Brüntruper Straße 4 (Cappel): Unterschied zwischen den Versionen

Gebäude: weitere Abbildung eingefügt
Markierungen: Mobile Bearbeitung Mobile Web-Bearbeitung
Zeile 22: Zeile 22:
* 6. die Bruderschaft des Hl. Leichnams (Fronleichnamsbruderschaft).
* 6. die Bruderschaft des Hl. Leichnams (Fronleichnamsbruderschaft).


Bruderschaften sind religiöse Vereinigungen, die bestimmten Kirchen und Altären zugeordnet waren. Idhr Zweck war die Fürsorge für Arme, Alte und Kranke. Eine wichtige Rolle spielten Messen zum Totengedenken für verstorbene Mitglieder, Höhepunkte waren Feste zu Ehren der Patrone der Bruderschaften. Im Archiv der Kirchengemeinde Cappel, das sich heute im Landeskirchenarchiv in Detmold befindet, gibt es noch ein älteres Register der Bruderschaft „Zum Heiligen Leichnam“ mit Eintragungen aus der Zeit zwischen 1466 und 1590. Wilhelm Butterweck schreibt 1926, die sechs Bruderschaften in Cappel seien ungewöhnlich viele für eine einfache Landgemeinde, weitaus häufiger waren diese Vereinigungen in den mittelalterlichen Städten anzutreffen.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 38 und 354.</ref> Ulrich Meier aus Bielefeld, der beste Kenner der Blomberger Stadtgeschichte, vermutet, dass ursprünglich nur die Bruderschaft Johannes Baptist in Cappel ansässig war, da sie nach dem mittelalterlichen Schutzheiligen der Cappeler Kirche benannt ist. Die fünf anderen Bruderschaften dürften erst nach der Reformation von Blomberg naach Cappel verlagert worden sein.<ref>Ulrich Meier, Lippische Kirchengeschichte im Mittelalter. Pfarreien, Konvente und fromme Gemeinschaften, in: Heide Barmeyer u. a. (Hg.), Lippische Geschichte, Bd. 2, Petersberg 2019, S. 164-184, hier: S.175ff.</ref>
Bruderschaften sind religiöse Vereinigungen, die bestimmten Kirchen und Altären zugeordnet waren. Ihr Zweck war die Fürsorge für Arme, Alte und Kranke. Eine wichtige Rolle spielten Messen zum Totengedenken für verstorbene Mitglieder, Höhepunkte waren Feste zu Ehren der Patrone der Bruderschaften. Im Archiv der Kirchengemeinde Cappel, das sich heute im Landeskirchenarchiv in Detmold befindet, gibt es noch ein älteres Register der Bruderschaft „Zum Heiligen Leichnam“ mit Eintragungen aus der Zeit zwischen 1466 und 1590. Wilhelm Butterweck schreibt 1926, die sechs Bruderschaften in Cappel seien ungewöhnlich viele für eine einfache Landgemeinde, weitaus häufiger waren diese Vereinigungen in den mittelalterlichen Städten anzutreffen.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 38 und 354.</ref> Ulrich Meier aus Bielefeld, der beste Kenner der Blomberger Stadtgeschichte, vermutet, dass ursprünglich nur die Bruderschaft Johannes Baptist in Cappel ansässig war, da sie nach dem mittelalterlichen Schutzheiligen der Cappeler Kirche benannt ist. Die fünf anderen Bruderschaften dürften erst nach der Reformation von Blomberg naach Cappel verlagert worden sein.<ref>Ulrich Meier, Lippische Kirchengeschichte im Mittelalter. Pfarreien, Konvente und fromme Gemeinschaften, in: Heide Barmeyer u. a. (Hg.), Lippische Geschichte, Bd. 2, Petersberg 2019, S. 164-184, hier: S.175ff.</ref>


Ein altes Bruderschaftsbuch aus Cappel mit Aufzeichnungen zu Einkünften der "Heilig-Geist-Bruderschaft" und der "Bruderschaft unserer lieben Frauen" aus den Jahren 1612-1644 und 1672 konnte 2021 im Internet erworben werden. Das Buch enthält die Namen zahrlreicher Höfe aus dem Kirchspiel Cappel, deren Bauern der Bruderschaft Gelder schuldeten.<ref>Heinrich Stiewe, Altes Dokument entdeckt: Ein Cappeler Bruderschaftsbuch aus dem 17. Jahrhundert, in: Heimatland Lippe 3, 2022, S. 22-23.</ref>
Ein altes Bruderschaftsbuch aus Cappel mit Aufzeichnungen zu Einkünften der "Heilig-Geist-Bruderschaft" und der "Bruderschaft unserer lieben Frauen" aus den Jahren 1612-1644 und 1672 konnte 2021 im Internet erworben werden. Das Buch enthält die Namen zahrlreicher Höfe aus dem Kirchspiel Cappel, deren Bauern der Bruderschaft Gelder schuldeten.<ref>Heinrich Stiewe, Altes Dokument entdeckt: Ein Cappeler Bruderschaftsbuch aus dem 17. Jahrhundert, in: Heimatland Lippe 3, 2022, S. 22-23.</ref>