Teutoburger-Wald-Straße 8 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:1869 Anzeige-Blatt beschnitten.jpg|mini|„Zwangsweise Subhastation“ (Zwangsversteigerung) der Stätte Grothof, Hörste Nr. 21, Fürstl. Lipp. Regierungs- u. Anzeigeblatt 1869, Nr. 14]]
[[Datei:1869 Anzeige-Blatt beschnitten.jpg|mini|„Zwangsweise Subhastation“ (Zwangsversteigerung) der Stätte Grothof, Hörste Nr. 21, Fürstl. Lipp. Regierungs- u. Anzeigeblatt 1869, Nr. 14]]
[[Datei:Ausschnitt Teutoburgerwaldstraße.jpg|mini|Grundkarte Hörste, 1880, Ausschnitt mit heutiger Teutoburger-Wald-Straße und einigen Hausstätten: links Hanning Nr. 48, mittig Weber Nr. 12, rechts Wendt Nr. 21]]
[[Datei:Ausschnitt Teutoburgerwaldstraße.jpg|mini|Grundkarte Hörste, 1880, Ausschnitt mit heutiger Teutoburger-Wald-Straße und einigen Hausstätten: links Hanning Nr. 48, mittig Weber Nr. 12, rechts Wendt Nr. 21]]
[[Datei:Hörste Nr. 21 beschnitten.jpg|mini|Teutoburger-Wald-Straße 8, Straßenansicht, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]]
 
[[Datei:Wendt Hörste Nr 21 Grabstein.jpg|mini|Grabstein der Eheleute Wendt auf dem Friedhof in Stapelage, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]]
 
Zur Orientierung: Unter dem wohl typisch Hörster Namen Riesenberg<ref>Das um 1617 entstandene lippische Salbuch kennt unter dem Namen Riesenberg nur die beiden frühen Stätten in Hörste. Somit spricht vieles für eine ursprüngliche Herkunft des Namens Riesenberg, der bereits im 17. und 18. Jahrhundert in vielen anderen lippischen Dörfern vorkommt, von der Hörster Stätte mit der späteren Hausnummer 16.</ref> sind allein in Hörste vier vor 1900 entstandene Stätten/Häuser zu unterscheiden:
Zur Orientierung: Unter dem wohl typisch Hörster Namen Riesenberg<ref>Das um 1617 entstandene lippische Salbuch kennt unter dem Namen Riesenberg nur die beiden frühen Stätten in Hörste. Somit spricht vieles für eine ursprüngliche Herkunft des Namens Riesenberg, der bereits im 17. und 18. Jahrhundert in vielen anderen lippischen Dörfern vorkommt, von der Hörster Stätte mit der späteren Hausnummer 16.</ref> sind allein in Hörste vier vor 1900 entstandene Stätten/Häuser zu unterscheiden:


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Auf diese Weise kommt man auf der Stätte noch einige Jahrzehnte irgendwie zurecht. Anfang 1869 kann der zwölf Jahre zuvor eingeheiratete Colon August Büker den Konkurs jedoch nicht mehr abwenden.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 8)</ref>  Das Inventar und die Immobilien der Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Wohnhaus, 2) Schmiede Leibzucht, 3) 5 Metzen Garten und 4) 36 – 40 Schfls. Ackerland und Senne'', werden gegen Höchstgebot zwangsverkauft. Salomon Paradies, Kaufmann in Lage und häufiger in Immobiliengeschäften aktiv, erwirbt die Stätte und veräußert sie nach Aufteilung bald weiter.
Auf diese Weise kommt man auf der Stätte noch einige Jahrzehnte irgendwie zurecht. Anfang 1869 kann der zwölf Jahre zuvor eingeheiratete Colon August Büker den Konkurs jedoch nicht mehr abwenden.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 8)</ref>  Das Inventar und die Immobilien der Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Wohnhaus, 2) Schmiede Leibzucht, 3) 5 Metzen Garten und 4) 36 – 40 Schfls. Ackerland und Senne'', werden gegen Höchstgebot zwangsverkauft. Salomon Paradies, Kaufmann in Lage und häufiger in Immobiliengeschäften aktiv, erwirbt die Stätte und veräußert sie nach Aufteilung bald weiter.


''Der Besitzer der Grothoffschen Stätte Nr. 21 zu Hörste, Kaufmann Sal. I. Paradies hiers. erschien heute'' (14. Juli 1869) ''mit der Ehefrau des im Auslande befindlichen Colon Elkenkamp Nr. 60 zu Hörste''  .  .  .  und verkauft den Garten und ein Stück Ackerland an Elkenkamp.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 3)</ref>  Etwa zur gleichen Zeit beantragt Paradies die Genehmigung zur Errichtung eines Kottens auf Flächen vor dem Ehberg, die der Stätte Nr. 21 bei der letzten Hörster Gemeinheitsteilung um 1860 zugefallen waren. Dieser Kotten auf 15 Schfls. (ca. 2,5 ha) Fläche wird zur Neuwohnerstätte Hörste Nr. 68 und 1874 von Paradies an Ziegelmeister August Klarholz aus Müssen verkauft.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIV, 13)</ref>  Die restliche Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Hofraum, 2) Wohnhaus mit der Schmiede, 3) Garten beim Hause, 4) 4 Schfls. Land a. d. Hörsterbruche'', hat Paradies bereits 1871 an den Einlieger Töns Wendt veräußert.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIII, 15)</ref>  
''Der Besitzer der Grothoffschen Stätte Nr. 21 zu Hörste, Kaufmann Sal. I. Paradies hiers. erschien heute'' (14. Juli 1869) ''mit der Ehefrau des im Auslande befindlichen Colon Elkenkamp Nr. 60 zu Hörste''  .  .  .  und verkauft den Garten und ein Stück Ackerland an Elkenkamp.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 3)</ref>  Etwa zur gleichen Zeit beantragt Paradies die Genehmigung zur Errichtung eines Kottens auf Flächen vor dem Ehberg, die der Stätte Nr. 21 bei der letzten Hörster Gemeinheitsteilung um 1860 zugefallen waren. Dieser Kotten auf 15 Schfls. (ca. 2,5 ha) Fläche wird zur Neuwohnerstätte Hörste Nr. 68 und 1874 von Paradies an Ziegelmeister August Klarholz aus Müssen verkauft.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIV, 13)</ref>  Die restliche Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Hofraum, 2) Wohnhaus mit der Schmiede, 3) Garten beim Hause, 4) 4 Schfls. Land a. d. Hörsterbruche'', hat Paradies bereits 1871 an den Einlieger Töns Wendt veräußert.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIII, 15)</ref>
[[Datei:Hörste Nr. 21 beschnitten.jpg|mini|Teutoburger-Wald-Straße 8, Straßenansicht, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]]


==Gebäude==
==Gebäude==
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==Inschriften==
==Inschriften==
Das Haus Teutoburger-Wald-Straße 8 trägt als Inschrift zwischen Ornamenten sein Baujahr '''1930'''.  
Das Haus Teutoburger-Wald-Straße 8 trägt als Inschrift zwischen Ornamenten sein Baujahr '''1930'''.
[[Datei:Wendt Hörste Nr 21 Grabstein.jpg|mini|Grabstein der Eheleute Wendt auf dem Friedhof in Stapelage, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]]


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==