Marktstraße 19 (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen

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==Gebäude==
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[[Datei: Marktstraße 19 in Heiden.jpg | thumb | Marktstraße 19 in Heiden  Foto Privat, ca. 1910]]
[[Datei:Marktstraße19_BA_TB-18-30_001.png|thumb|Gasthof Oberkrome in Heiden, Foto: Pahmeier, 1970, LLB BA_TB-18-30_001]]
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[[Datei:Marktstraße19_160809_1.jpg|thumb|Alte Vogtei in Heiden, Foto: Hans-Christian Schall, 2009]]
[[Datei:Marktstraße19_160809_1.jpg|thumb|Alte Vogtei in Heiden, Foto: Hans-Christian Schall, 2009]]
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Eine Aufnahme aus den 1920-er Jahren zeigt die neue Eigentümerfamilie und den Schriftzug „Gaststätte Adolf Oberkrome“.  
Eine Aufnahme aus den 1920-er Jahren zeigt die neue Eigentümerfamilie und den Schriftzug „Gaststätte Adolf Oberkrome“.  


In den Jahren 1936-37 wurde das Gebäude von Familie Oberkrome umfassend umgebaut. Die Giebelfront zum Marktplatz ist um ca. 2,50 m, bis zum Ausbau, erweitert worden. Im Erdgeschoss sind die Fachwerkaußenwände durch massives Mauerwerk mit hellem Außenputz ersetzt worden. Der Giebel zum Markt erhielt im Dach einen Krüppelwalm und die Fassade ist aufwendig gestaltet. Als neuer Hauseingang wurde mittig im Giebel eine zweiflügelige Tür mit Rundbogen und einem Gewände aus rotem Sandstein erstellt. Daneben wieder ein kleines Schaufenster. Das Obergeschoss erhielt eine Fachwerkfassade mit sechs Fenstern und die hölzernen Fensterbrüstungen zeigen eine Reihe von Schmuckelementen, die Fächerrosetten im Stil der Weserrenaissance übernehmen mit einer Inschrift in der Mitte:  Erbaut 1683  Erneuert 1937
In den Jahren 1936-37 wurde das Gebäude von Familie Oberkrome umfassend umgebaut. Die Giebelfront zum Marktplatz ist um ca. 2,50 m, bis zum Ausbau, erweitert worden. Im Erdgeschoss sind die Fachwerkaußenwände durch massives Mauerwerk mit hellem Außenputz ersetzt worden. Der Giebel zum Markt erhielt im Dach einen Krüppelwalm und die Fassade ist aufwendig gestaltet. Als neuer Hauseingang wurde mittig im Giebel eine zweiflügelige Tür mit Rundbogen und einem Gewände aus rotem Sandstein erstellt. Daneben wieder ein kleines Schaufenster. Das Obergeschoss erhielt eine Fachwerkfassade mit sechs Fenstern und die hölzernen Fensterbrüstungen zeigen eine Reihe von Schmuckelementen, die Fächerrosetten im Stil der Weserrenaissance übernehmen mit einer Inschrift in der Mitte:   
 
Erbaut 1683  Erneuert 1937
 


==Inschriften==
==Inschriften==

Version vom 31. August 2026, 21:18 Uhr

Marktstraße 19 (Heiden)
OrtsteilHeiden
StraßeMarktstraße (Heiden)
Hausnummer19
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHeiden
Hausnummer059

Frühere alte Vogtei in Heiden, dann Gasthaus Oberkrome, Ehemals Heiden Nr. 59

Heiden, Marktstraße 19, Zeichnung von Carl Dewitz, 1882 (LLB 2 H 6)
Anzeige im Adressbuch 1901

Geschichte

Die Hausstätte Marktstraße 21 / vor 1970 Marktstraße 13 / Heiden Nr. 59 ist das Gebäude der ehemaligen Vogtei in Heiden und steht an der Nordseite des heidener Marktplatzes.

Nachdem Balthasar Schlepper 1678 als heidenscher Vogt vereidigt wurde, ließ er in den Jahren 1683/1683 dieses große Gebäude am Marktplatz in Heiden errichten, dass sich wohl sehr von den ländlich geprägten Gebäuden der anderen Dorfbewohner unterschieden hat. [1] Ab dieser Zeit nutzten die Vögte in Heiden, auch Schleppers Nachfolger, dieses Haus als ihren Wohn- und Verwaltungssitz.

