Teutoburger-Wald-Straße 8 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 9: | Zeile 9: | ||
}}1781 als ''Straßenkötter'' bezeichnete Stätte Henrich Riesenberg (oder Grothof), Hörste Nr. 21 - wird 1869 - 1871 durch Teilung und Verkauf zur Stätte Wendt, später Wiemann. | }}1781 als ''Straßenkötter'' bezeichnete Stätte Henrich Riesenberg (oder Grothof), Hörste Nr. 21 - wird 1869 - 1871 durch Teilung und Verkauf zur Stätte Wendt, später Wiemann. | ||
[[Datei:Ausschnitt Teutoburgerwaldstraße.jpg|mini|Grundkarte Hörste, 1880, Ausschnitt mit heutiger Teutoburger-Wald-Straße und einigen Hausstätten: links Hanning Nr. 48, mittig Weber Nr. 12, rechts Wendt Nr. 21]] | [[Datei:Ausschnitt Teutoburgerwaldstraße.jpg|mini|Grundkarte Hörste, 1880, Ausschnitt mit heutiger Teutoburger-Wald-Straße und einigen Hausstätten: links Hanning Nr. 48, mittig Weber Nr. 12, rechts Wendt Nr. 21]] | ||
| Zeile 43: | Zeile 43: | ||
Im Frühjahr 1732 heiratet der Anerbe Cord Berend Grothof in Hörste Anne Elisabeth Mensendiek aus Kachtenhausen; sie kommt zu ihm und bringt 40 Taler mit. Sein Beruf geht aus dem Kirchenbuch hervor: (Im März 1737) ''haben Cordt Berend Grotehoff, der zeitige Schmidt in Hörste, und deßen Ehefrau . . . ein Töchterlein taufen laßen''. | Im Frühjahr 1732 heiratet der Anerbe Cord Berend Grothof in Hörste Anne Elisabeth Mensendiek aus Kachtenhausen; sie kommt zu ihm und bringt 40 Taler mit. Sein Beruf geht aus dem Kirchenbuch hervor: (Im März 1737) ''haben Cordt Berend Grotehoff, der zeitige Schmidt in Hörste, und deßen Ehefrau . . . ein Töchterlein taufen laßen''. | ||
[[Datei:1824 Grothof 2.jpg|mini|Öffentlicher Aufruf zur Schulden-Ermittlung Grothof (auch von Kanzeln in Stapelage, Lage, Heiden und Detmold verlesen)]] | |||
[[Datei:1869 Anzeige-Blatt beschnitten.jpg|mini|„Zwangsweise Subhastation“ (Zwangsversteigerung) der Stätte Grothof, Hörste Nr. 21, Fürstl. Lipp. Regierungs- u. Anzeigeblatt 1869, Nr. 14]] | |||
Vor dem übernächsten Generationswechsel findet im Herbst 1797 ein Amtstermin in Detmold statt: <ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1, Nr. 1238</ref> ''Es hat sich ergeben, daß der Vater diese Stätte mit Bewilligung seines Anerben und 24-jährigen Sohns Jobst Herman an besagte seine Tochter und deren Bräutigam übergeben wolle, weil sein Sohn das auf der Stette immer getriebene Schmiedehandwerk nicht erlernt habe, und die Hörster Meÿers eine Schmiede gern an der Hand behallten wollten.'' . . . So geht es noch mehrere Generationen weiter, bis Ende 1857 in zweiter Ehe August Büker aus Hörste einheiratet, der kein Schmied ist, sondern dem damaligen Allerweltsberuf Ziegler nachgeht. | Vor dem übernächsten Generationswechsel findet im Herbst 1797 ein Amtstermin in Detmold statt: <ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1, Nr. 1238</ref> ''Es hat sich ergeben, daß der Vater diese Stätte mit Bewilligung seines Anerben und 24-jährigen Sohns Jobst Herman an besagte seine Tochter und deren Bräutigam übergeben wolle, weil sein Sohn das auf der Stette immer getriebene Schmiedehandwerk nicht erlernt habe, und die Hörster Meÿers eine Schmiede gern an der Hand behallten wollten.'' . . . So geht es noch mehrere Generationen weiter, bis Ende 1857 in zweiter Ehe August Büker aus Hörste einheiratet, der kein Schmied ist, sondern dem damaligen Allerweltsberuf Ziegler nachgeht. | ||
| Zeile 52: | Zeile 55: | ||
