Uekenpohl 25 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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Im Salbuch um 1640 ist ''Henrich im Hagen'' “regulär“ aufgeführt: ''Henrich im Hagen ein Hoppenplocker, Meÿers zum Krawinckell Kotter, gibt der gn. Herrschafft Burgfestgeldt 9 gr., Hoffgerichtsschatz 3 d., 3 Burgfesttage, nichts eigenes nur ein Hauß.'' ''Ties Henrich'' dagegen ist als Krawinkels Kötter mit ähnlichen Belastungen 1653 nachgetragen.<ref> LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 92, S. 160 </ref> | Im Salbuch um 1640 ist ''Henrich im Hagen'' “regulär“ aufgeführt: ''Henrich im Hagen ein Hoppenplocker, Meÿers zum Krawinckell Kotter, gibt der gn. Herrschafft Burgfestgeldt 9 gr., Hoffgerichtsschatz 3 d., 3 Burgfesttage, nichts eigenes nur ein Hauß.'' ''Ties Henrich'' dagegen ist als Krawinkels Kötter mit ähnlichen Belastungen 1653 nachgetragen.<ref> LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 92, S. 160 </ref> | ||
[[Datei:1656 Töchter Henrich im Hagen.jpg|mini|Die sieben Töchter des Hermann im Hagen, 1656, LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1424, S. 400]] | |||
Henrich im Hagen hat 1633 geheiratet: ''Hinrich im Hagen des Krawinckels Kotter nimpt Lisken Geller mit vierzig Thaler einer Kuh vndt einem Schweine.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 174, S. 82 </ref> 1645 sind aus der Ehe 4 Kinder hervorgegangen, 1648 werden 3 Kinder unter 10 Jahren auf der Stätte gezählt, Ende 1656 werden alle (lebenden) Kinder namentlich genannt: | Henrich im Hagen hat 1633 geheiratet: ''Hinrich im Hagen des Krawinckels Kotter nimpt Lisken Geller mit vierzig Thaler einer Kuh vndt einem Schweine.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 174, S. 82 </ref> 1645 sind aus der Ehe 4 Kinder hervorgegangen, 1648 werden 3 Kinder unter 10 Jahren auf der Stätte gezählt, Ende 1656 werden alle (lebenden) Kinder namentlich genannt: | ||
''1) Anke . . . dienet beÿ Krawinkel, 20 Jahre | ''1) Anke . . . dienet beÿ Krawinkel, 20 Jahre'' | ||
2) Ursula . . . beÿ dem Niedermeÿer, 14 Jahre | ''2) Ursula . . . beÿ dem Niedermeÿer, 14 Jahre'' | ||
3) Ilsabe . . . beÿm Krawinkel, 12 Jahre | ''3) Ilsabe . . . beÿm Krawinkel, 12 Jahre'' | ||
4) Trinecke . . . von 10 Jahren | ''4) Trinecke . . . von 10 Jahren'' | ||
5) Lische . . . von 7 Jahren | ''5) Lische . . . von 7 Jahren'' | ||
6) Gertrut . . . von 3 Jahren | ''6) Gertrut . . . von 3 Jahren'' | ||
7) Nesche . . . von 20 Wochen'' | ''7) Nesche . . . von 20 Wochen'' | ||
Aus dem nächsten Gogerichtseintrag von 1681/82 lässt sich in Umrissen entnehmen, wie es auf der Stätte weitergegangen ist: ''Erbtheil. Henrich im Hagen Klein Hoppenplocker, Tochter Ilsabein, Wittwe, vom Appelbaum sich zu tode gefallen, nichts hinterlaßen alß eine Kuh und 3. unmündige Kinder''.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 179, S. 45 </ref> Offenbar hat die dritte, 1644 geborene Tochter um 1670 geheiratet und mit ihrem Mann die Stätte angetreten; er ist dann vor einiger Zeit, sie durch einen Unfall jetzt gestorben. Wegen Armut auf der Stätte wird die eigentlich fällige Abgabe nicht erhoben. | Aus dem nächsten Gogerichtseintrag von 1681/82 lässt sich in Umrissen entnehmen, wie es auf der Stätte weitergegangen ist: ''Erbtheil. Henrich im Hagen Klein Hoppenplocker, Tochter Ilsabein, Wittwe, vom Appelbaum sich zu tode gefallen, nichts hinterlaßen alß eine Kuh und 3. unmündige Kinder''.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 179, S. 45 </ref> Offenbar hat die dritte, 1644 geborene Tochter um 1670 geheiratet und mit ihrem Mann die Stätte angetreten; er ist dann vor einiger Zeit, sie durch einen Unfall jetzt gestorben. Wegen Armut auf der Stätte wird die eigentlich fällige Abgabe nicht erhoben. | ||
