Schlossplatz (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei: DT-Schloss_Lennep_1_D_5.png|thumb|Schlossplatz und Schloss Detmold, im Hintergrund die Stadt, Kupferstich, Elias und Heinrich van Lennep, um 1663/vor 1665, LLB: 1 D 5]]
[[Datei: DT-Schloss_Lennep_1_D_5.png|thumb|Schlossplatz und Schloss Detmold, im Hintergrund die Stadt, Kupferstich, Elias und Heinrich van Lennep, um 1663/vor 1665, LLB: 1 D 5]]
Nach dem Kupferstich der Brüder Elias und Heinrich van Lennep waren Schloss und Schlossplatz, eine Vorburg, Mitte des 17. Jh. noch durch einen Wassergraben getrennt, über den nur eine schmale hölzerne Brücke führte. Der Schlossplatz ist im Westen durch das Schloss begrenzt. Zu den übrigen Seiten gab es vor 1780 (Beginn der Errichtung der heutigen Schlossplatz-Randbebauung) eine geschlossene traufständige Randbebauung mit Amts- und Wirtschaftsgebäuden, soweit erkennbar vorwiegend aus Fachwerk. Etwa in Höhe des heutigen Tores zur Langen Straße ragte ein Flügel weit in den Platz hinein, begleitet von drei einzelnen Fachwerkhäusern auf der Nordseite und einem freistehenden großen zweigeschossigen Gebäude im Süden, welches ein massives Erdgeschoss und Kellerräume besaß, die im April 2024 archäologisch nachgewiesen werden konnten. Bei diesem mächtigen Gebäude könnte es sich um den von ehem. von der Borch'schen Hof handeln, dessen Bewohner um 1560 in die [[Schülerstraße 14 (Detmold)|Schülerstraße]] umzogen.
Nach dem Kupferstich der Brüder Elias und Heinrich van Lennep waren Schloss und Schlossplatz, eine Vorburg, Mitte des 17. Jh. noch durch einen Wassergraben getrennt, über den nur eine schmale hölzerne Brücke führte. Der Schlossplatz ist im Westen durch das Schloss begrenzt. Zu den übrigen Seiten gab es vor 1780 (Beginn der Errichtung der heutigen Schlossplatz-Randbebauung) eine geschlossene traufständige Randbebauung mit Amts- und Wirtschaftsgebäuden, soweit erkennbar vorwiegend aus Fachwerk. Etwa in Höhe des heutigen Tores zur Langen Straße ragte ein Flügel weit in den Platz hinein, begleitet von drei einzelnen Fachwerkhäusern auf der Nordseite und einem freistehenden großen zweigeschossigen Gebäude im Süden, welches ein massives Erdgeschoss und Kellerräume besaß, die im April 2024 archäologisch nachgewiesen werden konnten. Bei diesem mächtigen Gebäude könnte es sich um den von ehem. von der Borch'schen Hof handeln, dessen Bewohner um 1560 in die [[Schülerstraße 14 (Detmold)|Schülerstraße]] umzogen.
In den übrigen Gebäuden befanden sich die zum Schloss gehörige Meierei und sicherlich auch Marställe, Remisen sowie Werkstätten wie Schmiede und Stellmacherei sowie Amtsräume und die Schlosswache. Zur Langen Straße bestand ein schmaler Zugang, die Hasenpforte, zum Kirchhof ist eine Durchfahrt mit Tor vorhanden, der sog. Kirchgang. Hier wurde 1665 nach Entwurf von Leonhard Genser das [[Schlossplatz 2 (Detmold)|Dikasterialgebäude]], ebenfalls mit einem Durchgang, errichtet (die Verbindungsbrücke über den Burggraben, die westlich an den Pavillon I anschließt, wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen). Nach Norden wurde die Vorburg nicht nur durch die Ringbebauung und den Weißen Turm, sondern zusätzlich durch einen Wassergraben, den Faulen Graben, gesichert. Hier gab es nur eine schmale Öffnung, das Rote Tor, durch das man über eine Brücke zum Jägerhof und zum Waschhof gelangte. Dieses Tor wurde in den 1950er Jahren entfernt.
In den übrigen Gebäuden befanden sich die zum Schloss gehörige Meierei und sicherlich auch Marställe, Remisen sowie Werkstätten wie Schmiede und Stellmacherei sowie Amtsräume und die Schlosswache. Zur Langen Straße bestand ein schmaler Zugang, die Hasenpforte, zum Kirchhof ist eine Durchfahrt mit Tor vorhanden, der sog. Kirchgang. Hier wurde 1665 nach Entwurf von Leonhard Genser das [[Schlossplatz 1a (Detmold)|Dikasterialgebäude]], ebenfalls mit einem Durchgang, errichtet (die Verbindungsbrücke über den Burggraben, die westlich an den Pavillon I anschließt, wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen). Nach Norden wurde die Vorburg nicht nur durch die Ringbebauung und den Weißen Turm, sondern zusätzlich durch einen Wassergraben, den Faulen Graben, gesichert. Hier gab es nur eine schmale Öffnung, das Rote Tor, durch das man über eine Brücke zum Jägerhof und zum Waschhof gelangte. Dieses Tor wurde in den 1950er Jahren entfernt.


