Stapelager Straße 49 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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Die naheliegende Mutmaßung, die beiden Stättengründungen Riesenberg im späten 19. Jahrhundert ( Nr. 76 und Nr. 95) ließen sich mehr oder weniger direkt auf die beiden alten Riesenberg-Stätten in Hörste (Nr. 16 und Nr. 21) zurückführen, trifft nicht zu. | Die naheliegende Mutmaßung, die beiden Stättengründungen Riesenberg im späten 19. Jahrhundert ( Nr. 76 und Nr. 95) ließen sich mehr oder weniger direkt auf die beiden alten Riesenberg-Stätten in Hörste (Nr. 16 und Nr. 21) zurückführen, trifft nicht zu. | ||
Beide Stättengründer, Friedrich Gottlieb R. (* 1839) und Friedr. Wilhelm August R. (* 1847), sind Söhne des Einliegers und Tagelöhners Philipp Adolf Riesenberg, der erst mit seiner Eheschließung 1839 mit Anna Maria K. E. Röhrmann | Beide Stättengründer, Friedrich Gottlieb R. (* 1839) und Friedr. Wilhelm August R. (* 1847), sind Söhne des Einliegers und Tagelöhners Philipp Adolf Riesenberg, der erst mit seiner Eheschließung 1839 mit er aus Haustenbeck stammenden Anna Maria K. E. Röhrmann nach Hörste gekommen ist und in einem Kotten des Meiers zu Stapelage auf der Röde lebt. Er ist wie auch schon sein Vater als Einlieger auf dem Meierhof zu Heipke geboren. | ||
Aktuelle Version vom 27. Februar 2026, 10:02 Uhr
| Stapelager Straße 49 (Hörste) | |
|---|---|
| Ortsteil | Hörste |
| Straße | Stapelager Straße (Hörste) |
| Hausnummer | 49 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Gemeinde | Hörste |
| Hausnummer | 095 |
Das hier stehende Haus Riesenberg ist eines der um die vorletzte Jahrhundertwende entstandenen repräsentativen Ziegelmeister-Häuser "auf dem Kreuze" (an der Stapelager Straße).
Zur Orientierung: Unter dem wohl ursprünglich Hörster Namen Riesenberg[1] sind allein in Hörste vier vor 1900 entstandene Stätten/Häuser zu unterscheiden:
a) Hoppenplöcker Riesenberg Nr. 16 (vor 1500 – ca. 1870)
b) Straßenkötter Riesenberg Nr. 21 (gegründet vor 1590)
c) Neuwohner Riesenberg Nr. 76 („hinterm Loh“, gegründet 1879)
d) Riesenberg, W., Ziegelmeister, Nr. 95 („auf dem Kreuze“, erbaut 1897)
Darüber hinaus kommt ziemlich früh eine Stätte Riesenberg in Pivitsheide VL hinzu.

Geschichte
Der aus Hörste stammende und in eher bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Ziegelmeister Wilhelm Riesenberg hat offensichtlich bereits einigen Wohlstand erarbeitet, als er fast fünfzigjährig Grundbesitz anstrebt. 1896 kauft er für 6000 Mark 1,2 ha Land „auf dem Kreuze“ (zwischen Hörste und Stapelage) von Bäckermeister Conrad Grotegut, Hörste Nr. 31. 1897 lässt er auf diesem Land ein Haus errichten, das zwar „Neuwohnerstätte“ im Sinne von Kleinlandwirtschaft ist, zugleich aber durchaus repräsentativen Charakter hat. 1903 erwirbt Riesenberg weitere angrenzende 0,3 ha Land von Colon Hermann Brink, Hörste Nr. 8.[2]
Wilhelm Riesenberg gehört zu den wenigen Ziegelmeistern, die sich voll unternehmerisch engagierten, schließlich Ziegelei-Pächter oder gar Ziegelei-Besitzer wurden. Er übernimmt mit Partner(n) irgendwann in den Jahrzehnten nach der Stättengründung in Hörste die (Dampf-)Ziegelei J. Zimmermann in Zehdenick/Krs. Templin (nördlich von Berlin an der Havel) und betreibt diese unter dem Namen Riesenberg & Berends oHG, Ziegeleibetrieb in Mildenberg (Kr. Templin) weiter.[3] Er arbeitet dort, unterstützt von Söhnen und Schwiegersöhnen, bis ins hohe Alter, hält sich meistens dort auf und verstirbt 1929 auch dort. Die Ziegelei wird 1948 enteignet.
