Kirchhofstraße 5 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

Eigentümer*innen, Bewohner*innen: Text zur Besitzergeschichte ergänzt..
Gebäude: Baubeschreibung ergänzt.
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==Gebäude==
==Gebäude==
Giebelständiges Fachwerkhaus, zweischiffiges Dielenhaus von 1664, restauriert 2014-2022. Diele rechts, links unterkellerte Stube, darüber Kammer. Zweifach vorkragender Giebel mit Spätrenaissance-Dekor: Inschriften, Zahnschnitt, Beschlagwerk, Füllhölzer mit Akanthusblättern (untere Giebelvorkragung) und paarweise angeordneten Rankenmotiven (obere Giebelvorkragung). Torbogen mit Inschrift und seitlichen Wappenschilden mit Initialen der Erbauer, darüber vorkragendes Profilbrett und zwei Oberlichter mit erhaltenen Rauchgittern aus barocken Balusterbrettern (18. Jahrhundert), zwischen den Oberlichtern Stiel mit Blumentopfmotiv. Dielentor mit zweigeteilter Fußgängertür ("Klöntür") und vorgeblendeter Rahmen-Füllungs-Konstruktion mit Mittelpilaster (18. Jahrhundert), 2022 nach alten Fotografien wiederhergestellt.
Giebelständiges Fachwerkhaus, zweischiffiges Dielenhaus von 1664, restauriert 2014-2022. Diele rechts, links unterkellerte Stube, darüber Kammer. Zweifach vorkragender Giebel mit Spätrenaissance-Dekor: Inschriften, Zahnschnitt, Beschlagwerk, Füllhölzer mit Akanthusblättern (untere Giebelvorkragung) und paarweise angeordneten Ranken- und Drachenmotiven (obere Giebelvorkragung). Torbogen mit Inschrift und seitlichen Wappenschilden mit Initialen der Erbauer, darüber vorkragendes Profilbrett und zwei Oberlichter mit erhaltenen Rauchgittern mit barocken Balusterbrettern (18. Jahrhundert), zwischen den Oberlichtern Stiel mit Blumentopfmotiv. Dielentor mit zweigeteilter Fußgängertür ("Klöntür") und vorgeblendeter Rahmen-Füllungs-Konstruktion mit Mittelpilaster (18. Jahrhundert), 2022 nach alten Fotografien wiederhergestellt.


Monochrom roter Anstrich der Fassade 2014 nach restauratorischem Befund wiederhergestellt: rostrote Hölzer, Gefache mit Backsteinausfachung und Besenputz des frühen 19. Jahrhunderts, altrosa, Leinöl- bzw. Kalkfarbenanstriche mit rotem Ocker als Pigment.  
Monochrom roter Anstrich der Fassade 2014 nach restauratorischem Befund wiederhergestellt: rostrote Hölzer, altrosa Gefache mit Backsteinausfachung und Besenputz des frühen 19. Jahrhunderts. Leinöl- bzw. Kalkfarbenanstriche mit rotem Ocker als Pigment.  


Sturzriegel über den Stubenfenstern mit stark verwittertem Beschlagwerk (vgl. [[Im Seligen Winkel 12 (Blomberg)|Im Seligen Winkel 12]], 1661), ursprünglich breites, bleiverglastes Fensterband der Stube, im frühen 19. Jahhrhundert durch zwei hochformatige Fenster mit Doppelstielen ersetzt.  
Sturzriegel über den Stubenfenstern mit stark verwittertem Beschlagwerk (vgl. [[Im Seligen Winkel 12 (Blomberg)|Im Seligen Winkel 12]], 1661), ursprünglich breites, bleiverglastes Fensterband der Stube, im frühen 19. Jahhrhundert durch zwei hochformatige Flügelfenster mit Doppelstielen ersetzt.  


Zweischiffiges Dielenhaus von sechs Fachen (7 Gebinden), 1711 (d) um zwei Fach langes Hinterhaus mit Pferdestall und zweiter Stube im Erdgeschoss und Saal und Kammer im Obergeschoss erweitert. Nach Anbau des Hinterhauses halbhohe Küchenlucht in den hinteren beiden Fachen der Diele eingebrochen. Am Ende der Diele sehr große Feuerstelle durch rot verziegelten Lehm im Boden archäologisch nachgewiesen, 1726 ist für das Haus eine Braugerechtigkeit bezeugt.
Zweischiffiges Dielenhaus von sechs Fachen (7 Gebinden), 1711 (d) um zwei Fach langes Hinterhaus mit Pferdestall und zweiter Stube im Erdgeschoss sowie Saal und Kammer im Obergeschoss erweitert. Nach Anbau des Hinterhauses wurde eine halbhohe Küchenlucht in den hinteren beiden Fachen der Diele eingebrochen. Am Ende der Diele ist eine sehr große Feuerstelle durch rot verziegelten Lehm im Boden archäologisch nachgewiesen, 1712 und 1726 ist für das Haus eine Braugerechtigkeit bezeugt.<ref>{{StieweHausbau1996}}, S. 222.</ref>


Im Innern blieben wesentliche Teile der originalen Ausstattung erhalten: Räucherstangen vorn an der Decke der Diele, über dem früheren Rauchaustritt des Stubenofens (Einbau des heutigen Stubenschornsteins 1910, Bauakte). Stube mit hölzerner Täfelungswand zur anschließenden Kammer mit früherer Alkovenöffnung links und zwei Wandschränken rechts (18. Jahrhundert, letztes erhaltenes Beispiel in Blomberg); gemalte Ofennischen in der vorderen und der hinteren Stube, anthrazitgrau mit ultramarinbblauem Begleitstrich und einfachen Ziermustern (Giebelblume, Wellenlinien); Wandschrank im Saal; Steinkrippen im früheren Pferdestall (heutiges Bad).  
Im Innern blieben wesentliche Teile der originalen Ausstattung erhalten: Räucherstangen an der Decke im vorderen Bereich der Diele, über dem früheren Rauchaustritt des Stubenofens (Einbau des heutigen Stubenschornsteins 1910, Bauakte). Stube mit hölzerner Täfelungswand zur anschließenden Kammer mit früherer Alkovenöffnung links und zwei Wandschränken rechts (18. Jahrhundert, letztes erhaltenes Beispiel in Blomberg), weiterer Wandschrank im Saal. Gemalte Ofennischen in der vorderen und der hinteren Stube, anthrazitgrau mit ultramarinbblauem Begleitstrich und einfachen Ziermustern (Giebelblume, Wellenlinien). Steinkrippen im früheren Pferdestall erhalten (heutiges Bad).  


An der Hofseite erhaltener Stallanbau mit zwei Schweineställen, Fachwerk mit Schwelle-Rähm-Streben, frühes 19. Jahrhundert.
An der Hofseite erhaltener Stallanbau mit zwei Schweineställen (letztes Beispiel in Blomberg), Fachwerk mit Schwelle-Rähm-Streben und Brettergiebel, frühes 19. Jahrhundert.


==Inschriften==
==Inschriften==