Oberschönhagen: Unterschied zwischen den Versionen

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==Lage==
==Lage==
[[Datei:Oberschönhagen um 1800.jpg|mini|Oberschönhagen um 1800, Kartenausschnitt<br /> Carte vom Fürstenthum Lippe<br />[https://archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
[[Datei:Oberschönhagen um 1800.jpg|mini|Oberschönhagen um 1800, Kartenausschnitt. Carte vom Fürstenthum Lippe um 1800 [https://archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
 
Oberschönhagen liegt am östlichen Stadtrand von Detmold und grenzt an die Nachbarstädte [[Blomberg]] (Brüntrup) und [[Horn-Bad Meinberg]] (Fissenknick).
 
Nach der LWL.GeodatenKultur befindet sich Oberschönhagen im regional bedeutsamen Kulturlandschaftsbereich K 08.22 Leistruper Wald mit Oberschönhagen.


Oberschönhagen liegt am östlichen Stadtrand von Detmold und grenzt an die Nachbargemeinden [[Blomberg]] (Brüntrup) und [[Horn-Bad Meinberg]] (Fissenknick). Nach der LWL.GeodatenKultur befindet sich Oberschönhagen im regional bedeutsamen Kulturlandschaftsbereich K 08.22 Leistruper Wald mit Oberschönhagen.
*Breitengrad    = 51°55'N
*Breitengrad    = 51°55'N
*Längengrad      = 08°58'O
*Längengrad      = 08°58'O
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* Fläche gesamt  = 412,15 ha      = 100,0
* Fläche gesamt  = 412,15 ha      = 100,0
Es sind noch viele gut erhaltene bzw. sanierte Fachwerkbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert vorhanden. Nur wenige Häuser sind unbewohnt.


==Verwaltungszugehörigkeit==
==Verwaltungszugehörigkeit==
Die ehemals eigenständige Gemeinde Oberschönhagen ist mit der Gemeindereform am 1. Januar 1970 neu strukturiert worden. Die ehemaligen Wohnplätze Fissenknick und Hülsen wurden abgetrennt, [[Fissenknick (Horn-Bad Meinberg)|Fissenknick]] wurde der Stadt [[Horn-Bad Meinberg]] zugeordnet, Hülsen dem Detmolder Ortsteil [[Diestelbruch (Detmold)| Diestelbruch]]. Der Ortsteil Oberschönhagen gehört seither zu [[Detmold]].
Die ehemals eigenständige Gemeinde Oberschönhagen ist mit der Gemeindereform am 1. Januar 1970 neu strukturiert worden. Die ehemaligen Wohnplätze Fissenknick und Hülsen wurden abgetrennt, [[Fissenknick (Horn-Bad Meinberg)|Fissenknick]] wurde der Stadt [[Horn-Bad Meinberg]] zugeordnet, Hülsen dem Detmolder Ortsteil [[Diestelbruch (Detmold)| Diestelbruch]]. Der Ortsteil Oberschönhagen gehört seither zu [[Detmold]]. Bis dahin hatten alle Ortsteile eigene Bürgermeister mit eigenen Finanzhaushalten und Gemeinderäten.
 
Bis dahin hatten alle Ortsteile eigene Bürgermeister mit eigenen Finanzhaushalten und Gemeinderäten.


==Geschichte==
==Geschichte==
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Als älteste Gebäude sind dokumentiert:
Als älteste Gebäude sind dokumentiert:
* 1737 Leibzucht Reineke
* 1737 Leibzucht Reineke
* 1756 Leibzucht Dickewied
* 1756 Leibzucht Dickewied
* 1765 Haupthaus Hunkemeier
* 1765 Haupthaus Hunkemeier


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Die Gemeinheit (gemeinschaftliche Hudefläche) auf dem Fissenknicker Anger mit einer Fläche von etwa 66,5 Scheffelsaat wurde 1864 aufgeteilt. 1 Schfeffelsaat entspricht 1.717 qm.
Die Gemeinheit (gemeinschaftliche Hudefläche) auf dem Fissenknicker Anger mit einer Fläche von etwa 66,5 Scheffelsaat wurde 1864 aufgeteilt. 1 Schfeffelsaat entspricht 1.717 qm.


