Friedrich-Petri-Straße 5 (Lage): Unterschied zwischen den Versionen

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Trotz zahlreicher späterer Umbauten und Erweiterungen konnte die '''Bau- und Raumstruktur''' des Ursprungsbaus von 1618 (d) vollständig rekonstruiert werden (vgl. Grundriss, Rekonstruktion): Anstelle der zuletzt vorhandenen Haustür im Vordergiebel (Südost-Giebel) bestand ein großes Dielentor, die breiten Torständer waren noch erhalten. Das Tor führte auf eine hohe, aber nur etwa 4 m breite '''Diele''', die sich in der Mitte des Hauses zu einer großen, vier Fache langen Flettküche erweiterte; dahinter lag ein drei Fach langer, kaminbeheizter Saal.  
Trotz zahlreicher späterer Umbauten und Erweiterungen konnte die '''Bau- und Raumstruktur''' des Ursprungsbaus von 1618 (d) vollständig rekonstruiert werden (vgl. Grundriss, Rekonstruktion): Anstelle der zuletzt vorhandenen Haustür im Vordergiebel (Südost-Giebel) bestand ein großes Dielentor, die breiten Torständer waren noch erhalten. Das Tor führte auf eine hohe, aber nur etwa 4 m breite '''Diele''', die sich in der Mitte des Hauses zu einer großen, vier Fache langen Flettküche erweiterte; dahinter lag ein drei Fach langer, kaminbeheizter Saal.  


In der vorderen rechten Hausecke befand sich ein nur geringfügig eingetiefetr '''Keller''' mit Balkendecke und ca. 55 cm starken Bruchsteinmauern mit drei quadratischen Kellerfenstern mit eiserner Vergitterung (das Kellermauerwerk blieb beim Abbruch erhalten und wurde 2014-17 konserviert). Über dem Keller lag eine geräumige '''Stube''' mit großen, ursprünglich bleiverglasten Fenstern, die ein Fensterband am Südostgiebel bilden und zwei Fenstern an der Nordostseite. Diese Stube mit einer anschließenden Schlafkammer war vermutlich die Wohn- und Amtsstube des Vogtes der Vogtei Lage.  
In der vorderen rechten Hausecke befand sich ein nur geringfügig eingetiefter '''Keller''' mit Balkendecke und ca. 55 cm starken Bruchsteinmauern mit drei quadratischen Kellerfenstern mit eiserner Vergitterung (das Kellermauerwerk blieb beim Abbruch erhalten und wurde 2014-17 konserviert). Über dem Keller lag eine geräumige '''Stube''' mit großen, ursprünglich bleiverglasten Fenstern, die ein Fensterband am Südostgiebel bilden und zwei Fenstern an der Nordostseite. Diese Stube mit einer anschließenden Schlafkammer war vermutlich die Wohn- und Amtsstube des Vogtes der Vogtei Lage.  


Hinter diesem unterkellerten Einbau weitete sich die Diele zu einer hausbreiten '''Flettküche''' von drei Fachen mit einem mächtigen '''Herdkamin''' aus Bruchsteinmauerwerk in der hinteren Querwand. Es ist anzunehmen, dass diese Küche seitliche Ausgänge und große bleiverglaste Fenster in den Traufwänden besaß, ähnlich dem Flett eines Bauernhauses. Hinter der Querwand lag ursprünglich ein drei Fache langer, dielenhoher '''Saal''', der durch einen kleineren Kamin an der Rückseite des Küchenkamins beheizt werden konnte. Beide Kamine besaßen schlichte, abgerundete und scharrierte Kragsteine ohne weitere Dekorationselemente. Kaminstürze und Rauchfänge waren nciht mehr vorhanden. Ursprünglich endete der Rauchabzug als "halber Schornstein" auf dem Dachboden - Dachsparren und -latten wiesen eine starke Rußschwärzung auf. Die Deckenbalken über Küche und Saal wurden durch kräftige, an den Kanten gefaste Mittelunterzüge unterstützt.  
Hinter diesem unterkellerten Einbau weitete sich die Diele zu einer hausbreiten '''Flettküche''' von drei Fachen mit einem mächtigen '''Herdkamin''' aus Bruchsteinmauerwerk in der hinteren Querwand. Es ist anzunehmen, dass diese Küche seitliche Ausgänge und große bleiverglaste Fenster in den Traufwänden besaß, ähnlich dem Flett eines Bauernhauses. Hinter der Querwand lag ursprünglich ein drei Fache langer, dielenhoher '''Saal''', der durch einen kleineren Kamin an der Rückseite des Küchenkamins beheizt werden konnte. Beide Kamine besaßen schlichte, abgerundete und scharrierte Kragsteine ohne weitere Dekorationselemente. Kaminstürze und Rauchfänge waren nciht mehr vorhanden. Ursprünglich endete der Rauchabzug als "halber Schornstein" auf dem Dachboden - Dachsparren und -latten wiesen eine starke Rußschwärzung auf. Die Deckenbalken über Küche und Saal wurden durch kräftige, an den Kanten gefaste Mittelunterzüge unterstützt.