Hiddentruper Straße 11-13 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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In den Salbüchern ist folgender Gebäudebestand des Hofes Hörste Nr. 6 vermerkt: um 1640 ''2 gebuwte vnnd 1 backhaus''; 1730 ''Hannings Hoff mit 4 gebäu und 3 Erdtkuhlen''; 1771 ''an Gebäuden 1) ein Wohnhauß, 2) eine Leibzucht, 3) einen Schoppen, 4) ein Backhauß''; 1781 (wie vor), 1829 (wie vor), Nachtrag: ''ein Kotten auf IV, 15''; 1855 ''1. ein Wohnhaus, 2. eine Leibzucht, 3. einen Kotten auf dem Lande IV. 14.'' | In den Salbüchern ist folgender Gebäudebestand des Hofes Hörste Nr. 6 vermerkt: um 1640 ''2 gebuwte vnnd 1 backhaus''; 1730 ''Hannings Hoff mit 4 gebäu und 3 Erdtkuhlen''; 1771 ''an Gebäuden 1) ein Wohnhauß, 2) eine Leibzucht, 3) einen Schoppen, 4) ein Backhauß''; 1781 (wie vor), 1829 (wie vor), Nachtrag: ''ein Kotten auf IV, 15''; 1855 ''1. ein Wohnhaus, 2. eine Leibzucht, 3. einen Kotten auf dem Lande IV. 14.'' | ||
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Die 1861 im Erbvertrag vom Ehepaar Hanning in Anspruch genommene Leistung „Colonatsgebäude theils neu gebaut“ bezieht sich offenbar auf den Kotten Ikenkamp. Daneben hatte das Haupthaus - wie auf einem Abbruch-Foto zu erkennen - im hinteren Wohnbereich auf der Ostseite einen seitlichen bruchsteinernen Anbau, dessen Errichtung auf dieses seit 1829 wirtschaftende Kötterpaar zurückgehen kann. | Die 1861 im Erbvertrag vom Ehepaar Hanning in Anspruch genommene Leistung „Colonatsgebäude theils neu gebaut“ bezieht sich offenbar auf den Kotten Ikenkamp. Daneben hatte das Haupthaus - wie auf einem Abbruch-Foto zu erkennen - im hinteren Wohnbereich auf der Ostseite einen seitlichen bruchsteinernen Anbau, dessen Errichtung auf dieses seit 1829 wirtschaftende Kötterpaar zurückgehen kann. | ||
Die ursprüngliche Baustruktur und Nutzung des Haupthauses | '''Haupthaus, um 1560''' | ||
Als Erbauer des um 1560 datierten und 1981 abgebrochenen Zweiständer-Haupthauses kann ''Cordt Johanninck'' gelten, der 1562 und 1572 in den Landschatzregistern genannt wird. | |||
Die ursprüngliche Baustruktur und Nutzung des Haupthauses um 1560 geht aus der Bauaufnahme und -rekonstruktion von Gerhard Eitzen hervor. Es handelte sich um einen hochwertig verzimmerten Zweiständerbau aus sehr kräftigen Hölzern, die verbretterten Giebel kragten auf gekehlten Taubandknaggen vor. Die tragenden Hauptständer waren im Giebel mit beidseitigen, ebenfalls gekehlten Kopfbändern markiert. Josef Schepers beschreibt das Haus wie folgt: "Flettdeelenhaus mit hoher Esslucht und verkümmerter Waschlucht. In die Seitenschiffe eingeschobene Kammern. Am Wohngiebel gleichzeitiger einhüftiger Vorbau mit Aufkammer (kleinem Saal), Anfang 17. Jh. zu vollem Kammerfach erweitert. Einst Giebelausgang. Zweiständerbau, weiter Balkenüberstand. Von Ständerköpfen 2 Rähm- und 2 Balkenkopfbänder abzweigend."<ref>Josef Schepers, Haus und Hof westfälischer Bauern, 1. Auflage Münster 1960, Tafel 169.</ref> | |||
Sehr beschränkte Finanzmittel haben über die letzten Jahrhunderte nur ebenso beschränkte Veränderungen des Hauses zugelassen. Der nach Erwerb des Hauses von Zimmermeister Fritz Meier 1885 vorgenommene „Durchbau“ wird u.a. in Hinblick auf die Nutzungsänderung erfolgt sein: Wo vorher Pferde und Großvieh im Halbdunkel standen, war für eine Zimmermannswerkstatt Licht erforderlich, wurden die erkennbaren Fenster in den Bereichen Pferdestall und Deele eingebaut. Unter „nähere Beschreibung“ des Hauses wird 1885 verzeichnet: "3 Stuben, 5 Kammern, 2 Küchen, 1 Dreschdehl, 3 Keller, Stallung, 1 Werkstätte, 8 Bühnen, Boden. 3 H(ektar) 25 Ar 60 qm." | Sehr beschränkte Finanzmittel haben über die letzten Jahrhunderte nur ebenso beschränkte Veränderungen des Hauses zugelassen. Der nach Erwerb des Hauses von Zimmermeister Fritz Meier 1885 vorgenommene „Durchbau“ wird u.a. in Hinblick auf die Nutzungsänderung erfolgt sein: Wo vorher Pferde und Großvieh im Halbdunkel standen, war für eine Zimmermannswerkstatt Licht erforderlich, wurden die erkennbaren Fenster in den Bereichen Pferdestall und Deele eingebaut. Unter „nähere Beschreibung“ des Hauses wird 1885 verzeichnet: "3 Stuben, 5 Kammern, 2 Küchen, 1 Dreschdehl, 3 Keller, Stallung, 1 Werkstätte, 8 Bühnen, Boden. 3 H(ektar) 25 Ar 60 qm." | ||