In der Denkmalliste der Stadt Detmold waren im September 2024 die folgenden Baudenkmäler eingetragen:
In Oberschönhagen sind noch viele gut erhaltene bzw. sanierte Fachwerkbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert vorhanden. Nur wenige Häuser sind unbewohnt. In der Denkmalliste der Stadt Detmold waren im September 2024 die folgenden Baudenkmäler eingetragen:
* 2 Fachwerkhäuser, Bad Meinberger Str. 152a und 154a
* 2 Fachwerkhäuser, Bad Meinberger Str. 152a und 154a
* 2 Fachwerkbauernhäuser, Bad Meinberger Str. 154 und 158
* 2 Fachwerkbauernhäuser, Bad Meinberger Str. 154 und 158
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==Pläne, Ortsansichten==
==Pläne, Ortsansichten==


[[Datei:Oberschönhagen Uraufnahme von 1836-1850.jpeg|mini]]
[[Datei:Oberschönhagen Uraufnahme von 1836-1850.jpeg|mini|Oberschönhagen, Übersichtskarte von 1880]]


[[Datei:Oberschönhagen 1912 - Karte.jpeg|mini]]
[[Datei:Oberschönhagen 1912 - Karte.jpeg|mini|Oberschönhagen, topographische Karte von 1912]]


[[Datei:Oberschönhagen Liegenschaftskarte vom 24.11.2025.jpeg|mini]]
[[Datei:Oberschönhagen Liegenschaftskarte vom 24.11.2025.jpeg|mini|Oberschönhagen, Liegenschaftskarte von 2025]]


[[Datei:Oberschönhagen topographische Karte von 2016.jpeg|mini]]
[[Datei:Oberschönhagen topographische Karte von 2016.jpeg|mini|Oberschönhagen, topographische Karte von 2016]]


[[Datei:Oberschönhagen Flächennutzungsplan von 2015.jpeg|mini]]
[[Datei:Oberschönhagen Flächennutzungsplan von 2015.jpeg|mini|Oberschönhagen, Flächennutzungsplan von 2015]]


[[Datei: Windenergiefläche Oberschönhagen.png|thumb| Oberschönhagen geplante Windräder, Lageplan: Stadt Detmold]]
[[Datei: Windenergiefläche Oberschönhagen.png|thumb|Oberschönhagen, geplante Windräder. Lageplan: Stadt Detmold]]


==Ortsname==
==Ortsname==
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==Bevölkerung==
==Bevölkerung==
Am 1. Dezember 1871 wurde ein „Ortschafts-Verzeichnis des Fürstenthums Lippe veröffentlicht. Es war geordnet und aufgestellt „nach der politischen Eintheilung“ nebst Angabe der Zahl der Wohnhäuser, Haushaltungen und Einwohner auf Grund der Volkszählung vom  1. Dezember 1871. Herausgegeben wurde es von der Meyer’schen Hofbuchdruckerei (Gebr. Klingenberg) im Jahr 1875.
Am 1. Dezember 1871 wurde ein „Ortschafts-Verzeichnis des Fürstenthums Lippe" veröffentlicht. Es war geordnet und aufgestellt „nach der politischen Eintheilung“ nebst Angabe der Zahl der Wohnhäuser, Haushaltungen und Einwohner auf Grund der Volkszählung vom  1. Dezember 1871. Herausgegeben wurde es von der Meyer’schen Hofbuchdruckerei (Gebr. Klingenberg) im Jahr 1875. Darin ist unter der Nr. 42 der politischen Gemeinde die „Bauerschaft Oberschönhagen“ mit den Wohnplätzen Fissenknick, Hülsen und Oberschönhagen aufgeführt; für das Dorf Oberschönhagen: 17 Häuser mit 16 Haushaltungen und 127 Bewohner.


