Friedrich-Petri-Straße 5 (Lage): Unterschied zwischen den Versionen

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In der vorderen rechten Hausecke befand sich ein nur geringfügig eingetiefter '''Keller''' mit Balkendecke und ca. 55 cm starken Bruchsteinmauern mit drei quadratischen Kellerfenstern mit eiserner Vergitterung (das Kellermauerwerk blieb beim Abbruch erhalten und wurde 2014-17 konserviert). Über dem Keller lag eine geräumige '''Stube''' mit großen, ursprünglich bleiverglasten Fenstern, die ein zweiteiliges Fensterband am Südostgiebel bildeten und zwei einzelnen Fenstern an der Nordostseite. Diese Stube mit einer anschließenden Schlafkammer war vermutlich die Wohn- und Amtsstube des Vogtes der Vogtei Lage.  
In der vorderen rechten Hausecke befand sich ein nur geringfügig eingetiefter '''Keller''' mit Balkendecke und ca. 55 cm starken Bruchsteinmauern mit drei quadratischen Kellerfenstern mit eiserner Vergitterung (das Kellermauerwerk blieb beim Abbruch erhalten und wurde 2014-17 konserviert). Über dem Keller lag eine geräumige '''Stube''' mit großen, ursprünglich bleiverglasten Fenstern, die ein zweiteiliges Fensterband am Südostgiebel bildeten und zwei einzelnen Fenstern an der Nordostseite. Diese Stube mit einer anschließenden Schlafkammer war vermutlich die Wohn- und Amtsstube des Vogtes der Vogtei Lage.  


Hinter diesem unterkellerten Einbau weitete sich die Diele zu einer hausbreiten '''Flettküche''' von drei Fachen mit einem mächtigen '''Herdkamin''' aus Bruchsteinmauerwerk in der hinteren Querwand. Es ist anzunehmen, dass diese Küche seitliche Ausgänge und große bleiverglaste Fenster in den Traufwänden besaß, ähnlich dem Flett eines Bauernhauses. Hinter der Querwand lag ursprünglich ein drei Fache langer, dielenhoher '''Saal''', der durch einen kleineren Kamin an der Rückseite des Küchenkamins beheizt werden konnte. Beide Kamine besaßen schlichte, abgerundete und scharrierte Kragsteine ohne weitere Dekorationselemente. Kaminstürze und Rauchfänge waren nciht mehr vorhanden. Ursprünglich endete der Rauchabzug als "halber Schornstein" auf dem Dachboden - Dachsparren und -latten wiesen eine starke Rußschwärzung auf. Die Deckenbalken über Küche und Saal wurden durch kräftige, an den Kanten gefaste Mittelunterzüge unterstützt.  
Hinter diesem unterkellerten Einbau weitete sich die Diele zu einer hausbreiten '''Flettküche''' von drei Fachen mit einem mächtigen '''Herdkamin''' aus Bruchsteinmauerwerk in der hinteren Querwand. Es ist anzunehmen, dass diese Küche seitliche Ausgänge und große bleiverglaste Fenster in den Traufwänden besaß, ähnlich dem Flett eines Bauernhauses. Hinter der Querwand lag ursprünglich ein drei Fache langer, dielenhoher '''Saal''', der durch einen kleineren Kamin an der Rückseite des Küchenkamins beheizt werden konnte. Beide Kamine besaßen schlichte, abgerundete und scharrierte Kragsteine ohne weitere Dekorationselemente. Kaminstürze und Rauchfänge waren nicht mehr vorhanden. Ursprünglich endete der Rauchabzug als "halber Schornstein" auf dem Dachboden - Dachsparren und -latten wiesen eine starke Rußschwärzung auf. Die Deckenbalken über Küche und Saal wurden durch kräftige, an den Kanten gefaste Mittelunterzüge unterstützt.  


Damit entspricht dieses Haus dem Bautyp des städitschen Dielenhauses mit rückwärtigem Saal, wie es in westfälischen und lippischen Städten wie Lemgo, Salzuflen oder Detmold vielfach anzutreffen ist. Die Annahme, dass mit dem bruchsteinernen Kamin oder dem Kellermauerwerk Teile der mittelalterlichen Burg erhalten geblieben waren, konnte durch die Bauuntersuchung nicht bestätigt werden. Keller und Kaminanlage sind originäre Bestandteile des Dielenhauses von 1618 (d).
Damit entspricht dieses Haus dem Bautyp des städitschen Dielenhauses mit rückwärtigem Saal, wie es in westfälischen und lippischen Städten wie Lemgo, Salzuflen oder Detmold vielfach anzutreffen ist. Die Annahme, dass mit dem bruchsteinernen Kamin oder dem Kellermauerwerk Teile der mittelalterlichen Burg erhalten geblieben waren, konnte durch die Bauuntersuchung nicht bestätigt werden. Keller und Kaminanlage sind originäre Bestandteile des Dielenhauses von 1618 (d).