Gegenüber Hiddentruper Straße 5: Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
==Geschichte==
 
[[Datei:1533 Salbuch Riesenberg LAV NRW OWL L101CI 00090 0016.jpg|mini|Stätte Riesenberg im Salbuch von 1533, LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 90, S. 23]]
Im Salbuch der Vogtei Lage von 1533  heißt es zur Hörster Stätte Riesenberg: ''Rÿsenbruck, dat guet hoert vp den Hove tho Stapellaghe.''<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I, Nr. 90, S. 23</ref>  Die Stätte ist zu dieser Zeit ein Pachtkotten des Meierhofes Stapelage, der seinerseits dem Kloster Marienfeld gehört. Irgendwann in den folgenden 85 Jahren ändert sich dies, denn im nächsten Salbuch von 1617 notiert der Vogt oder Schreiber zu der Stätte Riesenberg: ''M. gn.''(ädigen) ''Herrn Eÿgen''  -  die Stätte ist jetzt also Eigentum des lippischen Grafen. In allen Schatzregistern findet sich die kleine Stätte: 1467 ''Hencke Rÿsenbroick 1 g.'', 1488 ''Henke Rÿsenbrock'', 1497 ''Hencke Rÿsenbrok 1 m.'', 1507 ''Hencke Risinbroick ½ g.'', 1535 ''Rÿsenbrock 1 Ort'', 1545 ''Rÿsenbroick 1 Ort'', 1562 ''Rÿsennbroick ½ Fl.'', 1572 ''Rÿsennbroick ½ Ort'', 1590 ''Risenbruch 1 Ort'', 1618 ''Rißenbergh 20 Gr.''.
Im Salbuch der Vogtei Lage von 1533  heißt es zur Hörster Stätte Riesenberg: ''Rÿsenbruck, dat guet hoert vp den Hove tho Stapellaghe.''<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I, Nr. 90, S. 23</ref>  Die Stätte ist zu dieser Zeit ein Pachtkotten des Meierhofes Stapelage, der seinerseits dem Kloster Marienfeld gehört. Irgendwann in den folgenden 85 Jahren ändert sich dies, denn im nächsten Salbuch von 1617 notiert der Vogt oder Schreiber zu der Stätte Riesenberg: ''M. gn.''(ädigen) ''Herrn Eÿgen''  -  die Stätte ist jetzt also Eigentum des lippischen Grafen. In allen Schatzregistern findet sich die kleine Stätte: 1467 ''Hencke Rÿsenbroick 1 g.'', 1488 ''Henke Rÿsenbrock'', 1497 ''Hencke Rÿsenbrok 1 m.'', 1507 ''Hencke Risinbroick ½ g.'', 1535 ''Rÿsenbrock 1 Ort'', 1545 ''Rÿsenbroick 1 Ort'', 1562 ''Rÿsennbroick ½ Fl.'', 1572 ''Rÿsennbroick ½ Ort'', 1590 ''Risenbruch 1 Ort'', 1618 ''Rißenbergh 20 Gr.''.


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In der amtlichen Einschätzung des Vorhabens klingt ein möglicher Grund für die hohe Verschuldung der Stätte an: <ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1, Nr. 1239</ref>  ''.  .  .  da des Verkäufers Vater dreÿ Jahre ganz zusammen gewachsen bettlägerig gewesen, und dadurch der Colonus zurückgekommen, und in Schulden geraten ist, so wäre der angetragene Verkauf unter den für den Verkäufer vortheilhaften Bedingungen  .  .  .  wohl zu genehmigen, denn sonst müßte die Stette ohnehin nächstens öffentlich meistbietend verkauft werden, um die andringenden Creditoren zu befriedigen.'' Alsbald wird der Stättenverkauf genehmigt; Käufer Brink erhält einen Kauf- und Meierbrief, der der Akte im Entwurf beiliegt.
In der amtlichen Einschätzung des Vorhabens klingt ein möglicher Grund für die hohe Verschuldung der Stätte an: <ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1, Nr. 1239</ref>  ''.  .  .  da des Verkäufers Vater dreÿ Jahre ganz zusammen gewachsen bettlägerig gewesen, und dadurch der Colonus zurückgekommen, und in Schulden geraten ist, so wäre der angetragene Verkauf unter den für den Verkäufer vortheilhaften Bedingungen  .  .  .  wohl zu genehmigen, denn sonst müßte die Stette ohnehin nächstens öffentlich meistbietend verkauft werden, um die andringenden Creditoren zu befriedigen.'' Alsbald wird der Stättenverkauf genehmigt; Käufer Brink erhält einen Kauf- und Meierbrief, der der Akte im Entwurf beiliegt.


[[Datei:Sterbeeintrag Johann Töns Riesenberg beschnitten.jpg|mini|Kirchenbuch Stapelage, Sterbe- und Begräbniseintrag Johann Töns Riesenberg, 1806]]
Gänzlich anders sieht Pastor Jenin in Stapelage die Hintergründe zum Ende der Stätte Riesenberg, und er kann 1806 bei der Beerdigung des Verkäufers Johann Töns Riesenberg nicht umhin, dies mit schwerer Hand in aller Deutlichkeit in dessen Sterbeeintrag hineinzuschreiben: ''den 8ten Junii starb Johann Töns Riesenberg in Hörste an der Auszehrung, nach dem er seine gantze Güther, Hauß, Hoff, Gärtens und Berg versoffen hatte, er wurde abends den 11ten Jun: begraben, sein Alter war 48 Jahre.''
Gänzlich anders sieht Pastor Jenin in Stapelage die Hintergründe zum Ende der Stätte Riesenberg, und er kann 1806 bei der Beerdigung des Verkäufers Johann Töns Riesenberg nicht umhin, dies mit schwerer Hand in aller Deutlichkeit in dessen Sterbeeintrag hineinzuschreiben: ''den 8ten Junii starb Johann Töns Riesenberg in Hörste an der Auszehrung, nach dem er seine gantze Güther, Hauß, Hoff, Gärtens und Berg versoffen hatte, er wurde abends den 11ten Jun: begraben, sein Alter war 48 Jahre.''