Kolonat 5 (Haustenbeck): Unterschied zwischen den Versionen

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Ehemaliges Kolonat Nr. 5.<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 200 ff.</ref>
Das ehemalige Kolonat Nr. 5 wurde im Jahr 1660 von Hans Brade gegründet und unter dem Stättenamen Hunkenhof geführt, zuletzt unter Wille.<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 76, 200 ff.</ref>
==Geschichte==
==Geschichte==
*Nr. 5 Wille, früher Hunkenhof („Scheiper“). — Gegründet 1660 von Hans Brade. <ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, Siehe S. 23, 74, 76.</ref>
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Hans Brade (+ 1678), der Gründer der Stätte, stammte aus Berlebeck. Er war der zweite Siedler in Haustenbeck. <ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, Siehe S. 23.</ref> Eine Hausnummer hatte die Stätte damals noch nicht. Die Nummer trug sie erst seit etwa 1790.
 
Die Stätte erbte später Maria Agneta Brade (1671-1737). Sie heiratete um 1702 Jürgen Huneke (* 1671-1715). Nach ihm wurde die Stätte anschließend Hunkenhof genannt. Zusätzlich trug sie den Beinamen Schäfer (auch „Scheiper“), z.B. Hunkenhof dictus Schäfer.<ref>Der Beiname Schäfer wird in zahlreichen Kirchenbucheinträgen aufgeführt; siehe auch {{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 74.</ref>
 
Johann Gerd Hunkenhof (* um 1703) übernahm die elterliche Stätte mit seiner Eheschließung im Jahr 1726, nachdem sein Bruder, der Anerbe Arend Henrich sie ihm abgetreten hatte.<ref>L 108 A Nr. 136, Bl. 28.</ref>
 
Im Jahr 1769 lebte das Ehepaar Hunkenhof mit zwei Söhnen auf der Stätte. Sie besaßen ein Pferd und drei Kühe. Das Leibzüchterpaar lebte allein und besaß zwei Kühe.<ref>L 92 Z Nr. 1450, S. 98f.</ref>
 
Im Jahr 1776 wurden mit Johann Friedrich „Hunkenhof“ und seiner Frau wieder zwei Söhne registriert. An Vieh besaßen sie nun drei Kühe und drei Rinder. Die Leibzüchterin war nun allein, besaß eine Kuh und betrieb Spinnerei.<ref>L 92 Z Nr. 1448, S. 112f.</ref> die zweite im jahr 1769 noch gezählte Kuh war wohl mit dem Tod des Mannes an die Stätte zurückgefallen.
 
Bei dem Neubau von 1803 soll es sich überwiegend um eine Vergrößerung der alten bestehende Stätte gehandelt haben, bei der das noch brauchbare Material Verwendung fand. Der in der Inschrift angegebene Simon Jobst Hunkenhof (1754-1814) hatte am 22. Juni 1794 in zweiter Ehe Anne Marie Catharine Elisabeth Schluer (* 1764-1816) aus Heidenoldendorf geheiratet.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
 
Im Jahr 1828 wurden außer dem Besitzerpaar Hunkenhof ein Sohn, drei Töchter und ein Dienstbote verzeichnet. Alle Kinder waren unter 14 Jahren. Leibzüchter lebten keine auf der Stätte, aber eine Einliegerfamilie: Friedrich Kehne und seine Frau hatten einen Sohn unter 14 Jahren.
<ref>L 92 Z Nr. 1451, S. 205.</ref>
 
Die Stätte blieb bis zum Jahr 1935 in Besitz der Familie Hunkenhof. Der anschließende Eigentümer, Fritz Wille, war ein naher Verwandter der Familie. Er errichtete im Jahr 1935 einen Neubau neben der alten Stätte und brach dann die alte Stätte ab.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
 
*Umsiedlung 1940. Name(n) und neuer Wohnort: Wille, Detmold.<ref>Walter Göbel in {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}},  S. 54 ff</ref>
*Umsiedlung 1940. Name(n) und neuer Wohnort: Wille, Detmold.<ref>Walter Göbel in {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}},  S. 54 ff</ref>


