Bad Meinberger Straße 158 (Oberschönhagen): Unterschied zwischen den Versionen

Wilfried Funke (Diskussion | Beiträge)
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[[Datei: Bad Meinberger Straße 158 NO.jpg|thumb|Bad Meinberger Straße 158, 2018. Ansicht von Nordosten mit Abseite von um 1850 und Schweinestallanbau aus Bruchstein. Foto: Wilfried Funke]]
[[Datei: Bad Meinberger Straße 158 NO.jpg|thumb|Bad Meinberger Straße 158, 2018. Ansicht von Nordosten mit Abseite von um 1850 und Schweinestallanbau aus Bruchstein. Foto: Wilfried Funke]]


Das kleine Fachwerkhaus wurde im späten 18. Jahrhundert bzw. um 1800 in traditioneller Zimmermannstechnik als Vierständerhaus von vier Fachen (fünf Gebinden) Länge aus Eichenholz errichtet. Das Haus gliedert sich in eine leicht nach Westen versetzte, ca. 4,5 m hohe Mitteldiele und zwei zweigeschossige Seitenschiffe.  
Das kleine Fachwerkhaus wurde zu Beginn des 18. Jahrhundert bzw. um 1800 in traditioneller Zimmermannstechnik als Vierständerhaus von vier Fachen (fünf Gebinden) Länge aus Eichenholz errichtet. Das Haus gliedert sich in eine leicht nach Westen versetzte, ca. 4,5 m hohe Mitteldiele und zwei zweigeschossige Seitenschiffe.  


Die Dachbalken sind in die Traufwandständer eingehälst, auf denen Sparrenschwellen als Oberrähme aufgelegt sind. Das Dachwerk besteht aus einem einfachen Sparrendach mit doppelter Kehlbalkenlage ohne Unterzüge. Die verbretterten Giebeldreiecke kragen auf profilierten Stichköpfen leicht vor und sind mit mittigen Hochsäulen versehen. Die Sparrenpaare sind im Bereich der westlichen Zapfverbindungen mit den Kehlbalken von Süden nach Norden mit eingekerbten Abbundzeichen durchnummeriert. Dendrochronologische Untersuchungen im Jahr 2005 ergaben für einign Hölzern des Dachstuhls aufgrund der Breiten der Jahresringe das Fälldatum Winter 1731/32. Einige dieser Hölzer waren bereits in einem Vorgängerbau verbaut gewesen, was an den Abbundzeichen der Zimmerleute und nicht genutzten Zapfen- und Holznagellöchern erkennbar ist. Das bedeutet, dass diese Hölzer wiederverwendet worden sind. Das heutige Kötterhaus dürfte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts oder um 1800 entstanden sein.
Die Dachbalken sind in die Traufwandständer eingehälst, auf denen Sparrenschwellen als Oberrähme aufgelegt sind. Das Dachwerk besteht aus einem einfachen Sparrendach mit doppelter Kehlbalkenlage ohne Unterzüge. Die verbretterten Giebeldreiecke kragen auf profilierten Stichköpfen leicht vor und sind mit mittigen Hochsäulen versehen. Die Sparrenpaare sind im Bereich der westlichen Zapfverbindungen mit den Kehlbalken von Süden nach Norden mit eingekerbten Abbundzeichen durchnummeriert. Dendrochronologische Untersuchungen im Jahr 2005 ergaben für einigen Hölzern des Dachstuhls aufgrund der Breiten der Jahresringe das Fälldatum Winter 1731/32. Einige dieser Hölzer waren bereits in einem Vorgängerbau verbaut gewesen, was an den Abbundzeichen der Zimmerleute und nicht genutzten Zapfen- und Holznagellöchern erkennbar ist. Das bedeutet, dass diese Hölzer wiederverwendet worden sind. Das heutige Kötterhaus dürfte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sein.


