Schapeler in der Senne: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach unauffälliger Nennung in Schatzregistern 1616, 1618, 1619, 1620 und 1622 dann die einschneidende Veränderung; im Landschatzregister 1625 erscheint erstmals ein Zusatz: ''Sewen achterm berge, abgebrandt vndt nicht weder erbauwedt.''<ref> LAV NRW OWL, L 92 Z, Nr. 1423 u. Nr. 1424</ref> Bis 1646 wird die Stätte mehrfach mit der Anmerkung a''bgebrandt, gantz wegh'' oder i''tzo aber wegh'' gekennzeichnet, danach erscheint der Stättenname ''Se''(u)''wen hinder/achter dem Berge'' nicht mehr in Registern und anderen Archivalien.
Nach unauffälliger Nennung in Schatzregistern 1616, 1618, 1619, 1620 und 1622 dann die einschneidende Veränderung; im Landschatzregister 1625 erscheint erstmals ein Zusatz: ''Sewen achterm berge, abgebrandt vndt nicht weder erbauwedt.''<ref> LAV NRW OWL, L 92 Z, Nr. 1423 u. Nr. 1424</ref> Bis 1646 wird die Stätte mehrfach mit der Anmerkung a''bgebrandt, gantz wegh'' oder i''tzo aber wegh'' gekennzeichnet, danach erscheint der Stättenname ''Se''(u)''wen hinder/achter dem Berge'' nicht mehr in Registern und anderen Archivalien.


Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Stätte ''Seuwen achter dem Berge'' im Sommer 1623 bei großen Truppendurchzügen von Ost nach West (zuerst Armee des Christian von Braunschweig, dann verfolgend eine kaiserliche Armee unter Tilly) niedergebrannt worden. In diesem Rahmen kam es im Sommer 1623 zu einer brutalen Verwüstung der nahen Dorfschaft Oerlinghausen. Hierzu liegt ein Beschwerdeschreiben des lippischen Grafen an den kaiserlichen Heerführer Tilly vom 24. Juli 1623 vor, in dem es heißt: <ref> LAV NRW OWL, L 56 Nr. 10 </ref>  .  .  .  ''daß dero Armee meine Graffschafft vorbei paßieren solle, derowegen thue gegen dieselbige Ich mich dienstfreundtlich bedanken, ich mag aber E: Exelz: darbeÿ nicht verhalten, daß unerachtet dero ungezweiffelten ernsten Befehls, gleichwoll viell vnderschiedtliche eintzelichte Trouppen beÿ 10, 20, auff hundert vnndt darüber häuffigs herein geritten vndt sonderlich im Kirspell Orlinghausen die arme Leuthe, die neben anderen biß dahero zu Underhaltung des Lindtloischen gantzer siebenzehn Wochen in dieser Graffschafft einlogierten Regiments alle das Ihrige vndt waß sie müsten darzu entlehnen vndt auffbringen können, gehorsamb vndt willig dargeschoßen vndt also deßwegen  zu Ihr vndt der Ihrigen nottwendiger Alimentation fast nichts behalten, überfallen, Häuser, Mühlen, Höfe, Fenster vndt Thüren mit Gewaldt auß vndt auffgeschlagen, waß noch vbrigs gewesen darauß genommen, alles Haußgeräth, Kisten vndt Kasten in Stücke zerschlagen, auch die Leuthe jämmerlich verwundet vndt beleidigtt, die Kirchen auffgebrochen, ja auch, welches aber doch dießer Örter vnerhört vndt abscheulich, der Todten Gräber nicht geschonet, die Sarke vndt Leichnam herauß genommen vndt alles waß irgendtwo in Kirchen vndt Häusern zu finden, geplündert vndt mitgenommen haben. Vndt ob man woll nicht eigentlich wißen kan(n), wer eines nach dem anderen gethan, ist doch der Obrist Nivenheimb umb Mitternacht in gedachtes Örlinghausen gefallen, vnndt hatt alles waß da vorhanden gewesen, außgeplündert vnndt weggeführt. Was nun aber solcher großer Frevel, Gewaldt, Muthwill vnndt Schade gantz unverantwortl: vnndt erbarmlich,  .  .  .''
Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Stätte ''Seuwen achter dem Berge'' im Sommer 1623 bei großen Truppendurchzügen von Ost nach West (zuerst Armee des Christian von Braunschweig, dann verfolgend eine kaiserliche Armee unter Tilly) niedergebrannt worden. In diesem Rahmen kam es im Juli 1623 auch zu einer brutalen Verwüstung der nahen Dorfschaft Oerlinghausen. Hierzu liegt ein Beschwerdeschreiben des lippischen Grafen an den kaiserlichen Heerführer Tilly vom 24. Juli 1623 vor, in dem es heißt: <ref> LAV NRW OWL, L 56 Nr. 10 </ref>  .  .  .  ''daß dero Armee meine Graffschafft vorbei paßieren solle, derowegen thue gegen dieselbige Ich mich dienstfreundtlich bedanken, ich mag aber E: Exelz: darbeÿ nicht verhalten, daß unerachtet dero ungezweiffelten ernsten Befehls, gleichwoll viell vnderschiedtliche eintzelichte Trouppen beÿ 10, 20, auff hundert vnndt darüber häuffigs herein geritten vndt sonderlich im Kirspell Orlinghausen die arme Leuthe, die neben anderen biß dahero zu Underhaltung des Lindtloischen gantzer siebenzehn Wochen in dieser Graffschafft einlogierten Regiments alle das Ihrige vndt waß sie müsten darzu entlehnen vndt auffbringen können, gehorsamb vndt willig dargeschoßen vndt also deßwegen  zu Ihr vndt der Ihrigen nottwendiger Alimentation fast nichts behalten, überfallen, Häuser, Mühlen, Höfe, Fenster vndt Thüren mit Gewaldt auß vndt auffgeschlagen, waß noch vbrigs gewesen darauß genommen, alles Haußgeräth, Kisten vndt Kasten in Stücke zerschlagen, auch die Leuthe jämmerlich verwundet vndt beleidigtt, die Kirchen auffgebrochen, ja auch, welches aber doch dießer Örter vnerhört vndt abscheulich, der Todten Gräber nicht geschonet, die Sarke vndt Leichnam herauß genommen vndt alles waß irgendtwo in Kirchen vndt Häusern zu finden, geplündert vndt mitgenommen haben. Vndt ob man woll nicht eigentlich wißen kan(n), wer eines nach dem anderen gethan, ist doch der Obrist Nivenheimb umb Mitternacht in gedachtes Örlinghausen gefallen, vnndt hatt alles waß da vorhanden gewesen, außgeplündert vnndt weggeführt. Was nun aber solcher großer Frevel, Gewaldt, Muthwill vnndt Schade gantz unverantwortl: vnndt erbarmlich,  .  .  .''
   
   
Der Landesherr stand dem voranschreitenden dreißigjährigen Krieg mehr oder weniger hilflos gegenüber; so wird in den 1640er Jahren zu einer ganzen Gruppe von mehreren Hörster Stätten vermerkt: ''gantz wegh.''
Der Landesherr stand dem voranschreitenden dreißigjährigen Krieg mehr oder weniger hilflos gegenüber; so wird in den 1640er Jahren zu einer ganzen Gruppe von mehreren Hörster Stätten vermerkt: ''gantz wegh.''