[[Datei:DT-Stadtplan1750_1_D_41.png|thumb|Schlossplatz mit Baumpflanzungen auf dem Stadtplan von etwa 1750, LLB: 1 D 41]]
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[[Datei:DT-Schlossplatz_1_D_19.png|thumb|Schlossplatz, Kopie eines Lageplans von ca. 1770, W. Schönfeld 1883, LLB: 1 D 19]]
[[Datei:DT-Schlossplatz_1_D_19.png|thumb|Schlossplatz, Kopie eines Lageplans von ca. 1770, W. Schönfeld 1883, LLB: 1 D 19]]


Ab 1780 wurde die heute noch bestehende Randbebauung des Schlossplatzes begonnen. Den Entwurf schuf der 1775 nach Detmold berufene Landbaumeister [https://lippelex.de/index.php?title=Teudt,_Johann_Christian_(1741-1814) Christian Teudt]. Er integrierte das bestehende Dikasterialgebäude in eine Anlage aus Eckpavillons mit langgestreckten Flügeln dazwischen. Pavillon I lag am Burggraben, [[Lange Straße 42 (Detmold)|Pavillon II]] bildete die Ecke an der Langen Straße. Von hier bis zum [[Lange Straße 48 (Detmold)|Pavillon III]] war ein [[Lange Straße 44 (Detmold)|Remisenflügel]] untergebracht. Zwischen Pavillon III und IV öffnete sich der Schlossplatz optisch mit einem Gitter zu Langen Straße, wiewohl das Gittertor in seiner Mitte von der [[Lange Straße 58 (Detmold)|Schlosswache]] (in Pavillon IV untergebracht) kontrolliert wurde. Vor der Schlosswache standen die in den Freiheitskriegen erbeuteten französischen Kanonen, die sich heute im Schlosshof befinden. Zwischen Schlosswache und [[Lange Straße 68 (Detmold)|Pavillon V]], der Stallmeisterwohnung, lag ein weiterer [[Lange Straße 60 (Detmold)|Remisenflügel]]. Nach Norden, wo der Faule Graben 1802 zugunsten einer Straße ([[Rosental (Detmold)|Rosental]]) zugeschüttet worden war, wurden bis 1787 der [[Schlossplatz 5 (Detmold)|Marstall]] und [[Schlossplatz 6 (Detmold)|Pavillon VI]] fertiggestellt. Den Abschluss bildeten das 1797–1800 errichtete [[Schlossplatz 8 (Detmold)|Reithaus]] nach einem von Wilhelm Meineke veränderten Plan, jetzt Stadthalle, eingefasst von [[Schlossplatz 7 (Detmold)|Pavillon VII] und [[Schlossplatz 8 (Detmold)|Pavillon VIII]].
Ab 1780 wurde die heute noch bestehende Randbebauung des Schlossplatzes begonnen. Den Entwurf schuf der 1775 nach Detmold berufene Landbaumeister [https://lippelex.de/index.php?title=Teudt,_Johann_Christian_(1741-1814) Christian Teudt]. Er integrierte das bestehende Dikasterialgebäude in eine Anlage aus Eckpavillons mit langgestreckten Flügeln dazwischen. Pavillon I lag am Burggraben, [[Lange Straße 42 (Detmold)|Pavillon II]] bildete die Ecke an der Langen Straße. Von hier bis zum [[Lange Straße 48 (Detmold)|Pavillon III]] war ein [[Lange Straße 44 (Detmold)|Remisenflügel]] untergebracht. Zwischen Pavillon III und IV öffnete sich der Schlossplatz optisch mit einem Gitter zu Langen Straße, wiewohl das Gittertor in seiner Mitte von der [[Lange Straße 58 (Detmold)|Schlosswache]] (in Pavillon IV untergebracht) kontrolliert wurde. Vor der Schlosswache standen die in den Freiheitskriegen erbeuteten französischen Kanonen, die sich heute im Schlosshof befinden. Zwischen Schlosswache und [[Lange Straße 68 (Detmold)|Pavillon V]], der Stallmeisterwohnung, lag ein weiterer [[Lange Straße 60 (Detmold)|Remisenflügel]]. Nach Norden, wo der Faule Graben 1802 zugunsten einer Straße ([[Rosental (Detmold)|Rosental]]) zugeschüttet worden war, wurden bis 1787 der [[Schlossplatz 5 (Detmold)|Marstall]] und [[Schlossplatz 6 (Detmold)|Pavillon VI]] fertiggestellt. Den Abschluss bildeten das 1797–1800 errichtete [[Schlossplatz 7 (Detmold)|Reithaus]] nach einem von Wilhelm Meineke veränderten Plan, jetzt Stadthalle, eingefasst von [[Schlossplatz 7 (Detmold)|Pavillon VII]] und [[Schlossplatz 8 (Detmold)|Pavillon VIII]].