Seine Stätte in der Heimat - Hörste Nr. 95 - überträgt Wilhelm Riesenberg 1921 käuflich an seinen Schwiegersohn August Kalkreuter, der dort mit seiner großen Familie lebt. Wilhelm Riesenberg behält sich dabei eine Leibzucht vor, die er aber kaum nutzt.
Ab den 1960er Jahren erfasst der Strukturwandel auch die ehemalige Stätte Nr. 95. Wo zuvor (Selbstversorgungs-)Landwirtschaft betrieben wurde, entstehen zahlreiche neue Häuser (heute Kolpingstraße, Lutherweg etc.).


Gebäude
Traufenständiges repräsentatives zweigeschossiges Bruchsteinhaus mit aufgeputzten Ecksteinen und Fensterlaibungen, Giebel zur Straße und Rundbogenfenstern; rückwärtig Wirtschaftstrakt für landwirtschaftliche Nutzung.
Inschriften
Im Giebel das Baujahr des Hauses (1897 ?), über dem Eingang Inschrift (nicht lesbar wegen Unschärfe des Fotos)
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Die naheliegende Mutmaßung, die beiden Stättengründungen Riesenberg im späten 19. Jahrhundert ( Nr. 76 und Nr. 95) ließen sich mehr oder weniger direkt auf die beiden alten Riesenberg-Stätten in Hörste (Nr. 16 und Nr. 21) zurückführen, trifft nicht zu.
Beide Stättengründer, Friedrich Gottlieb R. (* 1839) und Friedr. Wilhelm August R. (* 1847), sind Söhne des Einliegers und Tagelöhners Philipp Adolf Riesenberg, der erst mit seiner Eheschließung 1839 mit er aus Haustenbeck stammenden Anna Maria K. E. Röhrmann nach Hörste gekommen ist und in einem Kotten des Meiers zu Stapelage auf der Röde lebt. Er ist wie auch schon sein Vater als Einlieger auf dem Meierhof zu Heipke geboren.
1896/97 – 1921 Wilhelm Riesenberg (1847 – 1929), ∞ 1870 Johanne Justine Stuckmann (1849 – 1914) aus Greste, bei Eheschließung Weber, dann Ziegler/Ziegelmeister, nach 1900 Ziegelei(mit)besitzer
Aus einem Grundbuch-Bereinigungvorgang von 1960 gehen 11 Kinder des Ehepaares Riesenberg hervor (geboren in Währentrup, wo die Eltern vor der Hörster Stättengründung 1897 als Einlieger gewohnt haben), die 1960 bereits größerenteils verstorben waren.[4]
1921 – 1940 August Kalkreuter (1862 – 1940), zuvor Colon Hörste Nr. 24 (und Ziegler), ∞ 1892 Friederike Riesenberg (1873 – nach 1959), Tochter von Wilhelm Riesenberg
Das Ehepaar Kalkreuter hatte 9 Kinder, geb. 1893 . . . 1914[5]
Literatur
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Das um 1617 entstandene lippische Salbuch kennt unter dem Namen Riesenberg nur die beiden frühen Stätten in Hörste. Somit spricht vieles für eine ursprüngliche Herkunft des Namens Riesenberg, der bereits im 17. und 18. Jahrhundert in vielen anderen lippischen Dörfern vorkommt, von der Hörster Stätte mit der späteren Hausnummer 16. LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Lage Bl. 3143, S. 120
- ↑ LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Lage Bl. 3143
- ↑ div. Quellen zu „Ziegelei“ + „Riesenberg“ + „Behrends“ im Internet
- ↑ LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Lage Bl. 3143, S. 120
- ↑ LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Lage Bl. 3143, S. 64
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 25.01.2025 von Dr. Horst Wissbrock
Letzte Änderung am: 27.02.2026 von Dr. Horst Wissbrock