Kolonat 4 (Haustenbeck): Unterschied zwischen den Versionen
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Bernd Meier zog 1665 mit seiner Familie von Berlebeck nach Haustenbeck und gründete die Stätte Nr. 4. Das Kolonat trug den Beinamen Dorfmeier. | Bernd Meier zog 1665 mit seiner Familie von Berlebeck nach Haustenbeck und gründete die Stätte Nr. 4. Das Kolonat trug den Namen Meier und den Beinamen Dorfmeier. | ||
Die Stätte lag ursprünglich zentral im Dorf, zwischen den Kolonaten [[Kolonat 7 (Haustenbeck)|Nr. 7]] und [[Kolonat 16 (Haustenbeck)|Nr. 16]] und wurde später in die Senne verlegt. | Die Stätte lag ursprünglich zentral im Dorf, zwischen den Kolonaten [[Kolonat 7 (Haustenbeck)|Nr. 7]] und [[Kolonat 16 (Haustenbeck)|Nr. 16]] und wurde später als Kolonat Pucker Nr. 4 in die Senne verlegt. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
[[Datei:HAU 004 HSA 269.jpg|mini|Das um 1887 neu errichtete Haus Pucker Nr. 4, 1937/1939, LLB HSA 2,69, Foto: Hans Sprenger. ]] | [[Datei:HAU 004 HSA 269.jpg|mini|Das um 1887 neu errichtete Haus Pucker Nr. 4, 1937/1939, LLB HSA 2,69, Foto: Hans Sprenger. ]] | ||
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Töns Henrich Meier (* 1703), Enkel des Stättengründers, und seine Frau Catherine Ilsebein geb. Brinkmann hatten zwei Söhne und vier Töchter. Da aber die Söhne schon im Kindesalter verstorben waren, erbte die älteste Tochter Anna Charlotta die Stätte. Sie heiratete 1752. Ihr Ehemann Friedrich Anton Böllhöfer zog zu ihr auf die Stätte und trug dann die Stättenamen Meier.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> | Töns Henrich Meier (* 1703), Enkel des Stättengründers, und seine Frau Catherine Ilsebein geb. Brinkmann hatten zwei Söhne und vier Töchter. Da aber die Söhne schon im Kindesalter verstorben waren, erbte die älteste Tochter Anna Charlotta die Stätte. Sie heiratete 1752. Ihr Ehemann Friedrich Anton Böllhöfer zog zu ihr auf die Stätte und trug dann die Stättenamen Meier.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> | ||
Im Jahr 1781 stellte Friedrich Anton Meier geb. Böllhöfer den Antrag, ihm an Lohmanns Ort (später Lamsort) einen Zuschlag auszuweisen. Er wollte dort für eins seiner Kinder ein neues Kolonat gründen. Sein Antrag wurde genehmigt, doch im Jahr 1784 bemängelt das Amt Detmold, dass der Anbau immer noch nicht erfolgt wäre. Im Herbst 1785 begann man mit dem Bau des Hauses begonnen, das im Sommer 1786 fertiggestellt wurde. Das neue Kolonat erhielt die [[Kolonat 58 (Haustenbeck)|Nummer 58]].<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> Zur Unterscheidung der beiden Kolonate Meier Nr. 4 und Nr. 58 erhielten sie entsprechend ihrer Lage die Beinamen Dorfmeier (Nr. 4) und Sennemeier (Nr. 58). | Im Jahr 1781 stellte Friedrich Anton Meier geb. Böllhöfer den Antrag, ihm an Lohmanns Ort (später Lamsort) einen Zuschlag auszuweisen. Er wollte dort für eins seiner Kinder ein neues Kolonat gründen. Sein Antrag wurde genehmigt, doch im Jahr 1784 bemängelt das Amt Detmold, dass der Anbau immer noch nicht erfolgt wäre. Im Herbst 1785 begann man mit dem Bau des Hauses begonnen, das im Sommer 1786 fertiggestellt wurde. Das neue Kolonat erhielt die [[Kolonat 58 (Haustenbeck)|Nummer 58]].<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> Zur Unterscheidung der beiden Kolonate Meier Nr. 4 und Nr. 58 erhielten sie entsprechend ihrer Lage die Beinamen Dorfmeier (Nr. 4) und Sennemeier (Nr. 58).<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 106.</ref> | ||
