Hornsche Straße 41 (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen
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Danach zunächst Planung zur Nutzung als Justizgebäude. 1884 überzeugte Fürstin Elisabeth zur Lippe, die Witwe Leopolds III., ihre Schwägerin Sophie, das Gebäude der fürstlichen Kammer zu überlassen zur Unterbringung der Bibliothek und des Museums. 1885 wurden bereits die Sammlung des naturwissenschaftlichen Vereins (bis dahin in der ehem. Turnhalle hinter dem [[Leopoldstraße 5 (Detmold)|Gymnasium Leopoldinum]]) im ersten und Teilen des zweiten Obergeschosses ausgestellt, 1886 die übrigen Flächen von der Bibliothek bezogen. 1893 im Pferdestall die Sammlung vaterländischer Altertümer untergebracht. | Danach zunächst Planung zur Nutzung als Justizgebäude. 1884 überzeugte Fürstin Elisabeth zur Lippe, die Witwe Leopolds III., ihre Schwägerin Sophie, das Gebäude der fürstlichen Kammer zu überlassen zur Unterbringung der Bibliothek und des Museums. 1885 wurden bereits die Sammlung des naturwissenschaftlichen Vereins (bis dahin in der ehem. Turnhalle hinter dem [[Leopoldstraße 5 (Detmold)|Gymnasium Leopoldinum]]) im ersten und Teilen des zweiten Obergeschosses ausgestellt, 1886 die übrigen Flächen von der Bibliothek bezogen. 1893 im Pferdestall die Sammlung vaterländischer Altertümer untergebracht. | ||
Das Gebäude mitsamt Bibliothek fiel 1918 infolge der Revolution an den Freistaat Lippe. Im Frühjahr 1921 führte der Freistaat im [[Neustadt 22 (Detmold)|Neuen Palais]] die von ihm übernommenen musealen Sammlungen zum Lippischen Landesmuseum zusammen, die Bibliothek konnte nun das gesamt Ebert’sche Palais nutzen. Am 22. November 1921 Großbrand, beginnend im Dachgeschoss und durch die Decke auf das Treppenhaus übergreifend, welches unter der Last des einstürzenden Dachstuhls in die Tiefe stürzte. Danach das Innere in den alten Strukturen mit Betondecken und steinernem Treppenhaus wiederhergestellt. Nur an der Ostseite in voller Breite und auf 7 m Länge Entkernung für ein siebengeschossiges Büchermagazin mit acht schmalen Fensterbändern. Wiedereröffnung 23. April 1923. 1964 bis 1967 Anbau eines sechsgeschossigen Büchermagazins (verdoppelt 1979/1980) und Wiederherstellung der alten Geschossteilung im Ostteil, Verlegung des Eingangs an die Südseite. 2011 Abbruch der Magazinbauten von 1964/67 und 1979/80 und größerer Neubau bis 2013 an gleicher Stelle. 2014/15 Neubau eines Bibliotheks- und Wissenschaftszentrums für die Hochschule für Musik Detmold anstelle des leerstehenden | Das Gebäude mitsamt Bibliothek fiel 1918 infolge der Revolution an den Freistaat Lippe. Im Frühjahr 1921 führte der Freistaat im [[Neustadt 22 (Detmold)|Neuen Palais]] die von ihm übernommenen musealen Sammlungen zum Lippischen Landesmuseum zusammen, die Bibliothek konnte nun das gesamt Ebert’sche Palais nutzen. Am 22. November 1921 Großbrand, beginnend im Dachgeschoss und durch die Decke auf das Treppenhaus übergreifend, welches unter der Last des einstürzenden Dachstuhls in die Tiefe stürzte. Danach das Innere in den alten Strukturen mit Betondecken und steinernem Treppenhaus wiederhergestellt. Nur an der Ostseite in voller Breite und auf 7 m Länge Entkernung für ein siebengeschossiges Büchermagazin mit acht schmalen Fensterbändern. Wiedereröffnung 23. April 1923. 1964 bis 1967 Anbau eines sechsgeschossigen Büchermagazins (verdoppelt 1979/1980) und Wiederherstellung der alten Geschossteilung im Ostteil, Verlegung des Eingangs an die Südseite. 2011 Abbruch der Magazinbauten von 1964/67 und 1979/80 und größerer Neubau bis 2013 an gleicher Stelle. 2014/15 Neubau eines Bibliotheks- und Wissenschaftszentrums für die Hochschule für Musik Detmold anstelle des leerstehenden [[Hornsche Straße 39 (Detmold)|Kreiswehrersatzamtes]]. Entwurf und Planung, Projektleitung durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Zusammenführung der Musikbibliotheken von Hochschule für Musik (HfM) und Lippischer Landesbibliothek (LLB), Räume für das musikwiss. Seminar der Uni Paderborn, Verwaltung der Bibliothek der HfM. Verbunden mit LLB und bildet mit dieser und dem benachbarten Landesarchiv NRW das "Forum Wissenschaft, Bibliothek, Musik". Acht Musikübungsräume, zweigeschossiger Lesesaal, zentrale Ausleihe im Verbindungsbau. Bis 2015 Verbindungsbau zum ehemaligen und dessen Umbau zur Bibliothek der Musikhochschule. Dabei Rückverlegung des Eingangs an die Westseite. 2017 Renovierung des Altbaus. | ||
Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 7.1.1983, Nr. 007. | Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 7.1.1983, Nr. 007. | ||
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==Literatur== | ==Literatur== | ||
* {{HellfaierLandesbibliothek2014}}. | |||
{{HellfaierLandesbibliothek2014}}. | * {{HellfaierWohnkultur2008}}. | ||
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==Quellen== | ==Quellen== | ||
* StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch. | |||
StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch. | * StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 6, 662. | ||
* StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 7-8, 618. | |||
StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 6, 662. | * StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 9. | ||
* LAV NRW OWL L 101 C I Nr. 7-10. | |||
StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 7-8, 618. | * LAV NRW OWL, D 73 / Allgemeine Kartensammlung, Nr. 4/7223 f.: Entwürfe (von der heutigen Landesbibliothek an der Hornschen Straße in Detmold), Grundrisse, (ca. 19. Jh.) | ||
* LAV NRW OWL, L 98 / Lippisches Hofmarschallamt, Nr. 572: Unterhaltung und Vermietung des Palais an der Hornschen Straße in Detmold, 1880–1885. | |||
StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 9. | |||
LAV NRW OWL L 101 C I Nr. 7-10. | |||
LAV NRW OWL, D 73 / Allgemeine Kartensammlung, Nr. 4/7223 f.: Entwürfe (von der heutigen Landesbibliothek an der Hornschen Straße in Detmold), Grundrisse, (ca. 19. Jh.) | |||
LAV NRW OWL, L 98 / Lippisches Hofmarschallamt, Nr. 572: Unterhaltung und Vermietung des Palais an der Hornschen Straße in Detmold, 1880–1885. | |||
==Weblinks== | ==Weblinks== | ||