Brüntruper Straße 4 (Cappel): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei: Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel (01)-Pano.jpg|thumb|Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Norden, 2015. Foto: Tsungam]]
[[Datei: Blomberg - 2015-07-12 - Kirche Cappel (01)-Pano.jpg|thumb|Cappel, ev.-ref. Kirche, Ansicht von Norden, 2015. Foto: Tsungam]]


Die Kirche in Cappel wird erstmals 1231 in einem Archidiakonatsverzeichnis des Archidiakonats Steinheim erwähnt. Vermutlich entstand sie aus einer Filialkapelle der älteren Kirche in Reelkirchen.
Die Kirche in Cappel wird erstmals 1231 in einem Archidiakonatsverzeichnis des Archidiakonats Steinheim erwähnt. Sie war Johannes dem Täufer geweiht. Vermutlich war sie aus einer Filialkapelle der älteren Kirche in Reelkirchen entstanden. Zum mittelalterlichen Kirchspiel Cappel gehörten die Dörfer Brüntrup, Altenkamp, Mossenberg-Wöhren, Großenmarpe, Kleinenmarpe und Dalborn. Kapellen bestanden in Brüntrup, Wöhren (Turm aus Fachwerk erhalten) und Großenmarpe (15. Jahrhundert, 1906 abgebrochen).


In der mittelalterlichen Kirchengemeinde Cappel gab es insgesamt sechs '''Bruderschaften''':
In der mittelalterlichen Kirchengemeinde Cappel gab es insgesamt sechs '''Bruderschaften''':
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* 6. die Bruderschaft des Hl. Leichnams (Fronleichnamsbruderschaft).
* 6. die Bruderschaft des Hl. Leichnams (Fronleichnamsbruderschaft).


Bruderschaften sind religiöse Vereinigungen von Geistlichen und wohlhabende Bürgern, manchmal auch ärmeren Leuten und Landbewohnern. Sie waren bestimmten Kirchen und Altären zugeordnet, ihr Zweck war die Fürsorge für Arme, Alte und Kranke. Eine wichtige Rolle spielten Messen zum Totengedenken für verstorbene Mitglieder. Höhepunkte waren Feste zu Ehren der Patrone der Bruderschaften. Wilhelm Butterweck schreibt 1926, es habe um 1600 sechs Bruderschaften in Cappel gegeben, deren Patrone der Heilige Geist, der Heilige Leichnam (Fronleichnam = Leichnam des Herrn), St. Anna, St. Katharina, die Jungfrau Maria (unsere liebe Frau) und Johannes Baptista (Johannes der Täufer) waren.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 38 und 354.</ref> Im Archiv der Kirchengemeinde Cappel, das sich heute im Landeskirchenarchiv in Detmold befindet, gibt es noch ein älteres Register der Bruderschaft „Zum Heiligen Leichnam“ mit Eintragungen aus der Zeit zwischen 1466 und 1590. Die sechs Bruderschaften in Cappel sind ungewöhnlich viele für eine einfache Landgemeinde, weitaus häufiger waren diese Vereinigungen in den mittelalterlichen Städten. Ulrich Meier aus Bielefeld, der beste Kenner der Blomberger Stadtgeschichte, vermutet, dass ursprünglich nur die Bruderschaft Johannes Baptist in Cappel ansässig war sie ist nach dem mittelalterlichen Schutzheiligen der Cappeler Kirche benannt. Die fünf anderen Bruderschaften dürften im Mittelalter in der Stadt Blomberg entstanden sein und erst nach der Reformation an diesem Ort verlagert worden sein.<ref>Ulrich Meier, Lippische Kirchengeschichte im Mittelalter. Pfarreien, Konvente und fromme Gemeinschaften, in: Heide Barmeyer u. a. (Hg.), Lippische Geschichte, Bd. 2, Petersberg 2019, S. 164-184, hier: S.175ff.</ref>
Bruderschaften sind religiöse Vereinigungen, die bestimmten Kirchen und Altären zugeordnet waren. Idhr Zweck war die Fürsorge für Arme, Alte und Kranke. Eine wichtige Rolle spielten Messen zum Totengedenken für verstorbene Mitglieder, Höhepunkte waren Feste zu Ehren der Patrone der Bruderschaften. Im Archiv der Kirchengemeinde Cappel, das sich heute im Landeskirchenarchiv in Detmold befindet, gibt es noch ein älteres Register der Bruderschaft „Zum Heiligen Leichnam“ mit Eintragungen aus der Zeit zwischen 1466 und 1590. Wilhelm Butterweck schreibt 1926, die sechs Bruderschaften in Cappel seien ungewöhnlich viele für eine einfache Landgemeinde, weitaus häufiger waren diese Vereinigungen in den mittelalterlichen Städten anzutreffen.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 38 und 354.</ref> Ulrich Meier aus Bielefeld, der beste Kenner der Blomberger Stadtgeschichte, vermutet, dass ursprünglich nur die Bruderschaft Johannes Baptist in Cappel ansässig war, da sie nach dem mittelalterlichen Schutzheiligen der Cappeler Kirche benannt ist. Die fünf anderen Bruderschaften dürften erst nach der Reformation von Blomberg naach Cappel verlagert worden sein.<ref>Ulrich Meier, Lippische Kirchengeschichte im Mittelalter. Pfarreien, Konvente und fromme Gemeinschaften, in: Heide Barmeyer u. a. (Hg.), Lippische Geschichte, Bd. 2, Petersberg 2019, S. 164-184, hier: S.175ff.</ref>


Ein altes Bruderschaftsbuch aus Cappel mit Aufzeichnungen zu Einkünften der "Heilig-Geist-Bruderschaft" und der "Bruderschaft unserer lieben Frauen" aus den Jahren 1612-1644 und 1672 konnte 2021 im Internet erworben werden. Das Buch enthält die Namen zahrlreicher Höfe aus dem Kirchspiel Cappel, deren Bauern der Bruderschaft Gelder schuldeten. Es soll nach Auswertung dem landeskirchlichen Archiv in Detmold übergeben werden.<ref>Heinrich Stiewe, Altes Dokument entdeckt: Ein Cappeler Bruderschaftsbuch aus dem 17. Jahrhundert, in: Heimatland Lippe 3, 2022, S. 22-23.</ref>
Ein altes Bruderschaftsbuch aus Cappel mit Aufzeichnungen zu Einkünften der "Heilig-Geist-Bruderschaft" und der "Bruderschaft unserer lieben Frauen" aus den Jahren 1612-1644 und 1672 konnte 2021 im Internet erworben werden. Das Buch enthält die Namen zahrlreicher Höfe aus dem Kirchspiel Cappel, deren Bauern der Bruderschaft Gelder schuldeten.<ref>Heinrich Stiewe, Altes Dokument entdeckt: Ein Cappeler Bruderschaftsbuch aus dem 17. Jahrhundert, in: Heimatland Lippe 3, 2022, S. 22-23.</ref>


'''1538''' wurde auf dem '''Landtag zu Cappel''', der unter einer Linde bei der Kirche in Cappel tagte, von Abgesandten der lippischen Ritterschaft und den Städten die Einführung einer lutherischen Kirchenordnung in der Grafschaft Lippe beschlossen. Das reformierte Bekenntnis wurde nach 1605 eingeführt.
'''1538''' wurde auf dem '''Landtag zu Cappel''', der unter einer Linde bei der Kirche in Cappel tagte, von Abgesandten der lippischen Ritterschaft und den Städten die Einführung einer lutherischen Kirchenordnung in der Grafschaft Lippe beschlossen. Das reformierte Bekenntnis wurde nach 1605 eingeführt.