Als der Kolon und derzeit wohl noch Besitzer beider Kolonate 1787 verstarb, verheiratete sich der Anerbe Johann Friedrich Bernd Henrich Meier noch im selben Jahr. Er bezog mit seiner Frau die neue Stätte Nr. 58. Von seinen acht Geschwistern waren fünf bereits verstorben. Seine älteste Schwester Anne Marie Margarete Ilsabein war bereits seit 1778 mit Johann Jürgen Biere von [[Kolonat 43 (Haustenbeck)|Nr. 43 in Haustenbeck]] verheiratet und lebte auf dem Kolonat Nr. 43. Das Kolonat Nr. 4 trat der Anerbe Friedrich Meier daher seiner nächstältesten Schwester Anna Maria Christina Elisabeth ab.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> | Als der Kolon und derzeit wohl noch Besitzer beider Kolonate 1787 verstarb, verheiratete sich der Anerbe Johann Friedrich Bernd Henrich Meier noch im selben Jahr. Er bezog mit seiner Frau die neue Stätte Nr. 58. Von seinen acht Geschwistern waren fünf bereits verstorben. Seine älteste Schwester Anne Marie Margarete Ilsabein war bereits seit 1778 mit Johann Jürgen Biere von [[Kolonat 43 (Haustenbeck)|Nr. 43 in Haustenbeck]] verheiratet und lebte auf dem Kolonat Nr. 43. Das Kolonat Nr. 4 trat der Anerbe Friedrich Meier daher seiner nächstältesten Schwester Anna Maria Christina Elisabeth ab.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> | ||
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Die Erbin Anna Maria Christina Elisabeth Meier verehelichte sich 1791 mit Johann Friedrich Möllemann aus Berlebeck. Dieser bezog das Kolonat Nr. 4 und wurde deshalb Meier bzw. Dorfmeier genannt. Von den sechs Kindern des Pares haben nur drei das Erwachsenenalter erreicht. Conrad Wilhelm, der älteste von ihnen, erbte das Kolonat Nr. 4. Johann Friedrich Wilhelm lebte zunächst als Einlieger, konnte aber später das [[Kolonat 102 (Haustenbeck)|Kolonat 102]] übernehmen. Friedrich Christoph heiratete in Stapelage und lebte wohl in Hörste.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> | Die Erbin Anna Maria Christina Elisabeth Meier verehelichte sich 1791 mit Johann Friedrich Möllemann aus Berlebeck. Dieser bezog das Kolonat Nr. 4 und wurde deshalb Meier bzw. Dorfmeier genannt. Von den sechs Kindern des Pares haben nur drei das Erwachsenenalter erreicht. Conrad Wilhelm, der älteste von ihnen, erbte das Kolonat Nr. 4. Johann Friedrich Wilhelm lebte zunächst als Einlieger, konnte aber später das [[Kolonat 102 (Haustenbeck)|Kolonat 102]] übernehmen. Friedrich Christoph heiratete in Stapelage und lebte wohl in Hörste.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref> | ||
Conrad Wilhelm Meier heiratete 1826 und übernahm das Kolonat Nr. 4 zusammen mit seiner Frau Sophie Wilhelmine Elisabeth Horstmann vom Kolonat [[Kolonat 45 (Haustenbeck)|Nr. 45 in Haustenbeck]]. Schon im Oktober 1831 verstarb er und hinterließ seine Ehefrau mit zwei kleinen Kindern. Die Witwe verheiratete sich 1832 mit Henrich Friedrich Christoph Ernsthuneke, der zu ihr | Conrad Wilhelm Meier heiratete 1826 und übernahm das Kolonat Nr. 4 zusammen mit seiner Frau Sophie Wilhelmine Elisabeth Horstmann vom Kolonat [[Kolonat 45 (Haustenbeck)|Nr. 45 in Haustenbeck]]. Im Jahr 1828 lebten auf der Stätte das Besitzerpaar mit einem Kind und das Leibzüchterpaar mit vier Kindern.<ref>L 92 Z Nr. 1451, S. 205.</ref> Schon im Oktober 1831 verstarb er und hinterließ seine Ehefrau mit zwei kleinen Kindern. Die Witwe verheiratete sich 1832 mit Henrich Friedrich Christoph Ernsthuneke, der zu ihr | ||
