Brinkstraße (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

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Als Zufahrt vom Niederen Tor zur Niederburg (Meierei) und zur Burg (über den Pideritplatz, die frühere "Wüste Stätt") hat die Brinkstraße eine besondere Bedeutung in Blomberg. Daher wurde sie in der Vergangenheit auch "Burgstraße" genannt und das nach ihr benannte Stadtviertl hieß dann "Burgstraßenviertel".  
Als Zufahrt vom Niederen Tor zur Niederburg (Meierei) und zur Burg (über den Pideritplatz, die frühere "Wüste Stätt") hat die Brinkstraße eine besondere Bedeutung in Blomberg. Daher wurde sie in der Vergangenheit auch "Burgstraße" genannt und das nach ihr benannte Stadtviertl hieß dann "Burgstraßenviertel".  


Am 2. November 1706 brach in einer Schmiede im Haus Brinkstraße 20 ein Brand aus, dem insgesamt 10 Bürgerhäuser am Brink und Im Siebenbürgen zum Opfer fielen und der auch auf die herrschaftliche Meierei übergriff, wo er das Schweinehaus mit Kornboden (heutiges Kulturhaus "Alte Meierei") zerstörte.<ref>Heinrich Stiewe, Das "Steinhaus" im Burggarten zu Blomberg. Zur Baugeschichte eines alten Wirtschaftsgebäudes der Blomberger Burg, in: Heimatland Lippe 83, 1990, S. 51-60.</ref> Das der Meierei südlich benachbarte Haus Nr. 20 (alte Haus-Nr. 314b), in dem der Brand ausgebrochen war, wurde auf gräfliche Anordnung zunächst nicht wiederaufgebaut (heutige Bebauung um 1900).
Am 2. November 1706 brach in einer Schmiede im Haus Brinkstraße 20 ein Brand aus, dem insgesamt 10 Bürgerhäuser am Brink und Im Siebenbürgen zum Opfer fielen und der auch auf die herrschaftliche Meierei übergriff, wo er das Schweinehaus mit Kornboden (heutiges Kulturhaus "Alte Meierei") zerstörte.<ref>Heinrich Stiewe, Das "Steinhaus" im Burggarten zu Blomberg. Zur Baugeschichte eines alten Wirtschaftsgebäudes der Blomberger Burg, in: Heimatland Lippe 83, 1990, S. 51-60, hier: S. 54f.</ref> Das der Meierei südlich benachbarte Haus Nr. 20 (alte Haus-Nr. 314b), in dem der Brand ausgebrochen war, wurde auf gräfliche Anordnung zunächst nicht wiederaufgebaut (heutige Bebauung um 1900).


==Hausstätten==
==Hausstätten==

Version vom 7. August 2026, 15:39 Uhr

Brinkstraße (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
Karte

Die Brinkstraße, auch Brink genannt, zweigt links vom Langen Steinweg als Blomberger Hauptstraße ab und führt als ansteigende Straße an der Niederburg (Meierei) und der Burg vorbei zum Pideritplatz. Die Brinkstraße gab dem Brinkviertel den Namen.

Charakteristik

Als linke (westliche) Nebenstraße des Langen Steinweges ist die Brinkstraße neben der Kuhstraße eine der beiden wichtigen Nebenstraßen in der Blomberger Unterstadt und ein wesentlicher Teil der nach dem lippischen "Drei-Straßen-Schema" angelegten Gründungsstadt Blomberg. An ihrer linken (westlichen) Seite liegt die landesherrliche Burg mit der südlich anschließenden Niederburg (Meierei, Wirtschaftshof). Die Niederburg ist durch eine hohe Mauer mit zwei Toren von der Straße abgetrennt, die Burg war zur Stadt (Brinkstraße und Pideritplatz) durch Wall und Graben gesichert, heute befindet sich hier eine Parkanlage ("Burggarten") mit einer niedrigen Umfassungsmauer. Nur die Ostseite und der südliche Teil der Westseite der Brinkstraße sind mit Bürgerhäusern bebaut.

Name

Als Zufahrt zur landesherrlichen Burg wurde die Straße in älterer Zeit auch als "Burgstraße" bezeichnet, das nach ihr benannte Brinkviertel hieß dann "Burgstraßenviertel". Das niederdeutsche Wort "Brinkk" bedeutet nach Schiller-Lübben so viel wie "Rand eines Ackers", "grüner Anger" oder "Rand eines Gehöftes, wo die Häuser der Brinksitzer zu stehen pfllegen" oder auch "Rand eines Hügels oder der Hügel selbst".[1] Besonders die letzte Definition trifft auf die ansteigende Blomberger Brinkstraße zu, aber auch ihre Randlage in Bezug auf die Blomberger Burg. In Dörfern wird oft der grasbewachsene Dorfplatz oder Anger auch als Brink bezeichnet, er wurde als gemeinschftliches Weideland genutzt und hier konnten sich kleine Kötterstätten der sog. Brinksitzer ansiedeln. Auf die Blomberger Brinkstraße trifft das nicht zu, doch sind hier im Vergleich zur Kuhstraße deutlich mehr kleinbürgerliche Hausstätten anzutreffen.

Geschichte

Als Zufahrt vom Niederen Tor zur Niederburg (Meierei) und zur Burg (über den Pideritplatz, die frühere "Wüste Stätt") hat die Brinkstraße eine besondere Bedeutung in Blomberg. Daher wurde sie in der Vergangenheit auch "Burgstraße" genannt und das nach ihr benannte Stadtviertl hieß dann "Burgstraßenviertel".

Am 2. November 1706 brach in einer Schmiede im Haus Brinkstraße 20 ein Brand aus, dem insgesamt 10 Bürgerhäuser am Brink und Im Siebenbürgen zum Opfer fielen und der auch auf die herrschaftliche Meierei übergriff, wo er das Schweinehaus mit Kornboden (heutiges Kulturhaus "Alte Meierei") zerstörte.[2] Das der Meierei südlich benachbarte Haus Nr. 20 (alte Haus-Nr. 314b), in dem der Brand ausgebrochen war, wurde auf gräfliche Anordnung zunächst nicht wiederaufgebaut (heutige Bebauung um 1900).

Hausstätten

Literatur

Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981.

Heinrich Stiewe, Das "Steinhaus" im Burggarten zu Blomberg. Zur Baugeschichte eines alten Wirtschaftsgebäudes der Blomberger Burg, in: Heimatland Lippe 83, 1990, S. 51-60.

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Ulrich Meier, Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13). Münster 2022.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Karl Schiller/August Lübben, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bd. 1, Bremen 1875, S. 424f.Digitalisat (Uni Heidelberg).
  2. Heinrich Stiewe, Das "Steinhaus" im Burggarten zu Blomberg. Zur Baugeschichte eines alten Wirtschaftsgebäudes der Blomberger Burg, in: Heimatland Lippe 83, 1990, S. 51-60, hier: S. 54f.

Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 30.04.2026 von Ulrich Schelp

Letzte Änderung am: 07.08.2026 von Heinrich Stiewe