Kolonat 30 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 24: | Zeile 24: | ||
Als Familienname und/oder als Orts- bzw. Wohnplatzbezeichnung („auf'm Schapeler“) taucht ''Schapeler'' in Hörste ebenfalls ab 1603/04 auf - dies allerdings zunächst nicht in einem erkennbaren Zusammenhang mit ''Seuwen hinter dem Berge''. Uneheliche Schwangerschaften wurden als "Unpflicht" vor dem Gogericht mit Bußgeld geahndet; in den Registern finden sich: ''Engelke uffm Schapeler vnd Berend vfm Bockel'' (1603/04) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 226 </ref> , ''Bartoldt Rykehoff primo vnd Anna Ihm Schapeler primo'' (1607/08) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 287 </ref> , ''Boker Cordt 2do vnnd Anneke Ihm Schapeler 2do'' (1609) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 172, S. 116 </ref> , ''Johan Jobst Schaffer von Bauensen primo vnd Anna Ihm Schapeler 2do'' (1613).<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 306 </ref> | Als Familienname und/oder als Orts- bzw. Wohnplatzbezeichnung („auf'm Schapeler“) taucht ''Schapeler'' in Hörste ebenfalls ab 1603/04 auf - dies allerdings zunächst nicht in einem erkennbaren Zusammenhang mit ''Seuwen hinter dem Berge''. Uneheliche Schwangerschaften wurden als "Unpflicht" vor dem Gogericht mit Bußgeld geahndet; in den Registern finden sich: ''Engelke uffm Schapeler vnd Berend vfm Bockel'' (1603/04) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 226 </ref> , ''Bartoldt Rykehoff primo vnd Anna Ihm Schapeler primo'' (1607/08) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 287 </ref> , ''Boker Cordt 2do vnnd Anneke Ihm Schapeler 2do'' (1609) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 172, S. 116 </ref> , ''Johan Jobst Schaffer von Bauensen primo vnd Anna Ihm Schapeler 2do'' (1613).<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 306 </ref> | ||
1611/12 wird über eine Hochzeit "des Schapeler" berichtet: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr.172, S. 195 </ref> ''Schapeler hat Hochzeit gehalten, nachfolgende sindt beÿ ihm gewesen: Küstersche zu Stapelage, Angenete Lütckebrune, Vogt im Stuckenbrocke, Meÿer zum Bockel, der Müller zum Bockel, und der Meÿer zu Stapelage mit seinen Kindern, Austman zu Hörste.'' Die Gäste sind also wichtige Leute aus der paderbornischen wie lippischen Umgebung. | 1611/12 wird über eine Hochzeit "des Schapeler" berichtet: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr.172, S. 195 </ref> ''Schapeler hat Hochzeit gehalten, nachfolgende sindt beÿ ihm gewesen: Küstersche zu Stapelage, Angenete Lütckebrune, Vogt im Stuckenbrocke, Meÿer zum Bockel, der Müller zum Bockel, und der Meÿer zu Stapelage mit seinen Kindern, Austman zu Hörste.'' Die Gäste sind also wichtige Leute aus der paderbornischen wie lippischen Umgebung.<ref>Einzige Ausnahme: Angenete Lütckebrune. Der kleinere Hof Brune/Brüning/Lütke Brune/schließlich Lütgebrune im etwas entfernteren Ehrentrup war dem Rittergut Iggenhausen eigen, gehörte zu den St. Viti-Freien. Somit kann Angenete Lütckebrune als nahe Verwandte (Schwester ?) des (ebenfalls ursprünglich Iggenhausen eigenen) Bräutigams vermutet werden.</ref> | ||
1630 wird ein wohl in oder nahe der Senne ansässiges Ehepaar namens Schapeler in einem Raub- und Mordprozess angeklagt - dies allerdings ohne einen direkten Hinweis auf „den Schapeler“ als Wohnsitz.<ref> LAV NRW OWL, L 86 Nr. 586 </ref> So wird dort beispielsweise beschrieben, wie der gemeinsam mit ''Curdt im Schapler'' zum Tode durch das Schwert verurteilte Kumpan Johan Sauer aus Lage einen ahnungslosen und ortsunkundigen jungen Mann aus Kassel angeblich von Lage nach Bielefeld hatte begleiten wollen, ihn durch die Senne geführt, dort an einsamer Stelle hinterrücks erschlagen und entkleidet habe. Danach sei er dann mit den Kleidern in das Haus von Cord Schapeler gegangen. Alsbald hätten die beiden die Leiche auf dem Tönsberg verscharrt (S. 22/23, Ziffern 5 ... 13). | 1630 wird ein wohl in oder nahe der Senne ansässiges Ehepaar namens Schapeler in einem Raub- und Mordprozess angeklagt - dies allerdings ohne einen direkten Hinweis auf „den Schapeler“ als Wohnsitz.<ref> LAV NRW OWL, L 86 Nr. 586 </ref> So wird dort beispielsweise beschrieben, wie der gemeinsam mit ''Curdt im Schapler'' zum Tode durch das Schwert verurteilte Kumpan Johan Sauer aus Lage einen ahnungslosen und ortsunkundigen jungen Mann aus Kassel angeblich von Lage nach Bielefeld hatte begleiten wollen, ihn durch die Senne geführt, dort an einsamer Stelle hinterrücks erschlagen und entkleidet habe. Danach sei er dann mit den Kleidern in das Haus von Cord Schapeler gegangen. Alsbald hätten die beiden die Leiche auf dem Tönsberg verscharrt (S. 22/23, Ziffern 5 ... 13). | ||