Als Familienname und/oder als Ortsbezeichnung („auf´m Schapeler“) taucht Schapeler in Hörste ebenfalls ab 1603/04 auf  -  dies allerdings zunächst nicht in einem erkennbaren Zusammenhang mit Seuwen hinter dem Berge. Uneheliche Schwangerschaften wurden als Unpflicht in Gogerichten mit Bußgeld geahndet: ''Engelke uffm Schapeler vnd Berend vfm Bockel'' (1603/04) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 226 </ref> , ''Bartoldt Rykehoff primo vnd Anna Ihm Schapeler primo'' (1607/08) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 287 </ref>  , ''Boker Cordt 2do vnnd Anneke Ihm Schapeler 2do'' (1609) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 172, S. 116 </ref> , ''Johan Jobst Schaffer von Bauensen primo vnd Anna Ihm Schapeler 2do'' (1613) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 306 </ref>.
Als Familienname und/oder als Ortsbezeichnung („auf´m Schapeler“) taucht ''Schapeler'' in Hörste ebenfalls ab 1603/04 auf  -  dies allerdings zunächst nicht in einem erkennbaren Zusammenhang mit ''Seuwen hinter dem Berge''. Uneheliche Schwangerschaften wurden als Unpflicht in Gogerichten mit Bußgeld geahndet: ''Engelke uffm Schapeler vnd Berend vfm Bockel'' (1603/04) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 226 </ref> , ''Bartoldt Rykehoff primo vnd Anna Ihm Schapeler primo'' (1607/08) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 287 </ref>  , ''Boker Cordt 2do vnnd Anneke Ihm Schapeler 2do'' (1609) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 172, S. 116 </ref> , ''Johan Jobst Schaffer von Bauensen primo vnd Anna Ihm Schapeler 2do'' (1613) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 306 </ref>.
   
   
1630 wird ein wohl in oder nahe der Senne ansässiges Ehepaar namens Schapeler in einem Raub- und Mordprozess angeklagt  -  dies allerdings ohne einen direkten Hinweis auf „den Schapeler“ als Wohnsitz.<ref> LAV NRW OWL, L 86 Nr. 586 </ref> So wird dort beispielsweise beschrieben, wie der gemeinsam mit ''Curdt im Schapler'' zum Tode durch das Schwert verurteilte Kumpan Johan Sauer aus Lage einen ahnungslosen und ortsunkundigen jungen Mann aus Kassel angeblich von Lage nach Bielefeld hatte begleiten wollen, ihn durch die Senne geführt, dort an einsamer Stelle hinterrücks erschlagen und entkleidet habe. Danach sei er dann mit den Kleidern in das Haus von Cord Schapeler gegangen. Alsbald hätten die beiden die Leiche auf dem Tönsberg verscharrt (S. 22/23, Ziffern 5 . . . 13).
1630 wird ein wohl in oder nahe der Senne ansässiges Ehepaar namens Schapeler in einem Raub- und Mordprozess angeklagt  -  dies allerdings ohne einen direkten Hinweis auf „den Schapeler“ als Wohnsitz.<ref> LAV NRW OWL, L 86 Nr. 586 </ref> So wird dort beispielsweise beschrieben, wie der gemeinsam mit ''Curdt im Schapler'' zum Tode durch das Schwert verurteilte Kumpan Johan Sauer aus Lage einen ahnungslosen und ortsunkundigen jungen Mann aus Kassel angeblich von Lage nach Bielefeld hatte begleiten wollen, ihn durch die Senne geführt, dort an einsamer Stelle hinterrücks erschlagen und entkleidet habe. Danach sei er dann mit den Kleidern in das Haus von Cord Schapeler gegangen. Alsbald hätten die beiden die Leiche auf dem Tönsberg verscharrt (S. 22/23, Ziffern 5 . . . 13).
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Aus den im heutigen Protokoll angegebenen Gründen, namentlich deshalb, weil ein mitten in der Senne, ''von anderen Orten weit entfernt liegendes Colonat, zu dem nur Sandländereien gehören, schwer zu bewirthschaften ist, überhaupt nur einen geringen Ertrag an Früchten liefert und die Ernte hier ganz besonders von Witterungsverhältnissen abhängig ist, die Häuser noch theilweise mit Strohdächern versehen s LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33 und deshalb die höchste Abgabe davon bezahlt werden muß, während für die vermietheten Räume hier mitten in der Senne nur ein geringes Mietgeld erzielt werden kann und wie dem Gerichte bekannt, der verstorbene Ehemann der Witwe Sölter, ein fleißiger, solider, sparsamer Mann nur mit Mühe auf dem Colonate hat existieren können  .  .''  .  Der Hof wird mit allem Inventar und Vieh auf knapp 30 000 Mark geschätzt, nach Abzug von etwa 10000 Mark Schulden die Hälfte der verbleibenden Differenz den sechs hinterbliebenen Kindern erster Ehe als späteres Erbe zugesprochen und als Hypothek auf den Hof eingetragen. Nach dieser Schichtung heiratet Gustav Gronemeier von Uebbentrup Nr. 4 die Witwe auf dem Schapeler und wird neuer Colon.
Aus den im heutigen Protokoll angegebenen Gründen, namentlich deshalb, weil ein mitten in der Senne, ''von anderen Orten weit entfernt liegendes Colonat, zu dem nur Sandländereien gehören, schwer zu bewirthschaften ist, überhaupt nur einen geringen Ertrag an Früchten liefert und die Ernte hier ganz besonders von Witterungsverhältnissen abhängig ist, die Häuser noch theilweise mit Strohdächern versehen s LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33 und deshalb die höchste Abgabe davon bezahlt werden muß, während für die vermietheten Räume hier mitten in der Senne nur ein geringes Mietgeld erzielt werden kann und wie dem Gerichte bekannt, der verstorbene Ehemann der Witwe Sölter, ein fleißiger, solider, sparsamer Mann nur mit Mühe auf dem Colonate hat existieren können  .  .''  .  Der Hof wird mit allem Inventar und Vieh auf knapp 30 000 Mark geschätzt, nach Abzug von etwa 10000 Mark Schulden die Hälfte der verbleibenden Differenz den sechs hinterbliebenen Kindern erster Ehe als späteres Erbe zugesprochen und als Hypothek auf den Hof eingetragen. Nach dieser Schichtung heiratet Gustav Gronemeier von Uebbentrup Nr. 4 die Witwe auf dem Schapeler und wird neuer Colon.


Im März 1895 erteilt der Meier zu Stapelage, der 1870/71 noch mehrfach anwaltlichen Protest gegen die Versteigerung der Schapeler-Stätte ohne seine ausdrückliche Genehmigung zu Protokoll gegeben hatte,  allen Eigentümern seiner früheren Kötterstätten die grundbuchliche Löschungsbewilligung für deren frühere Verpflichtungen gegenüber ihm als einstigen Grundherrn.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33</ref> Letzlich mittelalterliche Lehnsstrukturen gehören damit auch in Stapelage der Vergangenheit an.
Im März 1895 erteilt der Meier zu Stapelage, der 1870/71 noch mehrfach anwaltlichen Protest gegen die Versteigerung der Schapeler-Stätte ohne seine ausdrückliche Genehmigung zu Protokoll gegeben hatte,  allen Eigentümern seiner ehemaligen Kötterstätten die grundbuchliche Löschungsbewilligung für deren frühere Verpflichtungen gegenüber ihm als einstigen Grundherrn.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33</ref> Aus dem Mittelalter überkommene Lehnsstrukturen enden damit auch in Stapelage.


1899 überträgt das Ehepaar Gronemeier der Schapelerhof käuflich an der Ehefrau ältesten Sohn aus erster Ehe, Friedrich Sölter (* 1873). Der Kaufpreis von 15300 Mark entspricht der Höhe der auf dem Colonat lastenden und zu übernehmenden Schulden (6000 Mark Altschulden von 1863 und kindliche Anteile der Geschwister des jungen Kötters).
1899 überträgt das Ehepaar Gronemeier der Schapelerhof käuflich an der Ehefrau ältesten Sohn aus erster Ehe, Friedrich Sölter (* 1873). Der Kaufpreis von 15300 Mark entspricht der Höhe der auf dem Colonat lastenden und zu übernehmenden Schulden (6000 Mark Altschulden von 1863 und kindliche Anteile der Geschwister des jungen Kötters).
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Offenbar sehr kurzfristig verkauft Friedrich Sölter am 27. Sept. 1907 seinen Sennehof Nr. 30 incl. Inventar und  gesamter gerade eingebrachter Ernte für 44000 Mark (zum 1. Okt. 1907 !) an den Landwirt Karl Krecke (1868 - 1954), der seine Kindheit als Sohn des dortigen Pastors im nahen Augustdorf erlebt hat.
Offenbar sehr kurzfristig verkauft Friedrich Sölter am 27. Sept. 1907 seinen Sennehof Nr. 30 incl. Inventar und  gesamter gerade eingebrachter Ernte für 44000 Mark (zum 1. Okt. 1907 !) an den Landwirt Karl Krecke (1868 - 1954), der seine Kindheit als Sohn des dortigen Pastors im nahen Augustdorf erlebt hat.