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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
* 1660 Hans Brade († 1678)  oo 
* um 1702? Marie Agnete Brade (1671-1737)  ca. 1702 oo  Jürgen Hunkenhof
* 1726 Johann Gerd Hunkenhof (Sohn von Jürgen)  1726 oo  Elisabeth Wächter
* 1753 Johann Friedrich Hermann Hunkenhof (* 1731, Sohn von Johann Gerd)  24.6.1753 oo  Tilla Cathrina NN
* 1778 Simon Jobst Hunkenhof (* 1754, Sohn von Joh. Friedrich Hermann, † 1814)  1778 oo  Annemarie Schlür, Heidenoldendorf; II oo 1794  Anne Margrete Ilsabein Biere
* 1818 Conrad Hunkenhof (Sohn von Simon Jobst)  1818 oo  Wilhelmine Röhrmann, [[Kolonat 6 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 6]];  II oo  1837 Wilhelmine Erpe aus Frommhausen
* 1859 Friedrich Conrad Hunkenhof (* 1833, Sohn von Conrad)  oo  Sophie Justine Caroline Gärtner, [[Kolonat 53 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 53]]
* 1901 Hunekenhof, Friedrich, Landwirth. Hunekenhof, Wilhelm, Ziegler.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 206 ff.</ref>
* 1901 Hunekenhof, Friedrich, Landwirth. Hunekenhof, Wilhelm, Ziegler.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 206 ff.</ref>
* 1926 Hunkenhof, Friedr., Landwirt; Kehne, Bertha, Witwe.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 673 ff.</ref>
* 1926 Hunkenhof, Friedr., Landwirt; Kehne, Bertha, Witwe.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 673 ff.</ref>
* 1935 Fritz Wille<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>


==Literatur==
==Literatur==

Aktuelle Version vom 22. Juli 2026, 01:59 Uhr

Kolonat 5 (Haustenbeck)
OrtsteilHaustenbeck
Straße-
Hausnummer-
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHaustenbeck
Hausnummer005

Das ehemalige Kolonat Nr. 5 wurde im Jahr 1660 von Hans Brade gegründet und unter dem Stättenamen Hunkenhof geführt, zuletzt unter Wille.[1]

Geschichte

Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1927, Sammlung Walter Göbel.
Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1932, Sammlung Walter Göbel.

Hans Brade (+ 1678), der Gründer der Stätte, stammte aus Berlebeck. Er war der zweite Siedler in Haustenbeck. [2] Eine Hausnummer hatte die Stätte damals noch nicht. Die Nummer trug sie erst seit etwa 1790.

Die Stätte erbte später Maria Agneta Brade (1671-1737). Sie heiratete um 1702 Jürgen Huneke (* 1671-1715). Nach ihm wurde die Stätte anschließend Hunkenhof genannt. Zusätzlich trug sie den Beinamen Schäfer (auch „Scheiper“), z.B. Hunkenhof dictus Schäfer.[3]

Johann Gerd Hunkenhof (* um 1703) übernahm die elterliche Stätte mit seiner Eheschließung im Jahr 1726, nachdem sein Bruder, der Anerbe Arend Henrich sie ihm abgetreten hatte.[4]

Im Jahr 1769 lebte das Ehepaar Hunkenhof mit zwei Söhnen auf der Stätte. Sie besaßen ein Pferd und drei Kühe. Das Leibzüchterpaar lebte allein und besaß zwei Kühe.[5]

Im Jahr 1776 wurden mit Johann Friedrich „Hunkenhof“ und seiner Frau wieder zwei Söhne registriert. An Vieh besaßen sie nun drei Kühe und drei Rinder. Die Leibzüchterin war nun allein, besaß eine Kuh und betrieb Spinnerei.[6] die zweite im jahr 1769 noch gezählte Kuh war wohl mit dem Tod des Mannes an die Stätte zurückgefallen.