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Erst 1778 wird das anders; Johann Hermann Schulze aus Währentrup, Soldat der 2. Compagnie in Detmold, heiratet Amalie Ilsabein Bax, eine jetzt 21-jährige Enkelin des letzten Kötters Christoph Evert. Der Bräutigam ist - damaligen Gepflogenheiten folgend - mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verwandter von Anna Marg. Elis. Schulte, der ersten Frau von Christoph Evert. | Erst 1778 wird das anders; Johann Hermann Schulze aus Währentrup, Soldat der 2. Compagnie in Detmold, heiratet Amalie Ilsabein Bax, eine jetzt 21-jährige Enkelin des letzten Kötters Christoph Evert. Der Bräutigam ist - damaligen Gepflogenheiten folgend - mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verwandter von Anna Marg. Elis. Schulte, der ersten Frau von Christoph Evert. | ||
[[Datei:1833 Diebstahl Ebert Nr. 18.jpg|mini|Anzeige eines Einbruch-Diebstahls auf der Stätte Ebert, Hörste Nr. 18, 1833]] | |||
[[Datei:1836 Versteigerung Evert.jpg|mini|Zwangsversteigerung der Stätte Ebert, Hörste Nr. 18, 1836]] | |||
Ab 1820 folgen auf der Stätte nacheinander zwei Söhne des Soldatenkötters aus seiner zweiten Ehe. Der ältere, Friedrich Wilhelm Ebert, scheint zunächst einen damals alltäglichen Lebensweg zu gehen: Heirat 1819, dann sieben Kinder, von denen vier die ersten Jahre überleben - dazu das armselige Dasein als Weber. Das versucht er über die Jahre immer wieder etwas abzumildern durch Kreditaufnahme. Ungewöhnliches kommt hinzu: 1833 wird ein Einbruchdiebstahl auf der Stätte angezeigt, bei dem allerlei abhanden kommt. | Ab 1820 folgen auf der Stätte nacheinander zwei Söhne des Soldatenkötters aus seiner zweiten Ehe. Der ältere, Friedrich Wilhelm Ebert, scheint zunächst einen damals alltäglichen Lebensweg zu gehen: Heirat 1819, dann sieben Kinder, von denen vier die ersten Jahre überleben - dazu das armselige Dasein als Weber. Das versucht er über die Jahre immer wieder etwas abzumildern durch Kreditaufnahme. Ungewöhnliches kommt hinzu: 1833 wird ein Einbruchdiebstahl auf der Stätte angezeigt, bei dem allerlei abhanden kommt. | ||
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Adolf Hilgenstöhler/Ebert hat aber keine (überlebenden) Nachkommen, denn nach seinem Tod 1942 treten 9 Erben - alle außerhalb ansässige Geschwister und Geschwisterkinder — in Erscheinung, die die 6 ha große Stätte Nr. 18 1950 zunächst an eine Erbin aus ihrem Kreis verkaufen, die das Anwesen dann 1951 an einen „ostvertriebenen Landwirt“ weiterveräußert.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300357 </ref> | Adolf Hilgenstöhler/Ebert hat aber keine (überlebenden) Nachkommen, denn nach seinem Tod 1942 treten 9 Erben - alle außerhalb ansässige Geschwister und Geschwisterkinder — in Erscheinung, die die 6 ha große Stätte Nr. 18 1950 zunächst an eine Erbin aus ihrem Kreis verkaufen, die das Anwesen dann 1951 an einen „ostvertriebenen Landwirt“ weiterveräußert.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300357 </ref> | ||
[[Datei:Nr. 18 Straßenansicht 1.jpg|mini|Stätte Ebert im Uekenpohl, früher Hörste Nr. 18: Straßenansicht 1, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]] | |||
[[Datei:Nr. 18 Straßenansicht 2.jpg|mini|Stätte Ebert im Uekenpohl, früher Hörste Nr. 18: Straßenansicht 2, 2025, Foto: Dr. Horst Wissbrock]] | |||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
Auf der Stätte im Hagen/Evert/Ebert, Hörste Nr. 18, existiert um 1640 nur ''ein Hauß''; 1781 wird zusätzlich ''ein Schoppen'' aufgeführt. | Auf der Stätte im Hagen/Evert/Ebert, Hörste Nr. 18, existiert um 1640 nur ''ein Hauß''; 1781 wird zusätzlich ''ein Schoppen'' aufgeführt. | ||