Bülowstraße 48 (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen

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16.12.1898    Baugenehmigung durch den Magistrat der Stadt Detmold.
16.12.1898    Baugenehmigung durch den Magistrat der Stadt Detmold.
1898 bis 1900  Plan- und Bauzeit des Hauses. Bauherrin ist Fräulein Julie Hartung.   
1898 bis 1900  Plan- und Bauzeit des Hauses. Bauherrin: Fräulein Julie Hartung. Hausadresse: Alleestraße 14.   
09.11.1901    Antrag von Frau Julie Hartung an die fürstliche Fideikommiss-Verwaltung zur Erlaubnis des Baus einer eigenen Brücke
09.11.1901    Antrag von Frau Julie Hartung an die fürstliche Fideikommiss-Verwaltung zur Erlaubnis des Baus einer eigenen Brücke
               über den Knochenbach für eine bessere Verbindung des Grundstückes an die Innenstadt. Das Gesuch wird zunächst abge-
               über den Knochenbach für eine bessere Verbindung des Grundstückes an die Innenstadt. Das Gesuch wird zunächst abge-

Version vom 23. Juli 2026, 15:36 Uhr

Bülowstraße 48 (Detmold)
OrtsteilDetmold (Kernstadt)
StraßeBülowstraße (Detmold)
Hausnummer48
Karte
QuartiersnummerC 300
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeDetmold
StraßeAllee (Detmold)
Hausnummer014.1

Eine im Jahr 1899 gegründete Hausstätte. Alte Quartiersnummer C 300. Die Hausstätte wurde ehemals auch als Allee 14 (bis 1909 14,1), später Allee 31 geführt.[1]

Geschichte

Bis 1899 war das Baugrundstück des heute unter der Adresse Bülowstraße 48 bekannten Hauses noch unbebaut. Das hatte einen nachvollziehbaren Grund. Das Baugrundstück war Teil einer steil zum Knochenbach abfallenden und nach Südosten ausgerichteten Hanglage. Sie trug die Flurbezeichnung "Weinberg". Zum Zeitpunkt der Katasteraufnahme 1883 war der Steilhang - wie noch heute - bewaldet. Der ursprüngliche Beiname "Villa Waldheim" für das 1899 erbaute Haus (heute: Bülowstraße 48) verweist noch auf die Errichtung im Wald.

1883 standen die Flächen des "Weinbergs" im Eigentum der Personen "Volger" und "Holz". Beide werden im Urkataster als "Partikuliere" bezeichnet. D.h. sie gingen keinem Erwerb nach und lebten von ihren Renten und Kapitalien. Der Eigentümer "Holz" hatte auf seinem Grundstück im südlichen Teil des "Weinbergs" bereits um 1875 ein villenartiges Wohnhaus (ehem. Allee 15) errichtet. Es lag auf einem kleinen Hangplateau oberhalb des Knochenbaches im Wald und war über einen Privatweg vom Talgrund bei der "Oberen Mühle" zu erreichen. Der Weg und die Toreinfahrt sind bei der Brücke über den Knochenbach noch erhalten. Vom ehemaligen Haus Allee 15 gibt es dagegen nur noch Ruinenreste.

Die zunächst unbebaute nördliche Steilhangfläche des "Weinbergs" - ehemals Eigentum "Volger" - war zum Ende des 19. Jhdts. nur von oben, d.h. vom "Hiddeser Berg" aus über eine in den Wald führenden Stichweg zu erreichen. Der Stichweg bildet bis heute die Hauptzufahrt zum Haus Bülowstraße 48. Der Weg blieb lange namenlos und zweigte nach dem Urkataster von 1883 zunächst von der Brahmsstraße ab, die damals die einzige Wegeverbindung von der Detmolder Innenstadt zum "Hiddeser Berg" darstellte. Die Bülowstraße wurde erst 1910 angelegt.

Im Jahre 1889 hatte es einen neuen Impuls zur Weiterentwicklung der südlichen Stadtquartiere gegeben. Der Rat der Stadt Detmold reagierte damit auf das zunehmende Wachstum der Einwohnerzahlen und genehmigte erstmals die Bebauung der Fläche "Hiddeser Berg" - also der ersten Hangterrasse auf dem Höhenzug des Teutoburger Waldes. Damit waren zugleich auch die Weichen für eine Bebauung des "Weinbergs" als Randlage zum "Hiddeser Berg" gestellt - zumindest insoweit, als das schwierige, steil abfallende Hanggelände eine Bebauung überhaupt erlaubte.