Bei dem Neubau von 1803 soll es sich überwiegend um eine Vergrößerung der alten bestehende Stätte gehandelt haben, bei der das noch brauchbare Material Verwendung fand. Der in der Inschrift angegebene Simon Jobst Hunkenhof (1754-1814) hatte am 22. Juni 1794 in zweiter Ehe Anne Marie Catharine Elisabeth Schluer (* 1764-1816) aus Heidenoldendorf geheiratet.[7]

Im Jahr 1828 wurden außer dem Besitzerpaar Hunkenhof ein Sohn, drei Töchter und ein Dienstbote verzeichnet. Alle Kinder waren unter 14 Jahren. Leibzüchter lebten keine auf der Stätte, aber eine Einliegerfamilie: Friedrich Kehne und seine Frau hatten einen Sohn unter 14 Jahren. [8]

Die Stätte blieb bis zum Jahr 1935 in Besitz der Familie Hunkenhof. Der anschließende Eigentümer, Fritz Wille, war ein naher Verwandter der Familie. Er errichtete im Jahr 1935 einen Neubau neben der alten Stätte und brach dann die alte Stätte ab.[9]

  • Umsiedlung 1940. Name(n) und neuer Wohnort: Wille, Detmold.[10]

Gebäude

Inschriften

In zwei übereinander liegenden Torbalken befanden sich zwei Inschriften [11]

Im oberen Torbalken:

„Anno 1704 den 21. Julius hat Jürgen Hunkenhof und Maria Agneta Braden dis Haus bauen lassen“

Im darunter liegenden Torbalken:

„Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Simon Jobst Hunkenhof und Annemarie geb. Schlür Haben dies Haus bauen lassen Den 2. Julius 1803“

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1660 Hans Brade († 1678) oo
  • um 1702? Marie Agnete Brade (1671-1737) ca. 1702 oo Jürgen Hunkenhof
  • 1726 Johann Gerd Hunkenhof (Sohn von Jürgen) 1726 oo Elisabeth Wächter
  • 1753 Johann Friedrich Hermann Hunkenhof (* 1731, Sohn von Johann Gerd) 24.6.1753 oo Tilla Cathrina NN
  • 1778 Simon Jobst Hunkenhof (* 1754, Sohn von Joh. Friedrich Hermann, † 1814) 1778 oo Annemarie Schlür, Heidenoldendorf; II oo 1794 Anne Margrete Ilsabein Biere
  • 1818 Conrad Hunkenhof (Sohn von Simon Jobst) 1818 oo Wilhelmine Röhrmann, Haustenbeck Nr. 6; II oo 1837 Wilhelmine Erpe aus Frommhausen
  • 1859 Friedrich Conrad Hunkenhof (* 1833, Sohn von Conrad) oo Sophie Justine Caroline Gärtner, Haustenbeck Nr. 53
  • 1901 Hunekenhof, Friedrich, Landwirth. Hunekenhof, Wilhelm, Ziegler.[12]
  • 1926 Hunkenhof, Friedr., Landwirt; Kehne, Bertha, Witwe.[13]
  • 1935 Fritz Wille[14]

Literatur

  • Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
  • Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck (Hg.): Haustenbeck 1659 - 1939 - 1989. Schlangen 1989
  • Hildegard Mehrmann (Hg.): Das ehemalige Haustenbeck in der Senne. Lage 1993
  • Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 76, 200 ff.
  2. Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, Siehe S. 23.
  3. Der Beiname Schäfer wird in zahlreichen Kirchenbucheinträgen aufgeführt; siehe auch Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 74.
  4. L 108 A Nr. 136, Bl. 28.
  5. L 92 Z Nr. 1450, S. 98f.
  6. L 92 Z Nr. 1448, S. 112f.
  7. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  8. L 92 Z Nr. 1451, S. 205.
  9. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  10. Walter Göbel in Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994 , S. 54 ff
  11. Walter Göbel, Hausinschriften in Haustenbeck
  12. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 206 ff.
  13. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 673 ff.
  14. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).

Autor*innen

Margit Lenniger, Olaf Biere

Seitenhistorie

Seite erstellt am 08.07.2026 von Olaf Biere

Letzte Änderung am: 22.07.2026 von Margit Lenniger