Richthofenstraße 70 (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen

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Joachim Kleinmanns (Diskussion | Beiträge)
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|Quartiersnummer=A 102
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}}Eine im Jahr 1845 gegründete Hausstätte. Sogenannte "Kaffeemühle". Alte Quartiersnummer A 102. Die Hausstätte wurde ehemals auch als Lemgoer Chaussee 56 geführt.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
}}Eine im Jahr 1845 gegründete Hausstätte. Sogenannte "Kaffeemühle". Alte Quartiersnummer A 102. Die Hausstätte wurde ehemals auch als Lemgoer Chaussee 56 geführt.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>In den Adressbüchern (s. u.) 1884 bis 1901 Bezirk bzw. Feldmark IV Nr. 1, Quartiernummer A 102 (1891 jedoch Lemgoer-Chaussee 1); 1904 Lemgoer Chaussee 58; 1909 Lemgoerchaussee 56, ab 1912 Lemgoerstraße 70.


==Geschichte==
==Geschichte==


1845 durch den Gärtner Adolph Bergmann gegründete Stätte. 1862 Nutzung als Gaststätte, 1894 erstmals als Kaffeemühle erwähnt.<ref>{{DetmoldAdressbuch1894}}, S. 74.</ref>


1919 von dem Detmolder Kunstmaler [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Rötteken Ernst Rötteken] erworben und zum Atelierhaus umgebaut. "Der vor 1854 vor der Stadt im freien Gartengelände an der Lemgoer Chaussee errichtete Bau war in der 2. Hälfte des 19. Jh. ein beliebtes Ausflugslokal der Detmolder Bürger, das noch heute unter dem Namen "Kaffeemühle" bekannt ist. Nach ihm hieß der südliche, zur Stadt fallende Hang der "Kaffeemühlenberg", der im ausgehenden 19. Jh. erschlossen und bebaut wurde.<ref>{{PetersBaugeschichte1953}}, S. 223.</ref> Das Haus wurde 1919/20 nach Plänen von Dipl.-Ing. Hörmann für den bedeutenden lippischen Landschaftsmaler Ernst Rötteken (1882 - 1945), der 1917 den Lippischen Künstlerbund mitgegründet und lange als Vorsitzender geleitet hat, als Wohn- und Atelierhaus umgebaut und erweitert. Das Haus ist seither kaum verändert worden."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref>
Am 17.5.1988 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen, A279.


==Gebäude==
==Gebäude==
[[File:Detmold - 279 - Richthofenstraße 70.jpg|thumb| Richthofenstraße 70, Atelierhaus Ernst Rötteken, 2012, Foto: Tsungam]]
"Der eingeschossige Verputzte Massivbau mit talseitig vollständigem Souterraingeschoß wurde vor 1854 errichtet und 1920 umgebaut. Er ist heute gekennzeichnet durch das konvex-konkav geschweifte Mansarddach, mit beidseitig aufgesetzten Zwerchhäusern, die seitlich von je einer Schleppgaube flankiert sind. Die kubischen Anbauten an den Giebelseiten, nach Südosten mit Altan, nach Nordwesten mit Walmdach, wurden in der Umbauphase um 1920 errichtet. Die vier Rundbogenfenster im gartenseitigen Souterraingeschoß und die Rundbogeneingangstür in der Mittelachse stammen wohl aus der Bauzeit vor 1854. Die Tür ist zweiflügelig mit schmalem Standflügel und rundbogigem Oberlicht. Auf den Flügeln über Sockelbrett drei (1 : 2) schlanke ionisierende Pilaster mit Sockelprofil und zierlichen, flachen Kapitellen. - Im Inneren des Hauses zahlreiche orig. Zimmertüren mit schlichter Felderung, durchgängig noch mit den orig. Kasten, Schlössern und Beschlägen."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref>
1919 Umbau der "Kaffeemühle" durch den Detmolder Ingenieur Hörmann zu einem Wohn- und Atelierhaus.<ref>{{ScheefErnst1995}}, S. 16.</ref> "Der Umbau von 1919/20 hat mit der Umgestaltung der Eingangs- und Giebelseiten und dem ungewöhnlichen, mansardähnlichen Schweifdach den Urbau in eigenwilliger und origineller, an der Reformarchitektur der Zeit um den Ersten Weltkrieg orientierter Weise umgeprägt, hat aber dabei zugleich in bemerkenswerter Schonung des Altbestandes die Gartenseite in ihrem spät-klassizistisch geprägten Charakter (mit Rundbogenöffnungen im Erdgeschoß samt Haustür und Fensterteilung, Zwerchhaus mit flachem Dreiecksgiebel) bewahrt und in die Neugestaltung einbezogen sowie das Innere weitgehend unberührt belassen."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref>


==Inschriften==
==Inschriften==
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==


1845, Adolph Bergmann, Privatgärtner.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1845 Adolph Bergmann, Privatgärtner.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
 