Im Jahr 1898/99 erwirbt ein "Fräulein Julie Hartung aus Dortmund" ein Grundstück im Weinberg von dem Rentner Ostermann (Besitznachfolger von Volger), um darauf ein Wohnhaus zu erbauen. Das gekaufte Grundstück erstreckte sich als ca. 20m breiter Geländestreifen vom erwähnten Stichweg bis hinunter zum Ufer des Knochenbaches. Die Planung von 1899 sah die Bebauung mit dem Haus im oberen Hangdrittel vor - d.h. mit der Fahrweg-Erschließung über den damals noch namenlosen Stichweg.

16.12.1898 Baugenehmigung durch den Magistrat der Stadt Detmold. 1898 bis 1900 Plan- und Bauzeit des Hauses. Bauherrin: Fräulein Julie Hartung. Hausadresse: Alleestraße 14. 09.11.1901 Antrag von Frau Julie Hartung an die fürstliche Fideikommiss-Verwaltung zur Erlaubnis des Baus einer eigenen Brücke

              über den Knochenbach für eine bessere Verbindung des Grundstückes an die Innenstadt. Das Gesuch wird zunächst abge-
              lehnt, wegen der "Beeinträchtigung der landschaftlichen Schönheit" der Promenade. Im zweiten Anlauf wird die Er-               
              laubnis erteilt. Im Gesuchsantrag vom 9.11.1901 wird auch der Erwerb des Baugrundstückes im Jahre 1898 noch einmal
              rekapituliert: "... im Jahre 1898 hat ein Fräulein Hartung von dem Renter Ostermann am Weinberg bei Detmold eine 
              Waldparzelle erworben, die zwischen der Besitzung des Verkäufers und des Rentners Harkort belegen, an den Knochen-
              bach grenzt, und sich darauf eine Villa erbaut."

Gebäude

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1898 Erwerb des Baugrundstückes durch "Fräulein Julie Hartung aus Dortmund" und Erteilung der Bauerlaubnis für ein Wohnhaus (16.12.1898)

1901 Julie Hartung, Rentnerin; Anna Böhme, Lehrerin.[2]

1904 Julie Hartung, Rentnerin; Anna Böhme, Lehrerin.[3]

1909 Hartung, Rentnerin.[4]

1912 Hartung, Rentnerin; Böhme, Fräulein.[5]

1914 Julie Hartung, Rentnerin; Wilhelm Hartung, Referendar a. D.[6]

1916 Julie Hartung, Rentnerin.[7]

1918 Frl. Julie Hartung, Rentnerin.[8]

1920 Eigentümer: Gymnasialdirektor Gregorius; Bewohnerinnen: Julie Hartung, Rentnerin; Blaß, Direktors-Witwe.[9]

1923 Eigentümer: Gymnasialdirektor Gregorius; Bewohnerinnen: Julie Hartung, Rentnerin; Blaß, Direktors-Witwe; Charlotte Austmann, Frl.[10]

1925 Dr. Adolf Gregorius, Gymnasialdirektor; Julie Hartung, Rentnerin.[11]

1926 Dr. Adolf Gregorius, Gymnasialdirektor; Julie Hartung, Rentnerin.[12]

Literatur

Quellen

StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.
  2. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901.
  3. Adressbuch der Residenzstadt Detmold. 6. Aufl., Detmold 1904.
  4. Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Residenzstadt Detmold, Detmold 1909.
  5. Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Residenzstadt Detmold, Detmold 1912.
  6. Adreßbuch der Fürstlichen Residenzstadt Detmold, Detmold 1914.
  7. Adreßbuch der Fürstlichen Residenzstadt Detmold, Detmold 1916.
  8. Adreßbuch der Fürstlichen Residenzstadt Detmold, Detmold 1918.
  9. Adreßbuch der Landeshauptstadt Detmold, Detmold 1920.
  10. Adreßbuch der Landeshauptstadt Detmold, Detmold 1923.
  11. Adreßbuch der Landeshauptstadt Detmold, Detmold 1925.
  12. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926.

Autor*innen

Hubertus Michels, Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 11.10.2024 von Nils Lienenlüke

Letzte Änderung am: 23.07.2026 von Hubertus Michels