Teutoburger-Wald-Straße, Parkplatz neben Nr. 5: Unterschied zwischen den Versionen
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Dem bereits in den 1780er Jahren finanziell gescheiterten Kötter Johann Berend Wilhelm bleibt nichts erspart. Anfang 1816, ein Jahr vor seinem Tod, begibt er sich auf die Amtsstube in Detmold und erklärt, dass sein 28-jähriger Sohn drei Jahre zuvor heimlich mit einer Frau, mit der er bereits drei Kinder habe, entwichen und deshalb zur Übernahme seiner Stätte ungeeignet sei. Er schlägt statt des Sohnes dessen 24-jährige Schwester Hanna zur Anerbin vor, was vom Amt akzeptiert wird, nachdem der Sohn einem öffentlichen Aufruf, sich binnen eines Vierteljahres zu melden und Stellung zu nehmen, nicht gefolgt ist. So kann ein Ende 1816 einheiratender Schwiegersohn dringend benötigtes frisches Geld auf die Stätte bringen. | Dem bereits in den 1780er Jahren finanziell gescheiterten Kötter Johann Berend Wilhelm bleibt nichts erspart. Anfang 1816, ein Jahr vor seinem Tod, begibt er sich auf die Amtsstube in Detmold und erklärt, dass sein 28-jähriger Sohn drei Jahre zuvor heimlich mit einer Frau, mit der er bereits drei Kinder habe, entwichen und deshalb zur Übernahme seiner Stätte ungeeignet sei. Er schlägt statt des Sohnes dessen 24-jährige Schwester Hanna zur Anerbin vor, was vom Amt akzeptiert wird, nachdem der Sohn einem öffentlichen Aufruf, sich binnen eines Vierteljahres zu melden und Stellung zu nehmen, nicht gefolgt ist. So kann ein Ende 1816 einheiratender Schwiegersohn dringend benötigtes frisches Geld auf die Stätte bringen. | ||
1896 verkauft der Straßenkötter Wilhelm Kirchhof, ein Mann in den besten Jahren und hauptberuflich Ziegelmeister, das zur Stätte gehörende Leibzuchtshaus für 3000 Mark. Im Januar 1901 erscheint er erneut vor dem zuständigen Amtsgericht in Oerlinghausen und verkauft nun seine restliche Stätte Hörste Nr. 25 an den Schmiedemeister Wilhelm Runte, seit einigen Jahren Einlieger in Hörste, zum Kaufpreis von 4800 Mark.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) | 1896 verkauft der Straßenkötter Wilhelm Kirchhof, ein Mann in den besten Jahren und hauptberuflich Ziegelmeister, das zur Stätte gehörende Leibzuchtshaus für 3000 Mark. Im Januar 1901 erscheint er erneut vor dem zuständigen Amtsgericht in Oerlinghausen und verkauft nun seine restliche Stätte Hörste Nr. 25 an den Schmiedemeister Wilhelm Runte, seit einigen Jahren Einlieger in Hörste, zum Kaufpreis von 4800 Mark.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300241, Bl. 61</ref> Kirchhof zieht mit Frau und vier Kindern nach Rheydt bei Düsseldorf, wo er vermutlich bereits seit Jahren als Ziegelmeister tätig ist. | ||
Vier Jahrzehnte betreibt Wilhelm Runte sen. die Schmiede, dann übergibt er Stätte und Schmiede 1941 an seinen ältesten, noch unverheirateten Sohn Wilhelm Runte jun., der aber noch vor seinen Eltern Anfang 1943 verstirbt. Die Stätte fällt an seine drei Geschwister Paul, Luise und Erwin Runte. Nach Kriegsende wird die Schmiede bis Ende der 1970er Jahre von dem Pächter Podschwadek weitergeführt. | Vier Jahrzehnte betreibt Wilhelm Runte sen. die Schmiede, dann übergibt er Stätte und Schmiede 1941 an seinen ältesten, noch unverheirateten Sohn Wilhelm Runte jun., der aber noch vor seinen Eltern Anfang 1943 verstirbt. Die Stätte fällt an seine drei Geschwister Paul, Luise und Erwin Runte. Nach Kriegsende wird die Schmiede bis Ende der 1970er Jahre von dem Pächter Podschwadek weitergeführt. | ||