Gartenstraße 6 (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen
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Gartenstraße 6 und 8 war zunächst als Doppelhaus erbaut, dessen Teilung erst 1892 erfolgte. Erster Eigentümer war der Bauherr und Entwerfer Hofzimmermeister Wilhelm Schmidt.<ref>{{BuddeHolz2005}}</ref> Nr. 6 ging nach der Teilung an den Korvettenkapitän Alfred Vehmeier, 1917 an Hofbuchdruckereibesitzer Otto Liesegang und schon im Jahr darauf an den Kaufmann Julius Rothenstein. Bewohnerin war damals Selma Lefmann, die ab etwa 1935 auch Eigentümerin der Hauses Gartenstraße 6 war.<ref>https://www.gedenkbuch-detmold.de/index.php/gedenkbuch/111-die-opfer-in-alphabetischer-reihenfolge/biographien/l-biographien/346-leffmann-selma-geb-rottenstein</ref> | Gartenstraße 6 und 8 war zunächst als Doppelhaus erbaut, dessen Teilung erst 1892 erfolgte. Erster Eigentümer war der Bauherr und Entwerfer Hofzimmermeister Wilhelm Schmidt.<ref>{{BuddeHolz2005}}</ref> Nr. 6 ging nach der Teilung an den Korvettenkapitän Alfred Vehmeier, 1917 an Hofbuchdruckereibesitzer Otto Liesegang und schon im Jahr darauf an den Kaufmann Julius Rothenstein. Bewohnerin war damals Selma Lefmann, die ab etwa 1935 auch Eigentümerin der Hauses Gartenstraße 6 war.<ref>https://www.gedenkbuch-detmold.de/index.php/gedenkbuch/111-die-opfer-in-alphabetischer-reihenfolge/biographien/l-biographien/346-leffmann-selma-geb-rottenstein</ref> | ||
1937 zog Selma Leffmann zum Vater nach Nieheim, der Sohn Kurt emigrierte nach England. Nach zerstörung der Detmolder Synagoge zog hier 1938 der Synagogendiener Louis Flatow mit Frau Frieda ein, 1939 auch Sohn Max und die Schwiegertochter Alma | 1937 zog Selma Leffmann zum Vater nach Nieheim, der Sohn Kurt emigrierte nach England. Nach zerstörung der Detmolder Synagoge zog hier 1938 der Synagogendiener Louis Flatow mit Frau Frieda ein, 1939 auch Sohn Max und die Schwiegertochter Alma. Louis Flatow war zeitweise im Konzentrationslager Buchenwald und wurde Ende 1938 entlassen. Nutzung des Hauses als Synagoge, vom 1. Oktober 1939 bis 30. März 1942 bestand hier auch eine jüdische Schule.<ref>Wolfgang Müller, Gartenstraße 6. Geschichte eines Detmolder "Judenhauses" und seiner Bewohner. 2. Auflage Detmold 1991.<ref> Die Lehrkräfte Hedwig Block, Ludwig Alexander und Louis Flatow wurden noch vor dem Schulverbot vom 7. Juli 1942 in das Warschauer Ghetto verschleppt. | ||
Ab Februar 1942 Nutzung als jüdisches Altersheim für einen Mann und 13 Frauen unter der Leitung von Auguste und Bernhardine Michaelis-Jena. Ende Juli 1942 Deportation der Bewohner*innen nach Theresienstadt, Ausnahme waren die drei Kinder Hans, Karl und Ruth Ehrmann, da sie aus einer sog. Mischehe stammten.<ref>{{MüllerGartenstraße1992}}.</ref> Am 28.7.1942 Transport in Bussen nach Bielefeld, Abfahrt Bielefeld 31.7., Ankunft in Theresienstadt am 1.8.1942. Einige sind bereits dort gestorben, andere in Treblinka oder Auschwitz ermordet worden. Auch Julius Rottenstein und Selma Leffmann kamen nach Theresienstadt und sind nicht zurückgekehrt. | Ab Februar 1942 Nutzung als jüdisches Altersheim für einen Mann und 13 Frauen unter der Leitung von Auguste und Bernhardine Michaelis-Jena. Ende Juli 1942 Deportation der Bewohner*innen nach Theresienstadt, Ausnahme waren die drei Kinder Hans, Karl und Ruth Ehrmann, da sie aus einer sog. Mischehe stammten.<ref>{{MüllerGartenstraße1992}}.</ref> Am 28.7.1942 Transport in Bussen nach Bielefeld, Abfahrt Bielefeld 31.7., Ankunft in Theresienstadt am 1.8.1942. Einige sind bereits dort gestorben, andere in Treblinka oder Auschwitz ermordet worden. Auch Julius Rottenstein und Selma Leffmann kamen nach Theresienstadt und sind nicht zurückgekehrt. | ||