Kurzer Steinweg 13 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

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Gebäude: Baubeschreibung und Dendrodatierung ergänzt.
 
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|Adressbuch1901=Ja
|Adressbuch1901=Ja
|Hausnummer1901=183
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}}Hausstätte in Ecklage zur Kuhstraße, seit 1932 bestand hier die Gaststätte "Alt-Heidelberg". Alte Hausnummer 183. Das stadtbildprägende Gebäude wurde 2007 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.
}}Hausstätte in Ecklage zur Kuhstraße, seit 1923 bestand hier die Gaststätte "Alt-Heidelberg". Alte Hausnummer 183. Das stadtbildprägende Gebäude wurde 2007 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.
[[Datei:Kurzer Steinweg 13 mit Straßenbahn um 1930 AK StadtA B.jpg|mini|Blomberg, Kurzer Steinweg 13 mit Straßenbahn. Seit 1918 bestand hier die Böttcherei und Mollenhauerei Wilhelm Saake, seit 1923 auch die Gaststätte "Alt-Heidelberg". Ansichtskarte um 1930 (aus: Schlingmann 1980)]]
[[Datei:Kurzer Steinweg 13 mit Straßenbahn um 1930 AK StadtA B.jpg|mini|Blomberg, Kurzer Steinweg 13 mit Straßenbahn. Seit 1920 bestand hier die Böttcherei und Mollenhauerei Wilhelm Saake, seit 1923 auch die Gaststätte "Alt-Heidelberg". Ansichtskarte um 1930 (aus: Schlingmann 1980)]]
[[Datei:Kurzer Steinweg 13-Abriss August 2007 Stiewe 2007.jpg|mini|Kurzer Steinweg 13, Abriss im August 2007. Foto: Stiewe]]


==Geschichte==
==Geschichte==
Die Hausstätte ist seit dem frühen 17. Jahrhundert im Besitz von verschiedenen Kaufmanns- und Handwerkerfamilien nachweisbar (s. unten).
1920 gründete der Böttcher- und Küfermeister Wilhelm Saake in dem Haus eine Böttcherei und Mollenhauerei; 1923 eröffnete er die bekannte Gaststätte "Alt-Heidelberg".<ref>Rudolf Schlingmann, Blomberg in alten Ansichten, Zaltbommel 1980, Abb. 46.</ref>


==Gebäude==
==Gebäude==
Dreischiffiges Dielenhaus des 17. oder 18. Jahrhunderts, Hinterhaus mit unterkellertem Saal. Diele im 19. Jahrhundert zweigeschossig durchgebaut, Dielentor durch zweiflügelige Haustür ersetzt, Giebel zum Kurzen Steinweg zum Krüppelwalm umgebaut. Fassaden zum Kurzen Steinweg und zur Kuhstraße im 19. Jahrhundert verputzt.  
Dreischiffiges Dielenhaus des 17. oder 18. Jahrhunderts, Hinterhaus mit unterkellertem Saal. Diele im 19. Jahrhundert zweigeschossig durchgebaut, Dielentor durch zweiflügelige Haustür ersetzt, Giebel zum Kurzen Steinweg zum Krüppelwalm umgebaut. Fassaden zum Kurzen Steinweg und zur Kuhstraße im 19. Jahrhundert verputzt.  


Beim Abbruch 2007 kam ein Spitzständerdachwerk des 17. Jahrhunderts zum Vorschein, in dem auch einige ältere Hölzer verbaut waren. Aus den Abbruchhölzern konnten einige Sägescheiben dendrochronologisch datiert werden; ein Stuhlrähm erbrachte das Fälldatum 1449 (d).
Beim Abbruch 2007 kam ein Spitzständerdachwerk des 17. Jahrhunderts zum Vorschein, in dem auch einige ältere Hölzer verbaut waren. Aus den Abbruchhölzern konnten einige Sägescheiben dendrochronologisch datiert werden:<ref>Dendrochronologisches Gutachten von Hans Tisje, Neu-Isenburg, vom 19.10.2007.</ref> Ein Stuhlrähm und ein Sparren erbrachten das Fälldatum 1449 (d), das auf einen früheren Neubau nach der Zerstörung von 1447 hindeutet. Ein weiterer Sparren datiert 1611 (d) und ein Kehlbalken erbrachte das Datum 1501, doch fehlten hier ohne Splint und Waldkante. Es handelt sich durchweg um zweitverwendete Hölzer; das zuletzt vorhandene Spitzständerdachwerk ist nach Augenschein ins 17. Jahrhundert zu datieren.


==Inschriften==
==Inschriften==
Keine älteren Inschriften überliefert, seit 1932 Aufschrift "Gasthof Alt- Heidelberg" am Giebel.
Keine älteren Inschriften überliefert.


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
1618 (Bürgerrecht): Henrich Heringlake, Bäcker.<ref>Diese und die folgenden Angaben nach {{RolfBürger1996}}, S. 82f.</ref>
1641 (Bürgerrecht): verm. Sohn Hermann Heringlake.
1650 Witwe Hermann Heringlaken, Heirat mit Hans Ernst Meyer (Bürger 1650), 1660 Krameramt.
1673 Sohn Tönnies Meyer (Bürger 1673), 1691 Fuhrmann.
1679 (Bürgerrecht): Hans Daniel Botterbrod, Bäcker.
1702 Johann Ernst Brautlecht.
1722 Tochter Anna Margreta Ilsabein Botterbrodt, Heirat mit Johannes Kühn(e) (Bürger 1722) aus Friedersdorf im Fürstentum Schwarzburg.
1774 Johann Friedrich Heringlake (Bürger 1774), Kaufmann und Lohnherr.
1788 Hermann Christoph Ramm (Bürger 1758), Zimmermann, später Kaufmann.
1803 Sohn Heinrich Christoph Ludwig Ramm (Bürger 1801), Kaufmann, Bürgermeister 1833-1843.
1860 Georg Heinrich Friedrich Wilhelm Lorenz (Bürger 1860), Kaufmann.
1899 Heinrich Friedrich Wessel (Bürger 1899), Kaufmann.
1920 Wilhelm Saake (Bürger 1920), Böttcher und Gastwirt, Böttcherei 1935 eingestellt.


==Literatur==
==Literatur==