Krecke bewirtschaftet den Hof vier Jahrzehnte mit Erfolg, erneuert anfangs einiges baulich und kauft 1926 weitere 3,6 ha Senne von dem Stuckenbroker Papierfabrikanten Steneberg hinzu. Der Hof durchläuft die typischen Stationen aller mittleren oder größeren Höfe (1934 „Erbhof“, 1948 „Hof nach der Höfeordnung“), erst nach Kreckes Tod wendet sich sein Schicksal.
Krecke bewirtschaftet den Hof vier Jahrzehnte mit Erfolg, erneuert anfangs einiges baulich und kauft 1926 weitere 3,6 ha Senne von dem Stuckenbroker Papierfabrikanten Steneberg hinzu. Der Hof durchläuft im 20. Jahrhundert die typischen Stationen aller mittleren oder größeren Höfe (1934 „Erbhof“, 1948 „Hof nach der Höfeordnung“), erst nach Kreckes Tod wendet sich sein Schicksal.
   
   
Ende 1948 überträgt Krecke den Schapelerhof an seine Tochter Elisabeth, die die Bewirtschaftung mit ihrem Ehemann, dem Landwirt Volkwien Herbst, übernimmt. Ein Sohn, der Landwirt Gustav Krecke,  war im August 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben. Die alten Kreckes werden Leibzüchter auf dem Schapeler.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 79/80</ref>
Ende 1948 überträgt Krecke den Schapelerhof an seine Tochter Elisabeth, die die Bewirtschaftung mit ihrem Ehemann, dem Landwirt Volkwien Herbst, übernimmt. Ein Sohn, der Landwirt Gustav Krecke,  war im August 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben. Die alten Kreckes werden Leibzüchter auf dem Schapeler.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 79/80</ref>


Im März 1957 kauft die ''Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die Oberfinanzdirektion Münster)'' 45 ha Senne vom Ehepaar Herbst/dem Schapelerhof, ''die als Panzerübungsgelände für die britischen Streitkräfte in Anspruch genommen worden sind.''<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 101 - 103</ref>
Im März 1957 kauft die ''Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die Oberfinanzdirektion Münster)'' 45 ha Senne des zuvor 75 ha umfassenden Schapelerhofes von dem Ehepaar Herbst, ''die als Panzerübungsgelände für die britischen Streitkräfte in Anspruch genommen worden sind.''<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 101 - 103</ref>


Die restliche Stätte Schapeler in der Senne wird im Februar 1961 m''it aufstehenden Gebäuden und Aufwuchs'' für 300 000 Mark ''für Zwecke der Stationierungsstreitkräfte und Bundeswehr, und zwar für Übungsgelände'' verkauft.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 118 - 120 </ref>
Die restliche Stätte Schapeler in der Senne wird im Februar 1961 ''mit aufstehenden Gebäuden und Aufwuchs'' für 300 000 Mark ''für Zwecke der Stationierungsstreitkräfte und Bundeswehr, und zwar für Übungsgelände'' verkauft.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 118 - 120 </ref>


