Dörringsfeld, ein großer Halbmeyer, war der Landesherrschaft leibeigen (1777 freigesprochen) und zahlte Sterbfall und Weinkauf; an Gebäuden waren vorhanden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus und Schoppen, Backhaus, Schweinehaus, Holzschoppen.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 797.</ref> Im Salbuch von 1827 hat sich nichts verändert.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 41, Salbuch der Vogtei Detmold von 1827, S. 1205.</ref>  
Nach dem Salbuch von 1721 war ''Herman Christoff Dörringsfeldt'' ein Vollspänner mit ''1 Wohnhauß, 1 Leibzuchtshauß, 1 Backhaus, 1 Schoppen und Pferdehauß, 1 Gebäu, 1 Schweinestall und 1 alte Scheuer.'' <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 20: Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, Bd. 1, 1721, fol. 196.</ref> Zwei Generationen später, im Salbuch von 1782, wurde er nur noch als großer Halbmeier eingestuft: ''Nr. 1 Dörringsfeld, ein großer Halbmeyer''; er war der Landesherrschaft leibeigen (1777 freigesprochen) und zahlte Sterbfall und Weinkauf. An Gebäuden waren vorhanden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus und Schoppen, Backhaus, Schweinehaus, Holzschoppen.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 797.</ref> Im Salbuch von 1827 hat sich nichts verändert.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 41, Salbuch der Vogtei Detmold von 1827, S. 1205.</ref>  


Im nachfolgenden Salbuch von 1854 ist vermerkt, dass Döringsfeld durch Verheiratung 1876 an Friedrich Berghahn übertragen wurde.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 53, Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, Bd. 2, S. 1103.</ref> 1859 konnte Döringsfeld vom Kolonat Hüppe Nr. 6 Land erwerben.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 1, 1783-1852, Nr. 28: Landverkauf vom Kolonat Hüppe oder Kuhlo Nr. 6 an Kolon Döringsfeld Nr. 1 zu Oberschönhagen, 1859.</ref>
Im nachfolgenden Salbuch von 1854 ist vermerkt, dass Döringsfeld durch Verheiratung 1876 an Friedrich Berghahn übertragen wurde.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 53, Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, Bd. 2, S. 1103.</ref> 1859 konnte Döringsfeld vom Kolonat Hüppe Nr. 6 Land erwerben.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 1, 1783-1852, Nr. 28: Landverkauf vom Kolonat Hüppe oder Kuhlo Nr. 6 an Kolon Döringsfeld Nr. 1 zu Oberschönhagen, 1859.</ref>
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Das alte Meierhaus, ein großer Fachwerkbau aus dem Jahr 1592, ist am 7. Juni 1917 abgebrannt. Dabei gingen wertvolle Hofakten und eine alte Familienchronik verloren. Ein Modell des Hauses, zwei Gemälde von Bruno Wittenstein und einige Fotos aus dem Innern befinden sich im Lippischen Landesmuseum Detmold.<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 16.</ref> Das Dach war zumindest in Teilen mit Höxterplatten gedeckt. Der Torbogen mit Inschrift von 1592 (s. u.) befand sich an der Nordseite; der verbretterte Giebel war auf profilierten Knaggen vorgekragt. Der große Vierständerbau war im Äußern wie im Innern in einem sehr alten Zustand erhalten. "An der Dielen-Rückwand (lag) die Herstelle mit 'Bosen' (Rauchfang) auf profilierten Steinkonsolen." <ref>[https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/pageview/10093452 Otto Gaul, Detmold-Land, unveröff. Typoskript, um 1935, S. 75].</ref>
Das alte Meierhaus, ein großer Fachwerkbau aus dem Jahr 1592, ist am 7. Juni 1917 abgebrannt. Dabei gingen wertvolle Hofakten und eine alte Familienchronik verloren. Ein Modell des Hauses, zwei Gemälde von Bruno Wittenstein und einige Fotos aus dem Innern befinden sich im Lippischen Landesmuseum Detmold.<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 16.</ref> Das Dach war zumindest in Teilen mit Höxterplatten gedeckt. Der Torbogen mit Inschrift von 1592 (s. u.) befand sich an der Nordseite; der verbretterte Giebel war auf profilierten Knaggen vorgekragt. Der große Vierständerbau war im Äußern wie im Innern in einem sehr alten Zustand erhalten. "An der Dielen-Rückwand (lag) die Herstelle mit 'Bosen' (Rauchfang) auf profilierten Steinkonsolen." <ref>[https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/pageview/10093452 Otto Gaul, Detmold-Land, unveröff. Typoskript, um 1935, S. 75].</ref>