1852 Dietrich Karl Piderit, Auditor und Geheimer Oberregierungsrat. Weitere Informationen zu Piderit sind zu finden in seinem Eintrag im "Deutsches Geschlechterbuch Band 7", S. 207-209. und dem Werk: Piderit, "Abriß meines Lebens". Eine Abschrift des Letzteren ist im Stadtarchiv Detmold unter der Verzeichnung StadtA Detmold D 71 Nr. 410 zu finden.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
 
1862 Wilhelm Beineke, Wirt.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
 
1870 H. Hüppe, wohnhaft in Remmighausen.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
 
1872, Karl Friedrich Wiebecke, Particulier.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
 
1882 Bankgeschäft "Salomon & Oppenheimer".<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
 
1884 Adolf Lüken, Medizinalrat.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
 
1884 Eigentümer: Salomon & Oppenheimer, Bankgeschäft; Bewohner*innen: Dr. Adolf Bernhard Lücken, Medizinalrat a. D.<ref>{{DetmoldAdressbuch1884}}, S. 45.</ref>
 
1887 Dr. Adolf Bernhard Lücken, Medizinal-Rat a. D.<ref>{{DetmoldAdressbuch1887}}, S. 50.</ref>
 
1891 Frau Medizinal-Rat Lüken.<ref>{{DetmoldAdressbuch1891}}, S. 58.</ref>
 
1894 Sophie Kohring, Witwe, Rentnerin, Kaffeemühle, Lemgoerchaussee, vom 1. April ab: Wirtschaft, Besitzer: Rehm.<ref>{{DetmoldAdressbuch1894}}, S. 74.</ref>
 
1897 Hermann Rehm, Wirt; Louise Brinckoch, Witwe.<ref>{{DetmoldAdressbuch1897}}, S. 109.</ref>


1852, Dietrich Karl Piderit, Auditor und Geheimer Oberregierungsrat. Weitere Informationen zu Piderit sind zu finden in seinem Eintrag im "Deutsches Geschlechterbuch Band 7", S. 207-209. und dem Werk: Piderit, "Abriß meines Lebens". Eine Abschrift des Letzteren ist im Stadtarchiv Detmold unter der Verzeichnung StadtA Detmold D 71 Nr. 410 zu finden.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1901 Hermann Rehm, Gastwirt, Wirtschaft "Zur Kaffeemühle".<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 22.</ref>


1862, Wilhelm Beineke, Wirt.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1904 Hermann Rehm, Gastwirtschaft "Zur Kaffeemühle".<ref>{{DetmoldAdressbuch1904}}, S. 64.</ref>


1870, H. Hüppe, wohnhaft in Remmighausen.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1909 Eigentümer: Niemeyer/Röhrentrup; Bewohner: Julius Adam, Gastwirt.<ref>{{DetmoldAdressbuch1909}}, S. 21 u. 43.</ref>


1872, 1872, Karl Friedrich Wiebecke, Particulier.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1912 Franz Jann, Wirt.<ref>{{DetmoldAdressbuch1912}}, S. 24 u. 43.</ref>


1882, Bankgeschäft "Salomon & Oppenheimer".<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1914 Franz Jann, Masseur und Wirt.<ref>{{DetmoldAdressbuch1914}}, S. 44.</ref>


1884, Adolf Lüken, Medizinalrat.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1916 kein Adressbucheintrag (vermutl. unbewohnt, s. 1918).<ref>{{DetmoldAdressbuch1916}}.</ref>
 
1918 Eigentümerin: Frau Rittergutsbesitzerin Niemeyer/Röhrentrup; unbewohnt.<ref>{{DetmoldAdressbuch1918}}, S. 56.</ref>
 
1919 Kauf der Kaffeemühle durch den Maler Ernst Rötteken.<ref>{{ScheefErnst1995}}, S. 16.</ref>
 
1920 Ernst Rötteken, Kunstmaler.<ref>{{DetmoldAdressbuch1920}}, S. 97.</ref>
 
1923 Ernst Rötteken, Kunstmaler; Frau Agnes Reye, Rentnerin.<ref>{{DetmoldAdressbuch1923}}, S. 52.</ref> Vermutlich die Schwiegermutter Röttekens, der 1912 die aus Otterndorf stammende Margarethe Reye geheiratet hatte.<ref>{{ScheefErnst1995}}, S. 15.</ref>
 
1925 Ernst Rötteken, Kunstmaler.<ref>{{DetmoldAdressbuch1925}}, S. 165.</ref>
 
1926 Ernst Rötteken, Kunstmaler.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 213.</ref>


==Literatur==
==Literatur==
Vera Scheef/Imke Tappe-Pollmann, Ernst Rötteken 1882-1945. Leben und Werk des lippischen Künstlers, Detmold 1995 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/8460476 Digitalisat]


==Quellen==
==Quellen==
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StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 9.
StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 9.


Salbuch, LAV NRW OWL L 101 C I Nr. 7-10.
LAV NRW OWL L 101 C I Nr. 7-10, Salbuch.


==Weblinks==
==Weblinks==
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