Die Gestaltung des Schlossplatzes als Parkanlage geht in das frühe 19. Jahrhundert zurück. Geschwungenes Wegenetz. In der östlichen Hälfte ein Ende des 18. Jh. angelegter Springbrunnen mit oktogonalem Becken. Darin eine Muschelschale, die 1687 für die Parkanlage [[Friedrichstal (Detmold)|Friedrichstal]] geschaffen worden sein soll.<ref>{{LippeParkanlagen1987}}, hier S. 249.</ref> Der Springbrunnen in der westlichen Hälfte, vor der Schlossfront, wurde 1901 von der Stadt gestiftet als Gegengabe für die Stiftung der Berlebecker Quellen durch [https://lippelex.de/index.php?title=Ernst,_Lippe,_Grafregent_(1842-1904) Grafregent Ernst].
Die Gestaltung des Schlossplatzes als Parkanlage geht in das frühe 19. Jahrhundert zurück. Geschwungenes Wegenetz. In der östlichen Hälfte ein Ende des 18. Jh. angelegter Springbrunnen mit oktogonalem Becken. Darin eine Muschelschale, die 1687 für die Parkanlage [[Friedrichstal (Detmold)|Friedrichstal]] geschaffen worden sein soll.<ref>{{LippeParkanlagen1987}}, hier S. 249.</ref> Der Springbrunnen in der westlichen Hälfte, vor der Schlossfront, wurde 1901 von der Stadt gestiftet als Gegengabe für die Stiftung der Berlebecker Quellen durch [https://lippelex.de/index.php?title=Ernst,_Lippe,_Grafregent_(1842-1904) Grafregent Ernst].
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==Hausstätten==
==Hausstätten==
   
   
* [[Schlossplatz 1 (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 1a (Detmold)]] Dikasterialgebäude


* [[Schlossplatz 2 (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 2 (Detmold)]] Pavillon II


* [[Schlossplatz 2a (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 2a (Detmold)]] Remisen


* [[Schlossplatz 3 (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 3 (Detmold)]] Pavillon III


* [[Schlossplatz 5 (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 3a (Detmold)]] Remisen


* [[Schlossplatz 6 (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 5 (Detmold)]] Marstall


* [[Schlossplatz 7 (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 6 (Detmold)]] Pavillon VI


* [[Schlossplatz 8 (Detmold)]]
* [[Schlossplatz 7 (Detmold)]] Pavillon VII und Reithaus
 
* [[Schlossplatz 8 (Detmold)]] Pavillon VIII


==Literatur==
==Literatur==


{{LippeParkanlagen1987}}, S. 247–253..
{{LippeParkanlagen1987}}, S. 247–253.
   
   
{{BergmannStadtbild1990}}, hier S. 287–293.
{{BergmannStadtbild1990}}, hier S. 287–293.