Kammweg Ehrenmal (Oerlinghausen): Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 29. Juni 2026, 16:04 Uhr
| Kammweg Ehrenmal (Oerlinghausen) | |
|---|---|
| Ortsteil | Oerlinghausen (Kernstadt) |
| Karte | |
| Straße | Kammweg (Oerlinghausen) |
1929/30 errichtetes Kriegerdenkmal für Gefallene des Ersten Weltkriegs, Entwurf Berthold Müller-Oerlinghausen.
Geschichte
Das Denkmal erinnert an die Gefallenen des Kgl.-Infanterie-Regiments Nr. 145 im Ersten Weltkrieg (1914-1918). Die Grundsteinlegung fand am 18.8.1929, der Entwurf stammt von Berthold Müller-Oerlinghausen. Baubeginn war im Frühjahr 1930, Ende Juni 1930 war das Denkmal nahezu vollendet, der in Essen aus Bronze gegossene liegende Infanterist wurde installiert. Am 9. Juli wurde eine Urne mit einer Liste der Namen aller Gefallene des K.I.R. 145 im Grundstein vermauert. Einweihung war am 31.8.1930. Den Eingang in das Denkmal sollten zwei bronzene Königstiger als Wächter flankieren. Die Mittel dafür fehlten allerdings, so dass für den Tag der Einweihung auf den Sockeln zwei Gipsmodelle aufgestellt wurden, die in den nächsten Monaten durch Bronzeplastiken ersetzt werden sollten, was aber nie geschah.Beim Absturz eines britischen Bombers auf den Tönsberg am 27. Februar 1945 und bei den dreitägigen Kampfhandlungen Anfang April 1945 wurde das Denkmal beschädigt. Im Sommer 1949 rief der Bürgermeister die Oerlinghauser auf, Geld für die Reparatur zu spenden. Ein Vertreter der KPD protestierte einer Ratssitzung gegen die Restaurierung, da er darin „eine Verherrlichung des Krieges“ sah, war allerdings mit dieser Meinung allein. Es kamen 1.500 DM zusammen. Durch Ratsbeschluss wurde dann die Betreuung des Denkmals der Heimatpflege und dem Verschönerungsverein übertragen.[1]
Beschreibung

Die architektonische Gestaltung erinnert entfernt an einen griechischen oder römischen Tempel, indem ein Rechteck aus Pfeilern (statt Säulen) gebildet wird, die jedoch kein Dach tragen, sondern durch 4 Architrave verbunden werden. An den Stirnseiten sind es 5 Pfeiler quadratischen Querschnitts, an den Längsseiten 7. Am östlichen Ende steht ein Kenotaph, au dem die Bronzeplastik eines Soldaten aufgebahrt ist, der in seinen Händen ein Gewehr hält. Ein Teil des Körpers wird durch die Regimentsfahne bedeckt.
Inschriften
Die in roten Lettern angebrachte Inschrift auf den Innenseiten der 4 Architrave lautet, an Müller-Oerlinghausens Vorschlag orientiert und die „Dolchstoßlegende“ der „unbesiegten Armee“ aufgreifend:[2]
„Wanderer hemme den Schritt
Schirmend der Heimat heiligen Boden
Starben die Tapferen unbesiegt
Beuge Dich vor des Opfers Größe“
Der etwa 1,50 Meter hohe Kenotaph Müller-Oerlinghausens trägt auf der vorderen Seite in großen Lettern die Inschrift „Das Königs Inf Rgt 145 seinen gefallenen Helden“, darunter ein eingraviertes Kreuz. Auf der Rückseite ist zu lesen:
„Es fielen vom Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145
111 Offiziere 125 Feldwebel und Vizefeldwebel
3.300 Unteroffiziere und Mannschaften“.[3]
Auf der Regimentsfahne der Wahlspruch der Truppenfahnen der Preußischen Armee: „pro gloria et patria“ (Für Ruhm und Vaterland). Ein Pfeiler an der Kopfseite des Denkmals ist mit den bronzenen Insignien der Hohenzollern versehen.
Eigentümer*innen
Literatur
Jürgen Hartmann, „Auf dem Altar des Vaterlandes“ – Kriegerdenkmäler des Ersten Weltkrieges und umstrittenes Gedenken in Oerlinghausen, in: Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte, Nr. 30 November 2024, S. 22-92 Digital
Christopher Stickdorn, Denkmalsanalyse zum Ehrenmal auf dem Tönsberg bei Oerlinghausen. Studienarbeit, München 2010.
Siegfried Scharfe, Ehrenmal auf dem Tönsberg bei Örlinghausen, Westfalen, in: Siegfried Scharfe (Hg.), Deutschland über Alles. Ehrenmale des Weltkrieges, Königstein i. Taunus [u.a.] 1938, S. 33.
Quellen
LAV NRW OWL, L 104 / Lippischer Landeskonservator, Nr. 25: Außenreklame und verschiedene Denkmale, 1925-1951, enthält u. a. Ehrenmal auf dem Tönsberg (1929).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Jürgen Hartmann, „Auf dem Altar des Vaterlandes“ – Kriegerdenkmäler des Ersten Weltkrieges und umstrittenes Gedenken in Oerlinghausen, in: Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte, Nr. 30 November 2024, S. 22-92 Digital, S 88.
- ↑ Nach Jürgen Hartmann, „Auf dem Altar des Vaterlandes“ – Kriegerdenkmäler des Ersten Weltkrieges und umstrittenes Gedenken in Oerlinghausen, in: Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte, Nr. 30 November 2024, S. 22-92 Digital, S 74.
- ↑ Nach Jürgen Hartmann, „Auf dem Altar des Vaterlandes“ – Kriegerdenkmäler des Ersten Weltkrieges und umstrittenes Gedenken in Oerlinghausen, in: Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte, Nr. 30 November 2024, S. 22-92 Digital, S 75.
Seitenhistorie
Seite erstellt am 29.06.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 29.06.2026 von Justus Hillebrand