Dieselstraße 23 (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen

Aus lippe-haeuser-wiki.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wolfgang Kramer (Diskussion | Beiträge)
Lothar Kaup (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 10: Zeile 10:


==Geschichte==
==Geschichte==
Der Hof Sültemeier, die Hausstätte Dieselstraße 23 / Heiden Nr. 2 gehört zu den ersten Siedlerstellen in Heiden, den vier Urhöfen, mit denen vor mehr als 1000 Jahren eine dauerhafte Siedlungsentwicklung in Heiden begann. Die ersten vier Ansiedlungen fanden statt auf den Höfen Avenhaus, Sültemeier, Akemeier und dem Meier zu Heiden. Diese erste Gründungsphase zur Siedlungsentwicklung war zur Zeit der Gründung der Kirche in Heiden (zwischen 950 und 1025) bereits abgeschlossen.  <ref>{{HülsHeiden1974}} S.100 ff </ref> 
[[Datei: Dieselstraße 23, Sültemeier.jpg | thumb | Dieselstraße 23, Sültemeier, Foto L.Kaup 2007]]
1781 und 1829 wird Sültemeier, Heiden Nr. 2, als "ganzer Vollmeier" im Salbuch geführt. Sültemeier war der Landesherrschaft leibeigen, entrichtete Sterbfall und Weinkauf. <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00109%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=41&cHash=4eb138ebddf60439da29632822f8e6a8 Digitalisat].</ref> 1793 kaufte er sich frei von Personal- und Reallasten gegen eine jährliche Zahlung von 7 Reichstalern.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch Vogtei Heiden 1829 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00123%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=52&cHash=6aa2ad37aa9a1e9a5078196610bb816d Digitalisat].</ref> 1855 vermerkte das Salbuch: "als Nr. 22 nach Hesloh eingetragen".<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00137%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=19&cHash=4f8fa14709e0c413223e98288687e710 Digitalisat].</ref>
1781 und 1829 wird Sültemeier, Heiden Nr. 2, als "ganzer Vollmeier" im Salbuch geführt. Sültemeier war der Landesherrschaft leibeigen, entrichtete Sterbfall und Weinkauf. <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00109%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=41&cHash=4eb138ebddf60439da29632822f8e6a8 Digitalisat].</ref> 1793 kaufte er sich frei von Personal- und Reallasten gegen eine jährliche Zahlung von 7 Reichstalern.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch Vogtei Heiden 1829 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00123%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=52&cHash=6aa2ad37aa9a1e9a5078196610bb816d Digitalisat].</ref> 1855 vermerkte das Salbuch: "als Nr. 22 nach Hesloh eingetragen".<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00137%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=19&cHash=4f8fa14709e0c413223e98288687e710 Digitalisat].</ref>
==Gebäude==
==Gebäude==

Aktuelle Version vom 24. Juni 2026, 17:21 Uhr

Dieselstraße 23 (Heiden)
OrtsteilHeiden
StraßeDieselstraße (Heiden)
Hausnummer23
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHeiden
Hausnummer002

Sültehof, Ehemals Heiden Nr. 2

Geschichte

Der Hof Sültemeier, die Hausstätte Dieselstraße 23 / Heiden Nr. 2 gehört zu den ersten Siedlerstellen in Heiden, den vier Urhöfen, mit denen vor mehr als 1000 Jahren eine dauerhafte Siedlungsentwicklung in Heiden begann. Die ersten vier Ansiedlungen fanden statt auf den Höfen Avenhaus, Sültemeier, Akemeier und dem Meier zu Heiden. Diese erste Gründungsphase zur Siedlungsentwicklung war zur Zeit der Gründung der Kirche in Heiden (zwischen 950 und 1025) bereits abgeschlossen. [1]

Dieselstraße 23, Sültemeier, Foto L.Kaup 2007

1781 und 1829 wird Sültemeier, Heiden Nr. 2, als "ganzer Vollmeier" im Salbuch geführt. Sültemeier war der Landesherrschaft leibeigen, entrichtete Sterbfall und Weinkauf. [2] 1793 kaufte er sich frei von Personal- und Reallasten gegen eine jährliche Zahlung von 7 Reichstalern.[3] 1855 vermerkte das Salbuch: "als Nr. 22 nach Hesloh eingetragen".[4]