Die Ständer des Außenwandfachwerks sind dreifach verriegelt und doppelt vernagelt. In der westlichen Traufwand sind zwei geknickte Schwelle-Rähm-Streben in den Eckfachen angeordnet. Links vom Torbogen befindet sich eine lange Fußstrebe. Das relativ kleine Dielentor in der südlichen Giebelseite besitzt einen Torbogen mit kräftigen Kopfbändern, darüber sind zwei Oberlichter angeordnet. Auf der Oberfläche der Torständer sind stark verwitterte Schnitzereien erkennbar (Räder mit vier Speichen). Das schmale Deelentor zeigt, dass Landwirtschaft auf dieser von Zieglern und Tagelöhnern bewohnten Stätte nur eine untergeordnete Rolle spielte. Bei der Renovierung 1992 wurde das Dielentor durch ein Holz-Glaselement mit Tür ersetzt. Links vom Dielentor befindet sich an der Südwestecke des Hauses die zugemauerte Tür des ehemaligen Kuh- und späteren Ziegenstalles im westlichen Seitenschiff.
Die Ständer des Außenwandfachwerks sind dreifach verriegelt und doppelt vernagelt. In der westlichen Traufwand sind zwei geknickte Schwelle-Rähm-Streben in den Eckfachen angeordnet. Links vom Torbogen befindet sich eine lange Fußstrebe. Das relativ kleine Dielentor in der südlichen Giebelseite besitzt einen Torbogen mit kräftigen Kopfbändern, darüber sind zwei Oberlichter angeordnet. Auf der Oberfläche der Torständer sind stark verwitterte Schnitzereien erkennbar (Räder mit vier Speichen). Das schmale Deelentor zeigt, dass Landwirtschaft auf dieser von Zieglern und Tagelöhnern bewohnten Stätte nur eine untergeordnete Rolle spielte. Bei der Renovierung 1992 wurde das Dielentor durch ein Holz-Glaselement mit Tür ersetzt. Links vom Dielentor befindet sich an der Südwestecke des Hauses die zugemauerte Tür des ehemaligen Kuh- und späteren Ziegenstalles im westlichen Seitenschiff.


Am Nordgiebel befindet sich ein ehemaliger Schweinestallanbau aus Sandsteine-Bruchsteinen mit Satteldach und Hohlziegeldeckung. Dahinter befand sich eingezäunter Auslauf aus Holzbohlen, der seit den 1970er Jahren nicht mehr vorhanden ist. An der Ostseite wurde um 1850 eine Abseite mit Schleppdach angebaut, als das Haus von mehreren Generationen der Familie Müsse bewohnt wurde. Die Gefache waren ursprünglich mit einem hellblauen Kalkanstrich und danach mit verschiedenfarbigen Anstrichen versehen; eine kleine Fläche mit einer Abfolge der unsprünglichen Farbschichten ist auf der Ostseite unter einer Plexiglasplatte sichtbar. Aktuell sind die Gefache des Anbaues wieder hellblau gestrichen.
Am Nordgiebel befindet sich ein ehemaliger Schweinestallanbau aus Sandstein-Bruchsteinen mit Satteldach und Hohlziegeldeckung. Davor befand sich eingezäunter Auslauf aus Holzbohlen, der seit den 1970er Jahren nicht mehr vorhanden ist. An der Ostseite wurde um 1850 eine Abseite mit Schleppdach angebaut, als das Haus von mehreren Generationen der Familie Müsse bewohnt wurde. Die Gefache waren ursprünglich mit einem hellblauen Kalkanstrich und danach mit verschiedenfarbigen Anstrichen versehen; eine kleine Fläche mit einer Abfolge der unsprünglichen Farbschichten ist auf der Ostseite unter einer Plexiglasplatte sichtbar. Aktuell sind die Gefache des Anbaues wieder hellblau gestrichen.


Alle Fundamente sind aus dicken Sandstein-Bruchsteinen gemauert, teilweise nur trocken im Erdreich versetzt. Der Deelenfussboden bestand bis ca. 1955 aus gestampftem Lehm, danach und bis heute aus Klinkerplatten auf einer Stahlbetonsohle. Die Deelendecke besteht aus Eichenbalken und darauf liegenden Eichendielen mit einer bis 1978 bestehenden Bodenluke zum Transport von Getreidgarben und Heu auf den Dachboden.
Alle Fundamente sind aus dicken Sandstein-Bruchsteinen gemauert, teilweise nur trocken im Erdreich versetzt. Der Deelenfussboden bestand bis ca. 1955 aus gestampftem Lehm, danach und bis heute aus Klinkerplatten auf einer Stahlbetonsohle. Die Deelendecke besteht aus Eichenbalken und darauf liegenden Eichendielen mit einer bis 1978 bestehenden Bodenluke zum Transport von Getreidegarben und Heu auf den Dachboden.


