Blomberg (Kernstadt): Unterschied zwischen den Versionen

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==Siedlungscharakteristik==
==Siedlungscharakteristik==
Aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (Rinteln 1627) identifiziert Ulrich Meier eine mögliche, etwa quadratische befestigte Vorgängersiedlung im Vorfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese nach Paul Johansen (1955) als "Stadt auf dem Schild" (ca. 1190 bis ca. 1230). Abgesehen von einigen auffälligen Abstufungen in der Topographie der Altstadt Blomberg gibt es aber keine Belege für diese Annahme bei Piderit.<ref>Ulrich Meier/Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022, Textheft, S. 3ff.</ref>
Aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (Rinteln 1627) identifiziert Ulrich Meier eine mögliche, etwa quadratische befestigte Vorgängersiedlung im Vorfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese nach Paul Johansen (1955) als "Stadt auf dem Schild" (ca. 1190 bis ca. 1230). Abgesehen von einigen auffälligen Abstufungen in der Topographie der Blomberger Altstadt gibt es aber keine Belege für diese Annahme bei Piderit.<ref>Ulrich Meier/Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022, Textheft, S. 3ff. und Abb. 6.</ref>


Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, in der Art einer Heugabel ab. Diese drei Straßen werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (''Heydt dor'', Heidetor) in Richtung Hameln. Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.<ref>Meier/Stiewe (wie vor), S. 5</ref>
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, in der Art einer Heugabel ab. Diese drei Straßen werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (''Heydt dor'', Heidetor) in Richtung Hameln. Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.<ref>Meier/Stiewe (wie vor), S. 5</ref>