In der Folgezeit verlässt Familie Herbst den Schapeler; die Hofgebäude werden durch Vandalismus und militärischen Übungsbetrieb beschädigt, verfallen schließlich zu Ruinen und sind 50 Jahre später vollends verschwunden. „Der Schapelerhof“ ist nurmehr eine Ortsmarkierung auf Landkarten.
In der Folgezeit verlässt Familie Herbst den Schapeler; die Hofgebäude werden durch Vandalismus und militärischen Übungsbetrieb beschädigt, verfallen schließlich zu Ruinen und sind 50 Jahre später vollends verschwunden. „Der Schapelerhof“ ist nurmehr eine Ortsmarkierung auf Landkarten.
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
vor 1600 - ca. 1623 Severin oder Se(u)wen „''hinter dem Berge''“, vordem denen von Brink zu Iggenhausen leibeigen, 1609 verheiratet ohne auf der Stätte lebende Kinder
ca. 1623 - ca. 1660  keine Bewohner (Haus abgebrannt; Stätte liegt wüst)
ca. 1660 - 1694  Gerke (= Gerd) Schapeler (Herkunft/Abstammung unbekannt  -  möglicherweise Sohn des Seuwen h. d. Berge) (1628 - 1724), ∞ um 1655 NN („Alte Schapelersche“, 1637 - 1721)
Kinder:
Eva (lebt noch 1703 a. d. Schapeler)
Maria (lebt noch 1694 a. d. Schapeler)
Berend Henrich, * 1664, Anerbe
NNm, * um 1670<ref> LAV NRW OWL, L 21 Nr. 181, Bl. 12 (Berend H. Schapeler hat einen Bruder, dem er den kindlichen Anteil gibt) </ref>
1694 - ca. 1715  Berend Henrich Schapeler (1664 - 1735), ∞ 1688 Anna Catharina Heuwinkel (1661 - 1741) aus dem Heysundern
Kind:
Johann Christoph, * 1689, Anerbe
ca. 1715 - 1722  Johann Christoph Schapeler (1689 - 1722), ∞ (I) um 1715 Triene Elisabeth Lütgebrune (1696 - 1756) aus Ehrentrup; diese ∞ (II) 1723 Johann Jost Ehlebracht (ca. 1689 - 1761) aus Hillegossen
Kinder aus 2 Ehen:
Anna Maria Ilsabein, * 1719, † 1739
Anna Margaretha, * 1724, ∞ 1743, wird Bükersche im Uekenpohl
Johann Berend, * 1727, ∞ 1765 Trina Ilsabein Hilbrink (1744 - 1813) von Hörste Nr. 7 und tritt mit ihr den erbenlosen Hof Brink, Hörste Nr. 8, an, † 1813
Anna Margaretha Elisabeth, * 1730, ∞ 1755, wird Webersche in Hörste Nr. 12, † 1788
Anne Catharine Elisabeth, * 1734, Anerbin
Catharina Elisabeth, * 1739, ∞ (I) 08.05.1762 Jobst H. Ahle a. d. Piv. († 24.05.1762), ∞ (II) 29.08.1762 Jobst H. Deppe a. d. Piv., † 1811
1723 - 1760  Johann Jost Ehlebracht aus Hillegossen, wird 1723 (Colon) Schapeler (vgl. oben)
1760 - 1762  Simon Henrich Meljes (1728 - 1762) aus Hörste, ∞ (I) 1760 Anna Catharine Elisabeth Schapeler (1734 - 1794), Anerbin; diese ∞ (II) 1762 Berend Henrich Schmiedeskamp (1731 - 1793) aus Stapelage, der Col. Schapeler wird
Kinder:
Töns (Henrich) Christoph, * 1765, ∞ 1790, wird Stöppler im Hey, † 1815
Anna Margaretha Elisabeth, * 1769, † 1769 (Blattern)
Johann Hermann Adolph, * 1771, Anerbe
Anna Maria Ilsabein, * 1774
1762 - 1793  Berend Henrich Schmiedeskamp, der 1762 (Col.) Schapeler wird (vgl. oben)
1793 - 1810  Johann Hermann Adolph Schapeler (1771 - 1810), ∞ (I) 1797 Anne Catharine Ilsabein Kopp (1774 - 1858) aus Evenhausen; diese ∞ (II) 1811 Johann Christoph Lange (1783 - 1850) aus Währentrup, der Interimsverwalter Schapeler wird
Kinder aus 2 Ehen:
Johann Berend Christoph, * 1799, Anerbe
Berend Hermann Adolph,  * 1800, ∞ 1823, wird Obermeier in Billinghausen
Anne Marie Florentine Elisabeth, * 1802, † 1803 (Kinderschürken)
Friedrich Wilhelm, * 1805
Johann Töns Henrich, * 1807, ∞ 1838 Wilhelmine Henriette Charlotte Hunke (1817 - 1889) aus Kohlstedt; die Eheleute leben als Einlieger u. Spinner auf seiner elterlichen bzw. brüderlichen Stätte i. d. Senne <ref> Die Nachfahren dieses Ehepaares führen auf die Neuwohnerstätte Hörste Nr. 67 und damit auf die meisten der heute in u. um Hörste lebenden Schapelers. </ref>
Johann Hermann Moritz, * 1810, † 1810 (Frinseln)
Hermann Henrich, * 1811, ∞ 1843 (a. d. Schapeler) Friederike Katharine Sophie Tiemann (1812 - 1879) aus Kohlstedt, † 1866 in Senne II (Blfd); seine Witwe und seine drei a. d. Schapeler geborenen Söhne wandern 1867 in die USA (Bates County/Missouri) aus
1811 - 1825  Johann Christoph Lange (1783 - 1850), Interimsverwalter (vgl. oben)
1825 - 1857  Johann Berend Christoph Schapeler (1799 - 1871), ∞ 1825 Justine Wilhelmine Niedermeier (Bentrup) (1806 - 1859) aus Billinghausen
Kinder:
Friederike Florentine, * 1827, ∞ 1850, wird Ostmannsche im Hörster Kruge, † 1895 in Brake
Friedrich <u>Wilhelm</u>, * 1830, Anerbe
Johanne Karoline, * 1832, ∞ 1862, wird Ehefrau Sölter; die Eheleute übernehmen die Schapeler-Stätte (ca. 1865 als Pächter, nach Zwangsversteigerung 1871 als Eigentümer)
Justine Wilhelmine, * 1834, ∞ 1856 Johann Töns Hermann Brüning (1830 - 1910); die Eheleute treten mit Eheschließung den erbenlosen Hof Brink, Hörste Nr. 8, an; sie † 1873
1857 – 1871 Friedrich Wilhelm Schapeler (1830 - 1881), ∞ 1857 Friederike Juliane Funke (1830 - 1870) von Wülfer Nr. 2; der Hof ist ab ca. 1865 an den Schwager A. Wilhelm Sölter verpachtet; W. Schapeler steht 1870/71 unter Curatel, geht trotz sechs kleiner Kinder offenbar keine Zweitehe ein; eine Beeinträchtigung jenseits von Finanzproblemen geht aus den Akten nicht hervor; er stirbt 1881 an Schwindsucht
Kinder:
Friedrich Wilhelm, * 1858
Juliane Elise, * 1860
Hermine Johanne, * 1862
August Adolf, * 1864
Auguste Johanne, * 1865
Johanne Justine, * 1870
1871 - 1887 August Wilhelm Sölter (1837 - 1887) aus Detmold, ∞ (I) 1862 Johanne Karoline Schapeler (1837 - 1871), Schwester des vorangehenden Kötters, ist zuvor Verwalter, dann 1865 - 1871 Pächter des Colonates Schapeler, das er 1871 im Insolvenzverfahren seines Vorgängers ersteigert; ∞ (II) 1872 Juliane Amalie Ostmann (1850 - 1928) aus dem Hörster Krug (Tochter seiner Schwägerin); diese ∞ (III) 1888 Gustaf Leopold Gronemeier (* 1850) von Uebbentrup Nr. 4, der Interimsverwalter a. d. Schapeler wird
Kinder aus 2 Ehen:
Friedrich Wilhelm, * 1864 † 1865 (Brustkrankheit)
<u>Gustav</u> Adolf, * 1866, (erhält 1889 von seinem Stiefvater G. Gronemeier sein Erbteil ausbezahlt (3000 Mark))
Elise Friederike, * 1868, † 1868 (Schwindsucht)
Johanne Friederike Wilhelmine, * 1869, † 1870 (Brustkrankheit)
<u>Friedrich</u> August Karl, * 1873,  Anerbe
NNm, * 1874, † 1874 (ungetauft gestorbenes Wochenkind)
<u>Hermine</u> Friederike, * 1876 (1907 unverehelicht)
Albrecht, * 1878 (1907 Stadtregistrator in Salzuflen)
<u>Auguste</u> Frieda, * 1880 (1907 unverehelicht in Hörste)
Gottlieb August, * 1881, † 1883 (helle Bräune)
<u>Helene</u> Henriette, * 1886 („''schwachsinnig''“, 1907 durch ihren Bruder Albrecht als Pfleger vertreten)
<U>August</u> Karl, * 1887, † 1888 (Brustkrankheit)
1888 - 1999  Gustaf Leopold Gronemeier (* 1850), Interimsverwalter (vgl. oben)
1899 - 1907  <u>Friedrich</u> A. K. Sölter, ∞ 1904 <u>Anna</u> Auguste Johanne Riesenberg (* 1882) von Hörste Nr. 95, sie lebt 1960 in Hörste
1907  Verkauf der Stätte Hörste Nr. 30 an Karl Krecke
1907 - 1948  Karl Krecke (* 1868 in Augustdorf, † 1954 a. d. Schapeler), Landwirt, ∞ vor 1908 <u>Julie</u> Elise Luise Sültemeyer († nach 1956)
Kinder:
Gustav, Landwirt, † 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft
Elisabeth, wird Anerbin nach dem Tod ihres Bruders
1948 - 1962  Volkwien Herbst, Landwirt, ∞ vor 1949 Elisabeth Krecke, Anerbin des Schapelerhofes
Bewohner der Stätte Hörste Nr. 30 in Adressbüchern:
1900/01: 30 (Schapeler) Sölter, Friedrich, Landw.; Böger, August, Ziegler. Böltke, Gustav, Ziegler. Strodiek, Gottlieb, Ziegler. Strohdiek, Karl, Ziegler.
1925/26: 30 (Schapeler) Krecke, Karl, Landw.; Ecke, Adolf, Ziegler; Ecke, Gustav, Ziegler; Prante, Heinrich, Arbeiter


==Literatur==
==Literatur==

Version vom 24. Juni 2026, 18:10 Uhr

Schapeler in der Senne
OrtsteilHörste
Straße
Hausnummer
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHörste
WohnplatzSchapeler
Hausnummer030

Der Hof Schapeler (zugleich auch Wohnplatz „auf dem Schapeler“) war ein Gehöft in extremer Alleinlage zwischen Hörste bzw. Stapelage (ca. 4 bzw. 3 km Luftlinie), Stukenbrok (ca. 4 km Luftlinie) und der heutigen Südstadt Oerlinghausen ( ebenfalls ca. 4 km Luftlinie). Die Entstehung gerade an diesem absolut einsamen Ort ist einer geologischen Besonderheit geschuldet: Mitten in der weiten Sennelandschaft - einem Meer von äußerst unfruchtbarem Sand - ragt um „den Schapeler“ einer Insel gleich schwerer, das Wasser haltender Boden an die Oberfläche, so dass hier - aber nur hier - halbwegs auskömmlicher Ackerbau in der Senne möglich war.

Als ehemalige Kötterstätte des Gutes Stapelage gehörte die Stätte Schapeler Zeit ihres Bestehens (vor 1600 – 1962) zur Bauerschaft Hörste-Stapelage, während ihr Ort danach (1970) mit der Stapelager Senne nach Augustdorf umgemeindet wurde. Als Hörster Stätte wurde der Sennehof Schapeler ab 1766 unter der Hausnummer 30 geführt.

