Rintelner Weg Kirche (Silixen): Unterschied zwischen den Versionen

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896 von Hildburg, Gemahlin des Grafen Uffo, im Zusammenhang mit dem Kloster Möllenbeck und acht Eigenkirchen gegründet. Das Kloster hatte das Recht, die Pastoren einzusetzen, später der König von Preußen und ab 1867 die Fürsten zur Lippe, jedoch 1599 bereits Einsetzung eines calvinistischen Pfarrers durch Graf Simon VI.<ref> Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10092985 Digitalisat].</ref> Urkundlich 1267 erstmals erwähnt bei der Verleihung durch Äbtissin Gisela zu Möllenbeck an Ludbert von Eidenhausen als Vikar. Vermutlich seitdem Pfarrkirche. Zum Pfarrbezirk zählten Silixen, Laßbruch, Kükenbruch, Teile von Krankenhagen und Heidelbeck.
896 von Hildburg, Gemahlin des Grafen Uffo, im Zusammenhang mit dem Kloster Möllenbeck und acht Eigenkirchen gegründet. Das Kloster hatte das Recht, die Pastoren einzusetzen, später der König von Preußen und ab 1867 die Fürsten zur Lippe, jedoch 1599 bereits Einsetzung eines calvinistischen Pfarrers durch Graf Simon VI.<ref> Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10092985 Digitalisat].</ref> Urkundlich 1267 erstmals erwähnt bei der Verleihung durch Äbtissin Gisela zu Möllenbeck an Ludbert von Eidenhausen als Vikar. Vermutlich seitdem Pfarrkirche. Zum Pfarrbezirk zählten Silixen, Laßbruch, Kükenbruch, Teile von Krankenhagen und Heidelbeck.


1499 An- bzw. Neubau des Chors lt. Inschrift im Schlussstein, überliefert durch Knoch.<ref>.</ref> Um 1540 Einführung des lutherischen Gottesdienstes, seit 1608 des reformierten. 1675 Zerstörung durch die Truppen Bernhard von Galens, Wiederaufbau 1685.
1499 An- bzw. Neubau des Chors lt. Inschrift im Schlussstein, überliefert durch Knoch.<ref>Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10092985 Digitalisat].</ref> Um 1540 Einführung des lutherischen Gottesdienstes, seit 1608 des reformierten. 1675 Zerstörung durch die Truppen Bernhard von Galens, Wiederaufbau 1685.


Das Kirchenschiff wurde 1802 durch einen Blitz zerstört und im selben Jahr mit Hilfe der Fürstin Pauline neu errichtet. Der Abdruck der Dachschräge an der Ostseite des Turms zeigt, dass das ältere Schiff bedeutend schmaler war. Stärkere Veränderungen bei einer Renovierung 1954 (Dachstuhl, Tür- und Fensteröffnungen, Tonnendecke des Kirchenschiffs, Ausstattung). Der Chorraum stammt ebenfalls von 1954.<ref name="Meier" />
Das Kirchenschiff wurde 1802 durch einen Blitz zerstört und im selben Jahr mit Hilfe der Fürstin Pauline neu errichtet. Der Abdruck der Dachschräge an der Ostseite des Turms zeigt, dass das ältere Schiff bedeutend schmaler war. Stärkere Veränderungen bei einer Renovierung 1954 (Dachstuhl, Tür- und Fensteröffnungen, Tonnendecke des Kirchenschiffs, Ausstattung). Der Chorraum stammt ebenfalls von 1954.<ref name="Meier" />

Version vom 13. Juni 2026, 17:42 Uhr

Ev.-ref. Kirche Silixen

Rintelner Weg Kirche (Silixen)
OrtsteilSilixen
StraßeRintelner Weg (Silixen)
HausnummerKirche
Karte
Adressbuch von 1901
... Silixen [gehörte] ursprünglich zur Grundherrschaft des Klosters Möllenbeck.[1]

Geschichte

896 von Hildburg, Gemahlin des Grafen Uffo, im Zusammenhang mit dem Kloster Möllenbeck und acht Eigenkirchen gegründet. Das Kloster hatte das Recht, die Pastoren einzusetzen, später der König von Preußen und ab 1867 die Fürsten zur Lippe, jedoch 1599 bereits Einsetzung eines calvinistischen Pfarrers durch Graf Simon VI.[2] Urkundlich 1267 erstmals erwähnt bei der Verleihung durch Äbtissin Gisela zu Möllenbeck an Ludbert von Eidenhausen als Vikar. Vermutlich seitdem Pfarrkirche. Zum Pfarrbezirk zählten Silixen, Laßbruch, Kükenbruch, Teile von Krankenhagen und Heidelbeck.

