Brüntruper Straße 4 (Cappel): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Kirche in Cappel wird erstmals 1231 in einem Archidiakonatsverzeichnis des Archidiakonats Steinheim erwähnt. Vermutlich entstand sie aus einer Filialkapelle der älteren Kirche in Reelkirchen.
Die Kirche in Cappel wird erstmals 1231 in einem Archidiakonatsverzeichnis des Archidiakonats Steinheim erwähnt. Vermutlich entstand sie aus einer Filialkapelle der älteren Kirche in Reelkirchen.


In der mittelalterlichen Kirchengemeinde Cappel gab es insgesamt sechs Bruderschaften:
In der mittelalterlichen Kirchengemeinde Cappel gab es insgesamt sechs '''Bruderschaften''':
1. die Bruderschaft St. Johannes Baptist (des Täufers),
* 1. die Bruderschaft St. Johannes Baptist (des Täufers),
2. die Bruderschaft der Hl. Katharina,
* 2. die Bruderschaft der Hl. Katharina,
3. die Bruderschaft des Hl. Geistes,
* 3. die Bruderschaft des Hl. Geistes,
4. die Bruderschaft unserer lieben Frauen (der Jungfrau Maria),
* 4. die Bruderschaft unserer lieben Frauen (der Jungfrau Maria),
5. die Bruderschaft der Hl. Anna,
* 5. die Bruderschaft der Hl. Anna,
6. die Bruderschaft des Hl. Leichnams.
* 6. die Bruderschaft des Hl. Leichnams (Fronleichnamsbruderschaft).


Bruderschaften sind religiöse Vereinigungen von Geistlichen und wohlhabende Bürgern, manchmal auch ärmeren Leuten und Landbewohnern. Sie waren bestimmten Kirchen und Altären zugeordnet, ihr Zweck war die Fürsorge für Arme, Alte und Kranke. Eine wichtige Rolle spielten Messen zum Totengedenken für verstorbene Mitglieder. Höhepunkte waren Feste zu Ehren der Patrone der Bruderschaften. Wilhelm Butterweck schreibt 1926, es habe um 1600 sechs Bruderschaften in Cappel gegeben, deren Patrone der Heilige Geist, der Heilige Leichnam (Fronleichnam = Leichnam des Herrn), St. Anna, St. Katharina, die Jungfrau Maria (unsere liebe Frau) und Johannes Baptista (Johannes der Täufer) waren.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 38 und 354.</ref> Im Archiv der Kirchengemeinde Cappel, das sich heute im Landeskirchenarchiv in Detmold befindet, gibt es noch ein älteres Register der Bruderschaft „Zum Heiligen Leichnam“ mit Eintragungen aus der Zeit zwischen 1466 und 1590. Die sechs Bruderschaften in Cappel sind ungewöhnlich viele für eine einfache Landgemeinde, weitaus häufiger waren diese Vereinigungen in den mittelalterlichen Städten. Ulrich Meier aus Bielefeld, der beste Kenner der Blomberger Stadtgeschichte, vermutet, dass ursprünglich nur die Bruderschaft Johannes Baptist in Cappel ansässig war – sie ist nach dem mittelalterlichen Schutzheiligen der Cappeler Kirche benannt. Die fünf anderen Bruderschaften dürften im Mittelalter in der Stadt Blomberg entstanden sein und erst nach der Reformation an diesem Ort verlagert worden sein.<ref>Ulrich Meier, Lippische Kirchengeschichte im Mittelalter. Pfarreien, Konvente und fromme Gemeinschaften, in: Heide Barmeyer u. a. (Hg.), Lippische Geschichte, Bd. 2, Petersberg 2019, S. 164-184, hier: S.175ff.</ref>
Bruderschaften sind religiöse Vereinigungen von Geistlichen und wohlhabende Bürgern, manchmal auch ärmeren Leuten und Landbewohnern. Sie waren bestimmten Kirchen und Altären zugeordnet, ihr Zweck war die Fürsorge für Arme, Alte und Kranke. Eine wichtige Rolle spielten Messen zum Totengedenken für verstorbene Mitglieder. Höhepunkte waren Feste zu Ehren der Patrone der Bruderschaften. Wilhelm Butterweck schreibt 1926, es habe um 1600 sechs Bruderschaften in Cappel gegeben, deren Patrone der Heilige Geist, der Heilige Leichnam (Fronleichnam = Leichnam des Herrn), St. Anna, St. Katharina, die Jungfrau Maria (unsere liebe Frau) und Johannes Baptista (Johannes der Täufer) waren.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 38 und 354.</ref> Im Archiv der Kirchengemeinde Cappel, das sich heute im Landeskirchenarchiv in Detmold befindet, gibt es noch ein älteres Register der Bruderschaft „Zum Heiligen Leichnam“ mit Eintragungen aus der Zeit zwischen 1466 und 1590. Die sechs Bruderschaften in Cappel sind ungewöhnlich viele für eine einfache Landgemeinde, weitaus häufiger waren diese Vereinigungen in den mittelalterlichen Städten. Ulrich Meier aus Bielefeld, der beste Kenner der Blomberger Stadtgeschichte, vermutet, dass ursprünglich nur die Bruderschaft Johannes Baptist in Cappel ansässig war – sie ist nach dem mittelalterlichen Schutzheiligen der Cappeler Kirche benannt. Die fünf anderen Bruderschaften dürften im Mittelalter in der Stadt Blomberg entstanden sein und erst nach der Reformation an diesem Ort verlagert worden sein.<ref>Ulrich Meier, Lippische Kirchengeschichte im Mittelalter. Pfarreien, Konvente und fromme Gemeinschaften, in: Heide Barmeyer u. a. (Hg.), Lippische Geschichte, Bd. 2, Petersberg 2019, S. 164-184, hier: S.175ff.</ref>