Geschichte

Im Schatzregister der Vogtei Lage von 1603 findet sich eine Kategorie neuerer, gewissermaßen nachgetragener Stätten unter dem Titel Köeterß seins Ao (15)90 vnnd (15)98 gefunden, vf den Schatz gesetzet.[1] Darunter sind Stätten in allen Dörfern der Vogtei, besonders aber unter Hoerste zu finden. Diese sind größtenteils Neuwohner auf der Lagischen Pivitsheide, daneben aber auch einige auf Hörster Gebiet, unter anderem findet sich hier die Angabe Seuen achter dem berge --- 10 ½ gr. Für andere der hier aufgeführten Hörster Stätten lässt sich nachweisen, dass sie bereits mehrere Jahrzehnte bestehen, als sie 1603 erstmals schatzpflichtig werden.[2] 1604 wird ein für eine jüngere Stätte relativ großer Viehbestand bei Seuwen achterm berg angegeben: 5 Kühe, 3 Rinder, 1 Kalb, 2 Schweine, 10 Schafe und 9 Lämmer.[3] Dennoch wird die Stätte Seuen hinder dem Berge in der Volkszählung 1609 als arm bezeichnet; zu dieser Zeit leben dort der Kötter mit Frau, die offenbar kinderlos sind, und zwei Einliegerinnen mit zwei Kleinkindern.[4]

Im Salbuch von 1617 heißt es zu der Stätte: Seuwen hinder dem Berge, vff des Mejers zur Staplage gewelde, gehorrt denen von Brincke, die fraw ist freÿ, Dienst kumpt dem Meÿer zur, Landtschatz ---- 5 gl. Die Stätte ist also eine Kötterstätte des Meierhofes Stapelage.

Nach unauffälliger Nennung in Schatzregistern 1616, 1618, 1619, 1620 und 1622 dann die einschneidende Veränderung; im Landschatzregister 1625 erscheint erstmals ein Zusatz: Sewen achterm berge, abgebrandt vndt nicht weder erbauwedt.[5] Bis 1646 wird die Stätte mehrfach mit der Anmerkung abgebrandt, gantz wegh oder itzo aber wegh gekennzeichnet, danach erscheint der Stättenname Se(u)wen hinder/achter dem Berge nicht mehr in Registern und anderen Archivalien.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Stätte Seuwen achter dem Berge im Sommer 1623 bei großen Truppendurchzügen von Ost nach West (zuerst Armee des Christian von Braunschweig, dann verfolgend eine kaiserliche Armee unter Tilly) niedergebrannt worden. In diesem Rahmen kam es im Juli 1623 auch zu einer brutalen Verwüstung der nahen Dorfschaft Oerlinghausen. Hierzu liegt ein Beschwerdeschreiben des lippischen Grafen an den kaiserlichen Heerführer Tilly vom 24. Juli 1623 vor, in dem es heißt: [6] . . . daß dero Armee meine Graffschafft vorbei paßieren solle, derowegen thue gegen dieselbige Ich mich dienstfreundtlich bedanken, ich mag aber E: Exelz: darbeÿ nicht verhalten, daß unerachtet dero ungezweiffelten ernsten Befehls, gleichwoll viell vnderschiedtliche eintzelichte Trouppen beÿ 10, 20, auff hundert vnndt darüber häuffigs herein geritten vndt sonderlich im Kirspell Orlinghausen die arme Leuthe, die neben anderen biß dahero zu Underhaltung des Lindtloischen gantzer siebenzehn Wochen in dieser Graffschafft einlogierten Regiments alle das Ihrige vndt waß sie müsten darzu entlehnen vndt auffbringen können, gehorsamb vndt willig dargeschoßen vndt also deßwegen zu Ihr vndt der Ihrigen nottwendiger Alimentation fast nichts behalten, überfallen, Häuser, Mühlen, Höfe, Fenster vndt Thüren mit Gewaldt auß vndt auffgeschlagen, waß noch vbrigs gewesen darauß genommen, alles Haußgeräth, Kisten vndt Kasten in Stücke zerschlagen, auch die Leuthe jämmerlich verwundet vndt beleidigtt, die Kirchen auffgebrochen, ja auch, welches aber doch dießer Örter vnerhört vndt abscheulich, der Todten Gräber nicht geschonet, die Sarke vndt Leichnam herauß genommen vndt alles waß irgendtwo in Kirchen vndt Häusern zu finden, geplündert vndt mitgenommen haben. Vndt ob man woll nicht eigentlich wißen kan(n), wer eines nach dem anderen gethan, ist doch der Obrist Nivenheimb umb Mitternacht in gedachtes Örlinghausen gefallen, vnndt hatt alles waß da vorhanden gewesen, außgeplündert vnndt weggeführt. Was nun aber solcher großer Frevel, Gewaldt, Muthwill vnndt Schade gantz unverantwortl: vnndt erbarmlich, . . .

Der Landesherr stand dem voranschreitenden dreißigjährigen Krieg mehr oder weniger hilflos gegenüber; so wird in den 1640er Jahren zu einer ganzen Gruppe von mehreren Hörster Stätten vermerkt: gantz wegh.

Als Familienname und/oder als Ortsbezeichnung („auf´m Schapeler“) taucht Schapeler in Hörste ebenfalls ab 1603/04 auf - dies allerdings zunächst nicht in einem erkennbaren Zusammenhang mit Seuwen hinter dem Berge. Uneheliche Schwangerschaften wurden als Unpflicht in Gogerichten mit Bußgeld geahndet: Engelke uffm Schapeler vnd Berend vfm Bockel (1603/04) [7] , Bartoldt Rykehoff primo vnd Anna Ihm Schapeler primo (1607/08) [8] , Boker Cordt 2do vnnd Anneke Ihm Schapeler 2do (1609) [9] , Johan Jobst Schaffer von Bauensen primo vnd Anna Ihm Schapeler 2do (1613) [10].

1630 wird ein wohl in oder nahe der Senne ansässiges Ehepaar namens Schapeler in einem Raub- und Mordprozess angeklagt - dies allerdings ohne einen direkten Hinweis auf „den Schapeler“ als Wohnsitz.[11] So wird dort beispielsweise beschrieben, wie der gemeinsam mit Curdt im Schapler zum Tode durch das Schwert verurteilte Kumpan Johan Sauer aus Lage einen ahnungslosen und ortsunkundigen jungen Mann aus Kassel angeblich von Lage nach Bielefeld hatte begleiten wollen, ihn durch die Senne geführt, dort an einsamer Stelle hinterrücks erschlagen und entkleidet habe. Danach sei er dann mit den Kleidern in das Haus von Cord Schapeler gegangen. Alsbald hätten die beiden die Leiche auf dem Tönsberg verscharrt (S. 22/23, Ziffern 5 . . . 13).

1656/57 stirbt Ilsche Schapelers, eine ledige Persohn, beÿ dem alten Müller zu Stapelage. . . . Sie hinterlässt etwas Geld, dass sie den Armen zu Stapelage vermacht.[12]

Erstmals im Viehschatzregister von 1662 wird dann Gercke im Schapeler (1628 - 1724) genannt, dessen Abstammung/Herkunft unklar bleibt, der und dessen Nachfahren aber die Stätte Schapeler im weiteren besitzen und bewirtschaften.