1499 An- bzw. Neubau des Chors lt. Inschrift im Schlussstein, überliefert durch Knoch.[3] Um 1540 Einführung des lutherischen Gottesdienstes, seit 1608 des reformierten. 1675 Zerstörung durch die Truppen Bernhard von Galens, Wiederaufbau 1685.

Das Kirchenschiff wurde 1802 durch einen Blitz zerstört und im selben Jahr mit Hilfe der Fürstin Pauline neu errichtet. Der Abdruck der Dachschräge an der Ostseite des Turms zeigt, dass das ältere Schiff bedeutend schmaler war. Stärkere Veränderungen bei einer Renovierung 1954 (Dachstuhl, Tür- und Fensteröffnungen, Tonnendecke des Kirchenschiffs, Ausstattung). Der Chorraum stammt ebenfalls von 1954.[1]

Gebäude

Ev.-ref. Kirche Silixen, 2011, Foto: Sven Gebhardt
Ansicht von Süden, Zeichnung Emil Zeiss, 1865 (LLB, 6 S 1)

Die Kirche liegt am Nordrand des Dorfes, an der nach Rinteln führenden Straße, umgeben vom Kirchhof. Kirche in Ost-West Richtung, Langschiff und Turm verputzt, gedrungener Turm mit Pyramidendach und Aufsatz mit Schieferdeckung. Kirchenschiff mit Satteldach, Ziegeldeckung.

Äußeres

Gedrungener quadratischer Westturm, im Kern romanisch; 7,80 x 6,40 m, Mauerstärke im Erdgeschoß 1,45 m. Ecken mit Werksteinquadern. Sockel mit kräftiger Kehle abgeschlossen. Gesims auf halber Höhe des 1. Obergeschosses. Eingreifender Umbau in spätgotischer Zeit um etwa 1500 (zwei spätgotische Steinmetzzeichen): Spitzbogiges Portal mit schlichter Profilierung in der Mitte der Westseite. Im Glockengeschoss an jeder Seite eine spitzbogige Schallöffnung mit erneuerten Werkstein-Gewänden. Viereckiger Helm mit Schieferdeckung, an jeder Seite eine (neuere) Dachgaube.[4]

Rechteckiges Schiff in einfachen klassizistischen Formen, außen 21,70 m x 13,80 m. Verputzter Bruchsteinbau mit Werksteingliederung. Grauer Sandstein. An der Ostseite zwei Fenster, an den Langseiten je zwei Fenster und eine Tür dazwischen. Fenster- und Türöffnungen ursprünglich rundbogig, mit Kämpfern und Keilstein, 1954 zu rechteckigen Öffnungen verändert. An den Türen die Jahreszahlen 1802/1954, an den Fenstern finden sich folgende Namen bzw. Hausmarken: "T. Bünte", "C E S", "S = M: No. 11 I", "C. Bauer". Geschweiftes, an der Ostseite abgewalmtes Dach mit Biberschwanz-Doppeldeckung, Das Bohlenlamellendach von 1802[5] im Jahr 1954 durch einen Kehlbalkendachstuhl erneuert. Hölzernes Traufgesims über einem Bogenfries.[6]

An der Westseite Grabstein der Amalie Krüger († 1775), Witwe des Silixer Pfarrers Johann Diederich Christian Krüger (1736 bis 1759 Pfarrer in Silixen).

Inneres

Blick in den offenen Dachstuhl während der Erneuerung 1954, Foto: W. Goldmann (LLB: BA EX-6-26)

Saal mit hölzerner Tonnendecke. Turmerdgeschoss mit spätgotischem Kreuzgratgewölbe. In der Südost-Ecke spitzbogige Tür zur Mauertreppe innerhalb der Südwand mit flacher Backstein-Tonne, auf das Turmgewölbe führend.