auf das Kolonat zog. Bis 1846 wurden in dieser Ehe sieben Kinder geboren. | auf das Kolonat zog. Bis 1846 wurden in dieser Ehe sieben Kinder geboren. | ||
Im Jahr 1852 entschloss sich die Familie mit ihren fünf noch lebenden Kindern zweiter Ehe nach Amerika auszuwandern. Die Tochter aus erster Ehe war seit 1850 verheiratet und hatte mit ihrem Ehemann das [[Kolonat 64 (Haustenbeck)|Kolonat Nr. 64]] in Haustenbeck übernommen, ihr älterer Bruder bereits 1842 verstorben. | Im Jahr 1852 entschloss sich die Familie mit ihren fünf noch lebenden Kindern zweiter Ehe nach Amerika auszuwandern. Die Tochter aus erster Ehe war seit 1850 verheiratet und hatte mit ihrem Ehemann das [[Kolonat 64 (Haustenbeck)|Kolonat Nr. 64]] in Haustenbeck übernommen, ihr älterer Bruder bereits 1842 verstorben. | ||
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==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>== | ||
* 1665 Bernd Meier | * 1665 Bernd Meier | ||
* Johann Albert Meier (Meyer) (* 1665, Sohn von Bernd M., † 1731) oo 1690 Catharine NN († 1729) | * Johann Albert Meier (Meyer) (* 1665, Sohn von Bernd M., † 1731) oo 1690 Catharine NN († 1729) | ||
* 1728 Töns Henrich Meier (* 1703, Sohn von Joh. Albert, † 1763) oo Catherine Ilsebein Brinkmann aus Fissenknick († 1769) | * 1728 Töns Henrich Meier (* 1703, Sohn von Joh. Albert, † 1763) oo Catherine Ilsebein Brinkmann aus Fissenknick († 1769) | ||
* (1752?) Anna Charlotte Meier (* 1732, Tochter von Töns Henrich M., † 1799) oo 1752 Friedrich Anton Böllhöfer aus Schlangen (* 1722, † 1787) | * (1752?) Anna Charlotte Meier (* 1732, Tochter von Töns Henrich M., † 1799) oo 1752 Friedrich Anton Böllhöfer aus Schlangen (* 1722, † 1787) | ||
* 1791 Anna Maria Christina Elisabeth Meier (* 1766, Tochter von Töns Henrich M., † 1810) oo Johann Friedrich Möllemann aus Berlebeck († 1813); | * 1791 Anna Maria Christina Elisabeth Meier (* 1766, Tochter von Töns Henrich M., † 1810) oo Johann Friedrich Möllemann aus Berlebeck († 1813);<br>er II oo 1811 Anne Marie Sophie Ilsabein Knappmann († 1842);<br>sie II oo 1817 Johann Hermann Conrad Gröne aus Schlangen († 1842) | ||
er II oo 1811 Anne Marie Sophie Ilsabein Knappmann († 1842); | * 1826 Conrad Wilhelm Meier (* 1798, †1831) oo Sophie Wilhelmine Elisabeth Horstmann, Haustenbeck Nr. 45 (* 1804);<br>sie II oo 1832 Henrich Friedrich Christoph Ernsthuneke aus Haustenbeck (* 1801 in Schlangen) | ||
sie II oo 1817 Johann Hermann Conrad Gröne aus Schlangen († 1842) | |||
* 1826 Conrad Wilhelm Meier (* 1798, †1831) oo Sophie Wilhelmine Elisabeth Horstmann, Haustenbeck Nr. 45 (* 1804); | |||
sie II oo 1832 Henrich Friedrich Christoph Ernsthuneke aus Haustenbeck (* 1801 in Schlangen) | |||
* 1852 Marie Sophie Wilhelmine Catharine Meier (* 1829, † 1876) oo 1850 Hermann Götz von Nr. 64 in Haustenbeck | * 1852 Marie Sophie Wilhelmine Catharine Meier (* 1829, † 1876) oo 1850 Hermann Götz von Nr. 64 in Haustenbeck | ||
* 1855 Conrad Pucker | * 1855 Conrad Pucker | ||