Im Nordgiebel sind noch vier alte Lehmgefache erhalten, sie bestehen aus Lehmsteinen bzw. Holzstakung mit Lehmbewurf von außen und innen. Hinten im Erdgeschoss des südlichen Seitenschiffes lag hinter einer Ziegelsteinwand die Waschküche mit einer Betondecke. Hier stand ein runder, holz- bzw. kohlebefeuerter Waschkessel, auch „Schweinepott“ genannt. Heute befindet sich hier das Bad. Im Obergeschoss darüber lag die Räucherkammer (Schweineschlachtung und -verarbeitung). Im südlichen Seitenschiff rechts der Diele befindet sich ein Teilkeller als “Natur-Vorratskeller“ aus Natursteinmauerwerk mit Lehmfussboden. Der ursprünglche Kellerzugang über eine Betontreppe von der Waschküche wurde zugemauert, die Stufen aber als „Abstellfläche“ belassen, nachdem ca. 1955 ein neuer Beton-Treppenzugang von der Deele geschaffen wuorden war. Dieser wurde ca. Mitte der 1960er Jahre auch zugemauert und zubetoniert. Im Bruchsteinsockel bzw. der Keller-Außenwand befinden sich noch zwei kleine Öffnungen für den Einwurf von Kohlen bzw. Lebens- und Futtermitteln. Die Öffnungen sind mit einem herausnehmbaren Metallgitter verschlossen. In dem Keller wurden vor allem Kartoffeln, Möhren, Futterrüben für das Schwein und in Regalen jede Menge „Weck“-Einmachgläser mit eingekochtem Gemüse und Obst aus dem Garten gelagert. Eine besondere Abteilung bildeten die Gläser mit den gekochten Schwein-Körperteilen, Sülzen usw. aus den jährlichen Hauschlachtungen.
Im Nordgiebel sind noch vier alte Lehmgefache erhalten und sie bestehen aus Lehmsteinen bzw. Holzstakung mit Lehmbewurf von außen und innen. Hinter der dortigen Klinker-Fassade war im
Erdgeschoss die Waschküche mit einer Betondecke. Hier stand ein runder, holz- bzw. kohlebefeuerter Waschkessel, auch „Schweinepott“ genannt. Heute befindet sich hier das Bad. Im Obergeschoss darüber war die Räucherkammer (Schweineschlachtung und -verarbeitung). Im südlichen Seitenschiff rechts der Diele befindet sich ein Teilkeller als “Natur-Vorratskeller“ aus Natursteinmauerwerk mit Lehmfussboden. Der ursprünglche Kellerzugang über eine Betontreppe von der Waschküche wurde zugemauert, die Stufen aber als „Abstellfläche“ belassen, nachdem ca. 1955 ein neuer Beton-Treppenzugang von der Deele geschaffen worden war. Dieser wurde ca. Mitte der 1960er Jahre auch zugemauert und zubetoniert. Im Bruchsteinsockel bzw. der Keller-Außenwand befinden sich noch zwei kleine Öffnungen für den Einwurf von Kohlen bzw. Lebens- und Futtermitteln. Die Öffnungen sind mit einem herausnehmbaren Metallgitter verschlossen. In dem Keller wurden vor allem Kartoffeln, Möhren, Futterrüben für das Schwein und in Regalen jede Menge „Weck“-Einmachgläser mit eingekochtem Gemüse und Obst aus dem Garten gelagert. Eine besondere Abteilung bildeten die Gläser mit den gekochten Schwein-Körperteilen, Sülzen usw. aus den jährlichen Hauschlachtungen.


==Inschriften==
==Inschriften==