Hiddentruper Straße 5 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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1765 trat Johann Berend Schapeler, der eigentlich Anerbe der Stätte Schapeler in der Senne war <ref>LAV NRW OWL, L 83 A, Nr. 12 S 140</ref>, die Nachfolge auf dem Hof Brink an und heiratete eine Nichte des abtretenden kinderlosen Kötterpaares. Neunzig Jahre später  -  1855  -  erhielt ein Neffe des abtretenden, gerade verwitweten kinderlosen Kötters den Hof per Schenkung. Er heiratete im Folgejahr eine Tochter von der Stätte Schapeler in der Senne, d. h. aus der anderseitigen Verwandtschaft des Schenkers. Dem jungen Kötter wurden dann in zwei Ehen zehn Kinder geboren, von denen das Älteste  -  Hermann Brink  -  1897 den Hof übernahm und im Folgejahr heiratete, aber ebenfalls kinderlos blieb. Hermann Brink und Ehefrau verkauften den Hof 1911 an seinen jüngsten Halbbruder Fritz Brink.
1765 trat Johann Berend Schapeler, der eigentlich Anerbe der Stätte Schapeler in der Senne war <ref>LAV NRW OWL, L 83 A, Nr. 12 S 140</ref>, die Nachfolge auf dem Hof Brink an und heiratete eine Nichte des abtretenden kinderlosen Kötterpaares. Neunzig Jahre später  -  1855  -  erhielt ein Neffe des abtretenden, gerade verwitweten kinderlosen Kötters den Hof per Schenkung. Er heiratete im Folgejahr eine Tochter von der Stätte Schapeler in der Senne, d. h. aus der anderseitigen Verwandtschaft des Schenkers. Dem jungen Kötter wurden dann in zwei Ehen zehn Kinder geboren, von denen das Älteste  -  Hermann Brink  -  1897 den Hof übernahm und im Folgejahr heiratete, aber ebenfalls kinderlos blieb. Hermann Brink und Ehefrau verkauften den Hof 1911 an seinen jüngsten Halbbruder Fritz Brink.


Im neunzehnten Jahrhundert besaßen eigentlich alle Hörster Stättenbesitzer ein Kolonat und hatten eine Hausnummer  -  nur Brink hatte zwei  -  er war zugleich Colon Nr. 8 und Nr. 16. Diese Besonderheit führte bei der Einrichtung des Hörster Grundbuches in den 1880er Jahren zu Irritationen.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300088 - 300091</ref>  In der obligatorischen Befragung, wie er zu seinem Hof bzw. hier Höfen gekommen sei, gab Johann Hermann Brink, geb. Brüning, an, einer seiner Vorgänger habe die uralte Kleinstätte Riesenberg Nr. 16 vor etwa hundert Jahren gekauft. Die Felder habe man vor langer Zeit zusammengelegt, weil diese so günstiger zu bewirtschaften seien. Er habe dann die damals sehr baufälligen Gebäude der Stätte Riesenberg um 1870 abreißen lassen. Die fehlende Genehmigung fürstl. Regierung zur Integration der Stätte Nr. 16 in den Hof Nr. 8 wurde dann erst nachträglich nach genauer Prüfung der Angelegenheit im Mai 1886 erteilt.
Im neunzehnten Jahrhundert besaßen eigentlich alle Hörster Stättenbesitzer ein Kolonat und hatten eine Hausnummer  -  nur Brink hatte zwei  -  er war zugleich Colon Nr. 8 und Nr. 16. Diese Besonderheit führte bei der Einrichtung des Hörster Grundbuches in den 1880er Jahren zu Irritationen.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300088 - 300091, S. 2f</ref>  In der obligatorischen Befragung, wie er zu seinem Hof bzw. hier Höfen gekommen sei, gab Johann Hermann Brink, geb. Brüning, an, einer seiner Vorgänger habe die uralte Kleinstätte Riesenberg Nr. 16 vor etwa hundert Jahren gekauft. Die Felder habe man vor langer Zeit zusammengelegt, weil diese so günstiger zu bewirtschaften seien. Er habe dann die damals sehr baufälligen Gebäude der Stätte Riesenberg um 1870 abreißen lassen. Die fehlende Genehmigung fürstl. Regierung zur Integration der Stätte Nr. 16 in den Hof Nr. 8 wurde dann erst nachträglich nach genauer Prüfung der Angelegenheit im Mai 1886 erteilt.


So erklärt es sich, das die Adresse/das Haus Hörste Nr. 16 im lipp. Adressbuch von 1901 fehlt. Als der abtretende Kötter Hermann Brink den Hof 1911 an seinen Bruder Fritz verkauft hatte, nahm er keine Leibzucht auf dem Hof Brink in Anspruch, sondern baute sich und seiner Frau ein ansehnliches Haus in Hörste „auf dem Kreuze“, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Dieses Haus erhielt die alte, seit etwa 1870 faktisch und seit 1886 auch amtlich frei gewordene Hörster Hausnummer 16.
So erklärt es sich, das die Adresse/das Haus Hörste Nr. 16 im lipp. Adressbuch von 1901 fehlt. Als der abtretende Kötter Hermann Brink den Hof 1911 an seinen Bruder Fritz verkauft hatte, nahm er keine Leibzucht auf dem Hof Brink in Anspruch, sondern baute sich und seiner Frau ein ansehnliches Haus in Hörste „auf dem Kreuze“, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Dieses Haus erhielt die alte, seit etwa 1870 faktisch und seit 1886 auch amtlich frei gewordene Hörster Hausnummer 16.