Werner Schapeler [13] hat nachgewiesen, dass die von nun an in allen Registern präsente Hörster Stätte Schapeler in der Senne (später Nr. 30) die wieder aufgebaute und wieder besiedelte ehemalige Stätte des Se(u)ven (Severin) hinter dem Berge ist. Dies geht aus zwei eher versteckten Belegen mit folgenden Aussagen hervor: a) Severing an Iggenhausen Eigen hatt sich von da freÿ kaufen und sich der Herrschafft müßen eigen geben auff Schapeler. [14] und b) Seven im Schapeler ist eigen mit der Fr.(au) Ihro Gnad.(en).[15]

Das Salbuch von 1680 stützt die These „Schapeler bedeutet Schäfer“: [16] Tÿes Henrich, Henrich Geers und Gerken Scheper, so noch abgebrandt sind, seindt vorgesetzten kleinen (Stätten) in allem gleich. 1685 hingegen findet sich unter Des Meÿers zu Stapela Kotters der Eintrag: Schapeler daß Haus vnndt 6 sch.; die Scheffel Saat 6 gr.[17]

Im Juni 1688 heiratet der Anerbe Berend Henrich Schapeler Anna Cath. Heuwinkel aus dem Hey, die 100 Taler und Vieh mit auf die Stätte in der Senne bringt.[18] In den Jahren danach entwickeln sich heftige Streitereien zwischen der jungen Schapelerschen einerseits und ihrer Schwiegermutter mit Töchtern andererseits, die bis zu Tätlichkeiten gehen.[19] Nachdem 1694 die Übergabe der Stätte an die jungen Leute erfolgt ist [20], werden 1695 auch schwere Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn - dem alten und dem jungen Schapeler - gemeldet.[21] 1697 zahlt der junge Schapeler Weinkauf für eine Stättenerweiterung; er will mehr Bienen halten (den „Immenstand“ erweitern) und verschiedene Sennestücke beackern.[22]

Wiederkehrende Streitereien mit dem Meier zu Stapelage als Grundherrn begleiten die Entwicklung auf der Stätte Schapeler ebenso wie auf den anderen Kötterstätten des Meierhofes.[23] 1710 geht es u. a. um Eichen, die Berend Henrich Schapeler für den Bau eines neuen Hauses eingeschlagen und verwendet hat, was mit der Witwe den vorigen Meiers abgestimmt gewesen sei, was der aktive Meier jedoch bestreitet.

Dem nächsten Anerben/Kötter Johann Christoph Schapeler (1689 - 1722) ist nur ein kurzes Leben beschieden. Seine junge, aus Ehrentrup stammende Witwe Triene Elisabeth Lütgebrune heiratet nach dem Trauerjahr Johann Jost Ehlebracht aus Hillegossen. Diese beiden bewirtschaften die Schapeler-Stätte 37 Jahre. Mit dem frühen Tod der einzigen Tochter aus erster Ehe der Colona geht 1739 auch die Erbfolge der Stätte auf ihre gemeinsamen Kinder über.

Wiederum zunächst eine kurze, zweijährige Ehe erlebt die Anerbin in nächster Generation, Anne Cath. Elis. Schapeler. Zum frühen Tod ihres ersten Ehemannes berichtet das Kirchenbuch Stapelage: (1762) den 4ten Merz; Simon Henrich Meljes bürtig aus Hörste, gewesener Schapeler i. d. Senne, welcher durch einen von den Bühnen gethanen Fall, nachdem er noch 10 Stunden gelebet, das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt, seines Alters 33 Jahre und 10 Monate. Knapp drei Monate später heiratet dann der von einer anderen Stapelager Kötterstätte stammende Berend Henrich Schmiedeskamp die junge Witwe und wird der nächste (Colon) Schapeler.

Der beiden jüngerer Sohn Johann Hermann Adolph muss die elterliche Stätte schon vor seiner Eheschließung 1797 antreten, denn seine Eltern versterben 1793 und 1794. Seine Frau Anne Cath. Ilsabein Kopp aus Evenhausen schenkt ihm sieben Kinder, dann stirbt er 1810. Sie überlebt ihn fast fünf Jahrzehnte und auch ihren zweiten Ehemann Johann Christoph Lange aus Währentrup, der die Stätte 15 Jahre interimsmäßig bewirtschaftet, bis der nächste Anerbe volljährig ist.

Dieser nächste Anerbe - ab 1825 Kötter - auf der Stätte, Johann Berend Christoph Schapeler, legt bei seinem Abtritt 1857 möglicherweise den Grundstein für den späteren Konkurs des Colonates. Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm Schapeler geht laut der Acta, die Abtretung der Schapelerschen Stätte Nr. 30 zu Hörste an den Anerben Wilh. Schapeler betreffend [24] mit hohen Belastungen an den Start: Seine abtretenden Eltern sollen 900 Taler erhalten, die noch unverheiratete Schwester Johanne bei Eheschließung 600 Taler Brautschatz. 100 Taler Brautschatz-Rückstand stehen der verheirateten Schwester im Hörster Krug noch zu, und schließlich lebt die Großmutter des aufziehenden Kötters noch mit ihrem jüngsten Sohn Hermann und dessen Familie auf der Leibzucht. Für ihren Auszug sollen auch diese 100 Taler Abfindung erhalten.

Ende 1862 heiratet Johanne Schapeler, die Schwester des jungen Colons, Wilhelm Sölter, den Sohn eines Krug-Pächters aus Detmold. Zu dieser Zeit ist wohl schon klar, dass der junge Colon Wilhelm Schapeler aus nicht genannten Gründen mit der Bewirtschaftung seiner Stätte überfordert ist. Sein Schwager Sölter lebt ab Eheschließung als Einlieger und Landwirt (Kirchenbuch) mit auf dem Schapeler. Bei den Taufen seiner Kinder wird er 1864 als Verwalter, 1866 und 1868 dann als Pächter (der Stätte Schapeler Nr. 30) bezeichnet.

1870 stehen dem eigentlichen Colon Wilhelm Schapeler zwei Kuratoren zur Seite (u.a. Colon Brink, Hörste Nr. 8 - sein Schwager), die in Abstimmung mit dem Amt in Lage versuchen, die auf 7500 Taler taxierte Stätte Schapeler Nr. 30 öffentlich meistbietend zu verkaufen, um hohe aufgelaufene Schulden begleichen zu können.[25] Dabei kommt es zu keinem ausreichenden Gebot, woraufhin das Amt im Frühjahr 1871 den Konkurs des Colons Wilhelm Schapeler erklärt und eine Zwangsversteigerung seiner Stätte anordnet. Verschiedene Gläubiger bieten jetzt mit, schließlich wird das Schapelersche Colonat dem Höchstbietenden Wilhelm Sölter - bisher Pächter der versteigerten Stätte und zudem Schwager des vorigen Besitzers - für 6100 Taler zugeschlagen.

Der neue Besitzer der Schapelerstätte verliert noch im selben Jahr seine Frau, heiratet 1872 erneut – Justine Amalie (genannt Auguste) Ostmann aus dem Hörster Krug, eine Nichte seiner verstorbenen ersten Ehefrau. Mitte 1887 verstirbt Wilhelm Sölter selbst an der auf dem Schapeler häufiger auftretenden Schwindsucht. Vor der nächsten Ehe der Witwe wird im April 1888 einen Schichtung (Erbteilsfestlegung für die Kinder erster Ehe) protokolliert, für die der Wert der Stätte bestimmt werden muss. Dabei wird die damalige Situation auf dem Schapeler trefflich beschrieben: [26] Aus den im heutigen Protokoll angegebenen Gründen, namentlich deshalb, weil ein mitten in der Senne, von anderen Orten weit entfernt liegendes Colonat, zu dem nur Sandländereien gehören, schwer zu bewirthschaften ist, überhaupt nur einen geringen Ertrag an Früchten liefert und die Ernte hier ganz besonders von Witterungsverhältnissen abhängig ist, die Häuser noch theilweise mit Strohdächern versehen s LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33 und deshalb die höchste Abgabe davon bezahlt werden muß, während für die vermietheten Räume hier mitten in der Senne nur ein geringes Mietgeld erzielt werden kann und wie dem Gerichte bekannt, der verstorbene Ehemann der Witwe Sölter, ein fleißiger, solider, sparsamer Mann nur mit Mühe auf dem Colonate hat existieren können . . . Der Hof wird mit allem Inventar und Vieh auf knapp 30 000 Mark geschätzt, nach Abzug von etwa 10000 Mark Schulden die Hälfte der verbleibenden Differenz den sechs hinterbliebenen Kindern erster Ehe als späteres Erbe zugesprochen und als Hypothek auf den Hof eingetragen. Nach dieser Schichtung heiratet Gustav Gronemeier von Uebbentrup Nr. 4 die Witwe auf dem Schapeler und wird neuer Colon.