Gebäude

Leibzucht des Hofes Heiden ehem. Nr. 2, Foto: Hans-Christian Schall, 2009
Torbogen des Leibzuchtgebäudes, Foto: Hans-Christian Schall, 2009
Inschrift über dem Seiteneingang, Foto: Pahmeier, 1970, LLB BA_TB-18-41_001
Sültehof, Lageplan mit der ehem. "Burg", Zeichnung Carl Dewitz, 1882 (LLB: 2 H 5)
Ehem. "Burg" auf dem Sültehof, Zeichnung Carl Dewitz, 1882 (LLB: 2 H 3)

Sültemeier besaß laut Salbuch 1781 und 1829 einen Hofraum mit Obstbäumen und Eichen, an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, Schoppen, Schaftstall, Burg, Schweinestall. Einen Kotten vorne auf dem Hof.

Die "Burg" war 1882 noch vorhanden und wurde von Carl Dewitz zeichnerisch dokumentiert.[5]

Gaul notierte um 1960: "Nr. 2. Sültehof. Einliegerhaus. 1827. Meister C. H. Fricke in Heßloh. An den Torständern Ranken mit naturalistischen Blattzweigen und Blüten, oben ein Vogel. Torbügen mit Hakenkreuzen. Bogen-Rundstab endet unten in Schlangenköpfen.
Stall. 1785. Über der Tür die Namen Friederich Adolph S(ülte) M(eier) u. Anna Maria Meiers von Uppedissen.
Bauernburg. Erbaut wohl im 16. Jh., abgebrochen um 1900. Die Bauernburg lag mit einer Seite unmittelbar an einem Teiche und war an den anderen 3 Seiten von einem Trockengraben umgeben, der im Notfalle nach Durchstechung des Dammes am Teiche leicht unter Wasser gesetzt werden konnte. Bruchsteinbau von rechteckigem Grundriß, 2-geschossig mit Satteldach. Nur wenige, sehr kleine Fenster (wohl Schießscharten). Die Tür rechteckig mit Viertelkreis-Konsolen unter dem Sturz. Das Dach an den Traufen auf Bügen vorgekragt. Giebel verbrettert."[6]

Inschriften[7]

Auf dem Torbogen des Leibzuchtgebäudes:
ANNO 1826 DEN 23TEN OKTOBER WURDE DAS HAUS VON DIESER STELLE ALS EIN OPFER DURCH DIE FLAMMEN HIENGERISSEN UND
1827 DEN 21 JULI LIESEN S.H. BRÜGGENMEIER AUS DETMOLD UND H.F. SÜLTEMEIER GEB. AMTMEIER ZU VINNEN DIESES HAUS
RICHTEN. ACH HERR DIE LAST IST SCHWER DIE DU UNS AUFBÜRDEST! ABER DIE HÜLFE DEINER SEGEN DEN HAND SIE UNS
ERLEICHTEN. M.C.M.FRICKE IN HESLOH

Inschrift über dem Seiteneingang:
ANNO 1785 DEN 19 IUL
IUS HAT FRIEDERICH AD
OLPH S.M. UND ANNA MA
RIA MEIERS VON UPPE
DISSEN DIE HABEN DIS H.L.B.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1901[8] Heinrich Sültemeier, Landwirt
  • 1926[9] Hermann Sültemeier, Landwirt

Literatur

Quellen

  • LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 Digitalisat.
  • LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch Vogtei Heiden 1829 Digitalisat.
  • LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855 Digitalisat.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar S.100 ff
  2. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781 Digitalisat.
  3. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch Vogtei Heiden 1829 Digitalisat.
  4. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855 Digitalisat.
  5. LLB, 2 H 2 bis 2 H 5.
  6. StadtA Lemgo, 14 L 9983: Otto Gaul, Landkreis Detmold, Typoskript, um 1960, S. 168 Digitalisat
  7. Hausinschriftensammlung des Genealogischen Arbeitskreises im NHV
  8. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 257.ff.
  9. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 731.ff.

Autor

Joachim Kleinmanns, Hans-Christian Schall

Seitenhistorie

Seite erstellt am 11.03.2025 von Hans-Christian Schall

Letzte Änderung am: 24.06.2026 von Lothar Kaup