Langer Steinweg 20 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

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Zweischiffiges Dielen-Vorderhaus von 6 Fachen (7 Gebinden), im Dachwerk datiert 1452 (d). Aufgelegte Dachbalken, einige Ständer der rechten Trauwand erhalten. Ca. 60 Grad steiles Sparrendach mit zwei angeblatteten Kehlbalkenlagen, datiert 1452 (d), weiter Gebindeabstand von ca. 2 Metern. Die Gebinde sind vom Rückgiebel beginnend mit Beilkerben von I bis IIIIII (6) nummeriert; die Gebinde IIII und IIIII sind noch unverändert erhalten und in situ. Fassade und Teile der Traufwände erneuert 1824 (d), lt. eingeritzter Jahreszahl an einem oberen Riegel der linken Traufwand 1826. Schmaleres Steinkeller-Hinterhaus, Kellerdeckenbalken datiert 1455 +/- 1 (d).<ref>Dendrochronologisches Gutachten von Hans Tisje, Neu-Isenburg, vom 14.2.1988 im Auftrag der Stadt Blomberg; zum Keller: Gutachten von Hans Tisje vom 29.12.1994 im Auftrag des Westf. Freilichtmuseums Detmold.</ref> Das Kellermauerwerk ist vermutlich sogar älter, es dürfte die Zerstörung von 1447 überstanden haben und bis ins 13. oder 14. Jahrhundert zurückreichen. Die Balken der Kellerdecke liegen links ohne Mauerlatte auf Kragsteinen auf; der Kellerfußboden ist mit mittelalterlichen quadratischen Backsteinplatten belegt.
Zweischiffiges Dielen-Vorderhaus von 6 Fachen (7 Gebinden), im Dachwerk datiert 1452 (d). Aufgelegte Dachbalken, einige Ständer der rechten Trauwand erhalten. Ca. 60 Grad steiles Sparrendach mit zwei angeblatteten Kehlbalkenlagen, datiert 1452 (d), weiter Gebindeabstand von ca. 2 Metern. Die Gebinde sind vom Rückgiebel beginnend mit Beilkerben von I bis IIIIII (6) nummeriert; die Gebinde IIII und IIIII sind noch unverändert erhalten und in situ. Fassade und Teile der Traufwände erneuert 1824 (d), lt. eingeritzter Jahreszahl an einem oberen Riegel der linken Traufwand 1826. Schmaleres Steinkeller-Hinterhaus, Kellerdeckenbalken datiert 1455 +/- 1 (d).<ref>Dendrochronologisches Gutachten von Hans Tisje, Neu-Isenburg, vom 14.2.1988 im Auftrag der Stadt Blomberg; zum Keller: Gutachten von Hans Tisje vom 29.12.1994 im Auftrag des Westf. Freilichtmuseums Detmold.</ref> Das Kellermauerwerk ist vermutlich sogar älter, es dürfte die Zerstörung von 1447 überstanden haben und bis ins 13. oder 14. Jahrhundert zurückreichen. Die Balken der Kellerdecke liegen links ohne Mauerlatte auf Kragsteinen auf; der Kellerfußboden ist mit mittelalterlichen quadratischen Backsteinplatten belegt.


Hausbreiter Saalbau von 3 Fachen 1662 (d) angefügt (unter Einbeziehung des Kellers von 1455 +/- 1 d), Dachwerk aus 5 Sparrengebinden auf Sparrenschwellen, Hochständerdachwerk mit Stuhlrähm in Längsrichtung. Dachboden über dem Saal mit Lehmestrich. Fachwerkgeschoss des Saalbaus abwechselnd mit Kopfbändern und Fußstreben an den Eckständern vertrebt. Große, ehemals bleiverglaste Fensteröffnungen des Saales erkennbar, ein Teil eines geschnitzten Fensterpfostens aus der Bauzeit wurde auf dem Dachboden gefunden. Außerdem fanden sich zwei Spätrenaissance-Türen mit Arkadenfüllungen, die zur repräsentativen Erstausstattung dieses Saales zu rechnen sind. Spuren eines Aborterkers am Rückgiebel.
Hausbreiter Saalbau von 3 Fachen 1662 (d) angefügt (unter Einbeziehung des Kellers von 1455 +/- 1 d), Dachwerk aus 5 Sparrengebinden auf Sparrenschwellen, Hochständerdachwerk mit Stuhlrähm in Längsrichtung. Dachboden über dem Saal mit Lehmestrich. Fachwerkgeschoss des Saalbaus abwechselnd mit Kopfbändern und Fußstreben an den Eckständern vertrebt. Große, ehemals bleiverglaste Fensteröffnungen des Saales erkennbar, ein Teil eines geschnitzten Fensterpfostens aus der Bauzeit wurde auf dem Dachboden gefunden. Außerdem fanden sich zwei Spätrenaissance-Türen mit Arkadenfüllungen, die zur repräsentativen Erstausstattung dieses Saales zu rechnen sind. Spuren eines Aborterkers am Rückgiebel rechts.


1824 (d) und 1826 (i) Erneuerung der Fassade und der Trauwfwände des spätmittelalterlichen Vorderhauses durch Färber Friedrich Rohne; Einbau eines zweiten Dielenseitenschiffes links (vgl. Taxation von 1829). Gefüge der erneuerten Traufwände dreifach verriegelt mit Zwischenständern; Ausfachung mit Lehmsteinen. Erhaltenes Schiebefenster mit Bleiverglasung an der linken Traufwand, Reste eines Fensterstockes über dem rechten Seiteneingang. Relativ steiler, zweifach vorkragender Vordergiebel mit Backsteinausfachung anstelle eines anzunehmenden mittelalterlichen Brettergiebels, der auf Knaggen weit vorgekragt war. Fassade im 19. Jahrhundert verputzt; 1967 freigelegt und modernisiert.
1824 (d) und 1826 (i) Erneuerung der Fassade und der Trauwfwände des spätmittelalterlichen Vorderhauses durch Färber Friedrich Rohne; Einbau eines zweiten Dielenseitenschiffes links (vgl. Taxation von 1829). Gefüge der erneuerten Traufwände dreifach verriegelt mit Zwischenständern; Ausfachung mit Lehmsteinen. Erhaltenes Schiebefenster mit Bleiverglasung an der linken Traufwand, Reste eines Fensterstockes über dem rechten Seiteneingang. Relativ steiler, zweifach vorkragender Vordergiebel mit Backsteinausfachung anstelle eines anzunehmenden mittelalterlichen Brettergiebels, der auf Knaggen weit vorgekragt war. Fassade im 19. Jahrhundert verputzt; 1967 freigelegt und modernisiert.