Im März 1895 erteilt der Meier zu Stapelage, der 1870/71 noch mehrfach anwaltlichen Protest gegen die Versteigerung der Schapeler-Stätte ohne seine ausdrückliche Genehmigung zu Protokoll gegeben hatte, allen Eigentümern seiner ehemaligen Kötterstätten die grundbuchliche Löschungsbewilligung für deren frühere Verpflichtungen gegenüber ihm als einstigen Grundherrn.[27] Aus dem Mittelalter überkommene Lehnsstrukturen enden damit auch in Stapelage.

1899 überträgt das Ehepaar Gronemeier der Schapelerhof käuflich an der Ehefrau ältesten Sohn aus erster Ehe, Friedrich Sölter (* 1873). Der Kaufpreis von 15300 Mark entspricht der Höhe der auf dem Colonat lastenden und zu übernehmenden Schulden (6000 Mark Altschulden von 1863 und kindliche Anteile der Geschwister des jungen Kötters).

Offenbar sehr kurzfristig verkauft Friedrich Sölter am 27. Sept. 1907 seinen Sennehof Nr. 30 incl. Inventar und gesamter gerade eingebrachter Ernte für 44000 Mark (zum 1. Okt. 1907 !) an den Landwirt Karl Krecke (1868 - 1954), der seine Kindheit als Sohn des dortigen Pastors im nahen Augustdorf erlebt hat.

Krecke bewirtschaftet den Hof vier Jahrzehnte mit Erfolg, erneuert anfangs einiges baulich und kauft 1926 weitere 3,6 ha Senne von dem Stuckenbroker Papierfabrikanten Steneberg hinzu. Der Hof durchläuft im 20. Jahrhundert die typischen Stationen aller mittleren oder größeren Höfe (1934 „Erbhof“, 1948 „Hof nach der Höfeordnung“), erst nach Kreckes Tod wendet sich sein Schicksal.

Ende 1948 überträgt Krecke den Schapelerhof an seine Tochter Elisabeth, die die Bewirtschaftung mit ihrem Ehemann, dem Landwirt Volkwien Herbst, übernimmt. Ein Sohn, der Landwirt Gustav Krecke, war im August 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben. Die alten Kreckes werden Leibzüchter auf dem Schapeler.[28]

Im März 1957 kauft die Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die Oberfinanzdirektion Münster) 45 ha Senne des zuvor 75 ha umfassenden Schapelerhofes von dem Ehepaar Herbst, die als Panzerübungsgelände für die britischen Streitkräfte in Anspruch genommen worden sind.[29]

Die restliche Stätte Schapeler in der Senne wird im Februar 1961 mit aufstehenden Gebäuden und Aufwuchs für 300 000 Mark für Zwecke der Stationierungsstreitkräfte und Bundeswehr, und zwar für Übungsgelände verkauft.[30]

In der Folgezeit verlässt Familie Herbst den Schapeler; die Hofgebäude werden durch Vandalismus und militärischen Übungsbetrieb beschädigt, verfallen schließlich zu Ruinen und sind 50 Jahre später vollends verschwunden. „Der Schapelerhof“ ist nurmehr eine Ortsmarkierung auf Landkarten.


Gebäude

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

vor 1600 - ca. 1623 Severin oder Se(u)wen „hinter dem Berge“, vordem denen von Brink zu Iggenhausen leibeigen, 1609 verheiratet ohne auf der Stätte lebende Kinder


ca. 1623 - ca. 1660 keine Bewohner (Haus abgebrannt; Stätte liegt wüst)


ca. 1660 - 1694 Gerke (= Gerd) Schapeler (Herkunft/Abstammung unbekannt - möglicherweise Sohn des Seuwen h. d. Berge) (1628 - 1724), ∞ um 1655 NN („Alte Schapelersche“, 1637 - 1721)

Kinder:

Eva (lebt noch 1703 a. d. Schapeler)

Maria (lebt noch 1694 a. d. Schapeler)

Berend Henrich, * 1664, Anerbe

NNm, * um 1670[31]


1694 - ca. 1715 Berend Henrich Schapeler (1664 - 1735), ∞ 1688 Anna Catharina Heuwinkel (1661 - 1741) aus dem Heysundern

Kind:

Johann Christoph, * 1689, Anerbe


ca. 1715 - 1722 Johann Christoph Schapeler (1689 - 1722), ∞ (I) um 1715 Triene Elisabeth Lütgebrune (1696 - 1756) aus Ehrentrup; diese ∞ (II) 1723 Johann Jost Ehlebracht (ca. 1689 - 1761) aus Hillegossen

Kinder aus 2 Ehen:

Anna Maria Ilsabein, * 1719, † 1739

Anna Margaretha, * 1724, ∞ 1743, wird Bükersche im Uekenpohl

Johann Berend, * 1727, ∞ 1765 Trina Ilsabein Hilbrink (1744 - 1813) von Hörste Nr. 7 und tritt mit ihr den erbenlosen Hof Brink, Hörste Nr. 8, an, † 1813

Anna Margaretha Elisabeth, * 1730, ∞ 1755, wird Webersche in Hörste Nr. 12, † 1788

Anne Catharine Elisabeth, * 1734, Anerbin

Catharina Elisabeth, * 1739, ∞ (I) 08.05.1762 Jobst H. Ahle a. d. Piv. († 24.05.1762), ∞ (II) 29.08.1762 Jobst H. Deppe a. d. Piv., † 1811


1723 - 1760 Johann Jost Ehlebracht aus Hillegossen, wird 1723 (Colon) Schapeler (vgl. oben)


1760 - 1762 Simon Henrich Meljes (1728 - 1762) aus Hörste, ∞ (I) 1760 Anna Catharine Elisabeth Schapeler (1734 - 1794), Anerbin; diese ∞ (II) 1762 Berend Henrich Schmiedeskamp (1731 - 1793) aus Stapelage, der Col. Schapeler wird

Kinder:

Töns (Henrich) Christoph, * 1765, ∞ 1790, wird Stöppler im Hey, † 1815

Anna Margaretha Elisabeth, * 1769, † 1769 (Blattern)

Johann Hermann Adolph, * 1771, Anerbe

Anna Maria Ilsabein, * 1774


1762 - 1793 Berend Henrich Schmiedeskamp, der 1762 (Col.) Schapeler wird (vgl. oben)


1793 - 1810 Johann Hermann Adolph Schapeler (1771 - 1810), ∞ (I) 1797 Anne Catharine Ilsabein Kopp (1774 - 1858) aus Evenhausen; diese ∞ (II) 1811 Johann Christoph Lange (1783 - 1850) aus Währentrup, der Interimsverwalter Schapeler wird

Kinder aus 2 Ehen:

Johann Berend Christoph, * 1799, Anerbe

Berend Hermann Adolph, * 1800, ∞ 1823, wird Obermeier in Billinghausen

Anne Marie Florentine Elisabeth, * 1802, † 1803 (Kinderschürken)

Friedrich Wilhelm, * 1805

Johann Töns Henrich, * 1807, ∞ 1838 Wilhelmine Henriette Charlotte Hunke (1817 - 1889) aus Kohlstedt; die Eheleute leben als Einlieger u. Spinner auf seiner elterlichen bzw. brüderlichen Stätte i. d. Senne [32]

Johann Hermann Moritz, * 1810, † 1810 (Frinseln)

Hermann Henrich, * 1811, ∞ 1843 (a. d. Schapeler) Friederike Katharine Sophie Tiemann (1812 - 1879) aus Kohlstedt, † 1866 in Senne II (Blfd); seine Witwe und seine drei a. d. Schapeler geborenen Söhne wandern 1867 in die USA (Bates County/Missouri) aus


1811 - 1825 Johann Christoph Lange (1783 - 1850), Interimsverwalter (vgl. oben)