Ausstattung

Otto Gaul beobachtete Mitte der 1930er Jahre folgende Ausstattung:[7]

  • Altartisch mit gedrehten Füßen, um 1803, bei der Renovierung entfernt.
  • Hölzerne Kanzel, um 1803, an der Mitte der Ostwand. Einfacher fünfseitiger Korb mit Pilastern an den Ecken, Schalldeckel von Holzsäulchen und Flachbögen getragen, mit Stern und Rose. Geradläufige Treppe mit Zierbrettern. Unter der Kanzel kleiner (Sakristei-)Raum mit Holzgittern, an der Rückwand geschnitztes Fruchtgehänge.
  • Orgel von J. P. Klausing[8] 1978 durch eine neue Orgel der Fa. Steinmann/Vlotho ersetzt, 2 Pedale, 16 Register.
  • Prieche an der Westseite auf kräftigen achteckigen Holzständern, 19. JKh. unter Verwendung älterer Teile.
  • Zwei Grabsteine im Fußboden beim Altar. Stark abgetreten. Einer davon wohl der von Preuß erwähnte des Pastors Hermann Koesfeld († 1599) mit der Relieffigur des Verstorbenen und Inschrift: "Res vilissima simus,
    In terram terra redimus." [Wir sind die unwerteste Sache und kehren als Erde zur Erde zurück.] .[9]
  • Kelch, um 1800, Silber, Fuß und Anlauf von runder Form. Höhe 22 cm, Durchmesser 12,7 cm. Beschau mit Nesselblatt. Meister: I D?
  • Zwei Abendmahlskannen 1. Hälfte 19. Jh. Silber, runder, stark eingezogener Fuß, Kanne stark gebaucht, der ganze obere Teil als Schnabel ausgebildet. Beschau: Adler, Kopf nach heraldisch rechts gewendet. Meister: J C., Höhe 37 cm.
  • Brotteller, Anf. 19. Jh. Zinn, Durchmesser 26,5 cm. Marken: 1) lippische Rose, darüber Krone mit Buchstabe S; 2) Justitia mit Buchstabe D.

Inschriften

Inschrift mit Namen der Kirchendechen, 1501, Zeichnung Emil Zeiss, um 1864 (LLB, 6 S 2)

Über der südlichen Kirchentür ein Inschriftstein, Text des Leidener Professor Hieronymus de Bosch in Hexametern:[10]

Hilborch aedem fundavit, dotavit at Uffo
Annis a Christo nongentis absque duobus.
Octingentos aque duos et mille sed annos
Cum numeraremus, prostratam fulminis ictu
Paulina hanc princeps pia tum Lippensis ab ipsis
Simplice in ornatu voluit revocare ruinis.

[Hilborg gründete die Kirche, Uffo stattete sie aus im Jahr 898 nach Christus. 1802 vom Blitz getroffen. Die fromme Prinzessin Paulina zur Lippe ließ sie in schlichter Gestalt aus den Ruinen neu erstehen.]

An der Nordseite ein Stein des Vorgängerbaus mit der Jahreszahl 1501 und den Namen der seinerzeitigen vier Kirchendechen eingebaut: Johann von Reiren, Kord Bunte, Hermann Eckermann und Johann Flörken.[11]

Eigentümer

Ev.-ref. Kirchengemeinde Silixen

Pastoren

bis 1926 [12]

  • JJJJ

Literatur

  • Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004
  • Otto Preuß, Die baulichen Alterthümer des Lippischen Landes, Detmold 1873, S. 94 f.
  • Wilhelm Weber, Silixen. Gemeindegeschichte, Detmold 1937.
  • Wilhelm Weber, Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Silixen, Rinteln 1930.
  • Thomas Spohn, Das Bedürfnis des guten Geschmacks nach Rundungen. Entwicklung und Bedeutung der Bohlenlamellendächer unter Einbeziehung aller am Hellweg realisierter Dächer, in: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, 67. Jg. (1989).

Quellen

Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 Digitalisat

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Burkhard Meier, Lippische Kirchen, 2004, S. 11
  2. Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 Digitalisat.
  3. Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 Digitalisat.
  4. Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 Digitalisat.
  5. Thomas Spohn, Das Bedürfnis des guten Geschmacks nach Rundungen. Entwicklung und Bedeutung der Bohlenlamellendächer unter Einbeziehung aller am Hellweg realisierter Dächer, in: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, 67. Jg. (1989).
  6. Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 Digitalisat.
  7. Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 Digitalisat.
  8. Liste der Orgeln in OWL.
  9. Otto Preuß, Die baulichen Alterthümer des Lippischen Landes, Detmold 1873, S. 94 f.
  10. Otto Preuß, Die baulichen Alterthümer des Lippischen Landes, Detmold 1873, S. 94 f.
  11. Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9982 Digitalisat.
  12. Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns, Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 02.04.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 13.06.2026 von Joachim Kleinmanns