Kolonat 30 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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Dieser nächste Anerbe - ab 1825 Kötter - auf der Stätte, Johann Berend Christoph Schapeler, legt bei seinem Abtritt 1857 möglicherweise den Grundstein für den späteren Konkurs des Colonates. Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm Schapeler geht laut der ''Acta, die Abtretung der Schapelerschen Stätte Nr. 30 zu Hörste an den Anerben Wilh. Schapeler betreffend'' <ref> LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XX</ref> mit hohen Belastungen an den Start: Seine abtretenden Eltern sollen 900 Taler erhalten, die noch unverheiratete Schwester Johanne bei Eheschließung 600 Taler Brautschatz. 100 Taler Brautschatz-Rückstand stehen der verheirateten Schwester im Hörster Krug noch zu, und schließlich lebt die Großmutter des aufziehenden Kötters noch mit ihrem jüngsten Sohn Hermann und dessen Familie auf der Leibzucht. Für ihren Auszug sollen auch diese 100 Taler Abfindung erhalten. | Dieser nächste Anerbe - ab 1825 Kötter - auf der Stätte, Johann Berend Christoph Schapeler, legt bei seinem Abtritt 1857 möglicherweise den Grundstein für den späteren Konkurs des Colonates. Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm Schapeler geht laut der ''Acta, die Abtretung der Schapelerschen Stätte Nr. 30 zu Hörste an den Anerben Wilh. Schapeler betreffend'' <ref> LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XX</ref> mit hohen Belastungen an den Start: Seine abtretenden Eltern sollen 900 Taler erhalten, die noch unverheiratete Schwester Johanne bei Eheschließung 600 Taler Brautschatz. 100 Taler Brautschatz-Rückstand stehen der verheirateten Schwester im Hörster Krug noch zu, und schließlich lebt die Großmutter des aufziehenden Kötters noch mit ihrem jüngsten Sohn Hermann und dessen Familie auf der Leibzucht. Für ihren Auszug sollen auch diese 100 Taler Abfindung erhalten. | ||
Ende 1862 heiratet Johanne Schapeler, die Schwester des jungen Colons, Wilhelm Sölter, den Sohn eines Krug-Pächters aus Detmold. Zu dieser Zeit ist | |||
Ende 1862 heiratet Johanne Schapeler, die Schwester des jungen Colons, Wilhelm Sölter, den Sohn eines Krug-Pächters aus Detmold. Zu dieser Zeit ist offenbar schon klar, dass der junge Colon Wilhelm Schapeler mit der Bewirtschaftung seiner Stätte überfordert ist. Er wird 1864 wegen schlechter Wirtschaftsführung unter Kuratel gestellt. Sein Schwager Sölter lebt ab Eheschließung als ''Einlieger und Landwirt'' (Kirchenbuch) mit auf dem Schapeler. Bei den Taufen seiner Kinder wird er 1864 als ''Verwalter'', 1866 und 1868 dann als ''Pächter'' (der Stätte Schapeler Nr. 30) bezeichnet. | |||
1870 stehen dem eigentlichen Colon Wilhelm Schapeler zwei Kuratoren zur Seite (u.a. Colon Brink, Hörste Nr. 8 - sein Schwager), die in Abstimmung mit dem Amt in Lage versuchen, die auf 7500 Taler taxierte Stätte Schapeler Nr. 30 öffentlich meistbietend zu verkaufen, um hohe aufgelaufene Schulden begleichen zu können.<ref> LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII </ref> Dabei kommt es zu keinem ausreichenden Gebot, woraufhin das Amt im Frühjahr 1871 den Konkurs des Colons Wilhelm Schapeler erklärt und eine Zwangsversteigerung seiner Stätte anordnet. Verschiedene Gläubiger bieten jetzt mit, schließlich wird das Schapelersche Colonat dem Höchstbietenden Wilhelm Sölter - bisher Pächter der versteigerten Stätte und zudem Schwager des vorigen Besitzers - für 6100 Taler zugeschlagen. | 1870 stehen dem eigentlichen Colon Wilhelm Schapeler zwei Kuratoren zur Seite (u.a. Colon Brink, Hörste Nr. 8 - sein Schwager), die in Abstimmung mit dem Amt in Lage versuchen, die auf 7500 Taler taxierte Stätte Schapeler Nr. 30 öffentlich meistbietend zu verkaufen, um hohe aufgelaufene Schulden begleichen zu können.<ref> LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII </ref> Dabei kommt es zu keinem ausreichenden Gebot, woraufhin das Amt im Frühjahr 1871 den Konkurs des Colons Wilhelm Schapeler erklärt und eine Zwangsversteigerung seiner Stätte anordnet. Verschiedene Gläubiger bieten jetzt mit, schließlich wird das Schapelersche Colonat dem Höchstbietenden Wilhelm Sölter - bisher Pächter der versteigerten Stätte und zudem Schwager des vorigen Besitzers - für 6100 Taler zugeschlagen. | ||