Im Jahre 1807 wurden die Aufgaben der Vögte von Lage und Heiden an das neue Amt Lage übertragen, nur ein Untervogt verbliebt noch in Heiden im Nachbarhaus.

Zu Ende des 19. Jahrhundert war der jüdische Kaufmann Hamlet über viele Jahre Eigentümer des Hauses und betrieb hier bereits eine Gastwirtschaft, worauf die Zeichnung von Carl Dewitz aus dem Jahre 1882 hinweist.

Gebäude

Marktstraße 19 in Heiden Foto Privat, ca. 1910
Gasthof Oberkrome in Heiden, Foto: Pahmeier, 1970, LLB BA_TB-18-30_001
Alte Vogtei in Heiden, Foto: Hans-Christian Schall, 2009
Hausinschrift über der Eingangstür, Foto: Pahmeier, 1970, LLB BA_TB-18-32_001

Das Gebäude das auf einem alten Foto (von ca. 1910) erkennbar ist, war mit acht Gefachen Breite und 12 Gefachen Länge ein stattliches zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einem ca. 48° steilen Satteldach. Der Giebel zum Markt hatte einen zweigeschossigen Vorbau auf einem hohen massiven Sockel. Das Obergeschoss ist zur Traufseite auskragend, ebenso am Vorbau. An der Traufseite befand sich ein Dachaufbau mit hohen Fenstern im Obergeschoss, wohl ein Hinweis auf den bestehenden „Tanzsaal“ mit einer hoher Geschossdecke. Als ebenerdiger Hauseingang vom Marktplatz ist eine zweiflügelige Haustür zu sehen, die im Oberlichtfenster auf der Glasscheibe eine Werbeinschrift hat, leider unleserlich. Daneben ein Schaufenster mit Auslagen, mutmaßlich mit Werbung für die Gastwirtschaft mit einem Colonialwarenladen von Ernst Schröder, wie die Werbeanzeige ausweist.

Eine Aufnahme aus den 1920-er Jahren zeigt die neue Eigentümerfamilie und den Schriftzug „Gaststätte Adolf Oberkrome“.

In den Jahren 1936-37 wurde das Gebäude von Familie Oberkrome umfassend umgebaut. Die Giebelfront zum Marktplatz ist um ca. 2,50 m, bis zum Ausbau, erweitert worden. Im Erdgeschoss sind die Fachwerkaußenwände durch massives Mauerwerk mit hellem Außenputz ersetzt worden. Der Giebel zum Markt erhielt im Dach einen Krüppelwalm und die Fassade ist aufwendig gestaltet. Als neuer Hauseingang wurde mittig im Giebel eine zweiflügelige Tür mit Rundbogen und einem Gewände aus rotem Sandstein erstellt. Daneben wieder ein kleines Schaufenster. Das Obergeschoss erhielt eine Fachwerkfassade mit sechs Fenstern und die hölzernen Fensterbrüstungen zeigen eine Reihe von Schmuckelementen, die Fächerrosetten im Stil der Weserrenaissance übernehmen mit einer Inschrift in der Mitte: Erbaut 1683 Erneuert 1937

Inschriften

ERBAUT ERNEUERT
1683 1937

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1781[2] Nr. 59 Conrad Koch, modo AmtsVogt Meyer
  • 1829[3] Nr. 59 Conrad Koch, Amtsvogt Meier mit David Hamlet
  • 1855[4] Nr. 59 Hamlet, jetzt Abraham Hamlet (1874), jetzt Schäfer, Ernst (1884)
  • 1901[5] Ernst Schröder, Gastwirth
  • 1926[6] Adolf Oberkrome, Gastwirt; Wilhelm Oberkrome, Bäckerei

Literatur

Quellen

LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 Digitalisat.

LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829 Digitalisat.

LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855 Digitalisat.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S. 89
  2. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781, S.103
  3. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829, S.189
  4. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855, S.123
  5. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 257.ff.
  6. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 731.ff.

Autor

Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 12.03.2025 von Hans-Christian Schall

Letzte Änderung am: 31.08.2026 von Lothar Kaup