Langer Steinweg 20 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen
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Vorderhaus | Zweischiffiges Dielen-Vorderhaus von 6 Fachen (7 Gebinden), im Dachwerk datiert 1452 (d). Fassade und Teile der Traufwände erneuert 1824 (d), lt. eingeritzter Jahreszahl an einem oberen Riegel der linken Traufwand 1826. Schmaleres Steinkeller-Hinterhaus, Kellerdeckenbalken datiert 1455 (d). Das Kellermauerwerk ist vermutlich sogar älter, es dürfte die Zerstörung von 1447 überstanden haben und bis ins 13. oder 14. Jahrhundert zurückreichen. Kellerfußboden mit mittelalterlichen quadratischen Backsteinplatten. | ||
Ca. 60 Grad steiles Sparrendach mit zwei angeblatteten Kehlbalkenlagen, datiert 1452 (d), mindestens drei Gebinde sind noch unverändert erhalten. | Ca. 60 Grad steiles Sparrendach mit zwei angeblatteten Kehlbalkenlagen, datiert 1452 (d), mindestens drei Gebinde sind noch unverändert erhalten. | ||
Räume nach Taxation von 1829: ''Stube rechts'' mit ''Lamperrei'' (Lambris) und ''alkoben'', dahinter Schlafkammer. Zweite Stube mit Nebenkammer in schmalerem Seitenschiff links, wohl 1824 (d) eingebaut. Geschlossene Küche mit gewellerter Decke, ''Feuerherd mit Brandmauer'' und Schornstein. Über dem Keller der ''Sal'', zu dem eine Treppe hinaufführte, mit ''Neben Kammer''. Erhaltener Stallanbau mit Schleppdach an der rechten Traufwand des Hinterhauses (heute Garage). Um 1930 zweigeschossiger Durchbau der vorderen Diele und Vergrößerung der linken Stube; moderner Ladeneinbau 1968. | |||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
Version vom 10. September 2026, 16:59 Uhr
| Langer Steinweg 20 (Blomberg) | |
|---|---|
| Ortsteil | Blomberg (Kernstadt) |
| Straße | Langer Steinweg (Blomberg) |
| Hausnummer | 20 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Ja |
| Hausnummer | 263 |
Mittelalterliche Hausstätte mit seitlicher Hofzufahrt rechts. Das erhaltene Fachwerkhaus entstand 1452 (d, Vorderhaus) und 1455 (d, Hinterhaus, Kellerdecke) während des Wiederaufbaus nach der Zerstörung in der Soester Fehde am 14. Juni 1447. Ältestes erhaltenes Fachwerkhaus in Blomberg und in ganz Lippe. Alte Hausnummer 263.









Geschichte
Das Haus Langer Steinweg 20 ist das einzige vollständig erhaltene Fachwerkhaus aus der Zeit des Wiederaufbaus nach der Zerstörung Blombergs in der Soester Fehde am 14. Juni 1447. Der rückwärtige Steinkeller unter dem Hinterhaus reicht möglicherweise sogar in die Zeit vor 1447 zurück. Das Gebäude ist das derzeit älteste Fachwerkhaus in Blomberg und darüber hinaus in ganz Lippe.
Gebäude
Zweischiffiges Dielen-Vorderhaus von 6 Fachen (7 Gebinden), im Dachwerk datiert 1452 (d). Fassade und Teile der Traufwände erneuert 1824 (d), lt. eingeritzter Jahreszahl an einem oberen Riegel der linken Traufwand 1826. Schmaleres Steinkeller-Hinterhaus, Kellerdeckenbalken datiert 1455 (d). Das Kellermauerwerk ist vermutlich sogar älter, es dürfte die Zerstörung von 1447 überstanden haben und bis ins 13. oder 14. Jahrhundert zurückreichen. Kellerfußboden mit mittelalterlichen quadratischen Backsteinplatten. Ca. 60 Grad steiles Sparrendach mit zwei angeblatteten Kehlbalkenlagen, datiert 1452 (d), mindestens drei Gebinde sind noch unverändert erhalten.
Räume nach Taxation von 1829: Stube rechts mit Lamperrei (Lambris) und alkoben, dahinter Schlafkammer. Zweite Stube mit Nebenkammer in schmalerem Seitenschiff links, wohl 1824 (d) eingebaut. Geschlossene Küche mit gewellerter Decke, Feuerherd mit Brandmauer und Schornstein. Über dem Keller der Sal, zu dem eine Treppe hinaufführte, mit Neben Kammer. Erhaltener Stallanbau mit Schleppdach an der rechten Traufwand des Hinterhauses (heute Garage). Um 1930 zweigeschossiger Durchbau der vorderen Diele und Vergrößerung der linken Stube; moderner Ladeneinbau 1968.
Inschriften
Riegel an der linken Traufseite oben, eingeritzte Jahreszahl "1826"
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
Literatur
- Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.
- Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 10.09.2026 von Heinrich Stiewe
Letzte Änderung am: 10.09.2026 von Heinrich Stiewe