Hiddentruper Straße 11-13 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 22: | Zeile 22: | ||
Während der 1676 antretende Kötter Bartold Hanning nur eine (bereits verstorbene) Schwester hatte, die bei ihrer Eheschließung 1655 mit 120 Talern und Vieh abgefunden wurde<ref>LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 133, S. 550</ref>, wird die Aussteuerung in der übernächsten und weiteren Generationen mit einer größeren Kinderzahl teuer und für den Hof belastend. Mindestens sieben der acht Kinder des ab 1715 den Hof bewirtschaftenden Ehepaares Hans Bartold Hanning und Anna Elisabeth Hartwig überleben - was eigentlich ein großes Glück ist. Die meisten davon erwarten und erhalten jedoch in den 1740er und 1750er Jahren einen Brautschatz von Hundert und mehr Talern, wenn sie den Hof mit ihrer Eheschließung verlassen. | Während der 1676 antretende Kötter Bartold Hanning nur eine (bereits verstorbene) Schwester hatte, die bei ihrer Eheschließung 1655 mit 120 Talern und Vieh abgefunden wurde<ref>LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 133, S. 550</ref>, wird die Aussteuerung in der übernächsten und weiteren Generationen mit einer größeren Kinderzahl teuer und für den Hof belastend. Mindestens sieben der acht Kinder des ab 1715 den Hof bewirtschaftenden Ehepaares Hans Bartold Hanning und Anna Elisabeth Hartwig überleben - was eigentlich ein großes Glück ist. Die meisten davon erwarten und erhalten jedoch in den 1740er und 1750er Jahren einen Brautschatz von Hundert und mehr Talern, wenn sie den Hof mit ihrer Eheschließung verlassen. | ||
So verflüchtigt sich der einstige Wohlstand mehr und mehr. Hatte es im Schuldenkataster von 1683 noch geheißen: Berthold Hanning ist nichts schüldig und hatt nichts sonderliches zu fordern . . . <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 104</ref>, bleibt sein Enkel Johann Berend Hanning 1769 die Contribution schuldig und bittet um Zahlungsaufschub bis nach der Ernte sowie um Herausgabe von zwei gepfändeten Kühen.<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> 1775 hat eine ähnliche Situation noch krassere Folgen: Im Januar schießt Straßenkötter Griemert aus Pivitsheide dem Colon Hanning 30 Taler (rückständige) Contribution bis nach der Ernte vor; er verlangt dafür die Erträge dreier Ackerstücke als Pfand. Hanning kann auch im August nicht zahlen, woraufhin der gemähte und aufgerichtete Roggen zwangsverkauft wird.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 11 J 246, Bl. 8f</ref> | So verflüchtigt sich der einstige Wohlstand mehr und mehr. Hatte es im Schuldenkataster von 1683 noch geheißen: ''Berthold Hanning ist nichts schüldig und hatt nichts sonderliches zu fordern . . .'' <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 104</ref>, bleibt sein Enkel Johann Berend Hanning 1769 die Contribution schuldig und bittet um Zahlungsaufschub bis nach der Ernte sowie um Herausgabe von zwei gepfändeten Kühen.<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> 1775 hat eine ähnliche Situation noch krassere Folgen: Im Januar schießt Straßenkötter Griemert aus Pivitsheide dem Colon Hanning 30 Taler (rückständige) Contribution bis nach der Ernte vor; er verlangt dafür die Erträge dreier Ackerstücke als Pfand. Hanning kann auch im August nicht zahlen, woraufhin der gemähte und aufgerichtete Roggen zwangsverkauft wird.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 11 J 246, Bl. 8f</ref> | ||
Derlei lassen sich der Amtsvogt in Lage und die Rentkammer in Detmold nicht endlos bieten. 1778/79 wird ein Stück Land des Hofes Hanning abgetrennt und an einen Neuwohner vergeben; Hörstes Stätte Nr. 35 entsteht: ''Freilassung des Einliegers Joh. Henr. Rebbe aus Stapelage und dessen Anbau auf Hannings Hof zu Hörste.''<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1, Nr. 1235</ref> Dennoch bleibt der Tenor im weiteren Schriftwechsel unverändert: ''Supplic'' des Coloni Hanning in Hörste Nr. 6 (1782) an die Rentkammer: - Brandschaden des Leibzuchtshauses, - daraufhin 1780 und 1781 von Forstverwalter 2000 Steine erhalten, versprochen zu bezahlen . . . , - Leinsamen geborgt, dann aber Flachs schlecht geraten . . . , - möchte mit Arbeit bei Holzflößung Schulden abarbeiten . . .<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> | Derlei lassen sich der Amtsvogt in Lage und die Rentkammer in Detmold nicht endlos bieten. 1778/79 wird ein Stück Land des Hofes Hanning abgetrennt und an einen Neuwohner vergeben; Hörstes Stätte Nr. 35 entsteht: ''Freilassung des Einliegers Joh. Henr. Rebbe aus Stapelage und dessen Anbau auf Hannings Hof zu Hörste.''<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1, Nr. 1235</ref> Dennoch bleibt der Tenor im weiteren Schriftwechsel unverändert: ''Supplic'' des Coloni Hanning in Hörste Nr. 6 (1782) an die Rentkammer: - Brandschaden des Leibzuchtshauses, - daraufhin 1780 und 1781 von Forstverwalter 2000 Steine erhalten, versprochen zu bezahlen . . . , - Leinsamen geborgt, dann aber Flachs schlecht geraten . . . , - möchte mit Arbeit bei Holzflößung Schulden abarbeiten . . .<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> | ||