''Der Besitzer der Grothoffschen Stätte Nr. 21 zu Hörste, Kaufmann Sal. I. Paradies hiers. erschien heute'' (14. Juli 1869) ''mit der Ehefrau des im Auslande befindlichen Colon Elkenkamp Nr. 60 zu Hörste'' . . . und verkauft den Garten und ein Stück Ackerland an Elkenkamp.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 3)</ref> Etwa zur gleichen Zeit beantragt Paradies die Genehmigung zur Errichtung eines Kottens auf Flächen vor dem Ehberg, die der Stätte Nr. 21 bei der letzten Hörster Gemeinheitsteilung um 1860 zugefallen waren. Dieser Kotten auf 15 Schfls. (ca. 2,5 ha) Fläche wird zur Neuwohnerstätte Hörste Nr. 68 und 1874 von Paradies an Ziegelmeister August Klarholz aus Müssen verkauft.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIV, 13)</ref> Die restliche Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Hofraum, 2) Wohnhaus mit der Schmiede, 3) Garten beim Hause, 4) 4 Schfls. Land a. d. Hörsterbruche'', hat Paradies bereits 1871 an den Einlieger Töns Wendt veräußert.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIII, 15)</ref> | ''Der Besitzer der Grothoffschen Stätte Nr. 21 zu Hörste, Kaufmann Sal. I. Paradies hiers. erschien heute'' (14. Juli 1869) ''mit der Ehefrau des im Auslande befindlichen Colon Elkenkamp Nr. 60 zu Hörste'' . . . und verkauft den Garten und ein Stück Ackerland an Elkenkamp.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 3)</ref> Etwa zur gleichen Zeit beantragt Paradies die Genehmigung zur Errichtung eines Kottens auf Flächen vor dem Ehberg, die der Stätte Nr. 21 bei der letzten Hörster Gemeinheitsteilung um 1860 zugefallen waren. Dieser Kotten auf 15 Schfls. (ca. 2,5 ha) Fläche wird zur Neuwohnerstätte Hörste Nr. 68 und 1874 von Paradies an Ziegelmeister August Klarholz aus Müssen verkauft.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIV, 13)</ref> Die restliche Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Hofraum, 2) Wohnhaus mit der Schmiede, 3) Garten beim Hause, 4) 4 Schfls. Land a. d. Hörsterbruche'', hat Paradies bereits 1871 an den Einlieger Töns Wendt veräußert.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIII, 15)</ref> | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
[[Datei:Hörste Nr. 21 beschnitten.jpg|mini|Teutoburger-Wald-Straße 8, Straßenansicht, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]] | |||
Im Salbuch um 1640 verfügt die Stätte über ''nichts alß ein Klein Hauß'', auch 1683 wird zu Berend Riesenberg vermerkt: ''nur ein klein Brinksitzer, hatt nur ein Häusgen und kein Garten noch eig. Land.'' 1752/53 wird präzisiert: ''an Gebäuden 1) das Wohnhaus, 2) das Backhaus und Schmiede''. Im Salbuch 1781 wird zu diesem Bestand nachträglich „''Leibzucht''“ hinzugefügt. | Im Salbuch um 1640 verfügt die Stätte über ''nichts alß ein Klein Hauß'', auch 1683 wird zu Berend Riesenberg vermerkt: ''nur ein klein Brinksitzer, hatt nur ein Häusgen und kein Garten noch eig. Land.'' 1752/53 wird präzisiert: ''an Gebäuden 1) das Wohnhaus, 2) das Backhaus und Schmiede''. Im Salbuch 1781 wird zu diesem Bestand nachträglich „''Leibzucht''“ hinzugefügt. | ||
| Zeile 64: | Zeile 67: | ||
Das Haus Teutoburger-Wald-Straße 8 trägt als Inschrift zwischen Ornamenten sein Baujahr '''1930'''. | Das Haus Teutoburger-Wald-Straße 8 trägt als Inschrift zwischen Ornamenten sein Baujahr '''1930'''. | ||
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ||
| Zeile 265: | Zeile 268: | ||
(1869 – 1871 Salomon I. Paradies, Immobilien-Kaufmann in Lage) | (1869 – 1871 Salomon I. Paradies, Immobilien-Kaufmann in Lage) | ||
[[Datei:Wendt Hörste Nr 21 Grabstein.jpg|mini|Grabstein der Eheleute Wendt auf dem Friedhof in Stapelage, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]] | |||
1871 – 1900 <u>Töns</u> Henrich Wendt (1827 – 1917), vor Kauf der Stätte Nr. 21 Einl., Weber u. Ziegler/Ziegelmeister in Hörste, ∞ 1853 Luise Florentine Klutmann (1833 – 1891) von Hörste Nr. 33 | 1871 – 1900 <u>Töns</u> Henrich Wendt (1827 – 1917), vor Kauf der Stätte Nr. 21 Einl., Weber u. Ziegler/Ziegelmeister in Hörste, ∞ 1853 Luise Florentine Klutmann (1833 – 1891) von Hörste Nr. 33 | ||