Darin ist unter der Nr. 42 der politischen Gemeinde die „Bauerschaft Oberschönhagen“ mit den Wohnplätzen Fissenknick, Hülsen und Oberschönhagen aufgeführt; für das Dorf Oberschönhagen: 17 Häuser mit 16 Haushaltungen und 127 Bewohner.
1895 hatte die Bauerschat Oberschönhagen 357 Einwohner; <ref>{{LippeAdressbuch1901}}</ref> davon lebten auf den Wohnplätzen:
 
* Fissenknick (82 Einwohner),  
1895 hatte Oberschönhagen 357 Einwohner<ref>{{LippeAdressbuch1901}}</ref>, davon in den Wohnplätzen
* Hülsen (102 Einwohner),  
* Fissenknick (82),  
* Krähenbruch (14 Einwohner)  
* Hülsen (102),  
* Oberschönhagen (159 Einwohner).
* Krähenbruch (14)  
* Oberschönhagen (159).
Der Ortsteil Krähenbruch gehört seit 1926 zu Fissenknick.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}</ref>
Der Ortsteil Krähenbruch gehört seit 1926 zu Fissenknick.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}</ref>


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* 18 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
* 18 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.


Nur der Hof Bad Meinberger Str. 140 wird bis heute im Vollerwerb bewirtschaftet, alle anderen Höfe und Ländereien/Wälder sind verkauft und/bzw. verpachtet.
Nur der Hof Bad Meinberger Str. 140 wird bis heute im Vollerwerb bewirtschaftet, alle anderen Höfe und Ländereien bzw. Wälder sind verkauft bzw. verpachtet.
 
Ein Ereignis hat für die Dorfbewohner bis heute eine besondere Tradition. Es gibt keinen Verein, keine Geschäfte, öffentliche Einrichtungen oder ein Dorfgemeinschaftshaus. Dafür aber das Dorffest. Zu verdanken haben die Oberschönhagener das dem WDR. Der kam 1998 ins Dorf, um es für die Sendung „Dorfplatz Schlag 10“ vorzustellen. Da wurden damals Dörfer mit weniger als 500 Einwohnern gezeigt. Zufällig wurde auch Oberschönhagen ausgewählt.
 
Für die Einwohner bedeutete das, sie mussten sich zusammensetzen und planen, was sie dem Fernsehteam denn zeigen möchten. Diese Gemeinschaft hatte allen gut gefallen. Seitdem feiert Oberschönhagen jedes Jahr am letzten Schulferien-Sonntag auf dem damaligen Hof Meierjohann, Bad Meinberger Str. 160, sein Dorffest, also erstmals 1998. Auch wurde an dem Tag das 666-jährige Bestehen des Dorfes in vertrauter Runde gemeinsam gefeiert.


Inzwischen findet auch an einem Sonntag im Dezember, häufig der 3. Advent, eine Weihnachtsfeier auf der Deele des Hofes Bad Meinberger Str. 170 statt.
Ein Ereignis von besonderer Bedeutung für die Dorfbewohner ist das Dorffest. Es gibt keinen Verein, keine Geschäfte, öffentliche Einrichtungen oder ein Dorfgemeinschaftshaus im Dorf, dafür aber das Dorffest. Zu verdanken haben die Oberschönhagener das dem WDR. Der kam 1998 ins Dorf, um es für die Sendung „Dorfplatz Schlag 10“ vorzustellen. Da wurden damals Dörfer mit weniger als 500 Einwohnern gezeigt. Zufällig wurde auch Oberschönhagen ausgewählt. Für die Einwohner bedeutete das, sie mussten sich zusammensetzen und planen, was sie dem Fernsehteam denn zeigen möchten. Diese Gemeinschaft hatte allen gut gefallen. Seitdem feiert Oberschönhagen jedes Jahr am letzten Schulferien-Sonntag auf dem damaligen Hof Meierjohann, Bad Meinberger Str. 160, sein Dorffest, also erstmals 1998. Auch wurde an dem Tag das 666-jährige Bestehen des Dorfes in vertrauter Runde gemeinsam gefeiert. Inzwischen findet auch an einem Sonntag im Dezember, häufig der 3. Advent, eine Weihnachtsfeier auf der Deele des Hofes Bad Meinberger Str. 170 statt.


