Kirchplatz o.Nr. (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei: Kirche Heiden von Süden.jpg | thumb | Kirche Heiden von Süden, Foto Hans-M. Kaup 2017]] | [[Datei: Kirche Heiden von Süden.jpg | thumb | Kirche Heiden von Süden, Foto Hans-M. Kaup 2017]] | ||
Die Kirche in Heiden wurde oberhalb des Oetternbaches auf einem Felssporn aus mergeligem Kalkgestein errichtet. Der Standort liegt nahe einer Furt am | Die Kirche in Heiden wurde oberhalb des Oetternbaches auf einem Felssporn aus mergeligem Kalkgestein errichtet. Der Standort liegt nahe einer Furt am Oetternbach. | ||
Schriftliche Quellen zur Gründung der Kirche liegen nicht vor. Eine erste schriftliche Erwähnung der Kirche in Heiden findet sich in einem Verzeichnis des Herforder | Schriftliche Quellen zur Gründung der Kirche liegen nicht vor. Eine erste schriftliche Erwähnung der Kirche in Heiden findet sich in einem Verzeichnis des Herforder Stiftes vom Berge aus dem Jahr 1151 unter der Ortsbezeichnung „Hethe“.<ref>{{HülsHeiden1974}} S.114</ref> Der lateinische Name Hethe (später auch Hethis oder Hethem), als „Haus in der Heide“ für den Standort der Kirche nimmt offenbar Bezug auf den ca. 400 m westlich der Kirche damals schon bestehenden Meierhof zu Heiden, der später als Hof Meier Nr. 3 in Heiden bezeichnet wurde. | ||
Zur Gründung der Kirche in Heiden gibt es unterschiedliche Annahmen. Eine | Zur Gründung der Kirche in Heiden gibt es unterschiedliche Annahmen. Eine Hypothese bezieht sich auf den Paderborner Bischof Meinwerk, der in seiner Zeit als Bischof (1009-1036) die neu gegründeten Kirchen im Bistum unter dem Patronat Peter und Paul errichten ließ. Ausführliche Überlegungen dazu finden sich bei Hüls. <ref>Hüls 1974 S. 112 ff</ref> | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
[[Datei: Lage - 07 - Kirche Heiden.jpg|thumb|Dorfkirche Heiden, 2012, Foto: Tsungam]] | [[Datei: Lage - 07 - Kirche Heiden.jpg|thumb|Dorfkirche Heiden, 2012, Foto: Tsungam]] | ||
Im Jahre 1970 wurden in der Heidener Kirche im Zuge von Bauarbeiten archäologischen Grabungen durchgeführt. Dabei fanden Dr. Lobbedey und Hohenschwert im Chorraum der Kirche Fundamentreste von einem vorromanischen Apsidensaal, den sie in die Zeit von 950-1025 einordnen. Dieser erste Bau hatte eine Länge von 26,80 m und der Breite von 7,80 m und ähnelte anderen Kirchengrundrissen in Lippe (Schlangen, Heiligenkirchen), jedoch der Kirchenraum in Heiden war auffällig länger. | |||
Der romanische Turm an der Westseite ist der älteste noch bestehende Teil der heidener Kirche und wurde zwischen 1100 und 1150 aus Natursteinmauerwerk erstellt. Die äußeren Abmessungen betragen 8 x 8 m und die Höhe des gemauerten Turmes beträgt 23 m. | |||
Die Kirche in Heiden ist mehrfach durch Anbauten an den romanischen Turm erweitert worden, etwa im 12. Jahrhundert als romanische Kirche mit rechteckigem Chorraum an der Ostseite. Die folgenden Erweiterungen zu der noch heute bestehenden Kirche als einer dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche mit einem polygonen Chorraum entstanden bis 1380. Auf vier Pfeilern ruhen die Stützbögen, die das Kreuzgratgewölbe tragen. In die Außenwand des Chorraumes ist ein kleiner Tabernakel mit einer Pelikandarstellung eingebaut worden. | |||
Unter den Kalkfarbanstrichen von vielen Jahrhunderten fanden sich im Jahre 1957 Ausmalungen aus der Frühzeit der Kirche, die in etwa eine Datierung der letzten Bauphase erlauben. Die Ausmalungen auf den Fensterpfeilern im Chorraum mit einem Apostelzyklus soll schon in der Zeit bis 1380 entstanden sein. Neben den Abbildungen vom heiligen Sebastian und Hubertus im Nordflügel kommt der Darstellung des heiligen Christopherus im Südflügel eine besondere Bedeutung zu. Hier verweisen die spätgotische Darstellung der umgebenden Landschaft, des Gewandes und des Schlapphutes auf Anlehnungen an die Gemälde des Soester Malers Heinrich Aldegrever (1502-1555), weshalb man davon ausgeht, dass diese Wandmalerei spätesten um 1530 entstanden ist. <ref>Hüls 1974 S. 107 </ref> | |||
[[Datei: Kirchplatz Heiden 01..jpg | thumb | Kirchplatz Heiden 01., Foto Mika Wei-ser, 2025]] | |||
Besonderes Merkmal der Kirche in Heiden ist der hohe, um 90° gedrehte achtseitige Kirchturmhelm. Ein zuvor bestehender Kirchturm wurde 1633 bei einem Gewitter zerstört. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde im Jahre 1663 ein neuer Kirchturm wie-der aufgebaut in der noch heute bestehenden gedrehten Form. Eine Vermessung der Höhe des Kirchturmes ergab 2024, dass die Höhe des Kirchturmes von der Schwelle am Turmeingang bis OK der Kugel eine Höhe von 50,62 m beträgt. | |||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
==Glocken== | ==Glocken== | ||
Der Glockenstuhl mit drei mittelalterlichen Glocken ist der älteste in Westfalen-Lippe. | Der Glockenstuhl mit drei mittelalterlichen Glocken ist der älteste in Westfalen-Lippe. | ||
Im Kirchturm befinden sich drei Glocken, die die beiden Weltkriege unbeschadet überstanden haben. Die älteste und größte der Glocken stammt aus dem Jahre 1466, ist 1,20 m hoch, hat einen Durchmesser von 1,40 m und wiegt 1370 kg. <ref>B. Meier, Dorfkirche Heiden, 1995, S. 83</ref> | |||
==Orgel== | ==Orgel== | ||
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==Pastoren== | ==Pastoren== | ||
Als erster Priester wird 1315 für Heiden Heinrich von Ickenhausen genannt. <ref>Hüls 1974 S. 106</ref> Eine Liste der weiteren Priester bzw. Pfarrer in Heiden findet sich in der Beschreibung des Pfarrhauses Heiden [[Kirchplatz 8 (Heiden)|Kirchplatz 8]] sowie | |||
bis 1926<ref name="Butterweck" /> | bis 1926<ref name="Butterweck" /> | ||
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