1825 - 1857 Johann Berend Christoph Schapeler (1799 - 1871), ∞ 1825 Justine Wilhelmine Niedermeier (Bentrup) (1806 - 1859) aus Billinghausen

Kinder:

Friederike Florentine, * 1827, ∞ 1850, wird Ostmannsche im Hörster Kruge, † 1895 in Brake

Friedrich Wilhelm, * 1830, Anerbe

Johanne Karoline, * 1832, ∞ 1862, wird Ehefrau Sölter; die Eheleute übernehmen die Schapeler-Stätte (ca. 1865 als Pächter, nach Zwangsversteigerung 1871 als Eigentümer)

Justine Wilhelmine, * 1834, ∞ 1856 Johann Töns Hermann Brüning (1830 - 1910); die Eheleute treten mit Eheschließung den erbenlosen Hof Brink, Hörste Nr. 8, an; sie † 1873


1857 – 1871 Friedrich Wilhelm Schapeler (1830 - 1881), ∞ 1857 Friederike Juliane Funke (1830 - 1870) von Wülfer Nr. 2; der Hof ist ab ca. 1865 an den Schwager A. Wilhelm Sölter verpachtet; W. Schapeler steht 1870/71 unter Curatel, geht trotz sechs kleiner Kinder offenbar keine Zweitehe ein; eine Beeinträchtigung jenseits von Finanzproblemen geht aus den Akten nicht hervor; er stirbt 1881 an Schwindsucht

Kinder:

Friedrich Wilhelm, * 1858

Juliane Elise, * 1860

Hermine Johanne, * 1862

August Adolf, * 1864

Auguste Johanne, * 1865

Johanne Justine, * 1870


1871 - 1887 August Wilhelm Sölter (1837 - 1887) aus Detmold, ∞ (I) 1862 Johanne Karoline Schapeler (1837 - 1871), Schwester des vorangehenden Kötters, ist zuvor Verwalter, dann 1865 - 1871 Pächter des Colonates Schapeler, das er 1871 im Insolvenzverfahren seines Vorgängers ersteigert; ∞ (II) 1872 Juliane Amalie Ostmann (1850 - 1928) aus dem Hörster Krug (Tochter seiner Schwägerin); diese ∞ (III) 1888 Gustaf Leopold Gronemeier (* 1850) von Uebbentrup Nr. 4, der Interimsverwalter a. d. Schapeler wird

Kinder aus 2 Ehen:

Friedrich Wilhelm, * 1864 † 1865 (Brustkrankheit)

Gustav Adolf, * 1866, (erhält 1889 von seinem Stiefvater G. Gronemeier sein Erbteil ausbezahlt (3000 Mark))

Elise Friederike, * 1868, † 1868 (Schwindsucht)

Johanne Friederike Wilhelmine, * 1869, † 1870 (Brustkrankheit)

Friedrich August Karl, * 1873, Anerbe

NNm, * 1874, † 1874 (ungetauft gestorbenes Wochenkind)

Hermine Friederike, * 1876 (1907 unverehelicht)

Albrecht, * 1878 (1907 Stadtregistrator in Salzuflen)

Auguste Frieda, * 1880 (1907 unverehelicht in Hörste)

Gottlieb August, * 1881, † 1883 (helle Bräune)

Helene Henriette, * 1886 („schwachsinnig“, 1907 durch ihren Bruder Albrecht als Pfleger vertreten)

August Karl, * 1887, † 1888 (Brustkrankheit)


1888 - 1999 Gustaf Leopold Gronemeier (* 1850), Interimsverwalter (vgl. oben)


1899 - 1907 Friedrich A. K. Sölter, ∞ 1904 Anna Auguste Johanne Riesenberg (* 1882) von Hörste Nr. 95, sie lebt 1960 in Hörste


1907 Verkauf der Stätte Hörste Nr. 30 an Karl Krecke


1907 - 1948 Karl Krecke (* 1868 in Augustdorf, † 1954 a. d. Schapeler), Landwirt, ∞ vor 1908 Julie Elise Luise Sültemeyer († nach 1956)

Kinder:

Gustav, Landwirt, † 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft

Elisabeth, wird Anerbin nach dem Tod ihres Bruders


1948 - 1962 Volkwien Herbst, Landwirt, ∞ vor 1949 Elisabeth Krecke, Anerbin des Schapelerhofes


Bewohner der Stätte Hörste Nr. 30 in Adressbüchern:


1900/01: 30 (Schapeler) Sölter, Friedrich, Landw.; Böger, August, Ziegler. Böltke, Gustav, Ziegler. Strodiek, Gottlieb, Ziegler. Strohdiek, Karl, Ziegler.

1925/26: 30 (Schapeler) Krecke, Karl, Landw.; Ecke, Adolf, Ziegler; Ecke, Gustav, Ziegler; Prante, Heinrich, Arbeiter

Literatur

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1424, S. 8
  2. Vgl. Hörste Nr. 25 und Nr. 26
  3. LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1423, S. 202
  4. LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1442, S. 138
  5. LAV NRW OWL, L 92 Z, Nr. 1423 u. Nr. 1424
  6. LAV NRW OWL, L 56 Nr. 10
  7. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 226
  8. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 287
  9. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 172, S. 116
  10. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 306
  11. LAV NRW OWL, L 86 Nr. 586
  12. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 176, S. 347
  13. Werner Schapeler (1933 - 2015) in Hörste hat allerlei Kopien von Archivalien zur Familiengeschichte Schapeler hinterlassen - dies allerdings ohne Quellenangaben, was die Überprüfung erschwert.
  14. LAV NRW OWL, L 21 Nr. 181, Bl. 119. In der ersten Hälfte des 18. Jh.s entwickelt sich ein fundamentaler und lang anhaltender Streit zwischen dem Meier zu Stapelage und seinem Kötter Massiek über Abgaben und Dienste. Belästigt von fortwährenden Suppliken und Eingaben der Kontrahenten ernennt die lippische Regierung in den 1740er Jahren den Reg.rat Simon Henrich Blome zu einer Art Sonderbeauftragten zur Klärung der Rechtslage in diesem Streit. Blome recherchiert auch auf anderen Stapelager Kötterstätten; über obiger Aussage steht geschrieben: Notatu den 5ten Julÿ 1746. auffm Schapeler in der Senke.
  15. Die Signatur der Quelle dieser Aussage ist noch nicht geklärt. Es liegt aus dem Nachlass von Werner Schapeler die Kopie des Blattes „49“ einer Archivalie vor, die vermutlich im 18. Jahrhundert ähnlich oben beschriebener Situation ältere Rechtsverhältnisse zur Stätte Schapeler zusammenstellt - vor obiger Aussage steht: Extract aus dem Verzeichnis der Unterthanen des Kirchspiels Lage und Stapelage, welche freÿ oder eigenbehörige seÿen de Ao 1620. Solche Eigenbehörigen-Verzeichnisse aus dieser Zeit sind von wenigen Vogteien erhalten, von der Vogtei Lage leider nicht (freundl. Hinweis Roland Linde).
  16. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 96, S. 140
  17. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 215
  18. LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 135, S. 94
  19. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 67 u. 148
  20. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 149
  21. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 191
  22. LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 274
  23. LAV NRW OWL, L 84 Nr. II, FP Nr. 42
  24. LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XX
  25. LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII
  26. LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 47
  27. LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33
  28. LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 79/80
  29. LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 101 - 103
  30. LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 118 - 120
  31. LAV NRW OWL, L 21 Nr. 181, Bl. 12 (Berend H. Schapeler hat einen Bruder, dem er den kindlichen Anteil gibt)
  32. Die Nachfahren dieses Ehepaares führen auf die Neuwohnerstätte Hörste Nr. 67 und damit auf die meisten der heute in u. um Hörste lebenden Schapelers.

Autor*innen

Dr. Horst Wissbrock

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Seite erstellt am 21.06.2026 von Dr. Horst Wissbrock

Letzte Änderung am: 24.06.2026 von Dr. Horst Wissbrock