Diele, Flett und Herdstelle des Hauses sind in zwei Gemälden von Bruno Wittenstein überliefert (Lippisches Landesmuseum Detmold), außerdem gibt es eine Fotografie von Fritz Böse.<ref>Fritz Böse, Das lippische Bauern- und Ackerbürgerhaus, in: Lippischer Dorfkalender 1928, S. 97-116, hier: S. 100.</ref> Das Flett bestand aus einer hohen Lucht unter einem durchlaufenden Rähm mit Kopfbändern links und einer halbhohen Lucht mit einem kräftigen Unterschlagriegel ("Unnerslag") rechts (s. Gemälde von Bruno Wittenstein). In der Mitte vor der Rückwand lag die große Kaminfeuerstelle mit dem gemauerten Schornstein in der Mitte, steinernen Konsolen und einem hölzernen Rauchfang ("Bosen") darüber; der große Kessel hing noch bis zuletzt an einem mächtigen hölzernen Wendebaum über dem offenen Feuer.<ref>Wilhelm Hansen, Hauswesen und Tagewerk im alten Lippe. Ländliches Leben in vorindustrieller Zeit. Münster 1982, S. 86.</ref>  
Diele, Flett und Herdstelle des Hauses sind in zwei Gemälden von Bruno Wittenstein überliefert (Lippisches Landesmuseum Detmold), außerdem steht eine frühe Fotografie von Fritz Böse zur Verfügung.<ref>Fritz Böse, Das lippische Bauern- und Ackerbürgerhaus, in: Lippischer Dorfkalender 1928, S. 97-116, hier: S. 100.</ref> Das Flett bestand aus einer hohen Lucht unter einem durchlaufenden Rähm mit Kopfbändern links und einer halbhohen Lucht mit einem kräftigen Unterschlagriegel ("Unnerslag") rechts (s. Gemälde von Bruno Wittenstein). In der Mitte vor der Rückwand lag die große Kaminfeuerstelle mit dem gemauerten Schornstein in der Mitte, steinernen Konsolen und einem hölzernen Rauchfang ("Bosen") darüber; der große Kessel hing noch bis zuletzt an einem mächtigen hölzernen Wendebaum über dem offenen Feuer.<ref>Wilhelm Hansen, Hauswesen und Tagewerk im alten Lippe. Ländliches Leben in vorindustrieller Zeit. Münster 1982, S. 86.</ref>  


Schnare beschreibt Diele und Flett nach einem Foto: "Auf der Dehle war die Feuerstelle, wie sie ein Photo noch zeigt. Sie ist aber schon modernisiert; denn links sehen wir einen merkwürdig geformten Eisenofen mit drei Kochstellen, dahinter einen Backsteinaufbau mit einer Eisenplatte zum Backen von Plätzchen, Pickert usw. Rechts ist ein sogenannter Schweinepott aufgestellt. Ganz rechts ist die Tür zum Wohnzimmer. Das viereckige Loch dicht über der Erde ist die Ofentür zu einem Wandofen. Links daneben wesentlich höher sieht man das Lett, durch das der Bauer seinen Kopf steckte, wenn er morgens die Mädchen weckte. (Die Knechte schliefen im Pferdestall.) Links hoch neben der Feuerstelle sehen wir ein zweites Lett, es war mit einem Schiebetürchen versehen. Mitten im Haus, hinter der Feuerstelle, lag ein Geheimzimmer in einer Größe von zirka zwanzig Quadratmetern. Es hatte kein Fenster, und die einzige Tür nach dem Nebenzimmer wurde mit einem Schrank verstellt. Auch wenn man den Schrank auf die Seite rückte, war die Tür als solche nicht erkennbar. In diesem Zimmer sind über viele Jahrhunderte die Wertsachen untergebracht gewesen, darunter auch die sehr dicke Familienchronik, die in Schweinsleder gebunden war. Niemals ist dies Zimmer in Kriegs-und Notzeiten von unberufenen Menschen betreten worden. Nicht einmal nahe Verwandte wußten von diesem Geheimnis."<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 17.</ref>
Schnare beschreibt Diele und Flett nach einem Foto: "Auf der Dehle war die Feuerstelle, wie sie ein Photo noch zeigt. Sie ist aber schon modernisiert; denn links sehen wir einen merkwürdig geformten Eisenofen mit drei Kochstellen, dahinter einen Backsteinaufbau mit einer Eisenplatte zum Backen von Plätzchen, Pickert usw. Rechts ist ein sogenannter Schweinepott aufgestellt. Ganz rechts ist die Tür zum Wohnzimmer. Das viereckige Loch dicht über der Erde ist die Ofentür zu einem Wandofen. Links daneben wesentlich höher sieht man das Lett, durch das der Bauer seinen Kopf steckte, wenn er morgens die Mädchen weckte. (Die Knechte schliefen im Pferdestall.) Links hoch neben der Feuerstelle sehen wir ein zweites Lett, es war mit einem Schiebetürchen versehen. Mitten im Haus, hinter der Feuerstelle, lag ein Geheimzimmer in einer Größe von zirka zwanzig Quadratmetern. Es hatte kein Fenster, und die einzige Tür nach dem Nebenzimmer wurde mit einem Schrank verstellt. Auch wenn man den Schrank auf die Seite rückte, war die Tür als solche nicht erkennbar. In diesem Zimmer sind über viele Jahrhunderte die Wertsachen untergebracht gewesen, darunter auch die sehr dicke Familienchronik, die in Schweinsleder gebunden war. Niemals ist dies Zimmer in Kriegs-und Notzeiten von unberufenen Menschen betreten worden. Nicht einmal nahe Verwandte wußten von diesem Geheimnis."<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 17.</ref>
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==Literatur==
==Literatur==
* Otto Gaul, Detmold-Land (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen), unveröff. Typoskript, um 193.
* Otto Gaul, Detmold-Land (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen), unveröff. Typoskript, um 193.
* Wilhelm Hansen, Hauswesen und Tagewerk im alten Lippe. Ländliches Leben in vorindustrieller Zeit, Münster 1982.


* August Meier-Böke, Zick-Zack-Fahrt durch Lippe. Die lippischen Dörfer. Stadt Detmold, Gemeinde Leistrup-Meiersfeld (1954–19589, hg. von Kurt Dröge, Lemgo 2001.
* August Meier-Böke, Zick-Zack-Fahrt durch Lippe. Die lippischen Dörfer. Stadt Detmold, Gemeinde Leistrup-Meiersfeld (1954–19589, hg. von Kurt Dröge, Lemgo 2001.