Döringsfeld 1 (Remmighausen): Unterschied zwischen den Versionen
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Das alte Meierhaus, ein großer Fachwerkbau aus dem Jahr 1592, ist am 7. Juni 1917 abgebrannt. Dabei gingen wertvolle Hofakten und eine alte Familienchronik verloren. Ein Modell des Hauses, zwei Gemälde von Bruno Wittenstein und einige Fotos aus dem Innern befinden sich im Lippischen Landesmuseum Detmold.<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 16.</ref> Das Dach war zumindest in Teilen mit Höxterplatten gedeckt. Der Torbogen mit Inschrift von 1592 (s. u.) befand sich an der Nordseite; der verbretterte Giebel war auf profilierten Knaggen vorgekragt. Der große Vierständerbau war im Äußern wie im Innern in einem sehr alten Zustand erhalten. "An der Dielen-Rückwand (lag) die Herstelle mit 'Bosen' (Rauchfang) auf profilierten Steinkonsolen." <ref>[https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/pageview/10093452 Otto Gaul, Detmold-Land, unveröff. Typoskript, um 1935, S. 75].</ref> | Das alte Meierhaus, ein großer Fachwerkbau aus dem Jahr 1592, ist am 7. Juni 1917 abgebrannt. Dabei gingen wertvolle Hofakten und eine alte Familienchronik verloren. Ein Modell des Hauses, zwei Gemälde von Bruno Wittenstein und einige Fotos aus dem Innern befinden sich im Lippischen Landesmuseum Detmold.<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 16.</ref> Das Dach war zumindest in Teilen mit Höxterplatten gedeckt. Der Torbogen mit Inschrift von 1592 (s. u.) befand sich an der Nordseite; der verbretterte Giebel war auf profilierten Knaggen vorgekragt. Der große Vierständerbau war im Äußern wie im Innern in einem sehr alten Zustand erhalten. "An der Dielen-Rückwand (lag) die Herstelle mit 'Bosen' (Rauchfang) auf profilierten Steinkonsolen." <ref>[https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/pageview/10093452 Otto Gaul, Detmold-Land, unveröff. Typoskript, um 1935, S. 75].</ref> | ||
Diele, Flett und Herdstelle des Hauses sind in zwei Gemälden von Bruno Wittenstein überliefert (Lippisches Landesmuseum Detmold), außerdem | Diele, Flett und Herdstelle des Hauses sind in zwei Gemälden von Bruno Wittenstein überliefert (Lippisches Landesmuseum Detmold), außerdem steht eine frühe Fotografie von Fritz Böse zur Verfügung.<ref>Fritz Böse, Das lippische Bauern- und Ackerbürgerhaus, in: Lippischer Dorfkalender 1928, S. 97-116, hier: S. 100.</ref> Das Flett bestand aus einer hohen Lucht unter einem durchlaufenden Rähm mit Kopfbändern links und einer halbhohen Lucht mit einem kräftigen Unterschlagriegel ("Unnerslag") rechts (s. Gemälde von Bruno Wittenstein). In der Mitte vor der Rückwand lag die große Kaminfeuerstelle mit dem gemauerten Schornstein in der Mitte, steinernen Konsolen und einem hölzernen Rauchfang ("Bosen") darüber; der große Kessel hing noch bis zuletzt an einem mächtigen hölzernen Wendebaum über dem offenen Feuer.<ref>Wilhelm Hansen, Hauswesen und Tagewerk im alten Lippe. Ländliches Leben in vorindustrieller Zeit. Münster 1982, S. 86.</ref> | ||
Schnare beschreibt Diele und Flett nach einem Foto: "Auf der Dehle war die Feuerstelle, wie sie ein Photo noch zeigt. Sie ist aber schon modernisiert; denn links sehen wir einen merkwürdig geformten Eisenofen mit drei Kochstellen, dahinter einen Backsteinaufbau mit einer Eisenplatte zum Backen von Plätzchen, Pickert usw. Rechts ist ein sogenannter Schweinepott aufgestellt. Ganz rechts ist die Tür zum Wohnzimmer. Das viereckige Loch dicht über der Erde ist die Ofentür zu einem Wandofen. Links daneben wesentlich höher sieht man das Lett, durch das der Bauer seinen Kopf steckte, wenn er morgens die Mädchen weckte. (Die Knechte schliefen im Pferdestall.) Links hoch neben der Feuerstelle sehen wir ein zweites Lett, es war mit einem Schiebetürchen versehen. Mitten im Haus, hinter der Feuerstelle, lag ein Geheimzimmer in einer Größe von zirka zwanzig Quadratmetern. Es hatte kein Fenster, und die einzige Tür nach dem Nebenzimmer wurde mit einem Schrank verstellt. Auch wenn man den Schrank auf die Seite rückte, war die Tür als solche nicht erkennbar. In diesem Zimmer sind über viele Jahrhunderte die Wertsachen untergebracht gewesen, darunter auch die sehr dicke Familienchronik, die in Schweinsleder gebunden war. Niemals ist dies Zimmer in Kriegs-und Notzeiten von unberufenen Menschen betreten worden. Nicht einmal nahe Verwandte wußten von diesem Geheimnis."<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 17.</ref> | Schnare beschreibt Diele und Flett nach einem Foto: "Auf der Dehle war die Feuerstelle, wie sie ein Photo noch zeigt. Sie ist aber schon modernisiert; denn links sehen wir einen merkwürdig geformten Eisenofen mit drei Kochstellen, dahinter einen Backsteinaufbau mit einer Eisenplatte zum Backen von Plätzchen, Pickert usw. Rechts ist ein sogenannter Schweinepott aufgestellt. Ganz rechts ist die Tür zum Wohnzimmer. Das viereckige Loch dicht über der Erde ist die Ofentür zu einem Wandofen. Links daneben wesentlich höher sieht man das Lett, durch das der Bauer seinen Kopf steckte, wenn er morgens die Mädchen weckte. (Die Knechte schliefen im Pferdestall.) Links hoch neben der Feuerstelle sehen wir ein zweites Lett, es war mit einem Schiebetürchen versehen. Mitten im Haus, hinter der Feuerstelle, lag ein Geheimzimmer in einer Größe von zirka zwanzig Quadratmetern. Es hatte kein Fenster, und die einzige Tür nach dem Nebenzimmer wurde mit einem Schrank verstellt. Auch wenn man den Schrank auf die Seite rückte, war die Tür als solche nicht erkennbar. In diesem Zimmer sind über viele Jahrhunderte die Wertsachen untergebracht gewesen, darunter auch die sehr dicke Familienchronik, die in Schweinsleder gebunden war. Niemals ist dies Zimmer in Kriegs-und Notzeiten von unberufenen Menschen betreten worden. Nicht einmal nahe Verwandte wußten von diesem Geheimnis."<ref>{{SchnareRemmighausen1952}}, S. 17.</ref> | ||