==Hausstätten==
==Hausstätten==
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==Verkehrswege==
==Verkehrswege==
[[Datei: Mergelwand Oberschönhagen.jpg|thumb|Mergelwand Bad Meinberger Straße 160, 2020, Foto: Wilfried Funke]]
[[Datei: Mergelwand Oberschönhagen.jpg|thumb|Mergelwand Bad Meinberger Straße 160, 2020, Foto: Wilfried Funke]]
Ausser der Bad Meinberger Strasse sind asphaltierte Wege, einige als mit Bäumen bepflanzte Alleen, zu den Hofanlagen vorhanden.
Außer der Bad Meinberger Straße sind asphaltierte Wege, einige als mit Bäumen bepflanzte Alleen, zu den Hofanlagen vorhanden. Die Wege zu den landwirtschaftlichen bzw. Waldflächen sind geschottert bzw. naturbelassen.
Die Wege zu den landwirtschaftlichen bzw. Waldflächen sind geschottert bzw. naturbelassen.
An mehreren Stellen sind im Gelände Mergelkuhlen vorhanden, aus denen Mergel zur Bodenverbesserung der Felder und für den Wegebau abgebaut wurde. Eine Straßen- oder Wegebeleuchtung ist nicht vorhanden. Die erste Buslinie Detmold-Oberschönhagen-Bad Meinberg fuhr erstmals im Jahr 1953 durchs Dorf. Aktuell gibt es fünf Haltestellen.
An mehreren Stellen sind noch Gelände-Vertiefungen und -Steilwände vorhanden, aus denen Mergel für die Feldwege-Befestigungen abgebaut wurde. Auch wurde Mergel in der vorindustriellen Zeit für Bodenverbesserungen verarbeitet und verwendet.<br />
Eine Strassen-/Wegebeleuchtung ist nicht vorhanden.<br />
Die erste Buslinie Detmold - Oberschönhagen - Bad Meinberg fuhr erstmals im Jahr 1953 durchs Dorf. Aktuell gibt es fünf Haltestellen.


==Straßen==
==Straßen==
[[Bad Meinberger Straße (Oberschönhagen)|Bad Meinberger Straße]]<br />
[[Bad Meinberger Straße (Oberschönhagen)|Bad Meinberger Straße]]<br />
Um 1850 wurde die Meinberger Chaussee gebaut als Schotterstraße - danach im Jahr 1954 asphaltiert und schliesslich im Jahr 1965 als Kreisstraße K 92 ausgebaut.<br />
Um 1850 wurde die Meinberger Chaussee als Schotterstraße ausgebaut. 1954 wurde sie asphaltiert und schlißlich 1965 als Kreisstraße K 92 ausgebaut. Im Herbst des Jahres 2025 wurde mit dem Bau eines Fahrradweges von der Strassenkreuzung Dorla-/Bad Meinberger Strasse bis zum Ortseingang von Fissenknick begonnen. Der Zeitpunkt der Fertigstellung ist noch nicht absehbar.
Im Herbst des Jahres 2025 wurde mit dem Bau eines Fahrradweges von der Strassenkreuzung Dorla-/Bad Meinberger Strasse bis zum Ortseingang von Fissenknick begonnen. Der Zeitpunkt der Fertigstellung ist nicht absehbar.


==Literatur==
==Literatur==
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* Wiemann, August: Nieder- und Oberschönhagen - eine Tal- und Reihensiedlung. In: Lippische Blätter für   
* Wiemann, August: Nieder- und Oberschönhagen - eine Tal- und Reihensiedlung. In: Lippische Blätter für   
   Heimatkunde, Nr. 11 (1950)
   Heimatkunde, Nr. 11 (1950)
* Detmolder Landfrauen erzählen, 1986
* Detmolder Landfrauen erzählen, Detmold 1986
* (Quelle) Herbert Stöwer: Lippische Ortsgeschichte: Hanbuch der Städte und Gemeinden des ehemaligen Kreises  
* Herbert Stöwer, Lippische Ortsgeschichte. Hanbuch der Städte und Gemeinden des ehemaligen Kreises  
   Detmold. - Lemgo: Landesverband Lippe, 2008. - 600 S.: zahlr. III., Kt. - ZXIU 101. - S. XXX
   Detmold, Lemgo: Landesverband Lippe, 2008.
* Aufzeichnungen des Herrn Herbert Stöwer vom 01. Oktober 2024.


==Quellen==
==Quellen==
* [https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/haupt.php Internetportal "Westfälische Geschichte"]
* [https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/haupt.php Internetportal "Westfälische Geschichte"]
* Aufzeichnungen des Herrn Herbert Stöwer vom 1. Oktober 2024 und der darin aufgeführten Literatur.


==Weblinks==
==Weblinks==